Basisdaten Berchtesgadener Land Bundesland: Bayern Regierungsbezirk: Oberbayern Einwohner: 23.369 (31. Dez. 2025)Quellen zu Einwohnerzahlen siehe Abschnitt: Gemeinden Höchster Punkt: (Watzmann-Mittelspitze) Niedrigster Punkt: knapp Amtliche Karte des BayernAtlas mit Höhenangabe zum Grenzübergang, online unter geoportal.bayern.de/bayernatlas/Berchtesgadener Achenahe dem Grenzübergang Hangendenstein (D) Marktschellenberg –(A) Grödig (Salzburg) Kfz-Kennzeichen: BGL,Altkennzeichen: BGD,Wunschkennzeichen (seit 2016): BGD, LF, REI Gliederung: fünf Gemeinden, zwei gemeindefreie Gebiete Karte 300px|zentriert Das Berchtesgadener Land (rot) innerhalb des Landkreises Berchtesgadener Land
Das Berchtesgadener Land ist eine Region im äußersten Südosten Bayerns, die von den Berchtesgadener Alpen umrahmt wird und wie eine Halbinsel vom österreichischen Bundesland Salzburg eingefasst ist. Seine Gebietsfläche entsprach bereits ab 1155 dem „geschlossenen Waldbezirk“ bzw. dem Kernland des Klosterstifts Berchtesgaden, das 1380 zur Reichsprälatur und 1559 zur reichsunmittelbaren Fürstpropstei Berchtesgaden erhoben wurde. Auch nach der Säkularisation von 1803 und der damit verbundenen Auflösung der Fürstpropstei hat sich das Berchtesgadener Land bis heute eine kulturgeschichtliche und soziokulturelle Eigenständigkeit bewahrt. Dazu gehören u. a. Bräuche wie das Weihnachtsschießen, das Buttnmandllaufen oder die eigene Berchtesgadener Tracht wie auch das Alleinstellungsmerkmal, die kleineren Ortsteile noch immer als Gnotschaften zu bezeichnen.
Das Berchtesgadener Land bildet heute mit den fünf Gemeinden Berchtesgaden, Bischofswiesen, Marktschellenberg, Ramsau und Schönau am Königssee sowie den gemeindefreien Gebieten Eck und Schellenberger Forst den südlichen Teil des nach ihm benannten Landkreises Berchtesgadener Land.
Seine viel besuchten Sehenswürdigkeiten wie Kehlsteinhaus, Königssee, Salzbergwerk und Ramsauer Kirche zählen zu den wichtigsten Urlaubszielen in Bayern. Über das Gebiet des Berchtesgadener Landes erstreckt sich zudem das 1990 mit dem Prädikat „UNESCO-Biosphärenreservat“ ausgezeichnete Biosphärenreservat Berchtesgaden (auch Alpenpark Berchtesgaden), das sich aus dem Nationalpark Berchtesgaden und dem Nationalparkvorfeld zusammensetzt und 2010, nun den ganzen Landkreis einbeziehend, zum Biosphärenreservat Berchtesgadener Land erweitert wurde.
Höchste Erhebung im Berchtesgadener Land ist der hohe Watzmann, dessen markante Silhouette über dem Berchtesgadener Becken zum Wahrzeichen der Region geworden ist.Berchtesgadener Land Tourismus GmbH: Der Watzmann – Berchtesgadens Schicksalsberg
Geografie Lage und Grenzen Das Berchtesgadener Land, eingebettet in die Nördlichen Ostalpen,Einordnung der das Berchtesgadener Land umgebenden Berchtesgadener Alpen zu den Nördlichen Ostalpen laut Alpenvereinseinteilung der Ostalpen bildet die Südhälfte des Landkreises Berchtesgadener Land im äußersten Südosten Bayerns und wird wie eine Halbinsel von der deutsch-österreichischen Landesgrenze eingefasst. (→ siehe auch Abschnitt: Nachbarregionen)
Seine Abgrenzung kann unter naturräumlichen (→ siehe: Naturräumliche Gliederung der Berchtesgadener Alpen (934.3) in Berchtesgadener Alpen) und geologischen Gesichtspunkten (→ siehe Abschnitt: Geologische Entwicklung) sowie im Sinn einer Bedeutungserweiterung des Begriffs „Berchtesgadener Land“ (→ siehe Abschnitt: (Geplante) Bedeutungserweiterungen des Begriffs) über die historische und soziokulturelle Kernregion des einstigen Landes Berchtesgaden hinausgehen.
