Barkowo () ist ein Dorf und Sitz des gleichnamigen Sołectwo (dt. Schulzenamt) in der Gmina Żmigród im Powiat Trzebnicki in der polnischen Woiwodschaft Niederschlesien.

Im Jahr 2011 verzeichnete das Schulzenamt Barkowo 622 Einwohner.

Geografie Lage Barkowo liegt auf einer Höhe von 89 Metern über dem Meeresspiegel südlich des Flusses Barycz (dt. Bartsch) in der Kotlina Żmigrodzka (dt. Trachenberger Becken). Im Norden grenzt es an den größten Landschaftsschutzpark Polens, Dolina Baryczy (dt. Bartschtal), der entlang der Barycz in der Kotlina Żmigrodzka und Kotlina Milicka verläuft. Das Areal erstreckt sich auf einer Fläche von 870,4 km² und bietet zahlreichen Vogelarten einen Lebensraum. Im Norden, Osten und Südosten des Schulzenamts Barkowo grenzen die Schulzenämter Kędzie (dt. Kendzie), Bychowo (dt. Beichau) und Łapczyce (dt. Labschütz) der Gemeinde Żmigród jeweils an. Außerdem schließt sich im Süden das Schulzenamt Raszowice (dt. Raschewitz) der Gmina Prusice an und im Westen die Landkreise Góra und Wołów an. Żmigród ist die nächstgelegene Stadt und befindet sich etwa 8 km entfernt in östlicher Richtung.

Geologie, Böden und Gewässer Das Schulzenamt Barkowo liegt 89 Meter über dem Meeresspiegel südlich des Flusses Barycz im Kotlina Żmigrodzka (dt. Trachenberger Becken). Das Becken wird durch die Wysoczyzna Kaliska (dt. Kalischer Hochland) im Norden und die Wzgórza Trzebnickie (dt. Katzengebirge) im Süden begrenzt. Das Becken entstand vermutlich am Ende der Saale-Kaltzeit und wurde durch das Schmelzwasser der umliegenden Gletscher geformt. Entsprechend finden sich im Untergrund des Schulzenamts Sand- und Kiesablagerungen insbesondere aus dem Erdzeitalter Pleistozän. Des Weiteren dominieren im Schulzenamt drei Bodentypen, die Bleicherde und der Marsch im Süden sowie die Schwarzerde im Norden.

Das Schulzenamt wird von den Bächen Krępa (dt. Krumpach), Strupinski Rów (dt. Stroppener Landgraben) und Graniczna Woda (dt. Grenz-Graben) durchflossen, die alle im Wzgórza Trzebnickie entspringen. Die Strupinski Rów mündet in die Graniczna Woda und zusammen bilden beide einen Teil der Westgrenze des Schulzenamts. Die Graniczna Woda fließt schließlich über die Łacha (dt. Lache-Graben) in der Nähe des Dorfs Płoski (dt. Pluskau) in die Barycz. Die Krępa verläuft im Osten des Schulzenamts und mündet direkt in die Barycz im Bereich Kędzie.

Klima Das Schulzenamt Barkowo liegt innerhalb der kühlgemäßigten Klimazone und ist durch das Seeklima geprägt, das nach Köppen und Geiger dem Cfb-Klima entspricht. Das Wetter wird vor allem durch polare Luftmassen mit Ursprung im Atlantik und in Nordeuropa bestimmt. Der durchschnittliche jährliche Niederschlag in Barkowo liegt bei 534 mm. Der Februar stellt mit einer Niederschlagsmenge von 24 mm im Durchschnitt den trockensten Monat dar und im Juli fällt durchschnittlich der meiste Niederschlag mit 78 mm. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 8,5 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit durchschnittlichen 18,3 °C. Im Januar, dem kältesten Monat, liegt die Durchschnittstemperatur bei −2,9 °C.

Schutzgebiet mini|Der Landschaftsschutzpark Dolina Baryczy.

Im Nordwesten des Schulzenamts Barkowo erstreckt sich auf einer Fläche von 870,4 km² der größte Landschaftsschutzpark Polens. Er trägt den Namen Dolina Baryczy (dt. Bartschtal) und stellt ein Schutzgebiet der IUCN-Kategorie V dar. Der Park wurde am 3. Juni 1996 gegründet und ist Teil des europäischen Netzes von Schutzgebieten Natura 2000. Der Park umfasst Wiesen, Wälder und künstliche Fischteiche entlang des Flussverlaufs der Barycz (dt. Bartsch) durch die Landkreise Trzebnica, Milicz und Ostrów. Das Areal bietet ca. 240 Vogelarten einen Lebensraum und wird von 14 Pflanzen- und Tierarten bewohnt, die gemäß dem Anhang II der FFH-Richtlinie als besonders schutzbedürftig in der EU gelten. Dazu gehören zum Beispiel der Große Eichenbock (Cerambyx cerdo) und der Eremit (Osmoderma eremita).

