The Witch (Originaltitel The VVitch: A New-England Folktale, engl. für Die Hexe: ein Neuengland-Volksmärchen) ist ein Horror-Mystery-Film des Regisseurs Robert Eggers, der am 23. Januar 2015 im Rahmen des Sundance Film Festivals seine Premiere feierte und am 19. Februar 2016 in die US-amerikanischen Kinos kam. In Deutschland wurde der Film zwischen 3. April und 10. April 2016 im Rahmen des Fantasy Filmfests gezeigt und war ab dem 19. Mai 2016 offiziell in den Kinos zu sehen.

Handlung Um 1630, zehn Jahre nachdem die Mayflower mit den ersten Siedlern an Bord im amerikanischen Plymouth anlegte, findet auf einer Plantage in Neuengland ein Kirchenprozess gegen den Neuankömmling William und seine Familie statt. Nach einem kurzen Prozess werden sie aus der puritanischen Gemeinde ausgestoßen. Der strenggläubige William war gerade erst mit seiner Frau und seinen fünf Kindern in der Neuen Welt angekommen, lässt sich aber von der Ausstoßung nicht erschüttern. Die Familie, bestehend aus William, seiner Frau Kathrine, der ältesten Tochter Thomasin, ihrem jüngeren Bruder Caleb, den Zwillingen Mercy und Jonas sowie Samuel, dem jüngsten Spross, macht sich auf die Suche nach einem Ort für einen Neuanfang, und nach einer kurzen Reise finden sie am Rande eines großen Waldes ein neues, scheinbar ruhiges Zuhause, wo sie wortgetreu nach der Bibel leben wollen.

William versucht, sich hier eine Existenz aufzubauen. Die Familie betreibt Landwirtschaft und baut Mais an. Der ausgesprochen triste Alltag der Familie besteht schon bald nur noch aus Beten und Arbeiten. Der Glaube des gottesfürchtigen William wird bald durch einige unerklärliche Ereignisse und eine Reihe von Unglücksfällen, die sich auf der kleinen Farm und im nahe gelegenen Wald abspielen, auf eine harte Probe gestellt. Obwohl ihr Leben entbehrungsreich und ihre Arbeit hart ist, droht der nahende Winter die Ernte in Gefahr zu bringen, weil eine Krankheit die Pflanzen befallen hat und den Mais verdirbt. Auch das Vieh verhält sich zunehmend seltsam, allen voran ihr Ziegenbock . Dann verschwindet auch noch Samuel, das jüngste Kind, wie von Geisterhand vor den Augen der ältesten Tochter Thomasin, während die beiden im Wald spielen. Es wird gezeigt, dass eine im Wald lebende Hexe ihn an sich genommen, getötet und aus seinem Blut eine Hexensalbe hergestellt hat, mit welcher sie sich einreibt. Die Familie beginnt den Jungen zu suchen, jedoch ohne Erfolg. Caleb bemerkt verstärkt sein Interesse an Frauen.

Nach einigen Tagen geht William heimlich mit Caleb in den Wald, um eine Wolfsfalle aufzustellen. Dabei treffen sie auf einen Hasen, der still dasitzt und die beiden ansieht. William zielt mit seiner Büchse auf ihn, der Schuss geht jedoch nach hinten los und das Pulver trifft Williams Gesicht.

Die Kinder hören nachts ein Gespräch ihrer durch Armut und den Verlust des Säuglings verzweifelten Eltern mit und Thomasin erfährt, dass ihre Mutter sie als Haushaltshilfe verkaufen will und ihr Vater den Plan ausführen soll.

Caleb sattelt daraufhin am frühen Morgen das Pferd, um jagen zu gehen und so seine Schwester zu retten. Thomasin erwischt ihn dabei und droht, die Eltern zu wecken, wenn er sie nicht mitkommen lässt.

Zusammen mit dem Hund machen sie sich auf den Weg. Im Wald reagieren die Tiere verängstigt, das Pferd geht durch, der Hund kommt auf mysteriöse Weise zu Tode. Thomasin wird schließlich vom Pferd geworfen und verliert das Bewusstsein. Caleb entdeckt eine Waldhütte, die ihn gleichzeitig verängstigt und anzieht. Dort wird er von der Hexe in Gestalt einer jungen Frau verführt. Thomasin erwacht und findet – von den Rufen ihres Vaters geleitet – den Weg zurück zu ihrer Familie. Caleb kehrt am Abend nackt und in einem Delirium zurück, was seine Mutter zu der Annahme bringt, dass er verhext worden sei. Zusammen versuchen sie und der Rest der Familie mehrfach, das Vaterunser für Caleb zu sprechen. Caleb stirbt jedoch, kurz nachdem er seine Liebe zu Jesus Christus erklärt.

