mini|Die evangelische Frauenkirche Dresden In Dresden gibt es verschiedene Religionsgemeinschaften. Am Stichtag 31. Dezember 2023 waren 12,0 % der Einwohner der Stadt evangelisch, 4,1 % römisch-katholisch und 83,9 % waren konfessionslos oder gehörten einer sonstigen Religionsgemeinschaft an.Großstädte: Kirchenmitglieder Ende 2023, Tabelle 1, Auswertungen von Carsten Frerk und Eberhard Funk FOWID, abgerufen am 20. Juni 2025.

Evangelische Kirche mini|Kreuzkirche Seit der Christianisierung hatte Dresden zunächst zum Bistum Meißen gehört. In der Stadt gab es zu Beginn des 16. Jahrhunderts mehrere Kirchen, Klöster und Bruderschaften. Seit 1516 besuchte Martin Luther mehrmals Dresden. Das Bistum Meißen wurde 1521 aufgehoben. Die Reformation wurde 1539 eingeführt. Im selben Jahr fand die erste Kirchenvisitation statt. Danach war Dresden über viele Jahrhunderte – bis in die 1960er Jahre – eine überwiegend protestantische Stadt. Spätestens ab 1574 vertrat die Stadt ein strenges Luthertum.

Als früherer Bischofssitz war Meißen nach Einführung der Reformation Sitz des Konsistoriums, doch wurde dieses 1580 nach Dresden verlegt und befindet sich bis heute in der Stadt, mit der Bezeichnung „Landeskirchenamt“. Die wenigen Versuche, auch das reformierte Bekenntnis Fuß fassen zu lassen, wurden mehrfach unterdrückt und einige Verfechter von Unionsbestrebungen beider Konfessionen wurden sogar hingerichtet.

Erst im 18. Jahrhundert konnte sich eine kleine reformierte Gemeinde bilden, die 1764 eine eigene Kirche erbaute. Vollständig gleichberechtigt mit den Lutheranern wurde diese jedoch erst 1811. Die reformierte Gemeinde gehört heute zum Bund Evangelisch-reformierter Kirchen Deutschlands mit Sitz in Braunschweig. Der Bund Evangelisch-reformierter Kirchen ist assoziiertes Mitglied der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Der Anteil der evangelischen Kirchenmitglieder ging von etwa 85 % im Jahr 1949 auf rund 22 % im Jahr 1989 zurück und weiter auf 12 % im Jahr 2023.Großstädte: Kirchenmitglieder Ende 2023, Tabelle 1, Auswertungen von Carsten Frerk und Eberhard Funk FOWID, abgerufen am 15. Juli 2024.

Die lutherischen Gemeinden der Stadt gehörten zur Superintendentur Dresden, die wohl bald nach der Reformation errichtet worden war. Heute bezeichnet man diesen Verwaltungsbezirk als Kirchenbezirk, der später in zwei Kirchenbezirke Dresden Mitte und Dresden Nord geteilt wurde. Somit gehören heute alle Kirchengemeinden der Stadt zu diesen beiden Kirchenbezirken, die zur Region Dresden der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens gehören. Die Kirchenbezirke umfassen auch Gemeinden außerhalb der Stadt. Innerhalb der Landeskirche gibt es auch eine Landeskirchliche Gemeinschaft.

Altkonfessionelle Kirchen Bereits 1871 bildete sich in Dresden mit der Dreieinigkeitsgemeinde eine erste altlutherische Kirchengemeinde, die mit anderen altlutherischen Gemeinden 1876 die Evangelisch-Lutherische Freikirche (ELFK) bildete. Kurze Zeit später konnte bereits die Trinitatiskirche auf der Alaunstraße aufgebaut werden, die jedoch bei den Luftangriffen im Februar 1945 zerstört wurde. Ein Neubau wurde von Seiten der DDR-Führung abgelehnt, so dass Gottesdienste viele Jahre in privaten Räumen stattfinden mussten. Im Jahr 1988 schloss sich ein Teil der Gemeinde der Evangelisch-Lutherischen (altlutherischen) Kirche an, während der andere – weit kleinere Teil – bei der Evangelisch-Lutherischen Freikirche verblieb.

Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche mini|St.-Petri-Kirche (SELK), Dresden Der Teil der Gemeinde, der zur Altlutherischen Kirche wechselte, bildet heute die Dreieinigkeitsgemeinde innerhalb des Kirchenbezirks Lausitz der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK). Eine Besonderheit ist, dass diese altkonfessionelle lutherische Kirchengemeinde das Kirchengebäude und das Pfarrhaus der evangelischen St.-Petri-Kirche am Großenhainer Platz 4 der Leipziger Vorstadt gepachtet hat. Die Evangelische St. Petrigemeinde hat weiterhin Gastrecht.

