mini|Carl Freiherr von Ledebur (1908). Carl Wilhelm Ferdinand Heinrich Freiherr von Ledebur, auch Karl (* 13. Februar 1840 in Berlin; † 4. November 1913 in Schwerin) war ein deutscher Theaterintendant.
Leben Herkunft Carl von Ledebur entstammte dem alten westfälischen Adelsgeschlecht von Ledebur und war Sohn des gleichnamigen Offiziers und Schriftstellers Carl von Ledebur und seiner Frau Sophie, geb. von Löschebrandt (1807–1888), Tochter der Charlotte Gräfin von Hertzberg und des Majors und Regiments-Kommandeur Friedrich von Löschebrandt.
Werdegang Er wurde im preußischen Kadettencorps erzogen, schlug zunächst ebenfalls die Offizierslaufbahn ein und trat am 8. Mai 1858 als Fähnrich in das 2. Garde-Regiment zu Fuß ein. Karl Frhr. v. Ledebur II (zur Unterscheidung von seinem Vater) erhielt hier am 13. Oktober 1859 seine Bestallung als Sekondeleutnant. Am 1. Juli 1860 wurde er zum 3. Garde-Ulanen-Regiment versetzt und erhielt am 30. Oktober 1866 seine Beförderung zum Premierleutnant.Otto von Lüdinghausen genannt Wolff: Geschichte des Königlich Preussischen 2. Garde-Regiments zu Fuss, 1813-1882. E. S. Mittler & Sohn, Berlin 1882, S. 542 Nr. 383.
Ledebur, der auch als Komponist verschiedener Lieder und Märsche in Erscheinung trat, wurde Anfang Mai 1869 zum Intendanten des Hoftheaters in Wiesbaden berufen.Otto Weddigen: Geschichte des königlichen Theaters in Wiesbaden. Verlag Schnegelberger, Wiesbaden 1894, S. 39. Zunächst aus dem Offiziersdienst beurlaubt, wurde ihm dafür am 18. Juni 1870 der Abschied bewilligt.
Mit Ausbruch des Deutsch-Französischen Kriegs wurde er jedoch kurz darauf reaktiviert und Leutnant im Infanterie-Regiment „Graf Tauentzien von Wittenberg“ (3. Brandenburgisches) Nr. 20. Nach Ende des Krieges zog er nach Leipzig, wo er studierte und zugleich Direktor der Genossenschaft dramatischer Autoren und Komponisten wurde.Otto Weddigen: Geschichte des königlichen Theaters in Wiesbaden. Wiesbaden: Schnegelberger 1894, S. 39 Wiederum beurlaubt, wurde ihm am 12. März 1874 endgültig mit Pension nebst Aussicht auf Anstellung im Civildienst sein Abschied gewährt.Militär-Wochenblatt. 59 (1874), E. S. Mittler & Sohn, Berlin 1874, S. 233.
Von 1874 bis 1882 war er neun Jahre lang als Theaterdirektor in Riga tätig. mini|Theater in Schwerin Von 1883 bis zu seinem Tod 1913 war er als Nachfolger von Alfred von Wolzogen Generalintendant des großherzoglichen Hoftheaters Schwerin sowie der Hofkapelle; während seiner Amtszeit wurde 1886 der Theater-Neubau am Alten Garten eröffnet.
Ledebur pflegte das Werk Richard Wagners mit Schweriner Erstaufführungen von Götterdämmerung, Rheingold und Tristan und Isolde. Am 6. Januar 1893 führte er Tschaikowskis Oper Jolanthe in Schwerin auf, drei Tage nach der deutschen Erstaufführung in Hamburg und nur 19 Tage nach ihrer Uraufführung in St. Petersburg.Karl von Ledebur auf Tchaikovsky Research, Stand 9. Juni 2016.
1899 kam er mit dem Ensemble für ein Gastspiel nach Berlin und 1908 nach Prag.
Seit 1885 war er Mitglied des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. 1905 war er Vizepräsident des Deutschen Bühnenvereins.
Familie Er war seit dem 10. November 1865 verheiratet mit Elisabeth, geb. von Hobe (* 20. Mai 1842 in Dyrotz), einer Tochter des preußischen Landrats August von Hobe aus dessen dritter Ehe mit Marie Luise du Titre; sie starb jedoch schon am 25. August 1866. Dieser ersten Ehe entstammte der Sohn Arthur von Ledebur (1866–1945), der ebenfalls Offizier wurde und zuletzt Generalmajor war.
Seit dem 14. Juli 1874 war er in zweiter Ehe verheiratet mit der Schauspielerin Josephine, geb. Birnbaum (* 13. Juni 1842 in Kassel; † 28. September 1907 in Schwerin), Tochter des Hofschauspielers Carl Gottfried Birnbaum und der Maria Sargani. Josephine war von 1858 bis 1860 Jugendliche Liebhaberin am Hoftheater in Stuttgart; wirkte 1860–1864 in Prag, dann in Berlin und Hamburg, von 1867 bis 1870 in Graz und von 1870 bis 1874 in Leipzig. Der zweiten Ehe entstammten die Töchter Margaretha (* 1876 in Riga) und Elsa (* 1877 in Riga), letztere verheiratet mit dem Offizier und westpreußischen Gutsbesitzer Olof Freiherr von Paleske.
