mini|hochkant=1.2|Dorfanger in Buckow Buckow ist ein Ortsteil der amtsangehörigen Stadt Dahme/Mark im brandenburgischen Landkreis Teltow-Fläming.
Geografische Lage Der Ortsteil liegt im Norden des Stadtgebietes und grenzt im Norden an Baruth/Mark. Westlich befindet sich der weitere Ortsteil Wahlsdorf; östlich die Gemeinde Steinreich. Durch den Ort führt in West-Ost-Richtung die Landstraße L711 und in südlicher Richtung die Landstraße L705 nach Gebersdorf. Die westlichen Flächen werden vorzugsweise landwirtschaftlich genutzt, die östlichen Flächen sind bewaldet: Im Nordosten die Raupenheide, im Südosten der Grüne Grund. Das Gelände liegt auf rund und fällt nach Süden hin auf 95 Meter ab. Die höchsten Erhebungen sind der 131 Meter hohe Mühlenberg im Nordwesten und die 120,6 Meter hohen Kesselberge im Nordosten.Buckow, Brandenburgviewer, abgerufen am 8. Februar 2026. Im Norden existiert der Flurname Altes Dorf, Altes Dorf Giehren.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 63.
Geschichte und Etymologie 14. Jahrhundert Das kleine linsenförmige Angerdorf wurde im Jahr 1346 erstmals urkundlich bereits in seiner heutigen Schreibweise als Kirchdorf erwähnt. Der Name wandelte sich in den Jahrhunderten jedoch über Hencze bucow in den Jahren 1373/1375, Bukow im Jahr 1388, Im dorffe zu Bugkow im Jahr 1466, Buchow/Buckowe im Jahr 1579 und Buckow, Bucke im Jahr 1814. Der Name ist slawischen Ursprungs und bedeutet so viel wie Ort, wo Rotbuchen wachsen, RotbuchenwaldReinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, S. 37 ISBN 3-937233-17-2.. Das Dorf mit allem Recht und Kirchenpatronat war bis 1388 im Besitz der Herrschaft Dahme, kam anschließend für zwei Jahre in den unmittelbaren Besitz des Erzbischofs und danach wieder von 1390 bis 1405 in den Besitz der Herrschaft. Von 1405 bis 1872 war es Eigentum des Amtes Dahme. In dieser Zeit gab es sechs weitere Anteile, die nach und nach an das Amt fielen. Der zweite Anteil gehörte von vor 1414 dem Jüterboger Bürger Koch, der Geldhebungen vom Schulzen, zwei Lehnleuten und ein Erbe besaß. Er musste es im genannten Jahr den von Trotha zur Anwartschaft einräumen, bevor es an den Landesherren bzw. das Amt fiel. Der dritte Anteil war vor 1446 bis nach 1546 im Besitz der Familie Schilling, die Hebungen aus drei Erben besaß (einmal 1 Malter Getreide und zweimal Geld) bzw. Hebungen von drei Erben und deren Hufen (1 Malter Getreide, 10 Scheffel und 4 Scheffel Korn; 1466), bevor auch dieser Anteil an den Landesherren bzw. das Amt fiel. Der vierte Anteil lag vor 1446 bis 1596 bei der Familie von Schlieben und belief sich auf drei Hufen und eine Wiese, von der jede Hufe ein Malter Korn (1446) bzw. Hebungen von zwei Höfen gab (zwei Malter Korn, halb Roggen, halb Hafer, 1532). Dieser Anteil wurde geteilt: In den Jahren 1596 und 1597 behielten die von Schlieben die Hälfte der Hebungen, während die andere Hälfte an die Familie von Hacke ging. Beide Anteile wurden 1597 durch die Familie von Hacke wiedervereinigt und gingen 1638 an die von Löben, die sie vor 1657 an den Landesherren bzw. das Amt weitergaben. Der fünfte Anteil lag bis 1457 bei der Familie Roder und war bis nach 1468 im Besitz der von Hoym zu Ermsleben. Anschließend übernahm bis 1487 der Jüterboger Bürger Jungermann den Besitz. Von 1487 bis 1492 war er im Eigentum des Herzberger Bürgers Kühne, von 1492 bis 1514 im Besitz des Jüterboger Bürgers Hoppe. Der Anteil belief sich auf die Hebungen von drei Zweihufnern, die jeder ein Malter Korn und Geld gaben (1457). Auch dieser Anteil wurde geteilt: Die Hälfte der Hebungen (18 Scheffel Roggen, 1651) bekam der Kammerdiener von Hietzhaim, der ihn 1535 an die von Falkenhagen verkaufte, die ihn wiederum bis 1661 an die von Klitzing weitergaben. Der zweite Anteil lag von 1514 bis 1613 im Besitz des Jüterboger Bürgers Jungermann bzw. dessen Erben, bevor er für zwei Jahre in den unmittelbaren Besitz des Administrators kam. Danach war er von 1615 bis 1654 im Besitz der von Löben, von 1654 bis 1759 im Besitz des kurfürstlich-brandenburgischen Hof- und Konsistorialrats Reinhardt und dessen Erben, von 1770 bis nach 1815 im Besitz der Familie Balzer aus Jüterbog. Er umfasste 18 Scheffel Korn von drei Erben und Geld (1663). Der sechste Anteil umfasste die Hebungen (vier Scheffel Korn, 1528) und war bis 1528 im Besitz der Familie Schilling, bevor er im genannten Jahr in das Eigentum der Familie Reinicke überging und anschließend an den Landesherren bzw. das Amt fiel. Der siebte Anteil war bis 1654 im Besitz der Familie von Schlomach. Es waren Hebungen, die einmal 9 Scheffel Roggen, einmal 6 Scheffel Roggen, zweimal 4 Scheffel Roggen und 4 Scheffel Hafer umfassten (1654). In dieser Zeit erschien Buckow 1346 als Kirchdorf, 1388 als Dorf in den Akten.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 64.
