Operation Paget ist eine 2004 begonnene Nachforschung der Metropolitan Police, um diverse Verschwörungstheorien zu untersuchen, die den Tod von Diana, Princess of Wales, am 31. August 1997 betrafen. Der umfangreiche Bericht mit den Ermittlungsergebnissen wurde am 14. Dezember 2006 veröffentlicht.

Ermittlungsverfahren Die strafrechtlichen Ermittlungen im Vereinigten Königreich wurden am 6. Januar 2004 eingeleitet, als der Coroner of the Queen's Household, Michael Burgess, den Metropolitan Police Commissioner, Sir John Stevens, bat, Recherchen anzustellen über Anschuldigungen bezüglich einer Vertuschung und Verschwörung beim MI6, im Auftrag der britischen Königsfamilie den Verkehrsunfall in Paris, bei welchem Diana und Dodi ums Leben gekommen waren, verursacht zu haben. Reuters, abgerufen am 5. Juni 2016.

Hintergrund Die Ermittlungen waren rechtlich notwendig; sobald die Untersuchung der Todesumstände auch im Vereinigten Königreich angelaufen war, wurde es für den Untersuchungsrichter offensichtlich, dass Anschuldigungen gemacht worden waren, ein Verbrechen hätte im Geltungsbereich der Gesetze des Vereinigten Königreichs stattgefunden: nämlich Verschwörung zum Mord. Untersuchungsrichter sind rechtlich verpflichtet, der Polizei jede Information und jeden Beweis zu übergeben, dessen sie gewahr werden, und ein vermutetes oder tatsächliches Verbrechen betreffen. Die Basis der Ermittlungen waren öffentliche Äußerungen, die hauptsächlich von Dodi Al-Fayeds Vater Mohamed Al-Fayed gemacht wurden.

Umfang Beschränkten sich die Ermittlungen anfangs auf die allgemeinen Grundlagen der angeblichen Verschwörung, wurden sie alsbald ausgeweitet, um jede damit in Verbindung stehende Behauptung in den Medien, in rechtlichen Verfahrensanträgen, und in formaler Korrespondenz seit dem Crash zu umfassen. Der Detailgrad der Ermittlungen spiegelt sich im Umfang des Berichts von 832 Seiten wider, für deren Zusammenstellung ein Team erfahrener Polizeioffiziere fast 3 Jahre ermittelte.

Die meisten Dokumente der vorangegangenen französischen Untersuchung waren in französischer Sprache abgefasst, und ein wichtiger Arbeitsschritt beinhaltete, das französische Dossier (mit 6000 Seiten) korrekt zu übersetzen.Diana investigation took 3 years, abgerufen am 3. November 2018.

Veröffentlichung Der Bericht mit den Ermittlungsergebnissen wurde am 14. Dezember 2006 von John Stevens, Baron Stevens of Kirkwhelpington auf einer Pressekonferenz im Queen Elizabeth II Centre den Medien präsentiert. Stevens war Ende Januar 2005 als Polizeipräsident (Commissioner) der Metropolitan Police in den Ruhestand gegangen, aber weiterhin Ermittlungsleiter der Operation Paget geblieben.Met chief 'turned force around', abgerufen am 30. Oktober 2018. Neben ihm waren zur Konferenz noch Dave Douglas (Detective Chief Superintendent), Paul Stephenson (Deputy Commissioner of the Metropolitan Police) sowie Dick Fedorcio (Director of Public Affairs) erschienen, um die Fragen der versammelten Presse zu beantworten. Aufgrund des öffentlichen Interesses an Diana entschied die Metropolitan Police den Bericht am selben Tag im Internet zu veröffentlichen, obwohl er als internes Polizeidokument erstellt worden war. Die Kosten für die Ermittlungen beliefen sich auf 3,69 Millionen Pfund (rund 5,3 Mio. Euro).

Zusammenfassung Die einzelnen Kapitelüberschriften des Berichts lauten:Operation Paget Report S. 2, abgerufen am 5. Juni 2016.

