mini|hochkant|Birgit Gerstorfer (2024) Birgit Gerstorfer (* 10. Oktober 1963 in Wels. Abgerufen am 7. Juli 2016.) ist eine österreichische Politikerin (SPÖ). Von 2016 bis 2022 war sie oberösterreichische Landesrätin in der Landesregierung Pühringer V bzw. Landesregierung Stelzer I und Stelzer II sowie Landesparteiobfrau der SPÖ Oberösterreich. Infolge einer umstrittenen Impfkampagne trat Gerstorfer zurück. Nach ihrem Ausscheiden aus der Landesregierung wurde sie Landespräsidentin des Pensionistenverbandes Oberösterreich. Im Juni 2025 wurde sie als Präsidentin des Pensionistenverbandes Österreichs nominiert.

Leben Ausbildung und Beruf Birgit Gerstorfer wuchs in Alkoven auf und besuchte die Handelsakademie Eferding, wo sie 1983 maturierte. 1990 begann sie beim Arbeitsmarktservice (AMS), zunächst in der regionalen Geschäftsstelle in Eferding, wo sie im Alter von 32 Jahren die Leitung übernahm. Später wechselte sie als Leiterin der regionalen Geschäftsstelle nach Wels. 2006 wurde sie stellvertretende Landesgeschäftsführerin des AMS Oberösterreich und war in dieser Funktion für die Bereiche Qualitätsmanagement, Controlling, die Kundendienstprozesse sowie Frauenthemen verantwortlich. Mit 1. August 2010 wurde sie zur Landesgeschäftsführerin des AMS Oberösterreich bestellt.AMS OÖ: Birgit Gerstorfer wird neue Landesgeschäftsführerin. OTS-Meldung vom 11. Mai 2010, abgerufen am 6. Juni 2016. An der Johannes Kepler Universität besuchte sie einen Masterlehrgang Professional Master of Management und Leadership, den sie 2013 abschloss.Salzburger Nachrichten: Birgit Gerstorfer – von der Staatsanleihe AMS zur Risiko-Aktie SPÖ. Artikel vom 11. Juni 2016, abgerufen am 14. Juni 2016.

Politik Am 6. Juni 2016 wurde sie vom Landesparteivorstand zur Vorsitzenden der SPÖ Oberösterreich gewählt, beim außerordentlichen Landesparteitag der SPÖ Oberösterreich am 18. Juni 2016 erhielt sie bei der Wahl zur Vorsitzenden der SPÖ Oberösterreich 95,8 Prozent der Stimmen.orf.at – 95,8 Prozent: Gerstorfer zu Vorsitzender gewählt. Artikel vom 18. Juni 2016, abgerufen am 18. Juni 2016. Sie folgte Reinhold Entholzer als Landesrätin in der Landesregierung Pühringer V nach und wurde in der Landtagssitzung am 7. Juli 2016 in dieser Funktion angelobt.83 Prozent für Gerstorfer als neue SPÖ-Chefin und Landerätin in OÖ. Artikel vom 6. Juni 2016, abgerufen am 7. Juni 2016.orf.at – Gerstorfer ist neue SPÖ-Chefin in OÖ. Artikel vom 6. Juni 2016, abgerufen am 6. Juni 2016.Oberösterreichische Nachrichten: Birgit Gerstorfer ist neue SP-Vorsitzende. Artikel vom 6. Juni 2016, abgerufen am 6. Juni 2016.Salzburger Nachrichten: OÖ. SPÖ-Chefin Birgit Gerstorfer als Landesrätin angelobt. Artikel vom 7. Juli 2016, abgerufen am 7. Juli 2016. Von Thomas Stelzer übernahm sie außerdem vorübergehend die Frauenagenden, diese wurden am 6. April 2017 von Christine Haberlander übernommen.derStandard.at – SPÖ-Landeschefin Gerstorfer wird auch Frauenlandesrätin. Artikel vom 6. Juli 2016, abgerufen am 6. Juli 2016.

