Actionbound ist ein 2012 auf dem Markt erschienenes Autorenwerkzeug zur Erstellung von Serious Games, mit dem Nutzer eigene digitale Schatzsuchen, mobile Abenteuer und interaktive Guides erstellen und diese einem Publikum öffentlich oder exklusiv zur Verfügung stellen können. Die Actionbound-App ist für Mobilgeräte mit Android- und iOS-Betriebssystemen erhältlich.
Entstehung Actionbound wurde 2012 von Simon Zwick und Jonathan Rauprich entwickelt und basiert auf der medienpädagogischen Abschlussarbeit von Simon Zwick. Grundidee war es, die aktuellen Technologien, die gerade von Jugendlichen gerne genutzt werden, in einer Anwendung, aufbauend auf klassischen pädagogischen Methoden, zu verschmelzen. Das dabei entstandene Edugame vereint Elemente wie Partizipation, Bewegung, Peer-to-Peer-Lernen, mobiles Internet und Augmented Reality mit aktuellen pädagogische Lernprinzipien wie M-Learning, assessment for learning oder seamless learning.Angelika Beranek, Simon Zwick: Actionbound- laufend lernen, In: Katja Friedrich, Friederike Siller, Albert Treber (Hrsg.): Smart und mobil – Digitale Kommunikation als Herausforderung für Bildung, Pädagogik und Politik; Schriftenreihe Schriften zur Medienpedagogik (49. Band). kopaed, München 2015, ISBN 978-3-86736-349-5, S. 217–228.Simon Zwick, Cynthia Lengler, Ilka Hamer et al.: Die Bibliothek spielerisch entdecken mit der Lern-App Actionbound, In: Achim Bonte, Andreas Degkwitz, Wolfram Horstmann et al. (Hrsg.): Bibliothek Forschung und Praxis. 40. Band, Nr. 1. de Gruyter, 2016, , S. 50–63.
Technik Actionbound besteht aus zwei Teilen: dem browserbasierten Editor (Bound-Creator), mit dem jeder Nutzer eigene sog. „Bounds“, wie die digitalen Abenteuer genannt werden, erstellen kann, und der App, mit der auf dem Smartphone oder Tablet die Bounds gespielt werden können.
Inhalte Actionbound beinhaltet Gamification-Elemente, die das Lernen begünstigen und Motivation und Begeisterung fördern sollen.André Hermes, Miriam Kuckuck: Digitale Lehrpfade selbstständig entwickeln – Die App Actionbound als Medium für den Geographieunterricht zur Erkundung außerschulische Lernorte. In: GW Unterricht. Nr. 142/143, 2016. S. 174–182. Dem Ersteller eines Bounds stehen verschiedene Inhalte zur Verfügung wie z. B. Quiz, Karten, GPS, Foto- und Videodateien, aber auch Auswertungen und Feedback der Spieler. Zusätzlich steigern Ranking, Punktesystem und Wettbewerb das Engagement der Teilnehmenden.
Anwendungsbereiche Actionbound wird heute von Nutzern und Einrichtungen auf der ganzen Welt eingesetzt und ist in 17 Sprachen übersetzt. Insbesondere in der Erwachsenen- und Jugendbildung, in der Museumspädagogik und im Bibliothekswesen findet die App Anwendung, aber auch im Sport- und Freizeitsegment sowie verstärkt im Unternehmenssektor beispielsweise für Onboarding-Veranstaltungen, Weiterbildungen und Werksschulungen.
Private Nutzung Im Privatbereich kann Actionbound zum Beispiel für Geburtstage, Junggesellenabschiede, Spaziergänge oder interaktive Rallyes verwendet werden.
Bildungsbereich Im Bildungsbereich bietet sich Actionbound für Campus-Touren, Museumsführungen oder Bibliotheksrallyes an. Im Schulunterricht wird sie als Game-based-Learning-Methode bereits vielfach genutzt, beispielsweise werden Bounds zur Ausarbeitung von Unterrichtsinhalten von Lehrerinnen und Lehrern erstellt und somit der klassische Frontalunterricht aufgebrochen. Ebenso können Schüler selbst aktiv Bounds erstellen. Auf diese Weise wird ein handlungsorientierter Unterricht gestaltet, der individuelle Interessen aufgreift und Kopf- und Handarbeit verknüpft. Zudem wird die Ausbildung medienanwendungsbezogener, medienkritischer und sozialer Kompetenzen gefördert.Angelika Beranek, Simon Zwick: Actionbound im Unterricht. In: Thomas Knaus, Olga Engel (Hrsg.): fraMediale digitale Medien in Bildungseinrichtungen [Band 4]. kopaed, München 2015, ISBN 978-3-86736-169-9, S. 191–204. Auch als Medium für freiwillige Zusatzaufgaben lässt sich Actionbound einsetzen.Katharina Thülen, Michael Herbig: Actionbound im Mathematikunterricht. In: Thomas Knaus, Olga Engel (Hrsg.): fraMediale digitale Medien in Bildungseinrichtungen [Band 4]. kopaed, München 2015, ISBN 978-3-86736-169-9, S. 205–217.
