Dieter Hufschmidt (* 5. Juni 1935 in Mülheim an der Ruhr; † 23. September 2023 in HannoverTraueranzeige in der Süddeutschen Zeitung vom 30. September 2023, abgerufen am 30. September 2023) war ein deutscher Schauspieler, Theaterregisseur, Hörspielsprecher und Rezitator.

Leben Dieter Hufschmidt wurde als vierter Sohn eines kaufmännischen Angestellten geboren, er hatte sechs Brüder., abgerufen am 15. Juni 2016 Während des Zweiten Weltkrieges verbrachte er als Kind drei Jahre seines Lebens im Rahmen der Kinderlandverschickung in Schwaben.Rezension anlässlich einer Aufführung von Mein Kopf ist ein zwitscherndes Vogelnest, abgerufen am 16. Juni 2016 Bereits während seiner Schulzeit auf dem Gymnasium nahm er privaten Schauspielunterricht bei Adolf Dell, der damals am Schauspielhaus Düsseldorf engagiert war, und legte seine Bühnenreifeprüfung ab.

Hufschmidt begann seine Theaterlaufbahn in der Spielzeit 1955/56 an den Städtischen Bühnen Bonn, drei Jahre später wechselte er an das Stadttheater Bremerhaven. Nach weiteren Engagements an Bühnen in Braunschweig, Baden-Baden und Münster, wurde er 1969 vom damaligen Intendanten Franz Reichert an das Schauspiel Hannover engagiert, an dem er im September 2015 sein 60-jähriges Bühnenjubiläum feierte. Hier arbeitete er auch als Regisseur. Bis 2006 gehörte er dem Haus in Hannover als festes Ensemblemitglied an, in späteren Jahren spielte er unter anderem am Schauspielhaus Bochum., abgerufen am 16. Juni 2016

Bekannte Stücke unter Hufschmidts Mitwirkung waren Tennessee Williams’ Die Katze auf dem heißen Blechdach, Don Karlos von Friedrich Schiller, Henrik Ibsens Wildente oder die Uraufführung von Lutz Hübners Stück Blütenträume. Die Figur des Sprachprofessors Henry Higgins spielte er sowohl in G. B. Shaws Schauspiel Pygmalion als auch in der Musicaladaption My Fair Lady von Frederick Loewe und Alan J. Lerner.

Einen Namen machte sich Hufschmidt auch durch seine Stimme. Neben seiner Mitwirkung in knapp 100 Hörspielproduktionen ist er durch umfangreiche Lesungen und Rezitationsabende bekannt. So las er beispielsweise über einen Zeitraum von acht Jahren fortlaufend aus Marcel Prousts Roman Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Eine weitere Langzeitlesung hat er mit Der Mann ohne Eigenschaften von Robert Musil initiiert., abgerufen am 16. Juni 2016 Unter anderem fanden sich in seinem Repertoire darüber hinaus Texte von Goethe, Kleist oder Paul Celans Todesfuge., abgerufen am 16. Juni 2016

Einer seiner Brüder war der Komponist und Kirchenmusiker Wolfgang Hufschmidt. In seinem Abschlussfilm 7 Brüder porträtierte der Regisseur Sebastian Winkels 2003 die Geschwister Hufschmidt in einem Dokumentarfilm. Hufschmidt fasste mit dem Solostück Mein Kopf ist ein zwitscherndes Vogelnest Geschichten und Anekdoten aus seinem Leben zu einem Theaterstück zusammen. Über viele Jahre war er Dozent an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, deren Honorarprofessor er später wurde.

Ab Ende der 1950er-Jahre und vermehrt ab dem Beginn der 1970er-Jahre stand Hufschmidt auch immer wieder vor der Kamera. Häufig verkörperte er Amtspersonen wie Richter und Staatsanwälte. In der Serie Unser Lehrer Doktor Specht spielte er in mehreren Folgen einen Schulrat. Er starb im September 2023 im Alter von 88 Jahren.Todesmitteilung in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 23. September 2023

