mini|300px|Luftaufnahme des Ensembles mini|300px|Turm und ehemaliges Maschinenhaus aus südlicher Richtung Der ehemalige Wasserturm in Rheinbach befindet sich im heutigen StadtparkAdresse: Stadtpark 28 im Süden der Stadt und wird als Künstleratelier genutzt. Das umgebaute Gebäude steht seit dem 18. Dezember 1984 unter Denkmalschutz.Denkmalschutzliste Nr. 16 gem. Denkmalschutzgesetz (Nordrhein-Westfalen).
Der Turm war Teil des ersten Rheinbacher Wasser- und Elektrizitätswerks, das 1897 in Betrieb genommen wurde. Das zentrale Werk löste die bis dahin genutzten fahrbaren Wasserfässer ab, mit denen die Einwohner dezentral aus sechs öffentlichen Brunnen (mittels händisch betriebener Wasserpumpen) versorgt wurden.Katrin Bauer, Der Bau des ersten Wasserwerkes in Rheinbach (1896/97), in: Kultur und Gewerbe Stadt Rheinbach, Juli 1999, wiedergegeben bei: Detro, Tesch und Urfell, Wasserturm (WT), in: Rund um Rheinbach, Broschüre, Dezember 2014.
Der Wasserturm war mit einem damals modernen Intzebehälter ausgestattet, der durch den Einbau eines Innenzylinders die Besteigung des oberen Behälterraumes ermöglichte. Das Dach war geneigt und verfügte über eine Laterne, die Ummantelung wurde als Rabitzputz ausgeführt.Jahrbuch des Rhein-Sieg-Kreises, Rheinland-Verlag, 2000, S. 32 f. Bis 1949 war das Wasserwerk mit seinem Turm im Betrieb.
Ab Mai 1955 nutzte der Landkreis Bonn den Turm als Schlauchpflegeanstalt der Feuerwehr. Diese Nutzung wurde 1969 beendet.„Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“ Dokumentation der geschichtlichen Entwicklung des Löschzuges 1 der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Rheinbach, 1954–1979, Auszug der ergänzten Festschrift zum 125-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Rheinbach (mit Foto des Turmes aus den 1960er Jahren). In der Folgezeit wurde der Wasserbehälter in der Turmspitze zurückgebaut und diese verschlankt, sodass die Turmform heute eher einem Leuchtturm gleicht. Der Turm sowie das zugehörige ehemalige Maschinenhaus wurden seit Anfang der 1980er Jahre bis 2019 von dem Glaskünstler Udo EdelmannJahrbuch des Rhein-Sieg-Kreises, Rheinland-Verlag, 2003Wolfgang Kaes, Glasstadt Rheinbach: "Glas verzeiht keine Fehler", 11. Juli 2013, Bonner General-Anzeiger. genutzt. Der StudioglaskünstlerRegine Prause, Udo Edelmann – Bildhauer, Glasgestalter, Designer, 26. April 2016, Website des Glasmuseums Rheinbach. betreibt hier die Studioglashütte Edelmann sowie eine Galerie und lebt mit seiner Ehefrau Chris in dem Gebäudeensemble.Glasmuseum Rheinbach: Rheinbach ehrt seinen Glaskünstler Udo Edelmann, 4. Juni 2016, Der Glasfreund - Zeitschrift für altes und neues GlasCarmen Sommer, Die Geschichte der Haidaer-Steinschönauer Glasveredlungsindustrie und ihre Strukturwandel nach der Neuansiedlung im Raum Rheinbach: vom Verlags- zum Glaskunsthandwerksbetrieb, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn, 1997.
Im ehemaligen Wasserturm arbeiteten seit 1982 viele Glaskünstler und stellten hier aus (wie Volkhard und Renate Precht, Günter Knye und Henry KnyeRegine Prause, „Vater der Studioglasbewegung“ im Glasmuseum Rheinbach vertreten, 8. April 2015, Website des Glasmuseums Rheinbach. oder Stanislaw Borowski.Regine Prause, Drei wertvolle Schenkungen des Fördervereins stärken Studioglas-Abteilung des Glasmuseums, 17. September 2012, Website des Glasmuseums Rheinbach.).
Siehe auch Liste der Baudenkmäler in Rheinbach Glasmuseum Rheinbach
Weblinks
Historisches Foto vom Wasserturm vor dem Rückbau des Wasserbehälters
Einzelnachweise
Kategorie:Stillgelegter Wasserturm in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Rundturm Kategorie:Backsteinbauwerk des Historismus Kategorie:Umgenutztes Bauwerk im Rhein-Sieg-Kreis Wasserturm Wasserturm Kategorie:Erbaut in den 1890er Jahren Kategorie:Turm in Europa