Die Burg Tsu (, Tsu-jō) befindet sich in der Stadt Tsu in der Präfektur Mie. In der Edo-Zeit residierten dort zuletzt die Tōdō als große Tozama-Daimyō.

Burgherren in der Edo-Zeit Ab 1600 Tomita Nobutaka (; † 1633) mit einem Einkommen von 50.000 Koku. Ab 1609 die Tōdō mit 220.000 Koku.

Geschichte Die Burg von Tsu wurde früher Anotsu () genannt. Von hier aus konnte der Verkehr an der Küste überwacht werden. Die ab 1571 von Oda Nobukane (; 1548–1614), einem Bruder Oda Nobunagas, erbaute Burg fiel dann an Tomita Nobutaka als Vasall Toyotomi Hideyoshis, den Tokugawa Ieyasu dort beließ, bis dann 1606 Tōdō Takatora Burgherr wurde. Dieser baute die Burg bis 1616 beträchtlich aus.

Anlage mini|links|Plan der Burg1: Hommaru, S: Quartiere höherer VasallenDunkelblau: Erhaltene Gräben Im Norden durch den Fluss Anō (, -gawa) und im Süden durch den Iwata (, -gawa) geschützt, wurde die Burg weiter innen durch zwei ringförmige Wassergräben gesichert.

Der Zugang zum zentralen Burgbereich, dem Hommaru () wurde durch zwei inselförmige Anlagen, eine im Nordwesten (, Nishi-no-maru) und eine weitere im Südosten (, Higashi-no-maru), geschützt. In der Südwest-Ecke des Hommaru sieht man die Basis für einen großen und für einen kleinen Burgturm (, Tenshukaku), aber die Türme wurden nie gebaut. Stattdessen wurden an den anderen Ecken des Hommaru je ein Wachturm (Yagura) und noch zwei weitere an den Seiten gebaut. Dabei deutet die Bezeichnung Ushitora-Wachturm (, Ushitora-yagura) nach den Zwölf Erdzweigen auf die Position in der Nordost-Ecke hin. Entsprechen hieß der dreistöckige Wachturm an der Nordwest-Ecke Inui-Wachturm (, Inui-yagura). Er übernahm die Rolle des Burgturms. An der Südost-Ecke stand der Tsukimi-Wachturm (, Tsukimi-yagura), ist also nicht nach den Erdzweigen benannt da er sonst Tatsumi-Wachturm (, Tatsumi-yagura) geheißen hätte. Stattdessen ist der Turm nach seiner Funktion als Mondbeobachtungsturm benannt.

Die Mauern zeigen an der Basis mit gradem, etwas flacherem Anstieg, was als „Hundelauf“ (, inu-hahsiri) bezeichnet wird. Takatora nutzte diese Bauweise bereits beim Bau der Burg Imabari.

1871 wurden die Gebäude der Burg abgerissen, der zentrale Teil in einen öffentlichen Park umgewandelt. Im Hommaru wurde ein Garten im japanischen Stil angelegt. Als Eingangstor (Mon) zum Garten wurde das Tor zur ehemaligen Han-Schule Yūzōkan () hierher versetzt. Es trägt den Namen „Eingangstor zur Tugend“ (, Nyūtoku-mon). 1958 wurde der Ushitora-Wachturm wieder errichtet, allerdings aufwändiger, als das Original und nicht an der ursprünglichen Wallecke (im Plan der Burg gelb markiert), sondern versetzt zum Südost-Zugang (braun markiert), dem ehemaligen Higashikurogane-mon ().

Bilder

Literatur Hashiba, Akira: Tsu-jo in: Miura, Masayuki (Hrsg.): Shiro to jin’ya. Saikoku-hen. Gakken, 2006. ISBN 978-4-05-604379-2. Nishigaya, Yasuhiro (Hrsg.): Tsu-jo. In: Nihon meijo zukan, Rikogaku-sha, 1993. ISBN 4-8445-3017-8.

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