Einleitung Kapitel 1 – Beziehung / Verlobung / Schwangerschaft Kapitel 2 – Bekannte Drohungen an Diana, Princess of Wales Kapitel 3 – Tätigkeiten der Paparazzi in Paris Kapitel 4 – Henri Paul – Security Officer im Hôtel Ritz in Paris und Fahrer des Mercedes Kapitel 5 – CCTV / (Verkehrsüberwachungskameras) in Paris Kapitel 6 – Mercedes Wagen Kapitel 7 – Blockierende Fahrzeuge / Unidentifizierte Fahrzeuge / Helle Blitze (die Fahrt zum Tunnel de l’Alma) Kapitel 8 – Medizinische Versorgung von Diana nach dem Crash Kapitel 9 – Die Einbalsamierung des Leichnams der Fürstin von Wales im Hôpital de la Salpêtrière Kapitel 10 – Tätigkeiten der französischen Behörden Kapitel 11 – Tätigkeiten des Foreign and Commonwealth Office / Britische Botschaft, Paris Kapitel 12 – Tätigkeiten der britischen Behörden in Anbetracht der 'verdächtigen Tode' Kapitel 13 – Leibwächter von Mohamed Al Fayed (Trevor Rees-Jones, Kieran Wingfield und Reuben Murrell) Kapitel 14 – 'James' Andanson – französischer Fotojournalist und Besitzer von einem weißen Fiat Uno Kapitel 15 – Central Intelligence Agency / National Security Agency, USA Kapitel 16 – Der Secret Intelligence Service (MI6) und der Security Service (MI5)

Folgerungen Jedes Kapitel des Berichts folgerte, dass alle seit dem Crash gemachten Behauptungen in Sachen Verschwörung ohne Grundlage waren und alle vorliegenden Beweise darauf hindeuten, dass der Tod von Diana und Fayed durch einen tragischen Unfall verursacht wurde.Ermittlungsbericht: Diana starb gewöhnlichen Unfall-Tod Focus, abgerufen am 1. September 2017.

Untersuchung der Todesursache Nach englischem Recht ist bei plötzlichen oder unerklärlichen Todesfällen eine Untersuchung erforderlich. Die Untersuchungen begannen am 8. Januar 2007.

Voruntersuchung Am 3. April 2007 entschied der Deputy Coroner of the Queen's Household, Baroness Butler-Sloss, für Mohamed Al-Fayeds Anwälte den Zugriff auf die bei den strafrechtlichen Ermittlungen gesammelten Beweise unter gewissen Auflagen zu gestatten.Diana police files 'to be shown' BBC News, abgerufen am 5. Juni 2016. Am 15. Mai 2007 wurde von Baroness Butler-Sloss bekannt gegeben, dass das zugrundeliegende Material, welches vom Untersuchungsteam zusammengetragen worden war, sich auf über 11000 ausgedruckte Seiten beläuft, und darüber hinaus auch aus mehr als 1400 Fotografien besteht, zudem einige DVDs, großflächige Karten und anderes Datenmaterial enthält. Diese Unterlagen wurden inhaltlich freigegeben an die interessierten Personen und Anwaltteams.Inquests into the deaths of Diana, Princess of Wales and Mr Dodi Al Fayed: Opening statement for a Pre-Inquest Hearing, abgerufen am 5. Juni 2016.

In der letzten Anhörung zur Voruntersuchung, legte Lord Justice Scott Baker zwanzig Fragen fest, die der Fall behandeln würde:Inquests into the deaths of Diana, Princess of Wales and Mr Dodi Al Fayed: Pre-inquest hearing, List of Likely Issues, abgerufen am 31. August 2017.Diana inquest: £6 million closer to the truth, The Telegraph abgerufen am 31. August 2017.

