mini|Friedrich von Schennis in seinem Berliner Atelier (1914) rahmenlos|zentriert|klasse=notpageimage skin-invert-image|hochkant=0.7|Unterschrift Friedrich von Schennis Johann Friedrich Emanuel von Schennis (* 17. Juni 1852 in Elberfeld; † 4. April 1918 in Charlottenburg)StA Charlottenburg I, Sterbeurkunde Nr. 366/1918 war ein deutscher Landschaftsmaler und Radierer der Düsseldorfer Schule.
Leben In seiner Vaterstadt Elberfeld, wo er zum engsten Freundeskreis von August von der Heydt zählte, erhielt der aus Schweizer Adel stammende von Schennis, Sohn des Kaufmanns Friedrich Emanuel von Schennis, eine erste künstlerische Ausbildung bei dem Porträt- und Landschaftsmaler Richard Seel.Horst Heidermann: Seel. Johann Richard Seel, Maler im Wuppertal und Zeichner des Deutschen Michel (= Beiträge zur Geschichte und Heimatkunde des Wuppertals, Band 40), Thales Verlag, Essen 2003, ISBN 3-88908-492-3, S. 162 Dann besuchte er die Kunstakademie Düsseldorf. In den Jahren 1869/1870 war er dort Schüler in der Elementarklasse von Andreas MüllerElementarklasse A. Müller 1869–1870: Schennis, H. F. Emanuel; aus Elberfeld resp. Zürich; 8. Okt. 1869; geb. 17. Juni 1851; Landschaftsmaler;, Kunstakademie Düsseldorf, Abt. Rheinland, BR 0004 (Regierung Düsseldorf Präsidialbüro), Nr. 1561 und der Landschafterklasse von Oswald Achenbach.Rudolf Theilmann: Die Schülerlisten der Landschafterklassen von Schirmer bis Dücker. In: Wend von Kalnein (Hrsg.): Die Düsseldorfer Malerschule. Verlag Philipp von Zabern, Mainz 1979, ISBN 3-8053-0409-9, S. 147 Außerdem war er Schüler des Landschaftsmalers Theodor Hagen, dem er 1871 oder 1872 an die Großherzoglich-Sächsische Kunstschule Weimar folgte. Bereits in Weimar legte sich Schennis den exzentrischen Lebensstil eines Bohèmiens zu, von dem die Schriftstellerin Gabriele Reuter tief beeindruckt war.Gabriele Reuter: Vom Kinde zum Menschen - Die Geschichte meiner Jugend, Berlin 1921, S. 273ff. Wiederholt unternahm er Studienreisen nach Paris und Italien. In den Jahren 1888Friedrich Noack: Das Deutschtum in Rom seit dem Ausgang des Mittelalters. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1927, Band 2, S. 518 bis 1890 hielt er sich in Rom auf, zwischen 1892 und 1904 lebte er in Düsseldorf, danach in Berlin, wo er in seiner Wohnung am Lützowplatz 11 eine große Privatsammlung aus Bildern, Büchern, Münzen und Gobelins aufbewahrte. Wolfgang Goetz, John Höxter, Else Lasker-Schüler, Erich Mühsam und andere beschrieben ihn als Bohémien, Grandseigneur, Gentleman und Dandy. Auf der Großen Berliner Kunstausstellung des Jahres 1899 wurde er mit einer kleinen Goldmedaille ausgezeichnet.
Werke (Auswahl) mini|Parklandschaft mit Bassin mini|Die Badenymphe Terrasse der Villa Borghese, 1871, Kunstsammlungen zu Weimar Forum Romanum im Abendrot, 1875 Südliche Landschaft mit Triumphbogen, 1875 An der Schlossbrücke bei Weimar, 1878, Angermuseum, Erfurt Franz Liszt komponierend, 1879 Nymphe in Landschaft, 1880 Mondnacht an einbem Weiher, um 1880. Jürgen und Maria Elisabeth Rasmus Stiftung, Hamburg Felsen mit Weiher, Radierung/Strichätzung, um 1880 Abendliche Moorlandschaft mit Ruine, 1881 Südliche Teichlandschaft, 1891 Campagna bei Rom, ausgestellt auf der Großen Berliner Kunstausstellung 1899 Verfallener Park (Im Park von Versailles), Nationalgalerie Berlin Parklandschaft mit Bassin
Literatur Schennis, Hans Friedrich Emanuel von. In: Friedrich von Boetticher: Malerwerke des 19. Jahrhunderts, Beitrag zur Kunstgeschichte. Dresden 1898, Band 2, S. 540 f.; . Else Lasker-Schüler: Friedrich von Schennis. In: Der Sturm, Band 2, Nr. 74, 26. August 1911 (Digitalisat). H. Appenzeller: Schennis, Hans Friedrich Emanuel von. In: Carl Brun: Schweizerisches Künstler-Lexikon. Verlag Huber & Co., Frauenfeld 1913, Band 3, S. 37 f.; . Erich Mühsam: Unpolitische Erinnerungen. Kapitel 11: Berliner Nachlese. Aufbau Taschenbuch Verlag, Berlin 1927 (projekt-gutenberg.org). John Höxter: So lebten wir! 25 Jahre Berliner Bohème. Biko, Berlin 1929, S. 25 f. Hubert Miketta: Friedrich von Schennis, der Maler und Gentleman. In: Revue des Monats, Band 6 (1931/1932), Heft 3, S. 82 f. (Digitalisat). Fedor von Zobeltitz: Ich hab so gern gelebt. Die Lebenserinnerungen. Ullstein, Berlin 1934, S. 120 ff. Wolfgang Goetz: Im „Größenwahn“ bei Pschorr und anderswo. Erinnerungen an Berliner Stammtische. Verlag Arthur Collignon, Berlin 1936, S. 22–29.
Ulrich Schulte-Wülwer: Die Entdeckung der Natur. Landschaftsbilder der Weimarer Malerschule in der Sammlung Rasmus. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2025, ISBN 978-3-7319-1519-5, S. 64–69.
Weblinks
Friedrich von Schennis. Datenblatt im Rijksbureau voor Kunsthistorische Documentatie Hans Friedrich Emanuel von Schennis. Auktionsresultate im Portal artnet.de
Einzelnachweise
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