Evangelisch-Lutherische Freikirche Die in der Evangelisch-Lutherischen Freikirche (ELFK) verbliebene Dreieinigkeitsgemeinde konnte im Jahr 1996 ein neues Gemeindezentrum im Ortsteil Kaditz eröffnen. 2012 erfolgte der Umzug der Dreieinigkeitsgemeinde der ELFK in das Gemeindehaus Radeberger Straße, wo seither die sonntäglichen Gottesdienste und Wochenveranstaltungen stattfinden.

Evangelische Freikirchen mini|Gemeindehaus der Evangelisch-mennonitischen Freikirche (eine Mennonitenbrüdergemeinde) in Dresden, am St.-Pauli-Friedhof mini|Kirche der Herrnhuter Brüdergemeine, die auf einem Hof in der Oschatzer Straße im Ortsteil Dresden-Pieschen steht.Tlw. zitiert nach http://www.dresden.ebu.de/wir-ueber-uns/, abgerufen am 6. Mai 2019. mini|Flagge der Heilsarmee Dresden mini|Gemeindehaus der Adventgemeinde in Löbtau Im Bereich des Protestantismus bestehen neben den Gemeinden der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche und den altkonfessionellen Kirchen in Dresden auch mehrere Gemeinden evangelischer Freikirchen.

Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde, kurz: BEFG (Baptisten- und Brüdergemeinden): Die erste Baptistengemeinde wurde 1892 in Dresden gegründet. Ihr gehörten zunächst 52 Mitglieder an, die zuvor im Register der Gemeinde in Halle geführt worden waren. Von 1891 bis 1909 erfolgten 372 Taufen; 1909 betrug die Mitgliederzahl 230.Rudolf Donat: Das Wachsende Werk. Ausbreitung der Deutschen Baptistengemeinden durch sechzig Jahre (1849 bis 1909). J.G. Oncken, Kassel 1960, S. 343. Heute gibt es in Dresden vier Gemeinden, die dem BEFG angehören (davon eine Brüdergemeinde, siehe unten), mit insgesamt über 450 Mitgliedern.Jahrbuch 2017/2018 des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, Kassel 2017, S. 161. Für eine Gemeinde wird keine Mitgliederzahl genannt. Es gibt zwei sogenannte Brüdergemeinden in Dresden. Die eine im Stadtteil Niedersedlitz; sie ist dem Verband BEFG zugehörig und bezeichnet sich selbst als EFG Dresden Süd-Ost. Sie wurde in den 90er Jahren durch einige Familien aus der damaligen Brüdergemeinde Bergmannstraße 19 (heute Forum Hoffnung) gegründet und umfasst ca. 100 Mitglieder. Die andere ist eine freie Brüdergemeinde im Stadtteil Niederpoyritz, die sich selbst schlicht Christliche Gemeinde nennt und in dieser Form 2003 entstand. Zu ihr gehören ca. 30–40 Erwachsene. Abgesehen von der dem BEFG zugehörigen Baptistengemeinde gibt es noch einige freie Baptistengemeinden, z. B. die Freie Baptistengemeinde Niedersedlitz (ca. 40 Erwachsene), die russlanddeutsche Freie Evangeliums-Christengemeinde (ca. 45 Erwachsene) sowie die internationale und multikulturelle International Grace Baptist Community Church, die erst 2020 gegründet wurde (anfangs bestehend aus ca. 10 Erwachsenen). Es gibt eine Elim-Gemeinde, die zum Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP) gehört. Sie befindet sich in der Neustadt. Etwa 250 Menschen kommen zu den Gottesdiensten, die Gemeinde hat 300 Mitglieder; ihr Einzugsbereich reicht bis Großröhrsdorf und Coswig. Die Gemeinde ist 1926 nach einer Zeltevangelisation gegründet worden. Mit anderen Elimgemeinden schloss sie sich 1938 dem damaligen Baptistenbund (später Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden) an, aus dem die Dresdener Gemeinde 1991 zum BFP wechselte. Der Gemeindesaal in der Katechetenstraße ist 1945 zerstört worden. 1952 konnte eine Gaststätte in der Bischofswerdaer Straße zum Gemeindehaus umgebaut werden. Weitere Gemeindearbeiten gibt es mit der Oase in Gorbitz mit rund 70 Mitgliedern, in Prohlis mit rund 30 Gottesdienstbesuchern, sowie in Gönnsdorf. Die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) hat vier Kirchen in Dresden: Die Emmauskirche, die Friedenskirche, die Immanuelkirche und die Zionskirche. Die Emmauskirche bezeichnet sich selbst als Gemeinde- und Begegnungszentrum Emmaus. Ihr 1907 errichtetes Gebäude liegt in einem Hinterhof der Katharinenstraße, von der aus es nicht zu erkennen ist. Zur Emmausgemeinde gehören ca. 200 Mitglieder sowie ebenso viele Angehörige und Freunde. Deren Einzugsgebiet reicht von Dresden bis Stolpen. Die Gemeinde der Immanuelkirche entstand in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts. Sie gehört in die Tradition der „Evang. Gemeinschaft“: Ab 1897 wurden in einer Drogerie regelmäßig Gottesdienste gehalten. Ende 1906 konnte der Gemeindesaal im Hinterhaus der Post, Cossebauder Str. 3, eingeweiht werden. Die Sonntagsschule hatte in den Jahren 1910–1930 eine besondere Blütezeit. Die fast 200 Kinder fanden kaum Platz in dem zur Verfügung stehenden Raum. Am 18. Dezember 1927 wurde die Immanuelkirche eingeweiht. Ab 1930 wurde Dresden III selbständiger vierter Bezirk mit den Filialgemeinden Meißen und Hirschfeld. 1947 erfolgten eine Innenrenovierung und die Einweihung der Orgel in der Immanuelkirche. Von 1968 bis 1976 erfolgte eine weitere Außen- und Innenrenovierung. Evangelisch-mennonitische Freikirche: Die Gemeinde wurde 1993 gegründet und hat 110 Gemeindemitglieder.Mennonitisches Jahrbuch 118, 2019, S. 161 Sie gehört der Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Brüdergemeinden in Deutschland (AMBD) an.Mennonitisches Jahrbuch 118, 2019, S. 188f. Bis 1945 gab es eine Freie evangelische Gemeinde (FeG) in der Schäferstraße. Nach der Ausbombung 1945, bei der auch die FeG ihr Gebäude verlor, wurde die Gemeindearbeit in Radebeul fortgesetzt. Anschließend gab es durch die DDR-Behörden keine Genehmigung für eine Gemeindearbeit in Dresden. Erst 1991 begannen der Pastor aus Radebeul und einige wenige Mitglieder aus Dresden, dort wieder Gottesdienste zu feiern, zunächst in einem Schulspeisungsraum, dann auf ein Firmengelände in der Großenhainer Straße. Heute befindet sich das Gemeindezentrum im Goldenen Lamm in der Leipziger Straße. Zu den Gottesdiensten versammeln sich über 400 Menschen.

