Aamiq (Aammiq II, ) ist eine archäologische Ausgrabungsstätte südwestlich von Zahlé im Gebiet des Aammiq-Sumpfes in der Bekaa-Ebene im Libanon.Francis Hours: Atlas des sites du proche orient (14000-5700 BP). Maison de l’Orient et de la Méditerranée, 1994, ISBN 978-2-903264-53-6, S. 33–34 (online).
Erste Grabungen wurden 1963 von Jacques Cauvin durchgeführt. Weitere Grabungen folgten 1964 (M. Cavalier), 1965 (Lorraine Copeland, Peter Wescombe) und 1971 (Jacques Besançon, Francis Hours).Francis Hours, Lorraine Copeland, Olivier Aurenche: Les industries paléolithiques du Proche Orient, essai de correlation. IV. Épipaléolithique, in: L'Anthropologie 77 (1973) 437–496.
Die Grabungen deckten zwei Besiedlungsperioden auf: Die erste war natufisch (12.000-10.200 v. Chr.) oder auch präkeramisch neolithisch. Man fand ein Skelett, das mit rotem Ocker bedeckt war, sowie einfache landwirtschaftliche Werkzeuge: Mörser, Mahlsteine und Stampfer aus Basalt. Außerdem wurden Feuerstein-Werkzeuge aus älteren Schichten entdeckt, darunter Keile, Klingen, Schaber und Ahlen. Ein zweiter Siedlungshorizont wurde auf etwa 5.000-4.500 v. Chr. (Obed) kalibriert. Dies entspricht dem späten neolithischen Byblos.Lorraine Copeland, P. J. Wescombe: Inventory of Stone-Age-Sites in Lebanon I & II. In: Mélanges de l'Université Saint Joseph, Nummern 41/2 & 42/1, 1965/1966. Dort wurden Keramiken des Chalkolithikums gefunden sowie Steinwerkzeuge wie kanaanäische Schneiden, Äxte, Dechsel (lange, geschliffene flach-konvexe Feuerstein-Hacken), viele große Splitter, Klingen und Sichel-Teile. Das Fragment eines Pfeils ist die einzige Spur menschlicher Besiedlung zwischen den beiden Perioden. Eine kupfersteinzeitliche Besiedlung fand später an einer anderen Stelle des Sumpfgebietes, bei Mallaha statt.Lorraine Copeland: Natufian Sites in Lebanon, in: Ofer Bar-Yosef, François R. Valla (Hrsg.): The Natufian Culture in the Levant, Ann Arbor (Michigan) 1991, S. 27–42.
Die Auswertung einer Pollenanalyse von 2008 unterstützt die Vermutung, dass das Gebiet im Neolithikum als Weideland genutzt wurde, in einer Zeit, in der Libanon und Anti-Libanon abgeholzt wurden. Aus dieser Zeit stammen auch Gigantolithische Werkzeuge aus Kamed el Loz I, Souwan und Wadi Msı'l el Hadd. Eine besondere Ausführung der Steinwerkzeuge, die so genannten Orangenschnitz-Klingen, wurden in Majdel Anjar I, Dakwe I und II, Habarjer III, Qaraoun I und II, Kefraya und Beı'dar Chamou't gefunden.L. Hajar, Maya Haïdar-Boustani, C. Khater, R. Cheddadi: Environmental changes in Lebanon during the Holocene: Man vs. climate impacts. In: Journal of Arid Environments XXX (2009) 1–10 (PDF).
Siehe auch Aammiq (Chouf) Dorf 11 km s. von Beirut
Einzelnachweise
Weblinks Maison de l'Orient et de la Méditerranée - Atlas des sites du proche orient - Online Application Aammiq auf Localiban.org
Kategorie:Natufien Kategorie:Steinzeitlicher Fundplatz in Asien Kategorie:Archäologischer Fundplatz im Libanon Kategorie:Gouvernement Bekaa Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Asien