Barbara Neuhaus, geb. Kurzer (* 29. Oktober 1924 in Reichenstein, Provinz Niederschlesien; † 28. Februar 2007) war eine deutsche Schriftstellerin und Hörspielautorin.
Leben Barbara Kurzer wurde am 29. Oktober 1924 im damals schlesischen Reichenstein als Tochter eines Chemikers und einer Lehrerin geboren. Sie besuchte Schulen in Reichenstein, Patschkau und Glatz, wo sie 1942 auch das Abitur ablegte. Anschließend erhielt sie bis 1944 eine Ausbildung zur Redakteurin, danach wurde sie zum Kriegsdienst verpflichtet. Nach Kriegsende fand Neuhaus zunächst in Glatz eine Beschäftigung als deutsche Redakteurin des „Amtlichen Nachrichtenblattes der Roten Armee für die deutsche Bevölkerung“. Im Jahr 1947 wurde sie aus ihrer Heimat vertrieben und ging nach Trebbin in die Sowjetische Besatzungszone. Sie fand 1948 eine Anstellung als Landarbeiterin auf dem Volksgut in Siethen und bei einem Neubauern. Sie wurde 1949 Mitglied der Demokratischen Bauernpartei Deutschlands (DBD) und zunächst Redakteurin für Frauenfragen und 1951 Ressortleiterin für Kultur beim DBD-Zentralorgan Bauernecho. Ab 1951 war sie für einige Jahre Mitglied des DBD-Bezirksvorstandes Berlin und seines Sekretariats. Im Jahr 1953 zog sie für die DBD in die Ost-Berliner Stadtverordnetenversammlung ein. Im November 1954 wurde sie von der Stadtverordnetenversammlung als Berliner Vertreterin der DBD für die Volkskammer benannt, deren Abgeordnete sie in der 2. und 3. Wahlperiode bis 1963 war. Ab 1955 gehörte sie dem Redaktionskollegium des Bauernecho an und absolvierte neben ihrer beruflichen Arbeit ein Fernstudium der Journalistik an der KMU Leipzig, das sie 1963 als Diplom-Journalistin abschloss. Ab 1964 war Neuhaus freischaffend als Autorin tätig.Kurzbiographie bei krimilexikon.de, abgerufen am 5. Juni 2016
Unter Neuhaus’ schriftstellerischen Arbeiten findet sich eine ganze Reihe von Kriminalromanen, von denen einige in der Reihe DIE – Delikte Indizien Ermittlungen erschienen. Gleichzeitig war sie auch umfangreich für den Hörfunk tätig. Neben Kriminalhörspielen schrieb sie zwischen 1974 und 1981 23 Folgen für die vom Rundfunk der DDR ausgestrahlte langlebige Familienserie Neumann, 2x klingeln.
Barbara Neuhaus war ab 1952 bis zu dessen Tod mit dem Schriftsteller Wolfgang Neuhaus (1929–1966) verheiratet. Seine letzte Arbeit, einen Dokumentarbericht mit dem Titel Kampf gegen Sternlauf, veröffentlichte sie nach eigener Vollendung 1968.
Barbara Neuhaus starb im Alter von 82 Jahren.Traueranzeige im Neuen Deutschland vom 6. März 2007 bei www.genealogy.net/de (abgerufen am 4. Januar 2019).
Veröffentlichungen 1968: Hexen im Luch, Roman, Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik, Berlin 1969: Schritte im Regen, Kriminalroman, Das Neue Berlin, Berlin 1972: 26 Bahnsteige, Roman, Das Neue Berlin, Berlin 1975: Funksignale vom Wartabogen, Sachbuch, Militärverlag der DDR, Berlin 1976: Tatmotiv Angst, Kriminalroman, Das Neue Berlin, Berlin 1984: Ich bitte nicht um Verzeihung, Kriminalroman, das Neue Berlin, Berlin 1986: Spätes Geständnis, Kriminalroman, Das Neue Berlin, Berlin 1987: Altweibersommer, Kriminalroman, Das Neue Berlin, Berlin 1992: Der letzte Schlüssel, Kriminalroman, Das Neue Berlin, Berlin, ISBN 3-359-00661-5 1993: Wohl dem, der keine Erben hat, Kriminalroman, Das Neue Berlin, Berlin, ISBN 3-359-00689-5
Hörspiele 1974–1981: Neumann, 2x klingeln (23 Folgen) – Regie: Joachim Gürtner 1975: Kein Kavaliersdelikt (aus der Reihe Tatbestand) – Regie: Barbara Plensat 1976: Coeurdame – Regie: Fritz-Ernst Fechner 1977: Schwarze Orangen – Regie: Werner Grunow 1978: Der gestohlene Großpapa – Regie: Günter Bormann 1979: Schweigegeld – Regie: Joachim Witte 1980: Sein einziger Brief – Regie: Ingeborg Medschinski 1981: …aber das Moor ist stumm – Regie: Edith Schorn 1982: Die lästige Oma – Regie: Wolfgang Brunecker 1983: Die Wurstmafia – Regie: Joachim Gürtner 1983: Trompetensolo – Regie: Joachim Gürtner 1984: Verharschte Spuren – Regie: Joachim Gürtner 1984: Rache – Regie: Walter Niklaus 1984: Das Geheimnis der alten Standuhr – Regie: Joachim Gürtner 1984: Im Herbststurm – Regie: Annegret Berger 1985: Der große Irrtum – Regie: Edith Schorn 1985: Holiday am blauen See – Regie: Joachim Gürtner 1986: Selbst ist der Mann – Regie: Annegret Berger 1986: Der Hund von Baskerow – Regie: Rüdiger Zeige 1987: Millionenstäbchen – Regie: Annegret Berger 1987: Der Kunstfehler – Regie: Klaus Zippel 1988: Der Tod der Richterin – Regie: Walter Niklaus 1990: Die Ex-Lady – Regie: Günter Bormann
Auszeichnungen 1958 Franz-Mehring-Ehrennadel
Literatur WER IST WER in der SBZ?. Ein biographisches Handbuch. Verlag für Internationalen Kulturaustausch, Berlin-Zehlendorf 1958, S. 181. Handbuch der Volkskammer der Deutschen Demokratischen Republik, 3. Wahlperiode. Kongress-Verlag, Berlin 1959, S. 455. Meyers Taschenlexikon. Schriftsteller der DDR, Verlag VEB Bibliographisches Institut 1975, S. 400. Rita Pawlowski: „Unsere Frauen stehen ihren Mann“. Frauen in der Volkskammer der DDR 1950–1989. Ein biographisches Handbuch. trafo, Berlin 2008, ISBN 978-3-89626-652-1, S. 198.
Weblinks
Literatur von und über Barbara Neuhaus im Katalog des Deutschen Literaturarchivs Marbach
Einzelnachweise
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