mini|Joseph O’Mara (1911) Joseph O’Mara (* 16. Juli 1864 in Limerick;Michael Murphy 2013, S. 783; Gus Smith 1994, S. 1; Karl-Josef Kutsch und Leo Riemens 2004, S. 3443; Katalogeintrag in der Irischen Nationalbibliothek; passt zur Altersangabe auf dem Grabstein; Punkt 12 in Es gibt davon abweichende Angaben. In ihrem Nachruf nennt die Musical Times den 10. Juli 1865; der Limerick Chronicle nennt am 9. Juli 1966 zum angenommenen 100-jährigen Jubiläum den 10. Juli 1866; Kevin Hannan geht vom 16. Juli 1866 aus; Rioardan nennt im Old Limerick Journal ebenfalls das Jahr 1866. Der nennt das Jahr 1861; ebenso erwähnen Karl-Josef Kutsch und Leo Riemens, dass ungenannte Quellen 1861 als Geburtsjahr angeben. Michael Murphy bestätigt die Existenz all dieser Varianten, weist aber darauf hin, dass sich die Taufe im Jahr 1864 nachweisen lässt. † 5. August 1927 in Dublin) war ein irischer Opernsänger (Tenor) und Gründer der Operngesellschaft O’Mara Opera Company. Er galt als herausragender Interpret der Wagner-Opern, wobei die Titelrolle von Lohengrin zu seinen Paraderollen zählte.Karl-Josef Kutsch und Leo Riemens 2004, S. 3443; Sowohl als Sänger als auch als Produzent setzte er sich nachhaltig für die Wiederbelebung traditioneller irischer Musik und darauf aufbauender Opern ein.Michael Murphy 2013, S. 783.

Leben Joseph O’Mara wurde als zweitjüngstes von 13 KindernGus Smith 1994, S. 1. in eine wohlsituierte Familie geboren,Anthony Riordan 1992, S. 31: „The O’Mara family can claim to have been one of the most distinguished of their time in Limerick and Munster“. die zu den Nachfahren des Geschlechts der Ó Meára aus Toomevara gehört, das nordöstlich von Limerick im Norden des County Tipperary liegt.Der irische Name von Toomevara ist Tuaim Uí Mheára, übersetzt Hügel oder Grabhügel der Familie Ó Meára. Siehe Die Familie gehörte zu den wenigen verbliebenen katholischen Landbesitzern der Region. Zwar wurde der Besitz um 1690 beschlagnahmt, aber es gelang unter Berufung auf den 1691 geschlossenen Vertrag von Limerick, einen Teil des Besitzes wieder zurückzugewinnen. Sein Vater, James O’Mara, verließ Toomevara um 1835, arbeitete in Clonmel in einer Textilfabrik und lernte dort Hanora Foley, die Tochter des Fabrikbesitzers kennen, die er heiratete und mit der er nach Limerick ging, wo er wenig später die O’Mara’s Bacon Factory gründete, die über mehrere Generationen hinweg florierte.Morgan McCloskey 2001, S. 10, und

In Limerick besuchte Joseph O’Mara zunächst das Crescent College, eine von Jesuiten geführte Schule, wo er Gesangsunterricht durch John F. Murray erhielt. Zusätzlich sang er im Chor der St. Michael’s Church. Nach dem Abschluss der Schule und dem frühen Tod seiner Mutter, der ihn traumatisierte, heuerte er auf einem Linienschiff von Dundee nach Kalkutta an. Von der Seefahrt enttäuscht, kehrte er wieder nach Hause zurück und nahm das Angebot des Vaters an, in seinem Unternehmen zu arbeiten.Gus Smith 1994, S. 1–2; Anthony Riordan 1992, S. 31; Michael Murphy 2013, S. 783. Er nahm die Arbeit im Kirchenchor wieder auf, nahm Gesangsunterricht bei Theodor Gmür in Cork und sang von 1886 bis 1888 auch im Chor der Kathedrale.Obituary in der Musical Times; Michael Murphy 2013, S. 783. Er bewarb sich spontan und ohne das Wissen seines Vaters am Royal College of Music bei George Grove, was jedoch an der fehlenden Finanzierungszusage des Vaters scheiterte. Dies gab ihm jedoch den Mut, sich mit dem Einverständnis des Vaters 1889 nach Mailand zu begeben, wo er sich über zwei Jahre von Moretti unterrichten ließ.Gus Smith 1994, S. 2–3; Obituary in der Musical Times; Kevin Hannan 1990; Michael Murphy 2013, S. 783; Karl-Josef Kutsch und Leo Riemens 2004, S. 3443 nennen Moratti als Lehrer, also mit „a“ statt mit „e“.

