mini|hochkant=1.25|Benetton und Gerhard Berger gewinnen 1986 ihren ersten Grand Prix Die Formel-1-Weltmeisterschaft 1986 war die 37. Saison der Formel-1-Weltmeisterschaft. Sie wurde über 16 Rennen in der Zeit vom 23. März bis zum 26. Oktober 1986 ausgetragen. Alain Prost gewann mit McLaren zum zweiten Mal die Fahrerweltmeisterschaft. Williams wurde zum dritten Mal Konstrukteursweltmeister.
Prost setzte sich erst im letzten Rennen knapp gegen beide Williams-Piloten Nigel Mansell und Nelson Piquet durch. Diese drei und der letztlich viertplatzierte Ayrton Senna (Lotus) stellten den Rekord eines zehnmaligen Wechsels in der Führung der Weltmeisterschaft auf, was erst wieder in der Saison 2010 eingestellt wurde.
Änderungen 1986 Reglement Erlaubt waren erstmals ausschließlich Motoren mit Turbolader und maximal 1,5 l Hubraum. Die Saison 1986 war damit das einzige Jahr der ersten „Turbo-Ära“, in der in jedem Rennen ausschließlich Fahrzeuge mit Turbomotoren starteten. Dafür wurde allerdings die mitgeführte Benzinmenge auf maximal 195 l begrenzt.
Rennstrecken Der Große Preis von Spanien kehrte erstmals seit 1981 in den Rennkalender zurück und wurde dabei erstmals auf dem neuen Circuito de Jerez ausgetragen. Ebenfalls wieder auf dem Programm stand der Große Preis von Mexiko, der zuvor letztmals 1970 zur Formel-1-Weltmeisterschaft gehört hatte. Austragungsort war wie in jenem Jahr erneut das Autódromo Hermanos Rodríguez in Mexiko-Stadt. Gänzlich neu war dagegen der 1986 erstmals ausgetragene Große Preis von Ungarn auf dem Hungaroring in Mogyoród – eine Sensation im Kalten Krieg.
Im Gegenzug entfielen dafür der Große Preis von Südafrika, dessen Austragung im Vorjahr bereits aus Protest gegen die Apartheid von einigen Teams boykottiert worden war, sowie der Große Preis der Niederlande. Auch ein Großer Preis von Europa, der noch im Vorjahr auf der britischen Rennstrecke Brands Hatch ausgetragen worden war, fand 1986 nicht mehr statt. Dafür war diese Rennstrecke 1986 turnusgemäß Austragungsort des Großen Preises von Großbritannien anstelle des Silverstone Circuit. Ebenso wechselte auch der Große Preis von Deutschland nach einer einmaligen Rückkehr 1985 auf dem neuen Nürburgring zurück nach Hockenheim.
Daneben wurden noch einige Renntermine verschoben: Der Große Preis von Portugal, der im Vorjahr unter schlechten Witterungsbedingungen stattgefunden hatte, wurde aus dem April in den September verlegt. Dafür rückte der Große Preis von Belgien in den Frühsommer.
Teams Einziges neues Team im Teilnehmerfeld war gegen Ende des Jahres der französische Rennstall Automobiles Gonfaronnaises Sportives (AGS), der seine Fahrzeuge mit Hilfe von Material zusammenbaute, das ihm das nach dem Vorjahr nicht erneut antretende Renault-Werksteam überlassen hatte. Daneben tauchte noch der Name Benetton erstmals in den Starterlisten auf, allerdings entstand dieser Rennstall aus der Übernahme des Toleman-Teams. Hingegen traten neben Renault auch RAM Racing und Alfa Romeo nicht erneut an. Spirit dagegen hatte schon nach drei Rennen der Saison 1985 aufgegeben. Das Schweizer Team Ekström Grand Prix Racing bemühte sich Anfang 1986 um einen Einstieg in die Formel 1 mit einem Motori-Moderni-Motor, schaffte es aber nicht, ein einsatzbereites Auto zu konstruieren.
