mini|Julius Ernst zur Lippe-Biesterfeld Julius Ernst Rudolf Friedrich Franz Viktor Graf und Edler Herr (nach der Entscheidung im Lippischen ErbfolgestreitSchiedsspruch in dem Rechtsstreite über die Thronfolge im Fürstentum Lippe vom 25. Oktober 1905 (LLB Detmold) 1905: Prinz) zur Lippe-Biesterfeld (* 2. September 1873 in Oberkassel bei Bonn; † 15. September 1952 ebenda) war Angehöriger des Hauses Lippe und deutscher Diplomat.
Leben Julius zur Lippe-Biesterfeld war der dritte Sohn des Grafen und späteren Regenten von Lippe Ernst zur Lippe-Biesterfeld (1842–1904) und der Reichsgräfin Caroline geb. von Wartensleben (1844–1905). Er hatte eine Zwillingsschwester: Carola zur Lippe-Biesterfeld, spätere Äbtissin in Lemgo. Er besuchte das Gymnasium in Frankfurt a.d. Oder sowie bis zum Abitur Ostern 1894 das Königliche Pädagogium zu Putbus.V. Loebe: Festschrift zur Einweihung des neuen Gymnasial-Gebäudes beim Königlichen Pädagogium in Putbus am 12. November 1908. Putbus 1908, S. 34 (Digitalisat)Friedrich Karl Devens: Biographisches Corpsalbum der Borussia zu Bonn 1827–1902. Selbstverlag, Düsseldorf 1902, S. 235. Anschließend studierte er Rechtswissenschaft an den Universitäten Berlin, Bonn, Genf und Halle (Saale).Friedrich Karl Devens, op. cit., S. 235. In Bonn wurde er Mitglied des Corps Borussia.Kösener Korps-Listen von 1798 bis 1910. Hrsg. Karl Rügemer. Verlag der Academischen Monatshefte, Druck Carl Gerber GmbH München, Starnberg 1910, 19, 678. 1901 wurde er in Greifswald mit einer Dissertation zum Thema „Patentrechtliche Lizenz“„72. Zur Lippe-Biesterfeld, Julius Ernst, Graf und Edler Herr: Die patentrechtliche Licenz, Greifswald 1901.“ [in:] Jahresverzeichnis der an den Deutschen Universitäten erschienenen Schriften, Band XVI, 15. August 1900 bis 14. August 1901, A. Asher & Co., Berlin 1901, S. 114 (Digitalisat z. zt. n. erreichbar.)Notiz in Louis Pahlow: Lizenz und Lizenzvertrag im Recht des Geistigen Eigentums, Mohr Siebeck, Tübingen 2006, S. 46 (Auszug/Digitalisat) zum Dr. jur. promoviert.
Nach der endgültigen Entscheidung im Lippischen Erbfolgestreit 1905 erhielt er den Titel Prinz und das Prädikat Durchlaucht.
Er war als Leutnant à la suite des Husaren-Regiments „Kaiser Nikolaus II. von Russland“ (1. Westfälisches) Nr. 8.Friedrich Karl Devens: Biographisches Corpsalbum der Borussia zu Bonn 1827–1902. Selbstverlag, Düsseldorf, 1902, S. 235. Als Diplomat war er in Sankt Petersburg, Rom, Belgrad, Madrid, Konstantinopel und Bukarest tätig. Seit 1912 war er Legationsrat a. D.G. G. Winkel: Biographisches Corpsalbum der Borussia zu Bonn 1821–1928. Druck Wailandt AG, Selbstverlag, Aschaffenburg 1928, S. 231.