15. und 16. Jahrhundert Um 1414 wurden im Dorf der Schulze und zwei Lehnleute erwähnt. Die Bewohner zahlten um 1500 insgesamt 5 Schock 25 böhmische Groschen (gr) Steuern. Im Jahr 1514 wurde das Lehngut genannt; 1516 betrugen die Steuern 10 Rheinische Gulden (fl) sowie im Jahr 1534 10 fl 3 Groschen (gr) 9 Pfennig (d) zum 50. Pfennig. Im Dorf lebten im Jahr 1551 insgesamt zwölf Hufner und drei Kossäten; 1562 waren es 15 Hauswirte. Der Pfarrer aus Gebersdorf erhielt in diesem Jahr von den Bewohnern 33 Scheffel Roggen, der Küster fünf Scheffel Roggen. Die Kirche besaß ein Stück Acker, von dem jährlich zwei Scheffel Korn geerntet werden konnten. Der Pfarrhof lag wüst und wurde von einem Bauern vergünstigt bewirtschaftet.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 66. In Buckow lebten im Jahr 1584 nach wie vor 15 Hauswirte, die zwei Jahre später Abgaben in Höhe von 5 Talern 28 gr 5 d zum 70. Pfennig leisteten. Eine Statistik aus den Jahren 1595/1596 führte zehn Einwohner (darunter der Schulze) auf, die dem Amt Dahme Michaelisschloß folgende Abgaben leisten mussten: einmal 2 Taler 12 gr, einmal 1 Taler 14 gr, einmal 1 Taler 6 gr, einmal 1 Taler 4 gr, einmal 1 Taler, einmal 22 gr, einmal 18 gr, einmal 16 gr, einmal 12 gr sowie einmal 8 gr.
17. Jahrhundert Um 1600 lebten im Dorf nach wie vor 15 Hauswirte. Aus dem Jahr 1609 wurden drei Lehnleute (darunter der Schulze), neun Ackerleute und drei Kossäten erwähnt. Um 1625 bewirtschaftete der Lehnschulze zwei Hufe, zwei Lehnleute zusammen vier Hufen, neun Bauern zusammen 13 Hufen. Zusammen mit drei Gärtnern und einem Häusler hatte Buckow 16 Einwohner, die 19 Hufen bewirtschafteten. Von 1635 bis 1815 gehörte der Ort zum sächsischen Amt Dahme. Vom Dreißigjährigen Krieg war auch Buckow betroffen: Im Jahr 1638 gab es zehn Bauern und einen Gärtner, von denen ein Bauerngehöft und alle drei Gärtner als abgebrannt und wüst gefallen bezeichnet wurden. Im Jahr 1646 lebten nur noch zwei Bauern und zwei Gärtner im Dorf; alle übrigen Häuser waren abgebrannt. Eine Statistik aus dem Jahr 1653 führte auf: neun Hufner, einen Gärtner, von denen zwei Hufner und zwei Gärtner wüst lagen. In einer weiteren Statistik aus dem Jahr 1658 erschienen: drei Lehngüter, darunter der Schulze mit je zwei Hufen, sieben Bauerngüter, ein Gärtner mit Kossätenhof und Garten, zwei wüst liegende Bauerngüter, zwei weitere Gärtner (von denen jeder einen Kossätenhof und Garten bewirtschaftete) und ein Häusler. In Buckow lebten im Jahr 1663 jeweils elf Männer und Frauen, 16 unmündige Söhne, 14 unmündige Töchter, zwei Brüder, drei Stiefsöhne und vier Stieftöchter. Eine Statistik aus dem Jahr 1664 führte auf: den Lehnschulzen, zwei Lehnbauern, sechs Handdienstbauern, ein Pfarrbauer und ein Gärtner. Zwei Bauerngüter und zwei Gärtner sowie die Büdnerstelle lagen nach wie vor wüst. Im darauffolgenden Jahr besaß die Kirche einen Acker, auf dem drei Scheffel Aussaat ausgebracht wurden. Der Pfarrer erhielt von vier Einwohnern drei Scheffel Roggen, von vier weiteren jeweils 2 ¼ Scheffel Roggen; ein Einwohner zahlte 1 ½ Scheffel Roggen. Der Küster erhielt von jedem Zweihufner ein Scheffel Korn, ein Brot und zwei Eier sowie von jedem Eineinhalbhufner 14 Metzen Korn, ein Brot und zwei Eier sowie von einem Einwohner ¾ Scheffel Roggen, ein Brot und zwei Eier. Der Pfarrbauer bezahlte ½ Scheffel Roggen, ein Brot und zwei Eier, der Kossät ¼ Scheffel Roggen, ein Brot und zwei Eier.
