Markus-Cornel Frohnmaier (* 25. Februar 1991 in Craiova, Rumänien) ist ein rechtsextremer deutscher Politiker (AfD) und seit 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages (MdB). Seit 2022 ist er Co-Vorsitzender des AfD-Landesverbandes Baden-Württemberg und seit 2025 stellvertretender Vorsitzender der AfD-Fraktion im Bundestag.

Frohnmaier beschäftigte in seinem Abgeordnetenbüro mehrere Personen aus dem rechtsextremistischen Spektrum. Seine politischen Positionen sind offen rechtsextrem und xenophob. Das Bundesamt für Verfassungsschutz kam in einem 2019 erschienenen Gutachten zu dem Schluss, Frohnmaier legitimiere „mittelbar Angriffe auf das staatliche Gewaltmonopol“ und habe „Verbindungen zu rechtsextremistischen Publizisten“ und zur „islamfeindlichen German Defence League“. Frohnmaier diffamiere Flüchtlinge pauschal und befürworte eine massive Ungleichbehandlung und kategorische Vorverdächtigung von Flüchtlingen. Ferner fordere Frohnmaier, im Falle einer Machtübernahme der AfD das Bundesverfassungsgericht durch parteitreue Richter zu ersetzen. Der Verfassungsschutz urteilte, dass Frohnmaiers Forderungen „gegen die Menschenwürdegarantie des Art. 1 GG“ verstoßen und damit verfassungswidrig seien. Die Süddeutsche Zeitung bezeichnete ihn im Jahr 2019 in einem Porträt als „Scharfmacher“.Raphael Thelen: Porträt eines Scharfmachers. SZ-Magazin, Heft 13/2019.

Frohnmaier stand zudem wegen seiner Kontakte zu russischen Politikern und deren Einflussnahme auf ihn in der Kritik. Recherchen verschiedener Medien legen nahe, dass die Regierung der Russischen Föderation durch die Unterstützung Frohnmaiers Einfluss auf den Deutschen Bundestag nehmen wollte und ihn daher im Wahlkampf zur Bundestagswahl 2017 gezielt unterstützt hat.Jeffrey Mankoff: With Friends Like These: Assessing Russian Influence in Germany. Washington 2020, Bericht herausgegeben vom Center for Strategic and International Studies (CSIS), S. 16–18 (PDF bei jstor.org, abgerufen am 3. Juni 2022). In einem Strategiepapier der Präsidialverwaltung des russischen Staatschefs Wladimir Putin wurde Frohnmaier als „ein unter absoluter Kontrolle stehender Abgeordneter“ bezeichnet. Frohnmaier wird durch die russisch gesteuerte Desinformationskampagne Doppelgänger unterstützt.Der Spiegel 8/2026, Der Anti-Kreml-Troll, S. 40.

Leben Frohnmaier wurde 1991 im rumänischen Craiova geboren, wo ihm seine leiblichen rumänischen Eltern den Namen Cornel gaben. Nach eigenen Angaben lernte er sie nie kennen.

Wegen seiner schwächlichen Konstitution war er ursprünglich nicht zur Adoption vorgesehen. Ein deutsches Ehepaar adoptierte jedoch schließlich ihn und seine Zwillingsschwester aus einem Kinderheim heraus. Daraufhin wuchs er bei seinen Adoptiveltern in Weil der Stadt-Schafhausen auf. Frohnmaier besuchte von 2001 bis 2006 die Hauptschule Grafenau-Döffingen, danach bis 2008 die technisch ausgerichtete Fachschule Werner-Siemens-Schule in Stuttgart und absolvierte anschließend 2011 sein Abitur am Wirtschaftsgymnasium in Calw. Ab 2011 studierte Frohnmaier an der Universität Tübingen sowie an der Fernuniversität Hagen Rechtswissenschaften, brach jedoch das Studium ohne Abschluss ab, um sich auf seine politische Arbeit zu konzentrieren.SWR Aktuell Baden-Württemberg. TV-Nachrichtensendung, 4. August 2025, 29 Minuten. Mit einem Sommerinterview mit AfD-Politiker Markus Frohnmaier von Fernsehjournalistin Stephanie Haiber. Moderation: Georg Bruder. Eine Produktion von SWR Fernsehen.

Frohnmaier ist mit der russischen Journalistin Daria Frohnmaier (geborene Zoj, ) verheiratet und hat mit ihr zwei Kinder. Sie entstammt der koreanischen Minderheit in RusslandGerlinde Wicke-Naber: Ein Shooting-Star mit Widersprüchen. Stuttgarter Zeitung, 2. September 2017. und war zeitweise für die Tageszeitung Iswestija tätig.

