Gawliki Małe () ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren und gehört zur Landgemeinde Wydminy (Widminnen) im Powiat Giżycki (Kreis Lötzen). mini|Das ehemalige Gutshaus Klein Gablick mit säulengestütztem Eingangsvorbau in Gawliki Małe

Geographische Lage Gawliki Małe liegt in der östlichen Mitte der Woiwodschaft Ermland-Masuren am kleinen Flüsschen Gablick (), 22 Kilometer südöstlich der Kreisstadt Giżycko (Lötzen).

Geschichte Das den – um 1785 Klein Gablicken und auch Drygalsken genannten – Ort prägende Gut war auf einer Anhöhe in einer Flussschleife des Gablick angesiedelt und entstand am 24. Oktober 1549 unter Herzog Albrecht als Dienstgut.Gawliki Małe – Klein Gablick Im 17. Jahrhundert vereinigten Matthias Simon und Andreas Drygalski die Ländereien mit dem Vorwerk Gembalken (). Später kaufte Johann Christoph von Lockstaedt die Güter Klein Gablick und Heybutten (Hejbuty).

Anfang des 20. Jahrhunderts blühte der Gutsbetrieb nach einer längeren Flaute wieder auf. 1913 errichtete man eine Brennerei. An dem Gebäude wurden die Namen der Architekten H. Thate und A. Murach eingemeißelt. Das Gutshaus entstand Anfang des 20. Jahrhunderts mit säulengestütztem Eingangsvorbau. Letzter deutscher Eigentümer des damals 736 Hektar großen Areals war seit den 1920er Jahren der Landwirt Heumann. Er betrieb Rinder-, Schweine-, Schaf- und Pferdezucht. Nach 1945 wirtschaftete hier ein staatliches Gut; die Gebäude benötigen dringend eine Restaurierung.

Am 29. März 1874 wurde Klein Gablick Amtsdorf und damit namensgebend für einen Amtsbezirk.Rolf Jehke: Amtsbezirk Klein Gablick/Balzhöfen Er bestand – am 15. November 1938 umbenannt in Amtsbezirk Balzhöfen – bis 1945 und gehörte zum Kreis Lötzen im Regierungsbezirk Gumbinnen (1905–1945 Regierungsbezirk Allenstein) in der preußischen Provinz Ostpreußen.

Der Gutsbezirk Klein Gablick zählte im Jahre 1910 insgesamt 146 Einwohner.

Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung im Abstimmungsgebiet Allenstein, zu dem Klein Gablick gehörte, am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Klein Gablick stimmten 100 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfiel keine Stimme.Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung für Ostdeutschland – Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 81.

Bis 1945 war er dem Standesamt in Widminnen () zugeordnet. Am 30. September 1928 verlor Klein Gablick seine Eigenständigkeit und wurde in die Nachbargemeinde Wensowken (1938–1945 Großbalzhöfen, polnisch Wężówka) eingegliedert.

In Kriegsfolge kam das Dorf 1945 mit dem südlichen Ostpreußen zu Polen und trägt heute die polnische Namensform Gawliki Małe. Es bildet heute mit Gębałki (Gembalken) ein Schulzenamt (polnisch sołectwo) und ist Teil der Landgemeinde Wydminy (Widminnen) im Powiat Giżycki (Kreis Lötzen), bis 1998 der Woiwodschaft Suwałki, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.

Amtsbezirk Klein Gablick/Balzhöfen Der Amtsbezirk Klein Gablick, ab 1938 Amtsbezirk Balzhöfen genannt, bestand bis 1945. Anfangs waren fünf, am Ende noch drei Gemeinden eingegliedert:

Name Änderungsname1938 bis 1945 PolnischerName Bemerkungen Czybulken Richtenfeld Cybulki Junien Kleinbalzhöfen Junie 1938 nach Balzhöfen eingegliedert Klein Gablick Gawliki Małe 1928 nach Wensowken eingegliedertRadzien Königsfließ Radzie Wensowken Großbalzhöfen Wężówka 1938 nach Balzhöfen eingegliedert

Am 1. Januar 1945 gehörten noch Balzhöfen, Richtenfeld und Königsfließ zum Amtsbezirk Balzhöfen.

Religionen Bis 1945 war Klein Gablick in die evangelische Kirche WidminnenWalther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente. Göttingen 1968, S. 493. in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union und in die katholische Pfarrkirche Lötzen im Bistum Ermland eingepfarrt. Heute gehört Gawliki Małe zur evangelischen Kirchengemeinde Wydminy, einer Filialgemeinde der Pfarrei Giżycko in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen bzw. zur katholischen Pfarrkirche Wydminy im Bistum Ełk der Römisch-katholischen Kirche in Polen.

Verkehr Gawliki Małe liegt an einem Landweg, der Gawliki Wielkie (Groß Gablick) mit Wężówka (Wensowken, 1938–1945 Großbalzhöfen) verbindet und teilweise recht unwegsam ist. Die nächste Bahnstation ist Wydminy an der Bahnstrecke Głomno–Białystok.

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Einzelnachweise

Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Wydminy