Kulturlandschaft(seinheit) „Berchtesgadener Land“ Von den historischen und kulturgeschichtlichen Abgrenzungen abweichend und ein größeres Gebiet einschließend, bildet das Berchtesgadener Becken zusammen mit der sich nördlich daran anschließenden Untereinheit des Reichenhaller Beckens sowie den östlichen Ausläufern der Chiemgauer Alpen und den südwestlichen Teilen des glazial überprägten Salzach-Hügellandes eine Landschaftseinheit, die vom Bayerischen Landesamt für Umwelt 2011 erst in einem Entwurf, seit 2013 explizit als Kulturlandschaftseinheit „Berchtesgadener Land“ (Nr. 61) bezeichnet bzw. zusammengefasst wird. Innerhalb dieser neudefinierten Kulturlandschaftseinheit werden vom Landesamt im besiedelten Gebiet zwei kulturhistorisch „bedeutsame Kulturlandschaften“ hervorgehoben, die unter 61-A als „Berchtesgadener Land“ und unter 61-B als „Königssee mit St. Bartholomä“ ausgewiesen sind.Bayerisches Landesamt für Umwelt: Bedeutsame Kulturlandschaften in der Kulturlandschaftseinheit 61 Berchtesgadener Land (Stand: 2012), PDF-Datei online unter lfu.bayern.de Das „Berchtesgadener Land“ bzw. das Teilgebiet 61-A besitzt demnach „insbesondere aufgrund seiner Prägung als dauerhaft besiedeltes Bergbauerngebiet einen einzigartigen Charakter in den bayerischen Alpen“ und umfasst hier allein die besiedelten Gebiete der im Abschnitt Kommunalpolitische Gliederung aufgeführten fünf Gemeinden, von denen wiederum ein Teil der Gemeinde Schönau am Königssee unter 61-B besondere Hervorhebung als bedeutsame Kulturlandschaft „Königssee mit St. Bartholomä“ findet.
Landschaftsformen Berge mini|Watzmann
Die historische Landschaft Berchtesgadener Land ist nahezu vollständig von den Berchtesgadener Alpen umschlossen. Den niedrigsten Zugang innerhalb des deutschen Staatsgebiets bildet der Pass Hallthurm, der auf die Bergstöcke von Lattengebirge und Untersberg trennt. Noch niedriger ist der Zugang über österreichisches Staatsgebiet, der am Hangendensteinpass und dem einstigen Passturm Schellenberger Turm vorbei auf parallel zur Berchtesgadener Ache nach Marktschellenberg führt.
Von den Gebirgsstöcken der Berchtesgadener Alpen gehören große Teile zum österreichischen Land Salzburg. Lediglich die Gebirgsstöcke von Watzmann (2713 m), Hochkalter (2607 m) und Lattengebirge (1738 m) sowie der Gotzenberge (2171 m) als Teil des Hagengebirges befinden sich vollständig auf dem Gebiet des Berchtesgadener Landes. Damit ist der Watzmann der höchste Berg, dessen Wände, Flanken und Gipfel sich vollständig auf deutschem Boden befinden. Seine Mittelspitze ist zudem der höchste Punkt des Berchtesgadener Landes.
Fließgewässer mini|Berchtesgadener Ache
Die größten Fließgewässer des Berchtesgadener Landes sind Achen. Gespeist von Seen und zahlreichen Quellbächen, vereinigen sich die Königsseer Ache, Ramsauer Ache und Bischofswieser Ache zur Berchtesgadener Ache, die vom Südwesten aus Richtung Norden über Marktschellenberg die deutsch-österreichische Staatsgrenze passiert, um dann ab Grödig als Königsseeache in Salzach, Inn, Donau und am Ende ins Schwarze Meer abzufließen.
Im Nordwesten des Berchtesgadener Landes entspringt zudem die Quelle des Schwarzbaches unweit des Passes Schwarzbachwacht in Ramsau, der dann jedoch außerhalb der Region im Ortsteil Unterjettenberg der Gemeinde Schneizlreuth in die Saalach mündet.
Die Achen des Berchtesgadener Landes und ihre wichtigsten Zuflüsse sind (nach Flusssystem und Zuflusshöhe geordnet): Berchtesgadener Ache wird hinter deutsch-österreichischer Staatsgrenze zur Königsseeache Weißbach Rothmannbach Tiefenbach Almbach mit Almbachklamm Kainbach Larosbach Bergbach Gernerbach Weiherbach Anzenbach Berchtesgadener Ache Königsseer Ache Abfluss nördliches Ufer des Königssees Ramsauer Ache Bischofswieser Ache Weißbach Frechenbach Hängendstein-, Schwarzen- und Bichlgraben und weitere Nebenbäche Wimbach mit Wimbachklamm Sillersbach (Abfluss des Hintersees) Klausbach
Seen mini|St. Bartholomä am Ufer des Königssees vor Watzmann-Ostwand
Die größten Seen im Berchtesgadener Land sind der Königssee (Fläche: 5,22 km², maximale Tiefe: 190 m), der sich daran anschließende Obersee (57 ha, 51 m) und der Hintersee (16,4 ha, 18 m) in Ramsau. Weitere kleinere Stillgewässer sind der Böcklweiher und der Steinbergsee in Bischofswiesen und in den Bergen bei Schönau u. a. der Labsee (bzw. das Laubseelein), der Seeleinsee und die Karstseen Funtensee, Grünsee und Schwarzensee. Darüber hinaus sind noch der Aschauer Weiher und der Schornweiher zu nennen, die von den Fürstpröpsten des Berchtesgadener Landes bereits im 17. Jahrhundert oder auch davor als künstliche Teiche für die Fischzucht angelegt wurden. Während der Schornweiher 1931 komplett ausgebaggert und zum Schornbad umgebaut wurde, existiert der Aschauer Weiher nach wie vor und wird seit 1880 nur zum Teil als Aschauerweiherbad genutzt.