Danach kehrte Joseph O’Mara nach Limerick zurück, hörte davon, dass Richard D’Oyly Carte in London eine neue Oper vorbereitete, bewarb sich dort und erhielt die Vertretung der an Ben Davies vergebenen Titelrolle in Arthur Sullivans neuer Oper Ivanhoe. O’Maras Operndebüt in dieser Rolle am 4. Februar 1891 im Royal English Opera House in Covent Garden war so erfolgreich, dass von da an die beiden sich die Rolle gleichmäßig teilten. Dies verschaffte ihm Anerkennung und weitere frühe Engagements. Dessen ungeachtet entschloss sich O’Mara, noch einmal nach Mailand zurückzukehren, um dort Unterricht bei Perini zu nehmen.Gus Smith 1994, S. 3; Obituary in der Musical Times; Anthony Riordan, S. 32.

mini|Eigens für James O’Mara von Charles Stanford komponierte Arie Ochone, when I used to be young. Diese 1901 entstandene Aufnahme gehört zu den wenigen überlieferten Aufnahmen von O’Mara. In London wurden in dieser Zeit die italienische Oper und Richard Wagner sehr populär durch den Impresario Augustus Harris (1852–1896), der über zwei Opernhäuser und hochrangige Sänger verfügte. Die beiden Opernhäuser waren der Covent Garden und die Drury Lane, siehe 1893 wurde O’Mara von ihm eingeladen und engagiert für die Cavalleria rusticana, Pagliacci und Faust. Als das Ensemble auf Tournee unterwegs war, kamen noch Partien in Carmen, Lohengrin und Meistersinger hinzu. Im Oktober 1893 hatte O’Mara zum ersten Mal die Gelegenheit, vor heimischem Publikum aufzutreten, als das Ensemble im Dubliner Gaiety Theatre gastierte. Als O’Mara die Rolle des niederträchtigen Verräters Mike Murphy in Charles Stanfords neuer romantisch-komischen Oper Shamus O’Brien übernehmen sollte, erschien ihm der musikalische Anteil der Rolle zu gering, so dass Stanford eigens für ihn die Arie Ochone, when I used to be young komponierte.Gus Smith 1994, S. 3–4; Obituary in der Musical Times; zur Einschätzung der Rolle siehe auch Die Oper war ungewöhnlich, weil sie nicht den italienischen Vorbildern folgte, sondern ähnlich wie zuvor Dvořák und Smetana folkloristische Themen und Musik-Elemente aufgriff. Sehr mutig war es, das irisch-nationale Thema der Rebellion von 1798 mit Elementen des Irish Folk zu verknüpfen und dies dem Londoner Publikum zu präsentieren. Die Uraufführung am 2. März 1896 war trotz dieser Herausforderung ein spektakulärer Erfolg; bereits im Mai des gleichen Jahres kam es zur fünfzigsten Aufführung. Zitat aus der NYT: “Shamus O’Brien” at the Opera Comique had a better popular and critical reception this week than any other comic opera in London for years, and this despite the fact that Irish things are far from being the fashion here, and the singers, who are chiefly Irish, are praised on all sides for their admirable work. Zitat von William Mann: „[…] Shamus O’Brien was successful in London well before the Irish Troubles came to an end.“ Ebenso erfolgreich startete die Oper am 5. Januar 1897 am Broadway Theatre in New York, wobei in der Kritik insbesondere die Stimme und die schauspielerische Variationsbreite von O’Mara hervorgehoben wurde. Zitat: „Joseph O’Mara achieved a unique success. He was uproariously comic at times, and was pathetic and dramatic at other times. And mirabile dictu! he sang well, with a pretty tenor voice and a nice enunciation.“ Etwa fünfzig Aufführungen gab es, bevor das Ensemble nach London zurückkehrte und eine Tournee begann, die im Oktober 1897 in Irland beendet wurde. Kein anderes der Opernwerke von Stanford hatte einen vergleichbaren Erfolg.Joseph J. Ryan 2003, S. 42.