Motoren Benetton trat anders als sein Vorgängerteam nicht mehr mit Hart-Motoren an, sondern erhielt den bewährten BMW M12/13-Motor. Zudem debütierte bei Team Haas im Laufe der Saison der neue Cosworth-GBA-Motor, der nach der Unterstützung durch Ford auch als Ford TEC bezeichnet wurde. Weitere Veränderungen bei den Motorlieferanten gab es dagegen nicht. Allerdings verwendete AGS trotz der großzügigen Unterstützung durch Renault keinen Renault-Motor, sondern Triebwerke von Motori Moderni.
Reifen Reifenlieferanten waren wie zuvor Goodyear und Pirelli, jedoch gab es hier keine Veränderungen bei den Teams. AGS als neuer Teilnehmer verwendete Goodyear-Reifen.
Technische Innovation Aufsehen erregte der ungewöhnlich flach gebaute Brabham BT55, dessen Bauform durch eine Rotation des gesamten Motorblocks um 75° auf die Seite erreicht wurde. Diese Anordnung sollte eine störungsfreie Anströmung des Heckflügels erreichen und so maximalen Abtrieb mit minimalem Luftwiderstand kombinieren. Allerdings war das Fahrverhalten problematisch und die Motorkühlung unzureichend, sodass das Fahrzeug weitestgehend erfolglos blieb. Allerdings wird gelegentlich im McLaren MP4/4 von 1988 eine Weiterentwicklung dieses Konzepts gesehen.
Fahrer Bei McLaren hatte Niki Lauda 1985 seine Karriere beendet, ersetzt wurde er durch Keke Rosberg, den Weltmeister von 1982, der von Williams kam. Dort wurde mit Nelson Piquet wiederum ein vormaliger Weltmeister unter Vertrag genommen und neuer Teamkollege von Nigel Mansell. Piquet kam seinerseits von Brabham, wo sein Platz von Elio de Angelis eingenommen wurde. De Angelis kam von Lotus, das auf Wunsch seines britischen Hauptsponsors Johnny Dumfries unter Vertrag nahm. Weiter komplettierte Brabham sein Fahrerduo durch Riccardo Patrese, der vom aufgelösten Alfa-Romeo-Werksteam kam, und stellte sich damit komplett neu auf.
Benetton übernahm vom Vorgängerteam Toleman Teo Fabi, als zweiter Fahrer kam Gerhard Berger von Arrows hinzu. Für Berger kam Marc Surer zu Arrows, der das Vorjahr bei Brabham beendet hatte. Fahrerwechsel gab es auch bei Tyrrell, das den Franzosen Philippe Streiff übernahm, der im Vorjahr bei Ligier gestartet war. Dort wiederum trat nun René Arnoux an, der nach dem ersten Rennen der Vorsaison bei Ferrari entlassen und durch Stefan Johansson ersetzt worden war. Ferrari selber war dagegen das einzige Team, das gegenüber dem Saisonende 1985 in unveränderter Besetzung antrat.
Die Teams Zakspeed, Minardi und Team Haas, die allesamt im Vorjahr mit jeweils nur einem Einsatzfahrzeug debütiert hatten, stockten ihre Rennbeteiligung auf jeweils zwei Fahrzeuge auf. Bei Zakspeed kam damit der frühere Osella-Fahrer Huub Rothengatter zum Einsatz, dessen Platz bei Osella ausgerechnet von Christian Danner eingenommen wurde, der bereits im Vorjahr zwei Rennen für Zakspeed anstelle des Stammfahrers Jonathan Palmer bestritten hatte. Minardi stellte sich komplett neu auf und brachte den erfahrenen Andrea de Cesaris einerseits und den Neuling Alessandro Nannini andererseits. Team Haas setzte dagegen neben Alan Jones auf den erfahrenen Patrick Tambay, der in den Vorjahren für Ferrari und Renault sogar Rennen gewonnen hatte.