Die Familie lebte in Ostorf in der Villa Freya.
Auszeichnungen Großherzoglich mecklenburg-schwerinscher Kammerherr Ehrenmitglied der Genossenschaft Deutscher Bühnen-AngehörigerNeuer Theater-Almanach: Theatergeschichtliches Jahr- und Adressen-Buch. 10 (1899), Berlin 1899, S. 486. 60px Hausorden der Wendischen Krone, GroßkreuzOrden und ihre Anordnung nach Mecklenburg-Schwerinscher Staatskalender 1908. Bärensprung, Schwerin 1908, S. 73 Gedächtnismedaille Friedrich Franz III. 60px Eisernes Kreuz (1870), 2. Klasse (11. Oktober 1870). 60px Königlicher Kronen-Orden (Preußen)., 1. Klasse. 60px Roter Adlerorden, 3. Klasse. 60px Johanniterorden, Rechtsritter (26. Juni 1900).Johanniter-Ordensblatt. Amtliche Monatschrift der Balley Brandenburg. 41 (1900), Berlin 1900, S. 158. Reußisches Ehrenkreuz, 1. Klasse mit der Krone. 60px Orden vom Heiligen Michael (Bayern-Kurköln), 1. Klasse. 60px Hausorden vom Weißen Falken, 2. Klasse mit Stern. 60px Hausorden Albrechts des Bären, Ritter 60px Orden Heinrichs des Löwen, Komtur 2. Klasse. 60px Herzoglich Sachsen-Ernestinischer Hausorden, Komtur 1. Klasse. 60px Albrechts-Orden, Komtur 1. Klasse. 60px Oldenburgischer Haus- und Verdienstorden des Herzogs Peter Friedrich Ludwig, Großkreuz. 60px Franz-Joseph-Orden, Komturkreuz mit Stern 60px Dannebrogorden, Kommandeur 1. Klasse. 60px Orden von Oranien-Nassau, Großoffizierskreuz. 60px Orden der Krone von Rumänien, Kommandeur. Bene Merenti-Medaille in Gold (Rumänien) 60px Weißer Elefantenorden, 2. Klasse. 60pxOrden des Brustbildes von Bolivar Großherzoglich Sächsische Ehejubiläumsmedialle in Gold. Kriegsdenkmünze für die Feldzüge 1870–71 (Deutsches Reich).
Schriften (Hrsg.) König Friedrich I. von Preußen. Beiträge zur Geschichte eines Hofes, sowie der Wissenschaften, Künste und Staatsverwaltung jener Zeit. Leipzig 1878. (Nach Notizen seines Vaters). (Digitalisat) Aus meinem Tagebuch. Ein Beitrag zur Geschichte des Schweriner Hoftheaters 1883-1897. Verlag Herberger, Schwerin 1897. (Digitalisat)
Literatur Würdigung 25. Dienst-Jubiläum als General-Intendant in Schwerin, In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Neuer Theater-Almanach. Theatergeschichtliches Jahr- und Adressen-Buch. 1909. Zwanzigster Jahrgang, F. A. Günther & Sohn, Berlin 1909, S. 137 f. (Mit Foto in den Titelseiten). Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. ZUgleich Adelsmatrikel der D.A.G. Teil A (Uradel). 1942. Jahrgang 92, Justus Perthes, Gotha 1941, S. 264. Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch der Freiherrlichen Häuser. A (Uradel). Band V, Band 30 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1963, S. 204 f.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Intendant (Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin) Carl Kategorie:Person (Riga) Kategorie:Person im Deutsch-Französischen Krieg Kategorie:Oberleutnant (Preußen) Kategorie:Großkreuz des Hausordens der Wendischen Krone Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes II. Klasse Kategorie:Träger des Preußischen Königlichen Kronenordens 1. Klasse Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 2. Klasse Kategorie:Rechtsritter (Johanniterorden) Kategorie:Träger des Hausordens vom Weißen Falken (Kommandeur) Kategorie:Ritter des Hausordens Albrechts des Bären Kategorie:Kommandeur II. Klasse des Ordens Heinrichs des Löwen Kategorie:Träger des Herzoglich Sachsen-Ernestinischen Hausordens (Komtur I. Klasse) Kategorie:Träger des Albrechts-Ordens (Komtur 1. Klasse) Kategorie:Großkreuz des Oldenburgischen Haus- und Verdienstordens des Herzogs Peter Friedrich Ludwig Kategorie:Träger des Franz-Joseph-Ordens (Komtur mit Stern) Kategorie:Kommandeur 1. Grades des Dannebrogordens Kategorie:Träger des Ordens von Oranien-Nassau (Großkreuz) Kategorie:Träger des Ordens der Krone von Rumänien (Komtur) Kategorie:Träger des Reußischen Ehrenkreuzes Kategorie:Träger des Weißen Elefantenordens Carl Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1840 Kategorie:Gestorben 1913 Kategorie:Mann