Oliceridin ist ein Arzneistoff zur Behandlung akuter Schmerzen, die so stark sind, dass eine intravenöse Verabreichung eines Opioidanalgetikums erforderlich ist und alternative Behandlungen unzureichend sind.

Eigenschaften Oliceridin ist ein funktionell selektiver Agonist am μ-Opioidrezeptor. Es entfaltet seine Wirkung über die Aktivierung des G-Protein-Signalpfads und hat dabei eine dem Morphin ähnliche Potenz und Effizienz. Es vermeidet die Einwirkung auf β-Arrestin 2 und damit die Rezeptorinternalisierung. Diese Strategie richtet sich auf die Verringerung der für herkömmliche Opioide typischen Nebenwirkungen wie Atemdepression, Obstipation und Toleranz.

Oliceridin besitzt ein chirales C-Atom und somit eine enantiomere Variante, das (S)-TRV130. Diese weist ein ähnliches pharmakologisches Wirkspektrum wie die (R)-Form (= Oliceridin) auf, jedoch eine 90-fach geringere Wirksamkeit. Dieser Unterschied wird auf eine deutlich geringere Assoziationsrate am Rezeptor zurückgeführt.

Das pharmazeutisch eingesetzte Salz der Fumarsäure, Oliceridinfumarat ist ein weißer bis leicht gefärbter Feststoff, der wenig löslich in Wasser ist.Olyvik, Label. Stand August 2020. (PDF) Als ein weiteres Salz gibt es das Oliceridinhydrochlorid, Molare Masse: 423,01 g·mol−1. ein weißer Feststoff, der praktisch unlöslich in Wasser ist.

Entwicklung Der Entwicklung von Olceridin liegt die Strategie des „biased agonism“ zugrunde. Dies bedeutet, dass biologisch wirksame Substanzen nach der Bindung an einen Rezeptor bevorzugt einen von mehreren möglichen Signaltransduktionswegen aktivieren (funktionelle Selektivität).H. Blasius: Welche neuartigen Opioide sind in der Pipeline?, Deutsche Apothekerzeitung, 24. April 2018. Die US-amerikanische Zulassungsbehörde Food and Drug Administration (FDA) gewährte Olceridin im Februar 2016 den Break Through Therapy-Status.Trevena, Inc. Receives FDA Breakthrough Therapy Designation for Oliceridine for the Management of Moderate-to-Severe Acute Pain, businesswire.com, 22. Februar 2016. Nachdem die FDA 2018 einen Antrag auf Arzneimittelzulassung wegen unzureichender Angaben zur Anwendungssicherheit zunächst abgelehnt hatte, erteilte sie im August 2020 nach Antragsüberarbeitung seitens des Pharmaunternehmens Trevena Inc die Zulassung (Handelsname Olinvyk).

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