Ob Fahrfehler seitens Henri Paul die Kollisionsursache begründeten oder dazu beitrugen Ob Henri Pauls Fähigkeit zu fahren beeinträchtigt war durch Alkohol oder andere Drogen Ob ein Fiat Uno oder irgendein anderes Fahrzeug die Kollision verursachte oder dazu beitrug Ob die Handlungen der Paparazzi die Kollisionsursache begründeten oder dazu beitrugen Ob der Straßenverlauf/Tunnelaufbau und -konstruktion an sich gefährlich waren, und falls ja, ob dies zur Kollision beitrug Ob irgendwelche helle/blitzende Lichter die Kollision verursachten oder dazu beitrugen, und falls ja, deren Herkunft Wessen Entscheidung es war, dass die Fürstin von Wales und Dodi Al-Fayed vom Seiteneingang zum Ritz aus aufbrechen sollten, und, dass Henri Paul den Wagen fahren sollte Henri Pauls Verbleib zwischen 19 und 22 Uhr am 30. August 1997 Die Erklärung für das Geld in Henri Pauls Besitz am 30. August 1997, sowie jenes auf seinen Bankkonten Ob Andanson in der Nacht der Kollision in Paris war Ob Dianas Leben gerettet werden hätte können, wenn sie das Krankenhaus früher erreicht hätte, oder ihre medizinische Behandlung anders gewesen wäre Ob Diana schwanger war Ob Diana und Dodi Al-Fayed beabsichtigten, ihre Beziehung bekannt zu geben Ob, und falls, unter welchen Umständen, die Fürstin von Wales um ihr Leben fürchtete Die Umstände in Zusammenhang mit dem Kauf des Rings Die Umstände, unter denen Dianas Körper einbalsamiert wurde Ob die Aussage Tomlinsons irgendwie die Kollision erhellt Ob der britische oder irgendein anderer Geheimdienst irgendeine Beteiligung an der Kollision hatte Ob irgend etwas sinister war, an (1) dem Einbruch bei Cherruault oder (2) der Störung bei der Big Pictures Agentur Ob Korrespondenz von der Fürstin von Wales (einschließlich der von Prinz Philipp) verschwunden ist, und falls ja, unter welchen Umständen.

Untersuchungsverfahren Die Untersuchung der Todesursache wurde am 2. Oktober 2007 eröffnet und fand am Royal Courts of Justice in London statt.Inquests into the Deaths of Diana, Princess of Wales and Mr Dodi Al Fayed: FAQs, abgerufen am 1. September 2017. Die Eröffnungserklärung von Lord Justice Scott Baker war weitgehend auf die Beweise und Ergebnisse des Paget Berichts gestützt. Am 7. April 2008 kam die Jury zu dem Urteil, dass Diana und Al-Fayed 'widerrechtlich getötet' worden waren infolge 'grober Fahrlässigkeit' des Fahrers Henri Paul und der Paparazzi. Als beitragende Faktoren wurden unter anderem 'das beeinträchtigte Urteilsvermögen des Fahrers des Mercedes Henri Paul durch 'Alkohol' genannt, und dass keiner der tödlich Verunglückten einen Sicherheitsgurt angelegt hatte.Coroner's Inquest, Hearing transcripts: Verdict of the jury, abgerufen am 5. Juni 2016.Diana Unfall: Verschwörungstheorien sind vom Tisch FAZ, abgerufen am 1. September 2017.

Einzelnachweise

Weblinks Operation Paget Operation Paget report – enthält die Ermittlungsergebnisse At-a-glance: Diana death inquiry – Kurzübersicht über die Ermittlungsergebnisse Untersuchung der Todesursache Coroner's Inquests into the Deaths of Diana, Princess of Wales and Mr Dodi Al Fayed – offizielle Archivseite der Untersuchung der Todesursache Diana inquest: Key events – chronologische Übersicht der wichtigsten Ereignisse des eigentlichen Untersuchungsverfahrens

Kategorie:Recht (England und Wales) Kategorie:Metropolitan Police Service Kategorie:Diana, Princess of Wales