Am 9. Juni 2018 wurde sie auf dem Landesparteitag der SPÖ als Landesvorsitzende mit 89,68 Prozent der Stimmen wiedergewählt.orf.at: Gerstorfer mit 89,7 Prozent wiedergewählt. Artikel vom 9. Juni 2018, abgerufen am 9. Juni 2018. Im November 2020 wurde sie mit 86,8 Prozent als Landesvorsitzende bestätigt und zur Spitzenkandidatin für die Landtagswahl 2021 gewählt, bei der man mit 18,58 % (+0,21) knapp den zweiten Platz hinter der FPÖ mit 19,77 % (−10,59) verfehlte. In der Landesregierung Stelzer II ging das bisher von der SPÖ gestellte Sozialressort an Wolfgang Hattmannsdorfer, Gerstorfer erhielt als Landesrätin die Agenden Jugendschutz, SPÖ-Gemeinden, Personenstandswesen, Verwaltungspolizei, Zivildienst und Tierschutz.

Am 1. Februar 2022 wurde von Medienseite bekannt, dass Gerstorfer zusammen mit Landesgeschäftsführer Georg Brockmeyer ihren Rückzug von der Spitze der Landespartei bekanntgeben werden. Grund dafür war eine Plakatkampagne zur Coronaimpfung, in der man mit weinenden Kindern und dem Satz "Ich will dich nicht verlieren", auf starke Kritik aus den eigenen Reihen stieß. Zuvor hatte der SPÖ-Nationalratsabgeordnete Dietmar Keck den "sofortigen Rücktritt" der beiden gefordert. Hintergrund soll die eben genannte Impfkampagne mit traurigen Kindern sein – eine Rolle spielte aber auch eine Studie im Auftrag der Landespartei, die die Rolle der Gewerkschaften hinterfragte. Der Bürgermeister der Stadt Linz, Klaus Luger, meinte auf nachrichten.at, er habe den ganzen Vormittag Gespräche mit führenden Sozialdemokraten in Oberösterreich geführt, und das Stimmungsbild sei eindeutig gewesen.

Der dritte Landtagspräsident Peter Binder bestätigte, dass nach der Kampagnenpräsentation Montagvormittag "der Stein ins Rollen" gekommen sei. Es stellte sich heraus, dass die Werbesujets von keinem Funktionär abgesegnet worden seien. Er sprach von einem Alleingang Gerstorfers und Brockmeyers. Innerhalb kürzester Zeit hätten die beiden zweimal gegen die "Usancen der Partei verstoßen". Daher ist auch für Binder das Duo nicht mehr tragbar.

Im Februar 2022 folgte ihr Michael Lindner als geschäftsführender Landesparteivorsitzender nach, am 10. November 2022 übernahm Lindner auch das Amt des Landesrates von Gerstorfer. Anfang Juli 2025 wurde sie mit 96,6 Prozent der Delegiertenstimmen zur Präsidentin des Pensionistenverbandes Österreichs (PVÖ) gewählt. Sie folgte in dieser Funktion dem im April 2025 verstorbenen Peter Kostelka nach.

Auszeichnungen 2015: Mostdipf-Preis der Oberösterreichischen NachrichtenOberösterreichische Nachrichten: Mostdipf-Preisträger 2015. Artikel vom 20. Juni 2015, abgerufen am 6. Juni 2016. 2022: Barbara-Prammer-Nadel für besondere Verdienste in der Frauenpolitik 2023: Großes Ehrenzeichen des Landes Oberösterreich

Weblinks

Offizielle Website Birgit Gerstorfer auf den Webseiten des Landes Oberösterreich Birgit Gerstorfer im LinzWiki

Einzelnachweise

Kategorie:Landesrat (Oberösterreich) Kategorie:Politiker (21. Jahrhundert) Kategorie:SPÖ-Mitglied Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1963 Kategorie:Frau Kategorie:Träger des Großen Ehrenzeichens des Landes Oberösterreich