Politik Werdegang Frohnmaier engagierte sich zunächst bei der Jungen Union.

Aus einer von ihm gegründeten AfD-Hochschulgruppe ging im Sommer 2014 der Landesverband Baden-Württemberg der Jungen Alternative hervor. Später trat Frohnmaier in die AfD ein und wurde Mitglied im Landesvorstand Baden-Württemberg.

Im Januar 2015 unterlag er in Bottrop bei der Kandidatur um den Bundesvorsitz der Jungen Alternative. In einem weiteren Anlauf wählte ihn der Bundeskongress der Jungen Alternative im Mai 2015 in Okarben zusammen mit Sven Tritschler zum Bundesvorsitzenden.Alexander Häusler, Rainer Roeser: Zwischen Euro-Kritik und rechtem Populismus. Merkmale des Rechtsrucks in der AfD. In: Andreas Zick, Beate Küpper: Wut, Verachtung, Abwertung. Rechtspopulismus in Deutschland. Hrsg. für die Friedrich-Ebert-Stiftung von Ralf Melzer und Dietmar Molthagen. Dietz, Bonn 2015, ISBN 978-3-8012-0478-5, S. 124–145, hier: S. 134. Frohnmaier galt wie sein Vorstandskollege als Gegner des damaligen Parteivorsitzenden Bernd Lucke (bis Juli 2015). So gehörte er im März 2015 auch zu den Erstunterzeichnern der Erfurter Resolution, die wesentlich zur Parteispaltung im selben Jahr beitrug. Anschließend fungierte er bis Ende 2016 als Pressesprecher der damaligen AfD-Bundesvorsitzenden Frauke Petry.

Im April 2016 sagte er dem Sender Welt, er bestreite während des Jura-Studiums seinen Lebensunterhalt als „politischer Analyst“. Wer seine Dienste bezahlt, sagte Frohnmaier auf Nachfrage nicht.

Frohnmaier kandidierte bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg 2016 erfolglos für ein Landtagsmandat im Wahlkreis Villingen-Schwenningen. Zur Bundestagswahl 2017 kandidierte Frohnmaier zwar erfolglos für das Direktmandat im Wahlkreis Böblingen, dafür errang er einen Sitz im Bundestag über die baden-württembergische Landesliste der AfD, wo er auf Platz 4 gesetzt war. Als Bundestagsabgeordneter gehörte er während der 21. Wahlperiode dem Auswärtigen Ausschuss an. Während der 20. Wahlperiode gehörte er dem Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung an. Zuvor war er während der 19. Legislaturperiode als stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe vertreten.

Im Juli 2016 berichtete die Badische Zeitung (BZ) über eine mögliche frühere Verbindung Frohnmaiers zur rechtsextremistischen und der gewaltbereiten Hooligan-Szene nahestehenden Gruppierung „German Defence League“ (GDL). Demzufolge war im Februar 2011 auf der Homepage der GDL ein Cornel Craiovești als Ansprechpartner genannt. Cornel ist der zweite Vorname des aus Craiova stammenden Frohnmaier, wenige Tage später war der Name dort in Cornel Frohnmaier geändert worden. Ein Lorbeerkranz als Tattoo auf Frohnmaiers Brust, das auf einem Facebook-Foto sichtbar gewesen sein soll, zeige laut BZ „auffällige Übereinstimmungen“ mit einem GDL-Logo. Gegenüber der Schwäbischen Zeitung bestätigte der ehemalige Vorsitzende der AfD Bernd Lucke eine Mitgliedschaft Frohnmaiers in der unter Beobachtung des Verfassungsschutzes stehenden GDL. Nach wiederholten Zwischenrufen „Zeigen Sie mal Ihre Tattoos!“ bei einer Rede Frohnmaiers im Bundestag erklärte dieser gegenüber Bild, der Lorbeer sei sein einziges Tattoo und lediglich „ein Symbol des Sieges und des Friedens“.

Deutscher Bundestag In den Monaten vor der Bundestagswahl 2017 war Frohnmaier Pressesprecher der AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel. Beide wurden über die Landesliste der AfD Baden-Württemberg in den 19. Deutschen Bundestag gewählt, wo er als Sprecher der Jungen Gruppe in der AfD-Bundestagsfraktion agierte. Er war bis Februar 2018 Bundesvorsitzender der Junge Alternative für Deutschland (JA) und bis 2017 Mitglied des Landesvorstandes der AfD Baden-Württemberg. .

