Grebenau ist eine Stadt im mittelhessischen Vogelsbergkreis.

Geografie Grebenau liegt in 248 bis 501 Meter Höhe nordöstlich des Vogelsbergs etwa 26 km nordwestlich von Fulda im sogenannten Gründchen, an der Einmündung der Schwarza in die Jossa. Mit 501 Meter Höhe ist der Auerberg bei Schwarz die höchste Erhebung im Stadtgebiet und gleichzeitig die höchste Erhebung im Altkreis Alsfeld.

Seit 1972, als mit der hessischen Gebietsreform die Landkreise Alsfeld und Lauterbach im Vogelsbergkreis aufgingen, lässt sich der Begriff Gründchen als Synonym für die durch Eingemeindungen erweiterte Stadt Grebenau mit ihren nunmehr acht Stadtteilen räumlich exakt zuordnen.

Stadtgliederung Grebenau Schwarz Udenhausen Wallersdorf Bieben mit Merlos Eulersdorf Reimenrod

Nachbargemeinden Grebenau grenzt im Norden an die Stadt Alsfeld und die Gemeinde Breitenbach am Herzberg (Landkreis Hersfeld-Rotenburg), im Osten an die Stadt Schlitz, im Süden an die Stadt Lauterbach, sowie im Westen an die Gemeinde Schwalmtal.

Ortsgeschichte

mini|hochkant|Kleines Wappen der Stadt Grebenau

Vor- und Frühgeschichte Die ältesten Spuren der Besiedlung des Gebietes um Grebenau liefern Bodenfunde (Hügelgräber) aus der Hügelgräberzeit des 2. Jahrtausends vor Christus.

Die Geschichte von Grebenau ist eng mit der „Straße durch die kurzen Hessen“ verbunden. In Grebenau existierte vielleicht um 800 eine karolingische Straßenfeste. Mittelalter Erstmals urkundlich erwähnt wurde Grebenau 1265: „... bona mea in Winden apud Greuenhowa“.StAM, Urkunden, Kloster Haina. Um 1270 wurde von Nidda aus eine Niederlassung der Johanniter gegründet. 1285 wird eine Niederlassung des Johanniterordens in Grebenau urkundlich belegt: „domus s. Johannis Grebenauwe.“Ludwig Baur: Hessische Urkunden aus dem Großherzoglich Hessischen Haus- und Staatsarchive. Band 1 - 5. Band 1. Darmstadt 1860 - 1873. Nr. 243, S. 184. Im Jahre 1372 kam Grebenau unter landgräflich-hessischen Einfluss, als der Johanniterorden seine Wasserburg in Grebenau für 3000 Schillinge an den Landgrafen verkaufte. Der Orden erhielt es als Pfand aber wieder zurück, und erst nach der Reformation wurde es im Jahre 1571 endgültig hessisch.

1436 ist der Ortsname als „Grebinauwe“, „Greffinauwe“ dokumentiert.Eduard Erwin Becker: Riedeselsches Urkundenbuch. 1200–1500. Offenbach 1924. Regest, Nr. 530, S. 147. In der Namensforschung wird er abgeleitet von dem mittelhochdeutschen Appellativum „grave“, was man mit dem Inhaber einer richterlichen Gewalt oder mit Graf, Schultheiß etc. übersetzen kann.Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 20. Auflage Berlin 1967. bearbeitet von Walther Mitzka. S. 296 f. Daraus wird gefolgert, dass die Siedlung nach den Grafen von Ziegenhain oder den Vögten von Fulda benannt wurde.Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 144 f. Wahrscheinlich wurde in der Mitte des 13. Jahrhunderts eine Burg hier von den fuldischen Vögten erbaut.Georg Landau: Beschreibung des Hessengaues. Halle/Saale 1866. S. 135.

Neuzeit Mit der Zusammenlegung der beiden Gerichte des sogenannten „hainischen Dorfs“ (Wallersdorf, Hof Merlos und Bieben) mit dem Gericht Grebenau zum „Amt Grebenau“ erhielt der Ort am 10. Juni 1605 die Stadtrechte. Mit Einführung der Deutschen Gemeindeordnung von 1935 verlor Grebenau seine Stadt- und Marktrechte. Bereits am 1. September 1958 erhielt es diese zurück, gemeinsam mit Romrod und Kirtorf.

Hessische Gebietsreform (1970–1977) Zum 31. Dezember 1971 fusionierten im Zuge der Gebietsreform in Hessen die bis dahin eigenständigen Gemeinden Eulersdorf, Reimenrod, Schwarz, Udenhausen und Wallersdorf in die Stadt Grebenau freiwillig zur erweiterten Stadt Grebenau. Am 1. August 1972 wurden kraft Landesgesetz die Gemeinden Bieben mit Merlos nach Grenau eingemeindet. Für alle eingegliederten Gemeinden und die Kernstadt wurde je ein Ortsbezirke nach der Hessischen Gemeindeordnung errichtet.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Grebenau angehört(e):

vor 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Amt Grebenau ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt Grebenau 1604–1648: Heiliges Römisches Reich, strittig zwischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und Landgrafschaft Hessen-Kassel (Hessenkrieg) ab 1604: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Amt Grebenau 1787: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Oberfürstentum Hessen, Amt GrebenauDas Amt Grebenau umfasste die Orte Bieben, Eulersdorf, Grebenau, Reimenrod, Udenhausen und Wallershof sowie Merlos. ab 1806: Großherzogtum Hessen, Fürstentum Oberhessen, Oberamt Alsfeld, Amt (und ab 1803 Gericht) Grebenau ab 1812: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Amt Alsfeld ab 1815: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Alsfeld ab 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk RomrodTrennung zwischen Justiz (Landgericht Alsfeld) und Verwaltung. ab 1829: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Alsfeld ab 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Alsfeld ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld ab 1871: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld ab 1918: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Alsfeld ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Alsfeld ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Alsfeld ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Alsfeld ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Vogelsbergkreis ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Vogelsbergkreis

Gerichte seit 1803 In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das Hofgericht Gießen als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit für Grebenau durch das Amt Grebenau. Nach der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurden die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte übertragen. „Landgericht Alsfeld“ war daher von 1821 bis 1879 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht in Alsfeld, das heutige Amtsgericht, das für Grebenau zuständig war.