Geschichte Erste Besiedlung und Erwähnung Die ersten nachgewiesenen Siedlungen im Schulzenamt Barkowo (dt. Groß Bargen) stammen aus der Bronze- und Eisenzeit und wurden von Anhängern der Lausitzer und Przeworsk-Kultur bewohnt. Ab dem 11. Jahrhundert lagen die Orte des heutigen Schulzenamts im Königreich Polen, das von der Dynastie der Piasten regiert wurde und große Teile des heutigen Polens umfasste. Ein Jahrhundert später zerfiel das Königreich unter anderem in das Herzogtum Schlesien, das sich kurz darauf in einzelne unabhängige Herzogtümer weiter aufspaltete. Das Schulzenamt befand sich nun im Herzogtum Glogau und ab 1312 im Herzogtum Oels, das durch eine Erbteilung aus dem Glogauer Herzogtum hervorgegangen war. Im Jahr 1335 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung des Dorfs Barkowo und der Kirche St. Martin durch einen Eintrag im Dezem-Register (Steuerliste) des päpstlichen Botschafters Galhard de Carceribus.

Als Teil der Böhmischen Krone mini|Lage des Dorfs Groß Bargen in der Freien Standesherrschaft Trachenberg (1745).

Zwischen dem 14. Jahrhundert und 1742 gehörten die Orte des Schulzenamts als Teil des schlesischen Herzogtums Oels und der späteren Freien Standesherrschaft Trachenberg zu den Ländern der Böhmischen Krone. Diese wurden mit Beginn des 16. Jahrhunderts durch das Fürstengeschlecht Habsburg beherrscht. Die Freie Standesherrschaft Trachenberg entstand im Jahr 1492 aus Gebieten um die Stadt Trachenberg im Herzogtum Oels und umfasste unter anderem alle Orte des heutigen Schulzenamts bis auf Schiedlawe. Sie war zunächst im Besitz der Adelsgeschlechter Kurzbach sowie Schaffgotsch und gehörte ab 1641 zum Eigentum des katholischen Adelsgeschlechts Hatzfeld(t). Mit der Reformation schlossen sich große Teile der Bevölkerung Niederschlesiens dem Protestantismus an und die evangelische Gemeinde im Raum Trachenberg besetzte unter anderem die Kirche in Groß Bargen. Jedoch wurde diese bereits im Jahr 1654 im Rahmen der Gegenreformation wieder katholisch.

Unter preußischer Herrschaft mini|200px|Lage der Landkreise Militsch, Trebnitz im Regierungsbezirk Breslau (1905).

Infolge des Ersten Schlesischen Kriegs (1740–1742) und des Vorfriedens von Breslau (1742) erlangte das Königreich Preußen die Herrschaft über die Orte des heutigen Schulzenamts. Die von den Preußen gewährte Religionsfreiheit führte in den folgenden Jahren zur Errichtung zahlreicher evangelischer Kirchengebäude in Schlesien. Dabei entstand auch im Dorf Groß Bargen eine evangelische Kirche, die 1742 zunächst als Provisorium in Form eines Bethauses und 1829 aus Stein erbaut wurde. Sowohl die evangelische als auch die römisch-katholische Kirche von Groß Bargen bildeten das Zentrum eines Pfarrbezirks bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Mit dem Wiener Kongress 1815 entstand die Provinz Schlesien. Die Orte Groß Bargen, Berghof, Rogosawe, Wiersebenne und Klein Bargen wurden in den Landkreis Militsch und der Ort Schiedlawe in den Landkreis Trebnitz im Regierungsbezirk Breslau eingegliedert. Dabei bildeten die Orte Groß Bargen mit Berghof, Raschewitz mit Schiedlawe, Rogosawe, Wiersebenne und Klein Bargen jeweils eine Landgemeinde. Zusätzlich stellten die Gutshöfe von Klein Bargen, Rogosawe und Wiersebenne einen Gutsbezirk.