18. Jahrhundert Eine ausführliche Statistik über die Bewohner existiert aus dem Jahr 1713. Demzufolge gab es im Dorf den Lehnschulzen mit zwei Hufen. Er hatte einen Sohn als Knecht und zwei Töchter. Der Zweihufner hatte ebenfalls einen Sohn als Knecht, zwei weitere Söhne sowie eine Tochter als Magd und eine Tochter. Ein Zweihufner hatte einen Sohn als Knecht und zwei Töchter. Ein Eineinhalbhufner hatte einen Sohn als Knecht, zwei Töchter als Mägde, eine Magd sowie eine Tochter. Der Zweihufner hatte ein Lehngut, eine Tochter als Magd und eine Tochter. Ein Einhufer hatte eine Tochter als Magd und eine Tochter. Ein Eineinhalbhufner hatte einen Sohn als Knecht, ein Zweihufner zwei Söhne als Knecht, einer davon mit einem Gebrechen sowie eine Tochter. Ein Zweihufner hatte einen Dienstjungen; sein Hof war abgebrannt. Der Kossät war Windmüller und hatte einen Sohn und eine Tochter. Ein Kossät war kinderlos, ein anderer hatte eine Dienstmagd, ein weiterer Kossät eine Tochter als Magd. Der Häusler hatte einen Sohn als Dienstjungen und eine Tochter als Dienstmagd. Hinzu kam der Hirte mit einem Hirtenjungen, die gemeinsam 38 Schafe hüteten. Die Bewohner betrieben im Jahr 1722 insgesamt 16 Feuerstellen (= Haushaltungen). Es waren zwölf Bauern, drei Kossäten und der Windmüller. Im Jahr 1746 wurde von drei Lehnleuten, neun Bauern, vier Kossäten und zwei Häuslern berichtet; 1768 nur von einem Müller und zwei Schneidern. Buckow bestand im Jahr 1777 aus 18 angesessenen Einwohnern: zwölf Hufner, vier Kossäten und zwei Häusler. Es gab drei unbewohnte bzw. publike Häuser: Das Katechetenhaus sowie zwei Hirtenhäuser. Eine Statistik aus dem Jahr 1793 führte aus: sechs Zweihufner (darunter der Schulze), vier Anderthalbhufner, ein Einhufner, vier Kossäten, ein Halbkossät, ein Viertelkossäte und 19 Hufen.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 65.
19. Jahrhundert Im Jahr 1815 wurde von einem Meister mit einer Windmühle und einem Lehrling berichtet; ebenso von einem Laufschmied. Ein Schneider erschien 1816 in den Akten, ebenso 1819 in Zusammenhang mit einer Getreidewindmühle, zwölf Webstühlen, einem Schankwirt sowie neun männlichen und sechs weiblichen Dienstboten und einer Brennerei. Eine Statistik aus dem Jahr 1821 führte zwölf Hufner auf: den Lehnschulzen, einen Lehnbauern, einen Lehnhufner, sechs Zweihufner, drei Anderthalbhufner und drei Einhufner. Hinzu kamen vier Kossäten (darunter der Windmüller) und drei Häusler. In Buckow standen im Jahr 1837 eine Mahl- und Schneidemühle sowie 21 Wohnhäuser. Für das Jahr 1858 sind überliefert: drei öffentliche, 30 Wohn- und 68 Wirtschaftsgebäude, darunter eine holländische Getreide-Sägemühle und eine Ziegelei in einem Abbau. Das Dorf umfasste eine Fläche von 4567 Morgen (Mg): 39 Mg Gehöfte, 2416 Mg Acker, 2112 Mg Wald. Buckow bestand im Jahr 1895 mit dem Wohnplatz Ziegelei.