Während der Saison selber gab es mehrere dauerhafte Umbesetzungen, die teils auf tragische Unfälle zurückzuführen waren. Marc Surer verletzte sich bei einem Rally-Unfall schwer, woraufhin Christian Danner zu Arrows wechselte und sein Cockpit bei Osella stattdessen vom kanadischen Debütanten Allen Berg übernommen wurde. Ligier-Pilot Jacques Laffite brach sich bei einem Startunfall beim Großen Preis von Großbritannien beide Beine und wurde daraufhin durch seinen Landsmann Philippe Alliot ersetzt, der nach dem Aus des RAM-Teams bis dahin kein neues Cockpit gefunden hatte. Nachdem schließlich Brabham-Pilot Elio de Angelis bei einem Unfall bei Testfahrten ums Leben gekommen war, kehrte für ihn Derek Warwick in die Formel 1 zurück, der im Vorjahr für Renault gefahren war und nach dem Rückzug des Teams stattdessen zunächst in der Sportwagen-Weltmeisterschaft an den Start gegangen war.
Teams und Fahrer Foto Team Chassis Motor Reifen Nr. Stammfahrer Rennen Test-/Ersatzfahrer 100px|zentriert|McLaren MP4/2C McLaren MP4/2C TAG 1.5 V6t 1 1–16 n/a 2 1–16 100px|zentriert|Tyrrell 015 Tyrrell 014Tyrrell 015 Renault 1.5 V6t 3 1–16 n/a 4 1–16 100px|zentriert|Williams FW11 Williams FW11 Honda 1.5 V6t 5 1–16 n/a 6 1–16 alternativtext=Brabham BT55 (2. von vorne)|zentriert|100x100px|Brabham BT55 Brabham BT55 BMW 1.5 L4t 7 1–16 8 1–4 6–16 100px|zentriert|Lotus 98T Lotus 98T Renault 1.5 V6t 11 1–16 12 1–16100px|zentriert|Zakspeed 861 Zakspeed 861 Zakspeed 1.5 L4t 14 1–16 29 3–16 zentriert|100x100px|Lola THL1 Lola THL1Lola THL2 Hart 1.5 L4tFord TEC 1.5 V6t 15 1–16 n/a 16 1–6, 8-16 7 100px|zentriert|Arrows A9 Arrows A8Arrows A9 BMW 1.5 L4t 17 1–5 7–16 18 1–16 100px|zentriert|Benetton B186 Benetton B186 BMW 1.5 L4t 19 1–16 20 1–16 Osella FA1GOsella FA1FOsella FA1H Alfa Romeo 890T 1.5 V8t 21 1–16 n/a 22 1–6 7–12, 14-16 13zentriert|100x100px|Brabham BT55 (2. von vorne) Minardi M185BMinardi M186 Motori Moderni 1.5 V6t 23 1–16 n/a 24 1–16 100px|zentriert|Ligier JS27 Ligier JS27 Renault 1.5 V6t 25 1–16 n/a 26 1–9 10–16 100px|zentriert|Ferrari F1/86 Ferrari F1/86 Ferrari 1.5 V6t 27 1–16 n/a 28 1–16 100px|zentriert|AGS JH21C AGS JH21C Motori Moderni 1.5 V6t 31 13, 14 n/a
Rennkalender Nr. Datum Grand Prix(Strecke) Distanz(km) Sieger Zweiter Dritter Pole-Position SchnellsteRennrunde GesamtführenderFahrer GesamtführenderKonstrukteur 1 23. März Brasilien(Jacarepaguá) 306,891 (Williams-Honda) (Lotus-Renault) (Ligier-Renault) (Lotus-Renault) (Williams-Honda) (Williams-Honda) -Honda 2 13. April (Jerez de la Frontera) 303,696 (Lotus-Renault) (Williams-Honda) (McLaren-TAG-Porsche) (Lotus-Renault) (Williams-Honda) (Lotus-Renault) 3 27. April (Imola) 302,400 (McLaren-TAG-Porsche) (Williams-Honda) (Benetton-BMW) (Lotus-Renault) (Williams-Honda) 