In seinem Abgeordnetenbüro beschäftigte Frohnmaier nach Recherchen von Zeit Online wie auch achtzehn weitere Abgeordnete seiner Fraktion Mitarbeiter aus dem rechtsextremen Milieu: Seine Mitarbeiterin Narine S. hatte nach eigenen Angaben zuletzt als Redaktionsassistentin beim rechtsradikalen Traditionsverlag Lesen & Schenken GmbH gearbeitet, der Publikationen wie die Deutsche Militärzeitschrift oder das Magazin Zuerst! herausgibt.Kai Biermann, Astrid Geisler, Johannes Radke, Tilman Steffen: AfD-Abgeordnete beschäftigen Rechtsextreme und Verfassungsfeinde. In: Zeit Online, 21. März 2018.

Von September 2018 bis Januar 2019 war Manuel Ochsenreiter, Chefredakteur von Zuerst!, im Abgeordnetenbüro als Referent beschäftigt. Das Arbeitsverhältnis wurde beendet, nachdem die Berliner Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen Ochsenreiter wegen des Verdachts der Anstiftung zu schwerer Brandstiftung eingeleitet hatte.

Bei der Gemeinderatswahl 2019 in Weil der Stadt erhielt er von drei AfD-Kandidaten die niedrigste Stimmenzahl und verfehlte den Einzug in dieses Gremium.https://wahlen.komm.one/AGS115050/115050g-2019.htm

Bei der Bundestagswahl 2021 zog er erneut über die Liste seiner Partei in den Bundestag ein. Beim Parteitag der Baden-Württembergischen AfD im Oktober 2024 in Ulm wurde er für die Bundestagswahl 2025 auf den zweiten Listenplatz gewählt, über die er erneut in den Bundestag einziehen konnte. Seit dem 25. Februar 2025 ist er einer von fünf stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der AfD-Bundestagsfraktion. Er ist Leiter des Arbeitskreises für auswärtige Angelegenheiten der AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag und ordentliches Mitglied im Auswärtigen Ausschuss.

Kandidatur als Ministerpräsident von Baden-Württemberg Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg 2026 trat Frohnmaier als Kandidat seiner Partei für das Amt des Ministerpräsidenten an, kandidierte aber nicht für ein Landtagsmandat.

Positionen Frohnmaier wurde von der Patriotischen Plattform als „PP-Kamerad“ bezeichnet.

Im Oktober 2015 drohte Frohnmaier in einer Rede in Erfurt: „Ich sage diesen linken Gesinnungsterroristen, diesem Parteienfilz ganz klar: Wenn wir kommen, dann wird aufgeräumt, dann wird ausgemistet, dann wird wieder Politik für das Volk und nur für das Volk gemacht – denn wir sind das Volk, liebe Freunde!“ Den damaligen SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel nannte Frohnmaier im Dezember 2015 auf Facebook einen „Volksverräter“. Später löschte er den Post.

Nach einer Reihe sexueller Übergriffe in der Silvesternacht in Köln und anderen Städten 2015/16 postete Frohnmaier auf seiner Facebook-Seite ein Bild der Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen) in Verbindung mit dem Spruch „Ach wäre ich Neujahr nur nach Köln gefahren…“. Das Bild wurde unter anderem so interpretiert, dass Frohnmaier der Politikerin gewünscht habe, sie wäre Opfer der Übergriffe geworden. Nach eigenen Angaben habe er mit seiner Bildmontage Roth dazu auffordern wollen, sich „endlich mit den gepeinigten Frauen von Köln zu solidarisieren, und nicht nur immerzu mit so genannten Flüchtlingen“. Ebenfalls im Zusammenhang mit den sexuellen Übergriffen an Silvester äußerte Frohnmaier im Januar 2016 im ARD-Magazin „Kontraste“, dass „Leute wie Claudia Roth hier mittelbar mitvergewaltigt [haben] […], nicht im juristischen Sinne, aber im übertragenen Sinne“. Eine einstweilige Verfügung von Roth gegenüber Frohnmaier aufgrund dieses Zitates wurde vom OLG Köln in letzter Instanz abgewiesen. Neben Claudia Roth attackierte Frohnmaier auch Volker Beck (Bündnis 90/Die Grünen), indem er Beck als „Homo-Lobbyist“ bezeichnete und ihm „einen Urlaub in Moskau“ wünschte.

Die Annexion der Krim durch Russland begrüßte er: „Ich beglückwünsche die Bürger der Krim zum Erringen der Unabhängigkeit von der Ukraine.“

Angesichts eines radikal-islamistisch motivierten Terroranschlags in Nizza forderte Frohnmaier im Juli 2016 ein generelles Einreiseverbot für Menschen muslimischen Glaubens in die Europäische Union. Er begründete dies damit, dass „nach Europa kommende Muslime […] ein potentielles Sicherheitsrisiko“ seien.