Die Burg Obi (, Obi-jō) befindet sich in der japanischen Stadt Nichinan in der Präfektur Miyazaki. In der Edo-Zeit residierten dort die Itō als kleinere Tozama-Daimyō mit einem Einkommen von 36.000 Koku.
Geschichte Die Burg Obi liegt auf einer Anhöhe zwischen dem Sakatani-Fluss (, Sakatani-gawa) und dem Yamakawa () im Nordosten. Es ist nicht genau bekannt, wann die Burg angelegt worden ist, wohl zur Zeit der Spaltung des Kaiserhofes zu Beginn des 14. Jahrhunderts.
Sicher ist, dass die Burg um 1475 von Shimazu Tadakane gebaut wurde. 1562 wurde sie von Itō Yoshisuke (; 1512–1584), bis dahin Fürst auf Tonokōri, erobert, der sie aber noch im selben Jahr an Shimazu Tadachika wieder verlor.
1568 besetzt Yoshisuke die Burg, sein zweiter Sohn Suketake (; 1559–1600) wurde Burgherr. Aber 1577 gewannen die Shimazu endgültig die Oberhand, die Itō mussten in die Provinz Bungo ausweichen. Als jedoch Toyotomi Hideyoshi 1587 ganz Kyūshū unterwarf, erhielt Suketake die Burg zurück. Die Itō bleiben dann Burgherren bis zur Meiji-Restauration.
Die Anlage mini|links|Burg Obi (s. Text):1: HommaruBraun: ErdwälleGrün: Trockener GrabenBlau: Sakatani-Fluss Die japanische Burg weist die Merkmale einer mittelalterlichen Anlageform auf. Nur der innerste Bereich, das Hommaru () war durch Mauern geschützt, die Bereiche davor durch Erdwälle. Das Hommaru war direkt von dem [A] Matsuo-maru (), [B] Moto-hommaru () und dem [C] Imashiro-maru () umgeben. Davor lagen die Bereiche [D] Nishi-no-maru (), [E] Naka-nomaru (), [F] Kita-no-maru (), [G] Ideya-no-maru (), [H] Moto-maru () und [J] Hachiman-maru (). Verschiedenen Burgbereiche, wie am Haupttor (Mon) im Süden und den Naka-no-maru, wurden in der Edo-Zeit erneuert und mit Steinen verstärkt.
Die Burg wurde beim Großen Erdbeben von 1684 stark beschädigt. Der amtierende Fürst Itō Sukezane (; 1674–1723) ließ einige Bereiche einebnen und das Haupttor verstärken. Die Residenz wurde neu angelegt und 1693 fertiggestellt. 1801 wurde auf dem Hachiman-maru die Han-Schule Gakumonjo (), die ab 1831 aufgewertet und Shintokudō () genannt wurde.
Von den Mauern des Hommaru ist nur der südliche Teil erhalten. Erhalten ist das Haupttor als sogenanntes Yaguramon-Tor (, yagura-mon). Die Residenz, die sich im Naka-no-maru befunden hatte, wurde im Matsuo-maru wieder aufgebaut. Von dem Shintokudō sind das Gebäude Omoya (), das Tor Nagayamon (), das Haupttor und das Yoshōkan () im ehemaligen Burggarten erhalten geblieben. Außerdem sind Reste des Samurai-Viertels vor der Burg erhalten.
Heute ist der Vorbereich Imashiro mit dem Hommaru vereinigt und ist Sitz der Grundschule Obi (, Obi shōgakkō). Das Hommaru ist Sportplatz der Schule, an der Südostecke befindet sich ein kleines Museum zur Burggeschichte, das Obijō Rekishi Shiryokan (). Die nordöstlichen Vorbereiche werden von der Mittelschule Obi (, Obi chūgakkō) genutzt.
Vor dem Haupttor der Burg befindet sich die Gedenkstätte für den in Obi geborenen Politiker und Diplomat Komura Jutarō, das Komura Kinenkan ().
Bilder
Literatur Ikeda Koichi: Obi-jo in: Miura, Masayuki (Hrsg.): Shiro to jinya. Saikoku-hen. Gakken, 2006. ISBN 978-4-05-604379-2. Nishigaya, Yasuhiro (Hrsg.): Obi-jo. In: Nihon meijo zukan, Rikogaku-sha, 1993. ISBN 4-8445-3017-8. Papinot, Edmond: Historical and Geographical Dictionary of Japan. Nachdruck der Ausgabe von 1910 durch Tuttle, 1972. ISBN 0-8048-0996-8.
Weblinks
Obi Kategorie:Bauwerk in der Präfektur Miyazaki Kategorie:Rekonstruiertes Bauwerk in Japan Obi Kategorie:Nichinan