mini|Ein Haus in Gilchrist (Texas), entworfen um Wasserfluten zu widerstehen, überstand den Hurrikan Ike 2008 Resilienz (von , ‚abprallen‘, ‚nicht anhaften‘) bezeichnet in den Ingenieurwissenschaften die Fähigkeit von technischen Systemen, bei Störungen bzw. Teil-Ausfällen nicht vollständig zu versagen, sondern wesentliche Systemdienstleistungen aufrechtzuerhalten. In einem Teil der Literatur wird unter Resilienz verstanden einen neuen Systemzustand zu realisieren, der gegenüber dem Ausgangszustand ein sogar verbessertes Systemverhalten aufweist. So verstanden beinhaltet Resilienz eine inhärente Lern- und Entwicklungsfähigkeit von Systemen. (Seite 15: Die Smart Factory beherrscht Störeinflüsse)
Konzepte In der Allgemeinen Systemtheorie bezeichnet Resilienz die Fähigkeit eines komplexen Systems, trotz massiver externer oder interner Störungen wieder in den Ausgangszustand zurückzukehren. Technische Systeme werden dann als resilient bezeichnet, wenn sie auch beim Auftreten innerer und äußerer Ausfälle und Störungen die angeforderten Systemleistungen aufrechterhalten.Brand, F.S. (2005): Ecological Resilience and its Relevance within a Theory of Sustainable Development. UFZ-Report 03/2005
Hieraus hat eine Gruppe um Arnim von Gleich das Leitkonzept „Resiliente Systeme“ abgeleitet. Es orientiert den Entwurf und die Gestaltung technischer Systeme auf die Vermeidung größerer Systemzusammenbrüche.Gleich, A. von; Gößling-Reisemann, S.; Stührmann, S.; Woizescke, P. (2010): Resilienz als Leitkonzept – Vulnerabilität als analytische Kategorie. In: Fichter, K.; Gleich, A. von; Pfriem, R.; Siebenhüner, B. (Hg.) (2010): Theoretische Grundlagen für erfolgreiche Klimaanpassungsstrategien. nordwest2050-Berichte 1, Bremen/Oldenburg, S. 13–49 Zur Bewältigung dieser Aufgabe sind Strukturen (sozio-)technischer Systeme zu stärken. Dazu ist ein neuartiges Verständnis der Ingenieurwissenschaften im Sinne eines „Resilience Engineering“ erforderlich;Entsprechend wird z. T. auch folgende Arbeitsdefinition genutzt: zugleich wird eine interdisziplinäre Offenheit und Verknüpfung mit anderen relevanten Wissenschaften wie den Wirtschafts- und Gesellschaftswissenschaften gefordert.Scharte, B.; Thoma, K. (2016): Resilienz – Ingenieurwissenschaftliche Perspektive. In: Wink, R., Multidisziplinäre Perspektiven der Resilienzforschung. Wiesbaden: Springer Fachmedien, S. 123–150
Methoden Mögliche Methoden zur Schaffung von Resilienz sind Verteilte Systeme Redundanzplanung Adaptive Systeme Adaptive Programmierung Steuerung unter Verwendung von KI
Beispiele Unterbrechungsfreie Stromversorgung sorgt für Energie bei Ausfall der primären Stromversorgung. Flugzeugtriebwerke – Obwohl ein Triebwerk für die Flugfähigkeit genügt, sind zwei gefordert. Im Schiffbau werden Schiffe in durch Schotten getrennte Sektionen unterteilt, um bei einem Leck ein Sinken zu verhindern. Das Internet hat seine Wurzeln im ARPANET, das bei Störung von Kommunikationswegen alternative Wege bieten sollte.
Siehe auch Produktionstechnik Produktionsautomatisierung Resilienz (Energiewirtschaft) Kritische Infrastruktur
Literatur
Weblinks Resiliente Wertschöpfung. Fraunhofer IPA. Sozio- technische Resilienz. ETH Zürich. Resilienz von Gebäuden und Siedlungen im Klimawandel (Symposium 2015)
Einzelnachweise
Kategorie:Ingenieurwissenschaft Kategorie:Produktionstechnik Kategorie:Informatik