Kurz vor seinem Tod beschuldigen die Zwillinge Thomasin, eine Hexe zu sein, was diese jedoch bestreitet und als früheren Jux bezeichnet. Nach dem Tod Calebs erklärt Thomasin stattdessen ihrem Vater, dass die Zwillinge möglicherweise im Bund mit dem Teufel in Gestalt des Schwarzen Phillips stehen, da sie zuvor angaben, dieser spräche zu ihnen. Vater William hat genug und sperrt Thomasin und die Zwillinge zusammen mit den Ziegen im Stall ein. In der Nacht sehen die drei Geschwister, wie die Hexe, welche in den Stall eingedrungen ist, sich am Blut der Ziegen sättigt.

Am nächsten Tag findet William den Stall völlig zerstört vor. Die Zwillinge sind verschwunden, die Ziegen – bis auf den Schwarzen Phillip – tot, und Thomasin liegt mit blutverschmierten Händen und bewusstlos auf dem Boden. Plötzlich rast der Schwarze Phillip auf William zu und spießt ihn mit seinen Hörnern auf. Er schleudert ihn gegen einen Stapel Holzscheite, welche ihn begraben. Kurz danach kommt Katherine aus dem Haus und sieht ihren toten Mann und die blutverschmierten Hände von Thomasin. Im Glauben, Thomasin hätte ihren Mann ermordet, versucht sie diese zu erwürgen, wird jedoch im letzten Moment von dieser mit einem herumliegenden Messer niedergestreckt.

Thomasin betritt am Abend den zerstörten Stall und spricht zum Schwarzen Phillip. Nach einigen Augenblicken antwortet ihr dieser in Menschengestalt und bietet ihr alles, was sie auf der Welt möchte, wenn sie ihren Namen in sein Buch eintrüge. Thomasin stimmt zu und läuft kurz danach mit ihm, der jetzt wieder Ziegengestalt angenommen hat, nackt in den Wald. Dort findet sie einen Coven nackter Frauen vor, welche um ein großes Lagerfeuer einen Hexensabbat abhalten. Sie beginnen, eine nach der anderen, in die Luft aufzusteigen und zu schweben, zuletzt auch Thomasin, welche jetzt ihre Verwandlung zur Hexe vervollständigt hat.

Produktion Produktionsgeschichte Die Regie übernahm Robert Eggers, der auch das Drehbuch schrieb. Es handelt sich um das Spielfilmdebüt des Regisseurs.

Der Originaltitel des Films, The VVitch: A New-England Folktale, in dem das Wort Witch am Anfang nicht mit einem W geschrieben, sondern durch zwei aufeinanderfolgende Großbuchstaben V dargestellt ist, wurde gewählt, weil diese Schreibweise in der im Film gezeigten geschichtlichen Periode oft verwendet wurde und diese Zeit durch eine Verwendung der besonderen Schreibweise im Titel gut transportiert werde.Rob Hunter: 38 Things We Learned from The Witch Commentary In: filmschoolrejects.com, 25. Mai 2016. Der Buchstabe W entstand im Mittelalter ursprünglich aus der Verdoppelung des V beziehungsweise U. Noch heute erkennt man diese frühere Schreibweise am Namen des Buchstabens W im Englischen, wo dieser als double u also doppeltes u bezeichnet wird. In: Weikopf – Welt der Sprachen der Welt. Abgerufen am 31. Mai 2016.

