Das Mädchen Frankie ist ein 1952 entstandenes, US-amerikanisches Coming-of-Age-Filmdrama von Fred Zinnemann. Als Vorlage diente der 1946 erschienene Roman The Member of the Wedding (dt. Titel Das Mädchen Frankie) von Carson McCullers sowie das basierend darauf von McCullers verfasste Bühnenstück von 1950. Die Titelrolle einer Zwölfjährigen, die zum ersten Mal in ihrem Leben mit Verlust und Schmerz konfrontiert wird, spielte die Theaterschauspielerin Julie Harris, die hier ihren Einstand vor der Kinofilmkamera gab.
Handlung Eine Kleinstadt im US-Bundesstaat Georgia im August 1945. Im Zentrum der Handlung steht das zwölfjährige Mädchen Frankie Addams. Die eher mürrische, burschikose Frankie entstammt einer gutbürgerlichen Familie und hat eigentlich nur zwei Freunde: ihren ein paar Jahre jüngeren Cousin John Henry und die schwarze Haushaltshilfe Berenice, eine warmherzige, korpulente Frau, die für Frankie zugleich hilfreiche Ansprechpartnerin und Mutterersatz ist. Denn Frankies Mutter ist bei ihrer Geburt gestorben, und ihr Vater, ein Juwelier und Uhrmacher, hat nur selten Zeit. Gegen einige Mädchen aus der Nachbarschaft, die ein wenig älter sind, hegt Frankie eine Abneigung, weil diese sie nicht zum Mitglied ihres Mädchenclubs machen.
In wenigen Tagen soll die Hochzeit von Frankies älterem Bruder, dem Soldaten Jarvis, mit seiner Freundin Muriel stattfinden. Frankie hängt sehr an ihrem Bruder und verkündet allen außer dem Brautpaar, sie wolle auf die Hochzeitsreise mitfahren. Berenice versucht ihr diese Dummheit auszureden, aber Frankie will nicht auf sie hören. Frankie teilt ihr immer wieder ihre Sorgen mit, dass sie nicht hübsch genug ist oder zu groß für ihr Alter – die Sorgen eines Mädchens zwischen Kindheit und Erwachsensein. Eine Nebenhandlung dreht sich um Berenices Ziehsohn, den afroamerikanischen Jazzmusiker Honey Camden Brown, der immer wieder in Probleme mit weißen Männern und der Polizei gerät.
Der Hochzeitstag verläuft für das verletzliche Mädchen ganz anders als erwartet. Enttäuscht darüber, dass sie ihn auf seiner Hochzeitsreise nicht begleiten darf, entschließt sich Frankie dazu, von zu Hause fortzulaufen. Sie bekommt es aber mit der Angst zu tun, als sie nachts durch die dunklen Straßen der Kleinstadt läuft. In einer Bar kommt sie mit einem jungen Soldaten ins Gespräch, der sie aber bald sexuell bedrängt. Frankie kann sich befreien und rennt nach Hause. Als Frankie nach Hause kommt, ist ihr Cousin John Henry erkrankt und stirbt wenig später.
Die Ereignisse der letzten Tage lassen Frankie tief verändert zurück, aus ihr wird allmählich eine junge Frau. Einige Monate später stehen Umzugswagen vor dem Haus der Familie Addams. Sie ziehen um, aber ohne Berenice, weil eine Tante von Frankie nun den Haushalt schmeißen wird. Berenice ist nach dem Tod von John Henry sowie außerdem der Verurteilung von Honey Camden Brown zu einer langen Haftstrafe tief traurig. Frankie hat in den vergangenen Monaten eine beste Freundin gefunden und auch erste Kontakte zu gleichaltrigen Jungen geschlossen. Sie sagt, an manchen Tagen denke sie nicht einmal mehr an John Henry, und Berenice meint, das sei normal für ein junges Mädchen. Frankie verspricht Berenice, sie auch in Zukunft häufig zu besuchen, aber die alte Haushälterin scheint nicht recht daran zu glauben.
Produktionsnotizen Das Mädchen Frankie entstand unter anderem in Colusa (Kalifornien) (Außenaufnahmen) und wurde am 25. Dezember 1952 in Los Angeles uraufgeführt. In der Bundesrepublik Deutschland wurde der Film erstmals im Juni 1953 im Rahmen der Berlinale vorgestellt. Im Jahr darauf war der deutsche Massenstart.
Rudolph Sternad zeichnete für den Entwurf der Filmbauten verantwortlich, die Cary Odell ausführte. Frank A. Tuttle sorgte für die Ausstattung. Morris Stoloff hatte die musikalische Leitung.
Julie Harris, Ethel Waters, Brandon De Wilde und einige weitere Darsteller wiederholten hier ihre Rollen, die sie zuvor, vom 5. Januar 1950 bis zum 17. März 1951, in den 501 Vorstellungen der gleichnamigen Broadway-Inszenierung verkörperten. Mit knapp 27 Jahren zur Drehzeit war Harris für die Rolle der Frankie, einer Zwölfjährigen, eigentlich viel zu alt.
Auszeichnungen Julie Harris wurde 1953 in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin für den Oscar nominiert. Brandon De Wilde erhielt 1953 bei den Golden Globe Awards den Spezialpreis.
Kritiken
Weblinks ausführliche Kritik. In: New York Times
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 1952 Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Filmdrama Kategorie:Literaturverfilmung Kategorie:Schwarzweißfilm Kategorie:Fred Zinnemann