Von 1871 bis 1945 gehörten die Orte des heutigen Schulzenamts zusammen mit der Provinz Schlesien zum Deutschen Reich. Nach Einführung der Kreisordnung von 1872 wurden die Landkreise der preußischen Provinzen in einzelne Amtsbezirke unterteilt. Dabei ordnete man Schiedlawe als Teil der Gemeinde Raschewitz dem Amtsbezirk Schmarck-Ellguth im Landkreis Trebnitz zu. Die restlichen Orte des heutigen Schulzenamts gelangten zum Amtsbezirk Beichau im Landkreis Militsch. Im Jahr 1886 wurde die Bahnstrecke zwischen Trachenberg (pl. Żmigród) und Herrnstadt (pl. Wąsosz) fertiggestellt und dabei eine Haltestation in Rogosawe und Klein Bargen eingerichtet. Im Jahr 1935 erhielten die Orte Schiedlawe und Wiersebenne den neuen Namen Korngut und Weidendorf jeweils. Im April 1937 entstand die Gemeinde Bargen durch Vereinigung der Gemeinden Groß Bargen, Klein Bargen und Rogosawe. Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wies die Gemeinde Bargen eine Fläche von ca. 13 km² auf und wurde durch den Bürgermeister Emil Seidel verwaltet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg Im Frühjahr 1945 wurde die Provinz Schlesien von der sowjetischen Armee eingenommen und anschließend östlich der Oder-Neiße-Linie im Rahmen des Potsdamer Abkommens unter polnische Verwaltung gestellt. Im November 1946 erhielten die Orte des heutigen Schulzenamts offiziell ihren polnischen Namen und wurden der Gemeinde Żmigród im Landkreis Milicz zugewiesen. Im Jahr 1954 erfolgte eine administrative Reform, bei der die Gmina (dt. Gemeinde) durch die Gromada (dt. Haufen) als Verwaltungseinheit ersetzt wurde. Dabei entstand die Gromada Barkowo, die unter anderem das Dorf Barkowo und die umliegenden Weiler einschloss. Anfang der 1970er Jahre fanden erneut Verwaltungsreformen statt. Diese umfassten die Wiedereinführung der Gmina anstelle der Gromada sowie die Aufhebung aller Powiate (dt. Landkreise) zugunsten einer höheren Anzahl an Woiwodschaften. Dabei wurde die Gromada Barkowo aufgelöst und die Orte der Gemeinde Żmigród in der Woiwodschaft Breslau zugeführt.

Im Jahr 1989 erfolgte die Gründung der Dritten Polnischen Republik. 1991 wurde mit Inkrafttreten des Zwei-plus-Vier-Vertrags die Westgrenze Polens entlang Oder und Neiße durch Deutschland anerkannt. Im Jahr 1999 reformierte die polnische Regierung die Verwaltungsgliederung und stellte dabei unter anderem die Powiate wieder her. Seitdem besteht das Sołectwo Barkowo (dt. Schulzenamt Groß Bargen) und liegt als Teil der Gemeinde Żmigród innerhalb des Landkreises Trzebnica der polnischen Woiwodschaft Niederschlesien.

Ortsnamen Die sechs Orte des Schulzenamts besaßen während ihrer Geschichte verschiedene Namen.

Die erste urkundliche Erwähnung des Orts Barkowo im Jahr 1335 erfolgte unter der Bezeichnung Barchow. Vermutlich geht dieser Name auf den Ortsgründer Barchow/Barkow zurück. Unter der preußischen Herrschaft wies der Ort die Bezeichnung (Wielki) Barkowo und Groß Bargen auf, wobei Letztere sich zum offiziellen Ortsnamen entwickelte. Dabei diente das Präfix Groß für die Abgrenzung zur benachbarten Siedlung Klein Bargen. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt der Ort schließlich den bis heute bestehenden Namen Barkowo.

Die Orte Barkówko, Góreczki, Rogożowa, Szydłów und Wierzbina trugen unter der preußischen Herrschaft die Bezeichnungen Klein Bargen, Berghof, Rogosawe/Rogosowe, Schi(e)dlawe und Wi(e)rseben(n)e. Dabei leiten sich die Namen Rogosawe und Wiersebenne von den slawischen Wörtern Rogoz (dt. Binse, Schilf) und Wierzba (dt. Weide) ab und Schiedlawe steht für ein Vogelnetz. Mit Einführung der Deutschen Gemeindeordnung im Jahr 1935 wurden die Orte Schiedlawe und Wiersebenne in Korngut und Weidendorf umbenannt. Des Weiteren erfolgte im April 1937 der Zusammenschluss der Orte Groß Bargen, Klein Bargen und Rogosawe zur Gemeinde Bargen. Nach 1945 erhielten die Orte schließlich die bis heute bestehenden polnischen Namen.

Bevölkerung Bevölkerungsentwicklung Die Einwohnerzahlen Barkowos und des übrigen Schulzenamts erreichten ihren Höchststand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und gingen seitdem kontinuierlich zurück. So lebten im Jahr 1792 auf dem Gebiet des heutigen Schulzenamts insgesamt 764 und im Jahr 1867 1113 Menschen. Dies entspricht einem Zuwachs von 45,7 %. Im Jahr 2011 verzeichnete das Schulzenamt Barkowo 622 Bewohner und eine Bevölkerungsdichte von 44,43 Einwohner/km².