Der Königssee gilt hinsichtlich der Wasserqualität als einer der saubersten Seen Deutschlands und zusammen mit der Wallfahrtskirche St. Bartholomä samt Jagdschlösschen und Gasthaus an seinem Ufer als eines der touristischen Highlights im Berchtesgadener Land.
Gebietsteile im Landkreis Ableitung der Gebietgrenzen mini|Das Berchtesgadener Land (rot) innerhalb des Landkreises Berchtesgadener Land Die Region Berchtesgadener Land „im engeren Sinne“ umfasst als Südteil (auch bezeichnet als Südlicher Landkreis oder Innerer Landkreis) des Landkreises Berchtesgadener Land in etwa das Gebiet in den einstigen Grenzen des fürstpröpstlichen Herrschaftsgebietes bis 1803, für das nach mehreren Herrschaftswechseln bis zur endgültigen Eingliederung im Jahr 1810 in das Königreich Bayern ab 1811 die Gerichts- und zugleich Verwaltungsbehörde am Landgericht Berchtesgaden zuständig war. Schon kurz nach dem Anschluss an Bayern wurde die Bildung politischer Gemeinden vorangetrieben und in der Region zugleich die „Kontinuität zwischen Altem und Neuen gewahrt“, in dem man die bisherigen Gnotschaften „einfach“ in politische Gemeinden umwandelte.Dieter Albrecht: Die Aufhebung der Fürstpropstei und die Bildung der politischen Gemeinden im 19. Jahrhundert. In: Band Altbayern, Reihe I Heft 7: Fürstpropstei Berchtesgaden. Hrsg. Historischer Atlas von Bayern. S. 33–35, 39 (Karte der Fürstpropstei, Stand 1706), geschichte.digitale-sammlungen.de Als Verwaltungsbehörde blieb das Landgericht bis 1862 für dieses Gebiet zuständig, bis 1879 nur noch als reine Gerichtsbehörde, dessen Aufgaben dann für den gleichen Zuständigkeitsbereich an das Amtsgericht Berchtesgaden bis zu dessen Auflösung 1973 übertragen wurden. (Siehe dazu auch die Abb. der Karte von 1896 im Abschnitt Gnotschaften.)
1817 wies das Gemeindeverzeichnis im Landgericht Berchtesgaden neun Landgemeinden und zwei Marktgemeinden auf. Nach einigen kleineren Verschiebungen und Umverteilungen bereits im 19. Jahrhundert und den umfänglicheren Eingemeindungen im 20. Jahrhundert – nicht zuletzt ab 1972 nach Entstehen des jetzigen Landkreises Berchtesgadener Land – teilt sich das Gebiet der einstigen Landgerichtszuständigkeit heute in fünf Gemeinden und zwei gemeindefreie Gebiete auf, nämlich in die Gemeinden Berchtesgaden (7697 Einwohner),Bayerisches Landesamt für Statistik (Hrsg.): Einwohnerzahlen – Stand: 31. Dezember 2025. (PDF, S. 7 von 78 Seiten; 4,1 MB) Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke in Bayern. In: statistik.bayern.de. Bayerisches Landesamt für Statistik, Mai 2026, abgerufen am 21. Mai 2026 (Hilfe dazu) Bischofswiesen (6997 Einwohner), Marktschellenberg (1703 Einwohner), Ramsau (1694 Einwohner) und Schönau am Königssee (5278 Einwohner) sowie die gemeindefreien Gebiete Eck (12,60 km²) und Schellenberger Forst (17,01 km²). (In Addition der hier genannten Gemeindezahlen beläuft sich die Gesamteinwohnerzahl für das Berchtesgadener Land mit Stand vom 31. Dezember 2025 auf 23369 Einwohner.)Hellmut Schöner (Hrsg.): Das Berchtesgadener Land im Wandel der Zeit. Ergänzungsband I. Verein für Heimatkunde d. Berchtesgadener Landes, Verlag Berchtesgadener Anzeiger sowie Karl M. Lipp Verlag, München 1982, ISBN 3-87490-528-4, S. 164–196, 213–234 244–259.
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