1913 erhielt er den Charakter als Rittmeister bzw. Hauptmann à la suite des III. Bataillons, den Lipper Schützen, im mit dem Fürstentum Lippe besonders verbundenen Infanterie-Regiment „Graf Bülow von Dennewitz“ (6. Westfälisches) Nr. 55.Militär-Wochenblatt, 98, Hrsg. Guido von Frobel, E. S. Mittler und Sohn, Berlin 1913, S. 30.
mini|Prinzessin Marie von Mecklenburg-Strelitz, um 1898/1901
Ehe und Nachkommen mini|links|Villa zur Lippe in Dresden-Blasewitz Am 11. August 1914 heiratete er in Neustrelitz Herzogin (Victoria) Marie von Mecklenburg-Strelitz (1878–1948), geschiedene Gräfin Jametel, die älteste Tochter des Großherzogs Adolf Friedrich V. (1848–1914) und seiner Ehefrau Prinzessin Elisabeth von Anhalt-Dessau (1857–1933).
Das Paar lebte zunächst in der Villa zur Lippe in Dresden-Blasewitz und später im Lippeschen Landhaus in Oberkassel.
Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor: Elisabeth Caroline (1916–2013), Prinzessin zur Lippe ⚭ 1939 Ernst August Prinz zu Solms-Braunfels (1892–1968), Ernst August (1917–1990), Prinz zur Lippe (Edler Herr und Graf zu Biesterfeld etc.), Erbe vom mecklenburgischen (Strelitz) Gut und Schloss Hohenzieritz mit Gut Zippelow und Forst RosenholzTheodor Günther: Das Problem der Vermögensauseinandersetzung mit den ehemaligen Fürstenhäusern, In: Beiträge zur Finanzkunde, Band 1. Zugleich Diss. Phil. Univ. Leipzig, Akademische Verlagsgesellschaft, Leipzig 1928, S. 154. ⚭ 1948 Christa Irene von Arnim (* 1923), Tochter der Stephanie von Stechow und des Curt von Arnim, auf Otterwisch, Lindhardt, vorm. (bis 1942) auf Kitzscher.
Auszeichnungen Johanniterorden: Rechtsritter Herzoglich Sachsen-Ernestinischer Hausorden: Großkreuz (1908)Militär-Wochenblatt, 93, Hrsg. Guido von Frobel, E. S. Mittler und Sohn, Berlin 1908, S. 803. Hausorden der Wendischen Krone: Großkreuz mit der Krone in Erz (7. Juni 1914)
Schriften Die patentrechtliche Licenz. Greifswald: J. Abel 1901, zugl. Greifswald, Jur. Diss. v. [20. Apr.] 1901 Petroleum und Petroleummonopol. In: Deutsche Revue. Eine Monatschrift, 38/4, (1913), Deutsche Verlags-Anstalt, München 1913, S. 53–60.
Literatur Friedrich Karl Devens: Biographisches Corpsalbum der Borussia zu Bonn 1827–1902. Selbstverlag, Düsseldorf 1902, S. 235. Digitalisat (Mit Portrait). G. G. Winkel: Biographisches Corpsalbum der Borussia zu Bonn 1821–1928. Druck Wailandt AG, Selbstverlag, Aschaffenburg 1928, S. 231. Digitalisat (Mit Portrait). Maria Keipert (Red.): Biographisches Handbuch des deutschen Auswärtigen Dienstes 1871–1945. Hrsg. Auswärtiges Amt, Historischer Dienst. Band 3: Gerhard Keiper, Martin Kröger: L–R. Schöningh, Paderborn u. a. 2008, ISBN 978-3-506-71842-6, S. 101. Gothaisches Genealogisches Handbuch der Fürstlicher Häuser. Band 3, I. Abteilung. Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, Selbstverlag, Marburg (Lahn) 2021. ISBN 978-3-9820762-2-5.
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Einzelnachweise
Julius Ernst Kategorie:Rechtsritter (Johanniterorden) Kategorie:Großkreuz des Hausordens der Wendischen Krone Kategorie:Träger des Herzoglich Sachsen-Ernestinischen Hausordens (Großkreuz) Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Diplomat Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1873 Kategorie:Gestorben 1952 Kategorie:Mann