Historische Bezüge Der Regisseur hatte für seine Arbeit mit Historikern zusammengearbeitet und ein Panel veranstaltet, in dem die Frage diskutiert wurde, ob der Film ein akkurates Porträt dieser Zeit zeichne.Frank Arnold: Interview mit Robert Eggers über seinen Film ‘The Witch’ In: epd Film, 24. Mai 2016. Zudem liegen dem Film Prozessakten und zeitgenössische Überlieferungen zu GrundeAaron Hillis: How Director Robert Eggers Made ‘The Witch’ into a Genuinely Creepy Feminist Fable In: vice.com, 24. Februar 2016.Forrest Wickman: All The Witch’s Most WTF Moments, Explained: A Spoiler-Filled Interview With the Director In: slate.com, 23. Februar 2016., und Eggers nutzte auch einen puritanischen Devotionalienführer von Lewis Bayly mit dem Titel The Practice of Piety als Quelle. Eggers gab an, dass nahezu alle im Film zu hörenden Gebete diesem Buch entnommen sind. Eine weitere wichtige Quelle war eine Reihe zeitgenössischer Bücher, die von Experten für die Landwirtschaft des Elisabethanischen Zeitalters geschrieben wurden und deren Techniken auch von den Siedlern in Amerika übernommen wurden. Darunter fanden sich die Bücher Pigs, Goats and Poultry 1580–1660 und Wagons, Carts and Pack Animals 1580–1660, die halfen, die Farm auf der die Figuren im Film leben und auch deren Arbeitsgeräte authentischer darzustellen.Makado Murphy: That (Very, Very) Old Black Magic in ‘The Witch’ In: The New York Times, 18. Februar 2016. mini|hochkant=1.1|Letztes Zeugnis der Hexenprozesse in Neuengland: das Hexenhaus von Salem Eggers siedelte die Geschichte in Neuengland an, einem Gebiet im Nordosten der USA, das neben Virginia der Ursprung der englischen Besiedlung Nordamerikas und eine neue Heimat vieler Puritaner war, und zeichnete im Film das Bild einer klassischen puritanischen Familie. Der Puritanismus war eine im 16. Jahrhundert in England und Schottland entstandene Reformbewegung. Puritaner, die in England nicht zur äußeren Konformität mit der anglikanischen Kirche bereit waren, wurden dort in Folge eines 1593 von Elisabeth I. verabschiedeten Gesetzes verfolgt, die mit äußerster Härte gegen puritanische Bestrebungen vorging. Dies führte später zur Auswanderung vieler Puritaner, überwiegend nach Amerika.

1620 gründeten die Pilgerväter, unter denen sich viele Puritaner befanden, die Siedlung Plymouth und später auch die Siedlung Salem, die später insbesondere durch die Hexenprozesse von Salem bekannt wurde, welche im Jahr 1692 stattfanden. Begonnen hatte die Hexenverfolgung in einer streng puritanischen Gemeinde, ähnlich wie der im Film dargestellten. Wie auch durch das arbeitsreiche und von Gebeten geprägte Leben von Williams Familie im Film dargestellt, betonten Puritaner stark das fromme Familienleben, und ein einfaches, vom Fleiß des Einzelnen geprägtes und moralisch einwandfreies Leben war für sie Pflicht. In den kinderreichen Ehen sahen Puritaner eher den Ausdruck der Liebe in gegenseitiger Fürsorge als in Sex.

Nicht alle Einstellungen und Ideen des Films sind jedoch von Geschichts- und Fachbüchern inspiriert. So basieren einige Elemente darin auf der imaginären Welt, die Eggers in seiner eigenen Kindheit erlebte. Als Kind, so Eggers, habe er geglaubt, dass die Wälder hinter seinem Elternhaus von Geistern und Hexen bewohnt seien, und seine frühesten Träume seien Albträume von Hexen gewesen.

Zur Erhöhung der Authentizität engagierte Eggers fast ausschließlich Schauspieler aus Großbritannien. Auch wenn diese nicht das Englisch des 17. Jahrhunderts sprechen konnten, war es ihm doch wichtig, dass ihre Sprechweise dem nahekam.

Besetzung und Vorbereitung Die Rolle des Vaters der puritanischen Familie, William, wurde mit dem britischen Schauspieler Ralph Ineson besetzt. In Vorbereitung auf seine Rolle musste Ineson mehr als zehn Kilogramm abnehmen, was ihm nach eigenen Aussagen mit Yoga, weniger Essen und Holzhacken gelang. Die in den USA geborene britisch-argentinische Schauspielerin Anya Taylor-Joy übernahm die Rolle von Thomasin, der ältesten Tochter von William, die über große Strecken im Mittelpunkt des Films steht. Die Rolle der Mutter Katherine wurde mit der schottischen Film- und Theaterschauspielerin Kate Dickie besetzt, die des ältesten Sohnes Caleb mit Harvey Scrimshaw. Ellie Grainger und Lucas Dawson übernahmen im Film die Rollen der Zwillinge Mercy und Jonas. Die Hexen im Film werden unter anderem von Bathsheba Garnett und Sarah Stephens gespielt. Stephens ist ein ehemaliges Victoria’s-Secret-Model, das Badeanzüge und Dessous vorführte.