4 11. Mai (Monte Carlo) 259,584 (McLaren-TAG-Porsche) (McLaren-TAG-Porsche) (Lotus-Renault) (McLaren-TAG-Porsche) (McLaren-TAG-Porsche) (McLaren-TAG-Porsche) -TAG-Porsche 5 25. Mai (Spa-Francorchamps) 298,420 (Williams-Honda) (Lotus-Renault) (Ferrari) (Williams-Honda) (McLaren-TAG-Porsche) (Lotus-Renault) 6 15. Juni (Montréal) 304,290 (Williams-Honda) (McLaren-TAG-Porsche) (Williams-Honda) (Williams-Honda) (Williams-Honda) (McLaren-TAG-Porsche) -Honda 7 22. Juni (Detroit) 253,449 (Lotus-Renault) (Ligier-Renault) (McLaren-TAG-Porsche) (Lotus-Renault) (Williams-Honda) (Lotus-Renault) 8 6. Juli (Le Castellet) 305,040 (Williams-Honda) (McLaren-TAG-Porsche) (Williams-Honda) (Lotus-Renault) (Williams-Honda) (McLaren-TAG-Porsche) 9 13. Juli (West Kingsdown) 315,525 (Williams-Honda) (Williams-Honda) (McLaren-TAG-Porsche) (Williams-Honda) (Williams-Honda) (Williams-Honda) 10 27. Juli (Hockenheim) 299,068 (Williams-Honda) (Lotus-Renault) (Williams-Honda) (McLaren-TAG-Porsche) (Benetton-BMW) 11 10. August (Mogyoród) 305,064 (Williams-Honda) (Lotus-Renault) (Williams-Honda) (Lotus-Renault) (Williams-Honda) 12 17. August (Spielberg) 308,984 (McLaren-TAG-Porsche) (Ferrari) (Ferrari) (Benetton-BMW) (Benetton-BMW) 13 7. September (Monza) 295,800 (Williams-Honda) (Williams-Honda) (Ferrari) (Benetton-BMW) (Benetton-BMW) 14 21. September (Estoril) 304,500 (Williams-Honda) (McLaren-TAG-Porsche) (Williams-Honda) (Lotus-Renault) (Williams-Honda) 15 12. Oktober (Mexiko-Stadt) 300,628 (Benetton-BMW) (McLaren-TAG-Porsche) (Lotus-Renault) (Lotus-Renault) (Williams-Honda) 16 26. Oktober (Adelaide) 309,960 (McLaren-TAG-Porsche) (Williams-Honda) (Ferrari) (Williams-Honda) (Williams-Honda) (McLaren-TAG-Porsche)
Rennberichte Großer Preis von Brasilien
Platz Fahrer Team Zeit 1 1:39:32,583 2 + 34,827 3 + 59,759 PP 1:25,501 SR 1:33,546
Der Große Preis von Brasilien auf dem Autódromo Internacional Nelson Piquet in Jacarepaguá, einem Vorort von Rio de Janeiro in Brasilien fand am 23. März 1986 statt und ging über 61 Runden (306,891 km).
Großer Preis von Spanien
Platz Fahrer Team Zeit 1 1:48:47,735 2 + 0,014 3 + 21,552 PP 1:21,605 SR 1:27,176 Der Große Preis von Spanien in Jerez fand am 13. April 1986 statt und ging über eine Distanz von 72 Runden (303,696 km).
Großer Preis von San Marino
Platz Fahrer Team Zeit 1 1:32:28,408 2 + 7,645 3 + 1 Runde PP 1:25,050 SR 1:28,667
Der Große Preis von San Marino in Imola fand am 27. April 1986 statt und ging über 60 Runden (302,4 km).
Großer Preis von Monaco
Platz Fahrer Team Zeit 1 1:55:41,060 2 + 25,022 3 + 53,646 PP 1:22,627 SR 1:26,607
Der Große Preis von Monaco in Monte Carlo fand am 11. Mai 1986 statt und ging über 78 Runden (259,584 km).