Filmografie 1962: Becket oder Die Ehre Gottes 1962: Flitterwochen 1962–1963: Sie schreiben mit (3 Folgen) 1963: Dantons Tod 1964: Akte Wiltau 1964: Ein Engel namens Schmitt 1964: Macbeth 1965: Ein Ausgangstag 1967: Anneliese ruft Krokodil 1972: Tod im Studio 1973: Das letzte Paradies 1973: Lokaltermin (2 Folgen als Staatsanwalt) 1975: Beschlossen und verkündet (3 Folgen als Staatsanwalt) 1975: Das Kind 1976: Ketten 1977: Tatort – Wer andern eine Grube gräbt … 1978: Kleine bunte Freudenspender 1978: Gesucht wird... – Beate Lohmann 1978: Kläger und Beklagte – Ein Fall für den Eilrichter 1979: Nathan der Weise 1980: St. Pauli-Landungsbrücken – Auf der Durchreise 1982: St. Pauli-Landungsbrücken – Bobby King 1982: Ein Fall für zwei – Brandstiftung 1982: Flucht aus London 1983: Kinder unseres Volkes 1986: Liebling Kreuzberg – Der Beschützer 1986: Was zu beweisen war 1987: Die Kolonie 1989: Eurocops – Falken auf Eis 1989: Der Landarzt – Corinna meldet sich zurück 1989: Eine unheimliche Karriere 1991: Großstadtrevier – Lügenbarone 1992: Tatort – Experiment 1992–1994: Unser Lehrer Doktor Specht (4 Folgen als Schulrat Amsel) 1994–1995: Wir sind auch nur ein Volk (3 Folgen) 1996: Mona M. – Mit den Waffen einer Frau – Die Quelle 1997: Ein Mann steht seine Frau (Pilotfilm) 1997: Tatort – Akt in der Sonne 1997: Frauenarzt Dr. Markus Merthin – Unverträglichkeiten 1997–2000: Der Kapitän (7 Folgen als Reeder Nielson) 1999: Ich bin kein Mann für eine Frau 2000: Preis der Schönheit 2001: Drehkreuz Airport 2003: Nicht ohne meinen Anwalt – Ein unmoralisches Angebot

Hörspiele (Auswahl) 1960: Das Gartenfest – Autorin: Marie Luise Kaschnitz – Regie: Peter Schulze-Rohr 1961: Das Zeitalter der Angst – Autor: Wystan Hugh Auden – Regie: Peter Schulze-Rohr 1962: Chanteclair oder Das Geheimnis des Sonnenaufgangs – Autor: Edmond Rostand – Regie: Peter Schulze-Rohr 1962: Unser Mann aus Havanna – Autor: Graham Greene – Regie: Raoul Wolfgang Schnell 1965: Der Kraptaken-Zipfel – Autor: Wolfgang Altendorf – Regie: Armas Sten Fühler 1970: Natürliche Auslese – Autor: John G. Taylor – Regie: Hans Rosenhauer 1972: Hardenberg schreibt ein Stück – Autor: Rüdiger Kremer – Regie: Günter Bommert 1973: Ein hartgesottener Junggeselle – Autor: Jean Marsus – Regie: Günter Siebert 1975: Der Rollmeyer-Effekt – Autor: Herbert Timm – Regie: Günter Siebert 1976: Heimat. Träume – Autor: Guntram Vesper – Regie: Gottfried von Einem 1978: Mittwochs keine Sprechstunde – Autor: Arnold E. Ott – Regie: Günter Siebert 1981: Teamwork – Autor: Günter Kunert – Regie: Hans Rosenhauer 1984: Nach einer Lektüre von Orwell – Autor und Regie: Mauricio Kagel 1986: Lutschers Land – Autor und Regie: Peter Zwei 1989: Verhör in Kapstadt – Autor: André Müller – Regie: Frank Hübner 1992: Boulevard – Autor: Dietmar Guth – Regie: Stefan Hardt 1993: Sechs Stationen mit Karl Erich Maier – Autor: Dietmar Guth – Regie: Rüdiger Kremer 1994: Der Mann mit dem Amseltick – Autor: Rainer Puchert – Regie: Till Bergen 1995: Amok – Drei Spaziergänge – Autor: Mike Markart – Regie: Hans Helge Ott 1995: Rondo – Autor: Jürg Amann – Regie: Rüdiger Kremer 2001: Beckett in Hamburg und Lübeck, 1936 – Autor: James Knowlson – Regie: Hans Helge Ott 2004: Madame Bovary – Autor: Gustave Flaubert – Regie: Christiane Ohaus 2008: Hammerstein oder Der Eigensinn – Autor: Hans Magnus Enzensberger – Regie: Christiane Ohaus 2014: Am Sonntag zwischen Krieg und Frieden – Autor: Gordian Maugg – Regie: Gordian Maugg und Holger Rink

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