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolge derer die bisherigen großherzoglichen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in Amtsgericht Alsfeld und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.

Jüdische Gemeinde

Im 19. Jahrhundert war Grebenau die Stadt mit dem höchsten jüdischen Bevölkerungsanteil in Hessen.

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Grebenau 2533 Einwohner. Darunter waren 34 (1,3 %) Ausländer, von denen 25 aus dem EU-Ausland, 3 aus anderen europäischen Ländern und 6 aus anderen Staaten kamen. (Bis zum Jahr 2020 erhöhte sich die Ausländerquote auf 4,2 %.) Nach dem Lebensalter waren 361 Einwohner unter 18 Jahren, 975 zwischen 18 und 49, 615 zwischen 50 und 64 und 583 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 1040 Haushalten. Davon waren 249 Singlehaushalte, 352 Paare ohne Kinder und 343 Paare mit Kindern, sowie 77 Alleinerziehende und 19 Wohngemeinschaften. In 249 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 624 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Einwohnerentwicklung • 1806: 797 Einwohner, 124 Häuser • 1829: 759 Einwohner, 139 Häuser • 1867: 671 Einwohner, 129 bewohnte Gebäude • 1875: 659 Einwohner, 122 bewohnte Gebäude

Religionszugehörigkeit • 1829: 633 evangelische Einwohner (= 83,62 %), 127 jüdische (= 16,78 %), 2 katholische (= 0,26 %) Einwohner • 1961: 743 evangelische (= 80,24 %), 143 katholische (= 15,44 %) Einwohner • 1987: 2322 evangelische (= 83,5 %), 289 katholische (= 10,4 %), 170 sonstige (= 6,1 %) Einwohner • 2011: 1869 evangelische (= 73,8 %), 1 869 katholische (= 13,0 %), 334 sonstigeKeiner öffentlich-rechtlichen Religionsgemeinschaft angehörig. (= 13,2 %) Einwohner

Politik Stadtverordnetenversammlung Für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Grebenau erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 - 23° Election Manager: Grebenau 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:

Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 13,2 2 18,4 3 24,7 4 32,0 5 41,6 6 45,1 10 45,0 2 19,3 3 18,8 3 25,2 4 36,5 6 31,5 7 59,6 9 46,8 7 39,1 6 17,5 2 21,8 3 23,4 6 GL Gründchen-Liste 12,2 2 12,9 2 17,4 2 25,3 4 — — — — NMG Neue Mitte — — 2,6 0 — — — — — — — — Gesamt 100,0 15 100,0 15 100,0 15 100,0 15 100,0 15 100,0 23 Wahlbeteiligung in % 66,4 67,9 66,8 68,2 63,6 67,3

Bürgermeister Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Grebenau neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Stadtrat und vier weitere Stadträte angehören.Magistrat der Stadt Bürgermeister ist seit dem 1. Februar 2014 Lars Wicke (FW). Er wurde als Nachfolger von Jürgen Ackermann (SPD), der nach vier Amtszeiten nicht wieder kandidiert hatte, am 8. September 2013 im ersten Wahlgang bei 83,1 Prozent Wahlbeteiligung mit 52,8 Prozent der Stimmen gewählt. Es folgten zwei Wiederwahlen, jeweils ohne Gegenkandidaten, zuletzt im September 2025.hessenschau: Bürgermeisterwahl am 28. September 2025 in Grebenau

Amtszeiten der Bürgermeister; Hinweis: für die Ansicht der archivierten Einzelergebnisse ggf. die Endung index.html aus der Webadresse löschen und diese dann neu laden - - Votemanager: Wahltermine Stadt Grebenau, seit 2001Osthessen News, 9. September 2013: 3 Kandidaten wollten neuer Bürgermeister werden - Sieg für Lars Wicke (FW): „… stand das Ergebnis über den dritten Bürgermeister seit der Gebietsreform 1972 fest - als Nachfolger von Wilfried Rosenkranz und Jürgen Ackermann“ 2014–2032 Lars Wicke (FW) 1990–2014 Jürgen Ackermann (SPD)Osthessen News, 4. Oktober 2010: Vor 20 Jahren: Jürgen Ackermann wurde Bürgermeister -"noch genug zu tun" 1972–1990 Wilfried Rosenkranz (SPD)

Gemeindeverwaltungsverband Die Gemeinde Grebenau ist Mitglied in dem Gemeindeverwaltungsverband Feldatal-Grebenau-Romrod-Schwalmtal.

Ortsbeirat Grebenau Für Grebenau besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Grebenau) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus neun Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 56,75 %. Dabei wurden gewählt: drei Mitglieder der SPD, zwei Mitglieder der CDU und vier Mitglieder der „Bürgerliste Grebenau“ (BLG). Der Ortsbeirat wählte Renate Herrmann (BLG) zur Ortsvorsteherin.

Flächennutzung Das Gemeindegebiet umfasst eine Gesamtfläche von 5537 Hektar, davon entfallen in ha auf:Hessisches Statistisches Informationssystem (Hesis) In: Statistik.Hessen.