Füsun Onur (* 12. Februar 1938 in Kuzguncuk, Istanbul) ist eine türkische Installationskünstlerin.dOCUMENTA (13). Das Begleitbuch/The Guidebook. Katalog/Catalog 3/3., Seite 168, 2012, ISBN 978-3-7757-2954-3 Sie gilt als eine der bedeutendsten Künstlerinnen der zeitgenössischen Kunst der Türkei.
Leben und Werk Füsun Onur wuchs im Istanbuler Stadtteil Kuzguncuk in einem von Kultur geprägten Mittelklasse-Umfeld auf.
Onur wurde bis 1956 an der Üsküdar Amerikan Lisesi ausgebildet und studierte anschließend bis 1960 an der Staatlichen Akademie der Schönen Künste, der heutigen Mimar Sinan Üniversitesi, bei dem als progressiv geltenden Bildhauer Ali Hadi Bara (1906–1971).Galata Füsun Onur abgerufen am 20. Juni 2016 (englisch)
Onur nutzte 1962 ein Fulbright-Stipendium für einen Aufenthalt in Amerika. Von 1963 bis 1967 studierte sie Skulptur am Maryland Institute College of Art. Zurück in Istanbul arbeitete Onur freischaffend in ihrem eigenen Atelier.Turkish Cultural Foundation abgerufen am 20. Juni 2016 (englisch) Ihr künstlerischer Durchbruch gelang ihr im Jahr 1970, als sie ihre weißen Skulpturen in ihrer ersten Ausstellung in der Taksim Art Gallery präsentierte. Ihre ungewohnt direkte Arbeit Nude (1974) kann als Reaktion auf das patriarchale und sexistische Herz der damaligen türkischen Mehrheitsgesellschaft verstanden werden.
Ihre Arbeit Es war einmal … wurde auf der Biennale von Venedig im Jahr 2022 im Türkischen Pavillon gezeigt. Im Jahr 2023 zeigte das Museum Ludwig eine Retrospektive.
Sie gilt gemeinsam mit Nil Yalter als Wegbereiterin für Künstlerinnen wie Gülsün Karamustafa und Ayşe Erkmen und Künstler wie Halil Altındere.
Onur lebt seit Jahrzehnten in einer Wohnung im Istanbuler Stadtteil Kuzguncuk auf der asiatischen Seite, die der Videokünstler Ali Kazma im Jahr in seinem Film Home charakterisiert hat.
Ausstellungen (Auswahl) 1987, 1995, 1999, 2011: Istanbul Biennale, Istanbul 2001: Aus der Ferne so nah: vier Künstlerinnen aus der Türkei Füsun Onur, Selda Asal, Elif Çelebi und Günes Savas, Staatliche Kunsthalle Baden-Baden, Baden-Baden 2004: Call me Istanbul ist mein Name ZKM| Zentrum für Kunst und Medien, Karlsruhe 2005: EindhovenIstanbul Van Abbemuseum, Eindhoven 2007: X mal Ich Städtische Galerie Fruchthalle Rastatt, Rastatt 2007: Moskau Biennale, Moskau 2009: Variations Continues Centre d’art contemporain d’Ivry, le Credac, Ivry sur Seine 2009: Who killed the Painting? Weserburg Museum für moderne Kunst, Bremen 2012: dOCUMENTA (13), Kassel 2014: Füsun Onur: Through the Looking Glass, Arter, IstanbulHurriyet Daily News, Hatice Utkan, 15. Juli 2014 Turkey’s pioneer female artist’s art and life at Arter abgerufen am 21. Juni 2016 (englisch) 2018: Saum der Zeit. Bilge Friedlaender - Ahmet Doğu İpek - Füsun Onur, Neues Museum Nürnberg 2022: Once upon a time..., Türkischer Pavillon, Biennale Arte Venedig 2023: Füsun Onur. Retrospektive, Museum Ludwig, Köln
Auszeichnungen 1981: Zweiter Preis für die Installation Resimde Üçüncü Boyut İçeri Gel, Istanbul 2004: Ehrenpreis zum 50. Jubiläum des Internationalen Kunstkritikerverbands, Sektion Türkei (AICA TR) 2012: Sedat-Simavi-Preis für Bildende Kunst
Literatur Brehm, Margrit (Redaktion): Aus der Ferne so nah. Vier Künstlerinnen aus der Türkei. Füsun Onur, Selda Asal, Elif Celebi, Günes Savas. From far away so close. Woman Artists from Turkey. (englisch/deutsch) 2001 Baden-Baden, Staatliche Kunsthalle
Einzelnachweise
Kategorie:Installationskünstler (Türkei) Kategorie:Künstler (documenta) Kategorie:Türke Kategorie:Geboren 1938 Kategorie:Frau