mini|hochkant|Ulay, 1972 Ulay (* 30. November 1943 in Solingen als Frank Uwe Laysiepen; † 2. März 2020 in Ljubljana) war ein Vertreter der Performancekunst der 1970er Jahre in Deutschland.
Leben Ulay absolvierte eine Ausbildung zum Maschinenbauer und studierte von 1962 bis 1968 Fotografie. Bis 1975 arbeitete er in den Bereichen Experimentelle Fotografie, Film und Environment.Biographische Details auf den Seiten von medienkunstnetz.de, abgerufen am 20. Juli 2022. In Amsterdam fotografierte er zu Beginn der 1970er Jahre Menschen, die am Rand der Gesellschaft lebten, darunter Transgeschlechtliche, Drogenabhängige und Obdachlose. Mit Polaroidfotos bearbeitete er das Thema Tätowierungen, das zu dieser Zeit ebenfalls als randständig wahrgenommen wurde. Besonders bekannt sind Ulays körperbezogene Performances in den 1970er Jahren mit seiner damaligen Lebensgefährtin Marina Abramović, von der er sich 1988 mit der „Großen Abschiedswanderung“ auf der Chinesischen Mauer trennte. 2010 besuchte er ihre Dauer-Performance The Artist is Present im MoMA in New York, verklagte sie 2015 und gewann den Rechtsstreit wegen Urheberrechtsverletzungen, um sich 2017 wieder zu versöhnen.
Er besuchte die Kölner Werkschulen und lebte und arbeitete u. a. in Australien und China. Zuletzt lebte er in Amsterdam und Ljubljana.„Ich habe meine Haut nicht verkauft“. Interview von Carola Padtberg. Spiegel Online, 13. Oktober 2016, abgerufen am 27. Juli 2019. Maßgeblich in all seinen Werken ist das Beziehungsgeflecht zwischen Körper, Raum und Gesellschaft.
mini|Marina Abramović und Uwe Laysiepen 1978 1976 stahl er in der Kunstaktion Da ist eine kriminelle Berührung in der Kunst das Gemälde Der arme Poet von Carl Spitzweg aus der Neuen Nationalgalerie, um es im Anschluss in der Wohnung einer türkischen Gastarbeiterfamilie in Kreuzberg aufzuhängen. Nach 30 Stunden gab er es im Künstlerhaus Bethanien zurück und stellte sich der Polizei. Die Aktion, die die Lebensumstände der Gastarbeiter mit den Konventionen des etablierten Kunstbetriebs konfrontierte, wurde von Wilma Kottusch und Mike Steiner auf Video dokumentiert. Ulay wurde wegen Diebstahls zu einer Geldstrafe verurteilt. Er bezahlte die Strafe nicht, sondern verließ Deutschland. Nach seiner Rückkehr zwei Jahre später wurde er zwecks Verbüßung der Ersatzfreiheitsstrafe festgenommen, kam aber wieder frei, nachdem Freunde die Geldstrafe bezahlt hatten.
Ulay nahm 1982 an der Documenta 7 und 1987 an der Documenta 8 teil. Von 1999 bis 2004 war er Professor für Performance an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe.
Ausstellungen 2016: Ulay Life-Sized, Schirn Kunsthalle, Frankfurt am Main.Die Unwägsamkeiten der Existenz in Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 16. Oktober 2016, S. R5 2016: Ulay – Body of Pain, Body of Love, Body of Wisdom, GNYP Gallery, Berlin.
Öffentliche Sammlungen Australien Art Gallery of New South Wales, Sydney Museum of Contemporary Art Sydney Deutschland Kunstpalais Erlangen Kunsthalle zu Kiel der Christian-Albrechts-Universität Museum Ludwig, Köln Finnland Kiasma – Museum of Contemporary Art, Helsinki Frankreich Musée d’Art Contemporain de Lyon Niederlande Netherlands Media Art Institute – Time Based Arts, Amsterdam Van Abbemuseum, Eindhoven Museum het Domein, Sittard Schweden The Wanas foundation, Knislinge Spanien ARTIUM Centro-Museo Vasco de Arte Contemporáneo, Vitoria-Gasteiz USA The Progressive Art Collection, Mayfield Village (Ohio) San Francisco Museum of Modern Art – SFMOMA
Preise und Auszeichnungen 1982: ars-viva-Preis (abgerufen am 13. August 2015) des Kulturkreises im Verband der Deutschen Industrie, zusammen mit Marina Abramović 1984: San-Sebastian-Video-Preis 1985: Lucano-Video-Preis 1986: Polaroid-Video-Preis
Literatur Maria Rus Bojan, Alessandro Cassin: Whispers: Ulay on Ulay. Valiz, Amsterdam 2014, ISBN 978-90-78088-72-1. Samantha Krukowski: Performing History: Walking Along Ulay and Abramovic’s The Lovers. Ph.D Dissertation, Department of Art and Art History University of Texas at Austin, 1999 (Einleitung online).
Weblinks
Biographie mit Verweisen auf seine Werke Ulay zu Gast am ZKM
Einzelnachweise
Kategorie:Performancekünstler (Deutschland) Kategorie:Hochschullehrer (Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe) Kategorie:Kunstraub Kategorie:Künstler (documenta) Kategorie:Pseudonym Kategorie:Künstler (Solingen) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1943 Kategorie:Gestorben 2020 Kategorie:Mann