Sylvia Rafael (* 1. April 1937 in Graaff-Reinet, Südafrika; † 9. Februar 2005 in Pretoria, Südafrika) war eine israelische Geheimdienstagentin.
Leben mini|Sylvia Rafaels Grab Sie wurde im Jahre 1937 in Südafrika als Tochter eines jüdischen Vaters und einer christlichen Mutter geboren. Von ihrem Vater erfuhr sie, dass viele ihrer Verwandten im Holocaust ermordet wurden. 1963 wanderte sie nach Israel aus und lebte zunächst in einem Kibbuz, wo sie in einer Konservenfabrik arbeitete. Später war sie als Lehrerin tätig.
Nachdem sie nach Tel Aviv gezogen war, wurde sie vom Mossad rekrutiert. Sylvia Rafael erhielt bei ihrer Ausbildung zur Mossad-Agentin als „väterlichen Freund“ Die Rächerin bei focus.de, abgerufen am 4. Januar 2015. Jaakov Meidad. Sie wurde als Agentin nach Paris gesandt, wobei sie den Namen der wirklich existierenden kanadischen Fotojournalistin Patricia Roxburgh benutzte. Außerdem wirkte sie an der Liquidierung von Drahtziehern des Olympiaattentates mit.[ Nachruf] bei timesonline.co, abgerufen am 4. Januar 2015.
Sie wurde 1974 in Norwegen wegen ihrer Beteiligung an der Liquidierung Ahmed Bouchikis in Lillehammer am 21. Juli 1973 zu fünfeinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Bouchiki war mit dem Schwarzer-September-Terrorchef Ali Hassan Salameh verwechselt worden. Nach bereits 15 Monaten Haft wurde sie freigelassen und im Mai 1975 aus Norwegen ausgewiesen.
Sie heiratete ihren norwegischen Strafverteidiger Annæus Schjødt, schied aus dem israelischen Geheimdienst aus und reiste nach Norwegen ein. In Norwegen wurde sie später des Terrorismus beschuldigt und 1977 deshalb erneut ausgewiesen. 1992 zog sie mit ihrem Gatten nach Südafrika, wo sie 2005 an Leukämie starb.[ Bericht] bei timesonline.co, abgerufen am 4. Januar 2015.
Rezeption Moti Kfir und Ram Oren würdigten in ihrem Buch „Sylvia Rafael. Mossad-Agentin“ das Leben und Wirken der jüdischen Frau.
Sylvia Rafael wird in Israel als die „Heldin von Lillehammer“ beschrieben, weil sie ihr Geheimnis wahrte, so dass später ein norwegischer Richter sagte, dass auch Norwegen gerne eine Sylvia gehabt hätte.
Literatur Ram Oren, mit Moti Kfir: Sylvia Rafael. Mossad-Agentin. Aus dem Hebr. von Ruth Achlama. Arche Verlag, Zürich 2012, ISBN 978-3-7160-2668-7.
Einzelnachweise
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