Als Tochtergemeinden entstanden bzw. entstehen FeGs in Radeberg, Pirna und seit 2016 die Gemeinde Dresden-Süd. Die Heilsarmee ist mit einer Gemeinde (Korps) vertreten; sie betreibt einen Tagestreff seit Wiederbeginn der Arbeit in Dresden, außerdem den Second-Hand-Laden „Zweite Chance“ in Verbindung mit einer Kleiderkammer, eine mobile Kantine als Einsatzwagen sowie seit 2015 im Auftrag der Stadt Dresden das Übergangswohnheim Lindenhaus in der Pirnaischen Vorstadt.https://www.heilsarmee.de/dresden/ueber-uns.html sowie die dortigen Unterseiten Gemeindeleben und Sozialarbeit, abgerufen am 10. September 2019. Die Herrnhuter Brüdergemeine hat ungefähr 300 Mitglieder, die in Dresden und der weiteren Umgebung leben. Unter anderem, weil viele Mitglieder auch in anderen Gemeinden engagiert sind, finden die Predigtversammlungen genannten Gottesdienste nur alle zwei Wochen statt. Die erste Adventgemeinde in Dresden wurde 1901 gegründet. Heute gibt es zwei Adventgemeinden mit insgesamt 300 Gemeindemitgliedern und mehr als 100 Kindern und Jugendlichen.Zitiert von Darüber hinaus bestreiten die Adventisten seit 1927 das heutige Begegnungszentrum Sonnenhof für Erholungs- und Begegnungszwecke als Selbstversorgerhaus.Sonnenhof Dresden – Begegnungsstätte, abgerufen am 6. Mai 2019.

Die hier genannten Mitgliederzahlen ergeben die Summe von 1.860 Menschen; hierbei ist zu berücksichtigen, dass einerseits nicht für alle Kirchen Mitgliederzahlen genannt werden (z. B. Heilsarmee), einige der Kirchen ausdrücklich (ungetaufte) Kinder nicht mitzählen (z. B. Baptisten), und dass andererseits nicht alle Mitglieder im Stadtgebiet leben (z. B. Herrnhuter Brüdergemeine). Die ungefähre Größenordnung der Mitgliederzahl des freikirchlichen Spektrums mit seinen 19 Gemeinden ist damit aber nachvollziehbar.

Römisch-Katholische Kirche mini|Katholische Hofkirche