Die Christiansted National Historic Site ist ein denkmalgeschütztes Stadtviertel in Christiansted auf Saint Croix (Amerikanische Jungferninseln). Die in Ufernähe liegende Zone ist 2,8 ha groß und hat den Status einer National Historic Site.
Geschichte Christiansted wurde im zweiten Viertel des 18. Jahrhunderts durch die Dänische Westindien-Kompanie auf der früheren französischen Siedlung Basin erbaut. Bis Ende des Jahrhunderts war der Ort durch die Produktion von Zuckerrohr zu besonderem Wohlstand gelangt und war von 1755 bis 1871 der Verwaltungssitz von Dänisch-Westindien.Frederik C. Gjessing: Christiansted National Historic Site: Nomination Form. S. 2
Die National Historic Site wurde auf Initiative der Bürger von Christiansted im Jahr 1952 etabliert. Die Schutzzone soll mit ihren historischen Bauwerken das Leben in der früheren dänischen Kolonie sichtbar machen.Christiansted National Historic Site: History & Culture. National Park Service, abgerufen am 21. Juni 2016 Am 15. Oktober 1966 wurde die Christiansted National Historic Site als Historic District im National Register of Historic Places verzeichnet.Christiansted National Historic Site im National Register Information System. National Park Service, abgerufen am 21. Juni 2016 Teile der National Historic Site wurden am 30. Juli 1976 in den Christiansted Historic District aufgenommen, der eine Fläche von 55 ha hat.Christiansted Historic District im National Register Information System. National Park Service, abgerufen am 21. Juni 2016Christine Trebellas: Christiansted National Historic Site (Additional Documentation): Registration Form. S. 21
Bauwerke mini|Danish West India and Guinea Company Warehouse (2010) Zu der Christiansted National Historic Site gehören sechs Strukturen von besonderer historischer Bedeutung:Frederik C. Gjessing: Christiansted National Historic Site: Nomination Form. S. 2–13 Government House Fort Christiansværn Danish West India and Guinea Company Warehouse Steeple Building Danish Custom House Scale House
Als weitere Contributing Properties gelten seit dem 5. März 1999:Christine Trebellas: Christiansted National Historic Site (Additional Documentation): Registration Form. S. 15, 16, 21 Das Stallgebäude von Fort Christiansvaern Ein Musikpavillon der United States Navy
Government House mini|Nordwestfassade Government House (Historic American Buildings Survey) Government House bestand ursprünglich aus zwei Gebäuden, dem 1747 errichteten Johan Vilhelm Shopen House und der Søbøtkergaard, die von 1794 bis 1797 erbaut wurde. Das Johan Vilhelm Shopen House bildet heute den zentralen Teil des Government House, das U-förmig eine Fläche von 82 × 41 m einnimmt. Es war ab 1771 Residenz des Gouverneurs von Dänisch-Westindien. In den 1830er Jahren wurde der Søbøtkergaard mit dem Government House verbunden und um ein Stockwerk vergrößert. In der Gestaltung der Gesamtanlage lassen sich drei Architekturstile unterscheiden: Das Johan Vilhelm Shopen House weist Elemente des Barock auf, der zur Entstehungszeit in Dänemark populär war. Der Søbøtkergaard folgt dem Klassizismus, was sich unter anderem an der Galerie mit bogenförmigen Öffnungen zeigt. Die Erweiterungs- und Verbindungsbauten aus den 1830er Jahren sind der Neoklassik zuzuordnen und enthalten einen offiziellen Treppenaufgang sowie einen Platz an der Nordseite des Westflügels.Frederik C. Gjessing: Christiansted National Historic Site: Nomination Form. S. 2, 5
Fort Christiansværn mini|Fort Christiansværn (2012) Das mit Ziegelstein, Bruchstein und Holz als Baumaterialien errichtete Fort Christiansværn entstand zwischen 1738 und 1749 auf einem früheren Befestigungswerk des Königreich Frankreich. Dabei setzte die Dänische Westindien-Kompanie neben Soldaten auch Sklaven ein. Bis 1771 war Fort Christiansværn die Residenz des Gouverneurs von Dänisch-Westindien. Das Fort überwacht die Hafenzufahrt aus Norden und Nordosten und nahm anfangs eine Fläche von 40 × 43 m ein. In den 1830er Jahren wurden Ställe und ein Gefängnistrakt angebaut, was die Grundfläche auf knapp 74 × 75 m vergrößerte. Bis zum Jahr 1878 wurde Fort Christiansværn militärisch genutzt, danach wurde es eine Polizeistation und ein Gerichtsgebäude. Einige Bauelemente wie zum Beispiel das Ausfalltor, die Bögen der Galerie und das gemauerte Treppenhaus sind in einem italienisierenden Stil gehalten, wie er in Dänemark im ersten Viertel des 18. Jahrhunderts populär gewesen war.Frederik C. Gjessing: Christiansted National Historic Site: Nomination Form. S. 7, 8
Danish West India and Guinea Company Warehouse Frederik C. Gjessing: Christiansted National Historic Site: Nomination Form. S. 9, 10
Steeple Building mini|Blick aus dem Steeple Building auf Christiansted (2014)Frederik C. Gjessing: Christiansted National Historic Site: Nomination Form. S. 6, 7
Danish Custom House mini|Eingangstreppe Danish Custom House (2006)Frederik C. Gjessing: Christiansted National Historic Site: Nomination Form. S. 6, 7
Scale House Frederik C. Gjessing: Christiansted National Historic Site: Nomination Form. S. 12, 13
Weblinks
Literatur Frederik C. Gjessing: Christiansted National Historic Site: Nomination Form. In: Datenbank des National Register of Historic Places. National Park Service, 15. Juni 1973, abgerufen am 21. Juni 2016 (englisch, 1,58 MB) Christine Trebellas: Christiansted National Historic Site (Additional Documentation): Registration Form. In: Datenbank des National Register of Historic Places. National Park Service, Januar 1999, abgerufen am 21. Juni 2016 (englisch, 1,58 MB)
Einzelnachweise
Kategorie:National Historic Site (Vereinigte Staaten) Kategorie:Historic District Kategorie:Denkmal im National Register of Historic Places (Amerikanische Jungferninseln) Kategorie:Saint Croix