Die Methode eignet sich für kreativ orientierte, geschichtlich-politische wie auch für naturwissenschaftliche Fächer. Ebenso kann die unterrichtsbegleitende, außerschulische Lernförderung mit Actionbound aufgegriffen werden.Schreiber, Schulz: Actionbound – virtuelle Schnitzeljagd. Mathematische Aspekte in der Umwelt spielerisch entdecken. In: Mathematik differenziert, 1/2017, S. 22–25.André Hermes, Miriam Kuckuck: Digitale Lernpfade erstellen mithilfe der App Actionbound. In: Praxis Geografie, 1/2017. Westermann Gruppe, Braunschweig 2017, S. 48–49.Stephan Langer, Thomas Welsch: Multi-ethische Stadtviertel im projektorientierten Geographieunterricht. In: Praxis Geographie, 4/2017, Westermann Gruppe, Braunschweig 2017, S. 18–21.Fenn Hampe, Maren Risch: Actionbound. Historisch-politisches Lernen mit mobilen Endgeräten. In: LA-Multimedia : Magazin für Didaktik und digitale Medien. Nr. 11, 2014, , S. 10–13. So kann unter Einbeziehung der technischen Kompetenz der Jugendlichen die inhaltliche Vertiefung von unterrichtlichem Wissen ermöglicht werden.Karsten Müller: Erkundungen im Sozialraum mit Actionbound und Reformation 2.0. In: Religion 5 bis 10. Nr. 17, 2015, , S. 26–29.André Hermes, Miriam Kuckuck: Digitale Lehrpfade selbstständig entwickeln – Die App Actionbound als Medium für den Geographieunterricht zur Erkundung außerschulische Lernorte. In: GW Unterricht. Nr. 142/143, 2016. S. 174–182 Auch im Schülerlabor wird Actionbound bereits eingesetzt.
Unternehmensbereich Auf geschäftlicher Ebene sind Team-Building-Events, Schulungen, Präsentationen oder Werksführungen klassische Einsatzgebiete für die App.
Sport- und Freizeit In diesem Sektor kann Actionbound als Tourismus-Instrument, für geführte Berg- und Geländetouren, klassische Schnitzeljagden oder auch als digitaler Fitness-Trainer genutzt werden.
Geschäftsmodell Der private Gebrauch der App ist kostenlos.
Bei einer geschäftlichen Nutzung werden individuelle Preise festgelegt. Die Kosten richten sich nach den Anforderungen des Nutzers. Bildungseinrichtungen erhalten vergünstigte Konditionen.
Rezeption Die Presse sowie namhafte Kunden bewerten die App durchweg positiv. Insbesondere werden dabei die leichte digitale Anwendbarkeit, die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten und das innovative Spieldesign gelobt:
Auszeichnungen 2019 eLearning AWARD: Siegerprojekt in der Kategorie „Social Learning“ 2016 Deutscher Bildungsmedien-Preis digita: Sonderpreishttps://www.digita.de/2016/sonder.htm 2015 GIGA-Maus: Das beste Lernspiel und Sieger in der Kategorie Kinder ab 10 Jahre 2013 Pädagogischer Interaktiv-Preis: Android- und iOS-App für Kinder und Jugendliche, Sonder-Pädi 2013
Literatur Angelika Beranek, Simon Zwick: Actionbound – laufend lernen In: Katja Friedrich, Friederike Siller, Albert Treber (Hrsg.): Smart und mobil – Digitale Kommunikation als Herausforderung für Bildung, Pädagogik und Politik; Schriftenreihe Schriften zur Medienpedagogik (49. Band). kopaed, München 2015, ISBN 978-3-86736-349-5, S. 217–228. Simon Zwick, Cynthia Lengler, Ilka Hamer et al.: Die Bibliothek spielerisch entdecken mit der Lern-App Actionbound, In: Achim Bonte, Andreas Degkwitz, Wolfram Horstmann et al. (Hrsg.): Bibliothek Forschung und Praxis. 40. Band, Nr. 1. De Gruyter, 2016, , S. 50–63. André Hermes, Miriam Kuckuck: Digitale Lehrpfade selbstständig entwickeln – Die App Actionbound als Medium für den Geographieunterricht zur Erkundung außerschulische Lernorte. In: GW Unterricht. Nr. 142/143, 2016. S. 174–182. Angelika Beranek, Simon Zwick: Actionbound im Unterricht. In: Thomas Knaus, Olga Engel (Hrsg.): fraMediale digitale Medien in Bildungseinrichtungen [Band 4]. kopaed, München 2015, ISBN 978-3-86736-169-9, S. 191–204. Katharina Thülen, Michael Herbig: Actionbound im Mathematikunterricht. In: Thomas Knaus, Olga Engel (Hrsg.): fraMediale digitale Medien in Bildungseinrichtungen [Band 4]. kopaed, München 2015, ISBN 978-3-86736-169-9, S. 205–217. Fenn Hampe, Maren Risch: Actionbound. Historisch-politisches Lernen mit mobilen Endgeräten. In: LA-Multimedia : Magazin für Didaktik und digitale Medien. Nr. 11, 2014, , S. 10–13. Karsten Müller: Erkundungen im Sozialraum mit Actionbound und Reformation 2.0. In: Religion 5 bis 10. Nr. 17, 2015, , S. 26–29. Schreiber, Schulz: Actionbound – virtuelle Schnitzeljagd. Mathematische Aspekte in der Umwelt spielerisch entdecken. In: Mathematik differenziert, 1/2017, S. 22–25. André Hermes, Miriam Kuckuck: Digitale Lernpfade erstellen mithilfe der App Actionbound. In: Praxis Geografie, 1/2017. Westermann Gruppe, Braunschweig 2017, S. 48–49. Stephan Langer, Thomas Welsch: Multi-ethische Stadtviertel im projektorientierten Geographieunterricht. In: Praxis Geographie, 4/2017, Westermann Gruppe, Braunschweig 2017, S. 18–21. Ulrike Häusler, Nele Krause, Anika Tobaben: Schülerlabor „Reformationsgedenken“ – ein Werkstattbericht. In: Theo-Web Zeitschrift für Religionspaedagogik. NR.15, Heft 2, 2016, S. 59–72.
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