Bei der Kirche der Gottesmutter von Gietrzwałd handelt es sich um ein in den Jahren 1932 bis 1934 wiedererrichtetes Bauwerk aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Bis 1945 war sie evangelische Pfarrkirche für das ostpreußische Kirchspiel Neuhoff; heute ist sie das zentrale Gotteshaus für die römisch-katholische Pfarrei Zelki in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren.
Geographische Lage Zelki liegt in der östlichen Mitte der Woiwodschaft Ermland-Masuren. Durch das Dorf verläuft die Woiwodschaftsstraße DW 656, die von Staświny () bei Giżycko (Lötzen) nach Ełk (Lyck) führt. Eine Bahnanbindung besteht nicht.
Der Standort der Kirche befindet sich im Nordosten des Dorfes an der Nebenstraße (1702N) nach Krzywe (Krzywen (Sodrest), 1938–1945 Kriewen).
Kirchengebäude Die erste Kirche in dem damals noch Selken genannten Ort entstand im Jahr 1550 unter dem Freiherrn Wolf von Heydeck.Zelki – Neuhoff Das Gebäude verfiel in den folgenden Jahrhunderten derart, dass es 1840 abgerissen werden musste.
In den Jahren 1843 bis 1944 wurde ein Neubau nach Entwürfen unter dem Einfluss Karl Friedrich Schinkels errichtet.Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 2 Bilder ostpreussischer Kirchen. Göttingen 1968, S. 122, Abb. 563–564. Es handelte sich dabei um einen massiven turmlosen Bau mit hölzernem Glockenstuhl. Der Innenraum war flach gedeckt; der Altar und die Kanzel aus dem beginnenden 17. Jahrhundert wurden später vereinigt. 1860 erhielt die Kirche eine Orgel. Die Glocken waren 1670 datiert.
Im Jahre 1932 brannte die Kirche ab. Es erfolgte ein Wiederaufbau in den Jahren 1932 bis 1934Bild der Kirche aus dem Jahre 1936 nach einem Entwurf des Architekten Hans A. Maurer aus Rastenburg, der später, von 1949 bis 1968, im Landeskirchenamt der Ev. Kirche von Kurhessen-Waldeck als Kirchenbaudirektor tätig war. Das Gotteshaus erhielt nun auch einen westlich vorgelegten Turm. Die künstlerische Ausmalung des Innenraums – die Altarwand zierte ein großes Wandgemälde Fischzug des Petrus – wurde von Paul Koralus aus dem nahegelegenen Widminnen (polnisch Wydminy) vorgenommen.
In der Zeit nach 1945 wurde die Kirche römisch-katholisches Gotteshaus. Für den geänderten liturgischen Gebrauch wurde sie baulich angepasst.Bild der Kirche heute Die Kirche erhielt den Namen Kościół Matki Bożej Gietrzwałdzkiej („Kirche der Gottesmutter von Gietrzwałd“Gietrzwałd () ist der Name eines kleinen Dorfes im Powiat Olsztyński (Kreis Allenstein, Ostpreußen)). Eine Madonnenfigur steht auf dem Platz vor der Kirche.
Kirchengemeinde Evangelisch Kirchengeschichte Im Jahre 1550 wurde in Neuhoff (damals: Selken) eine evangelische Kirchengemeinde errichtet und ein Gotteshaus gebaut.Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente. Göttingen 1968, S. 492.
Die Neuhoffer Kirche war damals die einzige adlige Kirche im Amt Oletzko (polnisch Olecko) in der Inspektion Lyck (polnisch Ełk).Friedwald Moeller: Altpreußisches evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1945. Hamburg 1968, S. 101. Dem Pfarrort wurde ein mehrere Orte umfassendes Kirchspiel beigegeben. Die Pfarrstelle war seit 1591 bis auf eine Vakanzzeit zwischen 1825 und 1837 ununterbrochen besetzt.
Im Jahr 1925 zählte das Kirchspiel Neuhoff 1.760 Gemeindeglieder. Das Kirchenpatronat oblag der Rentengutskolonie Neuhoff. Die Kirchengemeinde gehörte zum Kirchenkreis Lötzen in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union.
Flucht und Vertreibung der einheimischen Bevölkerung setzten nach 1945 dem Leben der evangelischen Kirchengemeinde in Neuhoff ein Ende. Heute gehören die nur wenigen evangelischen Kirchenglieder zur Kirchengemeinde Wydminy, einer Filialgemeinde der Pfarrei Giżycko in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.
Kirchspielorte Zum Kirchspiel Neuhoff gehörten bis 1945 neben dem Pfarrort zehn Dörfer, Ortschaften bzw. Wohnplätze:Der * kennzeichnet einen Schulort. Deutscher Name Polnischer Name Deutscher Name Polnischer Name Adlig Bialla1938–1945 Bleichenau Biała Giżycka *Mallinken1930–1945 Birkfelde Malinka *Adlig Wolla1938–1945 Freihausen Pańska Wola Pammern Pamry Berghof Berkowo Ranten Ranty Heybutten Hejbuty Rostken Rostki Krzywen (Sodrest)1938–1945 Kriewen Krzywe Werder Ostrów
Pfarrer Zwischen 1591 und 1945 amtierten an der Kirche Neuhof als evangelische Geistliche die Pfarrer:
Römisch-katholisch Kirchengeschichte Bis 1945 waren die katholischen Kirchenglieder in Neuhoff in die Pfarrei Lötzen im Bistum Ermland eingepfarrt. Nach 1945 kamen zahlreiche polnische Übersiedler nach Zelki, die meistenteils römisch-katholischer Konfession waren. Es sammelte sich hier eine Gemeinde, die zunächst von Stare Juchy (Jucha, 1938–1945 Fließdorf) versorgt wurde, bis Zelki 1978 selber zu einer Pfarrei erhoben wurde.Parafia Zelki (polnisch) Sie gehört zum Dekanat Giżycko – św. Krzystofa im Bistum Ełk (Lyck) der Römisch-katholischen Kirche in Polen. Der Pfarrkirche beigegeben ist die Filialkirche Kaplica Matki Bożej Częstochowa („Kapelle der Gottesmutter von Tschenstochau“) in Talki (Talken).
Pfarreiorte Zur Pfarrei Zelki gehören 16 Dörfer, Ortschaften und Wohnplätze:
Polnischer Name Deutscher Name Polnischer Name Deutscher Name Berkowo Berghof Płowce Plowczen1938–1945 Plötzendorf Biała Giżycka Adlig Bialla1938–1945 Bleichenau Radzie Radzien1938–1945 Königsfließ Franciszkowo Franziskowen1938–1945 Freihausen Ranty Ranten Hejbuty Heybutten Rostki Rostken Nowe Krzywe Klein Krzywen1929–1945 Grünsee Stare Krzywe Alt Krzywen1936–1945 Alt Kriewen Okrągłe Okrongeln1938–1945 Schwansee Talki Talken Pamry Pammern Zelki Neuhoff Pańska Wola Adlig Wolla1938–1945 Freihausen Zudraski
Siehe auch Kirche der Gottesmutter von Gietrzwałd, Begriffsklärung Kirche der Gottesmutter von Gietrzwałd (Kociołek Szlachecki)
Literatur M. Meyhöfer: Der Kreis Lötzen, Würzburg 1961.
Einzelnachweise
Kategorie:Kirchengebäude in der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Kirchengebäude im Bistum Ełk Kategorie:Muttergotteskirche Kategorie:Umgewidmetes Kirchengebäude Kategorie:Erbaut in den 1840er Jahren Kategorie:Kulturdenkmal in der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Wydminy