Alois Pacher, gelegentlich Aloys Pacher geschrieben, (* 8. April 1822 in München; † 25. August 1883 in München) war ein deutscher Komponist, Chordirektor und Musikpädagoge.
Leben Der Sohn des Gesanglehrers und Tenors Anton Pacher (1774–1845)Bayerisches Musiker-Lexikon online (BMLO) besuchte in München die Volks-Elementar-SchuleVerzeichniss derjenigen Schüler und Schülerinnen welche im Schuljahre 1830/31 in den Volks-Elementar-Schulen der königlichen Haupt- und Residenzstadt München sich öffentlicher Preise oder rühmlicher Bekanntmachung würdig gemacht haben, nebst einem Vorberichte über den Zustand dieser Schulen. München den 5. September 1831 und die lateinische Schule.Jahres-Bericht über die Königliche Lateinische Schule in München, 1835/36, S. 20 Seine musikalische Grundbildung erhielt er bei seinem Vater, der als Musiklehrer am Kadettenkorps und als Gesanglehrer an der lateinischen Schule unterrichtete. 1841, bereits mit 19 Jahren, vertrat Alois Pacher seinen VaterJahres-Bericht über die Königliche Lateinische Schule in München, 1841/42, S. 15 und übernahm nach dessen Pensionierung im Schuljahr 1844/45 seine Stelle an der Lateinschule.Jahres-Bericht über die Königliche Lateinische Schule in München, 1844/45 Mit der Gründung der drei Münchner Gymnasien wurde er mit ministerieller Entschließung vom 11. November 1849 als Fachlehrer für Gesang am Maximiliansgymnasium in München übernommen und 1863 zum Musikdirigenten (Chordirektor) befördert. 1877 zum Ritter des Verdienstordens vom Hl. Michael ernannt, übernahm er auch die Funktion eines Chordirektors an der St.-Michael-Hofkirche. Wegen krankheitsbedingter Dienstunfähigkeit war er ab Januar 1881 beurlaubt und wurde im Februar 1882 seiner Funktion enthoben. Seine Vertretung übernahm der Komponist und Hofmusikus Johann Nepomuk Cavallo, der nach dem Tod Pachers schließlich auch die Stelle als Musik- und Gesanglehrer an der Schule erhielt.
Alois Pacher war zeitlebens in München niedergelassen.Adreßbuch München 1874 (online): Pacher Alois, Chordirektor, Dienerg.5 Er war mit Antonia Schwarz (* 1822), der Tochter des Schul- und Zeichnungslehrers Augustin Schwarz (1791–1842) aus Pfaffenhofen an der Ilm,Andreas und Ingrid Sauer / Stadt Pfaffenhofen a. d. Ilm (Hrsg.): Die Straßennamen der Gemeinde Pfaffenhofen a. d. Ilm und ihrer Gemeindeteile. „Pfaffenhofener Stadtgeschichte(n)“ Nr. 5, Dezember 2005, S. 11 verheiratet; von ihren neun gemeinsamen Kindern erreichten nur die Tochter Aloisia – sie wurde Sängerin und Klavierlehrerin* 14. Mai 1850 München; † 8. August 1923; Meldeunterlagen (PMB Pacher, Aloisia): München, Stadtarchiv, Pacher, Aloisia in: Bayerisches Musiker-Lexikon online (BMLO) – und der Sohn Augustin Pacher – er betätigte sich als Kunst- und Glasmaler – das Erwachsenenalter.
Neben seiner Lehrtätigkeit komponierte Pacher auch eigene Musikstücke – zum Teil unter dem Pseudonym A. Weisshaupt – und arrangierte und kopierte vor allem zahlreiche Werke anderer Komponisten.
Werke Alois Pacher komponierte mehrstimmige Chöre, Wechselgesänge (Antiphonien, Reponsorien, Graduale) und Hymnen, darunter: Miserere mei Deus, Psalm zu 4 Singstimmen; letzte Strophe 8-stimming, in As-Dur (1854) Stabat Mater, vierstimmig und doppelchörig, München, 23. Februar 1855 Turnerchor in Es-Dur von Weisshaupt / Alois Pacher (1860) Stabat mater, Doppelchor zu 4 Stimmen in g-Moll (1860) Frühlings-Chor in D-Dur mit Orchesterbegleitung, componirt von A. Weisshaupt / A. Pacher (1872) Deo gratias, Choralmelodie nach dem neuen Regensburger Missale für die Advent- und Fastensonntage, in F-Dur (1878) Darüber hinaus arrangierte und kopierte Pacher Werke von u. a. Felice Anerio, Johann Christian Bach, Giovanni Battista Casali, Karl Ludwig Drobisch, Caspar Ett, Christian Geisser, Joseph Haydn, Michael Haydn, Niccolò Jommelli, Wolfgang Amadeus Mozart, Giovanni Maria Nanino, Jacob Obrecht, Johannes Ockeghem, Giovanni Pierluigi da Palestrina, Robert Lucas Pearsall, Giovanni Battista Pergolesi, Costanzo Porta, João IV Rei de Portugal (1604–1656), Eduard Rottmanner, Ludwig Senfl, Louis Spohr, Francesco Antonio Vallotti, Georg Joseph Vogler, Tomás Luis de Victoria und Anton Zimmermann.
Schriften Brief an den Musikverlag Ed. Bote und G. Bock, Berlin. Cassel, 10. März 1854: Berlin, Staatsbibliothek Brief an Unbekannt, München, 3. August 1868: München, Bayerische Staatsbibliothek Nachlass Alois Pacher mit den Noten-Manuskripten: München, Bayerische Staatsbibliothek
Literatur Meldeunterlagen (PMB: Pacher, Alois), München, Stadtarchiv Pacher, Alois, in: Bayerisches Musiker-Lexikon online (BMLO) OPAC der Bayerischen Staatsbibliothek in München (online)
Einzelnachweise
Kategorie:Komponist (Deutschland) Kategorie:Musikpädagoge Kategorie:Chorleiter Kategorie:Ritter III. Klasse des Verdienstordens vom Heiligen Michael Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1822 Kategorie:Gestorben 1883 Kategorie:Mann Kategorie:Musiker (München)