mini|hochkant=1.3|Stolperstein Ráday utca 40 Die Liste der Stolpersteine in Budapest enthält die Stolpersteine, die in Budapest verlegt wurden. Stolpersteine erinnern an das Schicksal der Menschen, welche von den Nationalsozialisten ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Stolpersteine wurden von Gunter Demnig verlegt und liegen im Regelfall vor dem letzten selbstgewählten Wohnsitz des Opfers. Stolpersteine heißen auf Ungarisch Botlatókő.

Der erste Stolperstein in Budapest wurde am 27. April 2007 verlegt und erinnert an Béla Ronai.

Holocaust in Budapest Nach der Sowjetunion, Polen und Rumänien liegt, was die absoluten Opferzahlen betrifft, Ungarn mit rund 270.000 Holocaust-Opfern an vierter Stelle.Bundeszentrale für politische Bildung: Unter der NS-Herrschaft ermordete Juden nach Land, abgerufen am 10. April 2023 Diese Zahl bezieht sich auf die heutigen Staatsgrenzen Ungarns, das sogenannte Trianon-Ungarn, sie beinhaltet nicht jene 233.700 Opfer der von Ungarn damals besetzten Landesteile der Tschechoslowakei, Rumänien und Jugoslawien. Innerhalb Ungarns gab es deutliche Unterschiede: Während die Juden aus den ländlichen Regionen größtenteils in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert und dort in den Gaskammern ermordet wurden, konnten mehr als die Hälfte der Budapester Juden die Shoah überleben. Dies lag an mehreren Faktoren. Die Deportationen begannen an der Peripherie. Als Reichsverweser Miklós Horthy am 7. Juli 1944 die Beendigung der Deportationen verfügte, waren 182.300 Juden aus der Provinz und 85.500 aus Budapest deportiert worden. Genaue Zahlen über die in Budapest verbliebenen Juden liegen nicht vor. Die Enzyklopädie des Holocaust schätzt die Zahl nach dem Fall der Stadt auf rund 120.000, davon 70.000 ghettoisiert im jüdischen Viertel, 25.000 unter diplomatischen Schutz und weiteren 25.000 in Verstecken.Artikel Budapest in: Enzyklopädie des Holocaust, Hrsg. Israel Gutman, Piper, München 1998, Band I, S. 252ff

mini|links|Juden warten in der Vadasz ut. 29 auf die Ausstellung von Schweizer Schutzbriefen Das Ende der Deportationen bedeutete aber noch keinesfalls Sicherheit, denn Häuser, in denen Juden lebten, waren mit dem Judenstern gekennzeichnet. Bewaffnete Pfeilkreuzler „streiften durch die Straßen, überfielen und töteten Juden.“Artikel Ungarn in: Enzyklopädie des Holocaust, Hrsg. Israel Gutman, Piper, München 1998, Band III, S. 1468 Tausende, überwiegend Frauen, wurden Richtung Westen getrieben und mussten Schanzen für die Verteidigung von Wien ausheben. Viele der Budapester Juden wurden durch Dokumente der neutralen Staaten Schweiz und Schweden gerettet, ausgestellt von den Diplomaten Carl Lutz und Raoul Wallenberg, weitere von Dokumenten des Vatikans, Portugals, Spaniens, christlichen Orden oder vom Internationalen Roten Kreuz. Die meisten Budapester Juden, die gerettet werden konnten, verdankten ihr Überleben jedoch den zionistischen Jugendorganisationen, die rund 100.000 gefälschte Schweizer Pässe herstellten und verteilten. Selbst nach der Befreiung von Budapest im Februar 1945 durch die Rote Armee starben noch Tausende Juden durch Krankheiten, Kälte und Hunger.Artikel Ungarn in: Enzyklopädie des Holocaust, Hrsg. Israel Gutman, Piper, München 1998, Band III, S. 1462–1468

Verlegte Stolpersteine I. Bezirk Im I. Bezirk von Budapest wurden zumindest sieben Stolpersteine an vier Adressen verlegt. Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben 120px HIER WOHNTEGYULA AVENDERGEB. 1906ZWANGSARBEITERSCHOSSEN 8.10.1944ZOMBOR Batthány utca 56I. Bezirk (1906-1944) 120px HIER WOHNTELÁSZLÓ FORBÁT(FRIEDMANN)GEB. 1910DEPORTIERT 1944MAUTHAUSENBEFREIT 8.6.1944 Batthány utca 56I. Bezirk (1910-) 120px HIER WOHNTEÁRMIN ANDRÁSFORBÁTHGEB. 1903DEPORTIERTBUCHENWALDERMORDET 8.2.1945 Várfok út 14I. Bezirk wurde 1903 geboren. Er wurde in das KZ Buchenwald und dort am 8. Februar 1945 ermordet. 120px HIER WOHNTEEDIT VERONIKAKLEINGEB. 1920AN DER DONAU ERSCHOSSEN15.12.1944 Szirtes utca 5I. Bezirk wurde 1920 geboren. Sie wurde am 15. Dezember 1944 von Pfeilkreuzlern am Ufer der Donau erschossen.Botlatókövek a Klein család meggyilkolt tagjainak emlékére Budapesten, abgerufen am 11. Mai 2023 120px HIER WOHNTEERZSÉBET KLEINGEB. 1896AN DER DONAU ERSCHOSSEN15.12.1944 Szirtes utca 5I. Bezirk wurde 1896 geboren und am 15. Dezember 1944 am Ufer der Donau von Pfeilkreuzlern ermordet. 120px HIER WOHNTEÖDÖN KLEINGEB. 1892AN DER DONAU ERSCHOSSEN15.12.1944 Szirtes utca 5I. Bezirk wurde 1892 geboren und am 15. Dezember 1944 am Ufer der Donau von Pfeilkreuzlern ermordet. 120px HIER WOHNTEATTILA PETSCHAUERGEB. 1904ZWANGSARBEITKZ DAVIDOVKAGESTORBEN 30.1.1943 Attila út 65/cI. Bezirk mini|hochkant=0.7wurde am 14. Dezember 1904 in Budapest geboren. Er wurde erfolgreicher Fechter, galt als Wunderkind und gewann ab 1923 mehrere Medaillen bei den Europameisterschaften. Bei den Olympischen Spielen 1928 in Amsterdam gewann er mit seiner Mannschaft Gold, als Einzelkämpfer Silber, seine Mannschaft holte sich auch vier Jahre später in New York den Sieg. Auf Grund seines Bekanntheitsgrades als gefeierter Sportler, wurde Petschauer während einer Kontrolle, bei der sein „Ausnahme-Papier“ fehlte, weil er es zu Hause vergessen hatte, verhaftet und 1943 zur Zwangsarbeit in das KZ Davidovka deportiert, wo er Zwangsarbeit leisten sollte. Kommandant dort war Kalman Cseh, ein ehemaliger Freund und ebenfalls Olympionike, doch schützte dies Petschauer nicht. Cseh forderte die Lagerwachen auf den olympischen Fechter zu verspotten und zu quälen. Petschauer musste sich entkleiden und nackt auf einen Baum klettern, wo er wie ein Hahn krähen musste. Schließlich wurde er mit kaltem Wasser übergossen und mit Eimern voll gefrorenen Wassers beworfen. Attila Petschauer verlor am 30. Januar 1943 sein Leben auf Grund dieser Folter.Botlatókő avatás, Video der Verlegung, abgerufen am 10. April 2023ATHLETICS (dort Attila Petschauer), abgerufen am 27. April 2023

II. Bezirk Im II. Bezirk von Budapest wurden zumindest siebzehn Stolpersteine an neun Adressen verlegt.