Im Juli 1902 wurde O’Mara in das von Charles Manner und Fanny Moody gegründete Ensemble als führender Tenor aufgenommen. Er übernahm u. a. die Rolle des Firmiano in der englischen Erstaufführung von Emilio Pizzis Rosalba sowie den Manrico im Troubadour und sang erneut den Faust. Im Folgejahr übernahm O’Mara den Roméo in Roméo et Juliette und in der romantischen Oper The Lily of Killarney von Jules Benedict die Rolle des Myles na Coppaleen.Gus Smith 1994, S. 4–5; Karl-Josef Kutsch und Leo Riemens 2004, S. 3443; Als Charles Manners einen Preis von £ 250 aussetzte für die beste englische Oper, gewann Colin McAlpin diesen mit The Cross and the Crescent, die am 22. September 1903 in Covent Garden mit O’Mara in der Rolle des Constantine uraufgeführt wurde.Gus Smith 1994, S. 5;

mini|Titelseite eines Notenheftes mit den Liedern aus Peggy Machree mit einem Foto von Joseph O’Mara, der ab 1908 die Hauptrolle übernommen hatte. Der in Dublin lebende Komponist Michelle Esposito wurde ebenfalls bekannt für seine Werke, die traditionelle irische Musik aufgriffen. Dazu gehörte die dramatische Kantate Deirdre, die Operette The Postbag und die populäre Oper The Tinker and the Fairy in einem Akt.Joseph R. Ryan 2003, S. 49. Espositos Musik wurde mit weiteren Liedern von Clarence Lucas die Grundlage für das von Elizabeth Curtis O’Sullivan (unter dem Pseudonym Patrick Bidwell) geschriebene Musical Peggy Machree, das am 27. Dezember 1904 in London mit ihrem Ehemann Denis O’Sullivan als erstem Tenor uraufgeführt wurde. Ähnlich wie zuvor bei Shamus O’Brien kam es zu einer Amerika-Tournee mit der ersten Aufführung am 5. Januar in Chicago. Nachdem Denis O’Sullivan nur wenige Wochen später in Columbus, Ohio, überraschend verstarb, wurde O’Mara als Nachfolger gewonnen, um die Tournee fortsetzen zu können. O’Mara erreichte New York im Oktober nach einer Serie von Abschiedskonzerten in Irland und erklärte bei seiner Ankunft, dass es sein Anliegen sei, die irische Musik zu fördern mit der Wiederbelebung alter gälischer Balladen. Er sagte:

Die Tournee begann am 9. November in Philadelphia und erreichte den Broadway am 21. Dezember 1908, wo sie von der Kritik begeistert aufgenommen wurde.Gus Smith 1994, S. 5–6;

Nach seiner Rückkehr nach London trat er 1910 der Thomas Beecham Opera Company bei und übernahm die Rolle des Florestan in Fidelio, den Faust von Gounod, den José in CarmenKarl-Josef Kutsch und Leo Riemens 2004, S. 3443–3444. und den Mike Murphy in Shamus O’Brien.

1912 gründete er seine eigene Gesellschaft, die O’Mara Grand Opera Company, deren erster Tenor und Star er war. Zahlreiche irische Sänger gehörten der Truppe an, u. a. der Tenor Henry O’Dempsey, die Sopranistin Kathleen McCully, die Mezzosopranistin Florence Cahill und der Bariton John Browne.Gus Smith 1994, S. 7. Eine der ersten Aufführungen war in Kingstown, südlich von Dublin. Im Folgejahr gab es ab dem 20. Oktober die erste größere Opernsaison im Dubliner Gaiety Theatre, die mit Les Huguenots mit O’Mara in der Rolle des Raoul de Nangis eröffnet wurde.Gus Smith 1994, S. 8; Es folgten u. a. Faust und Lohengrin. Es folgten auch Touren durch englische Städte wie beispielsweise Birmingham mit Maritana von William Vincent Wallace, dem Troubadour, der Oper The Bohemian Girl von Michael William Balfe und den Wagner-Opern Tannhäuser und Lohengrin,S. 190 in am Bootle Metropole Theatre in Liverpool mit CarmenS. 46 in und am Gaiety Theatre in Manchester u. a. mit La Juive und Lily of Killarney.S. 368 in: Ab 1919 hatte O’Maras Operngesellschaft jedes Jahr zwei Saisons mit jeweils vier Wochen im Februar und Juni.Gus Smith 1994, S. 8. Dabei wurden auch einige Opern zum ersten Mal in Irland aufgeführt wie beispielsweise Puccinis Manon Lescaut.Gus Smith 1994, S. 8;