Als Maximilianstil bezeichnet man den Baustil in Bayern zur Zeit des Königs Maximilian II., der von 1848 bis 1864 regierte.
Architekturstil Der Maximilianstil war vom historisierenden Stil der Neugotik beeinflusst. Insbesondere diente auch der englische Perpendicular Style als ein Vorbild. Nicht nur in München, sondern auch in anderen bayerischen Städten sind Bauwerke in diesem Stil ausgeführt. Schon als Kronprinz hatte Maximilian Burgen im neugotischen Stil renovieren oder umbauen lassen, so Schloss Hohenschwangau und das Hambacher Schloss. Damit wandte sich Maximilian gegen den italienisch und griechisch beeinflussten klassizistischen Architekturstil seines Vaters, der seinerseits den Maximilianstil ablehnte und auch nach seiner Abdankung weiterhin klassizistische Bauten in Auftrag gab. Unter der Regierung von Ludwig I. waren nur sehr vereinzelt neugotische Bauten entstanden, so die Mariahilfkirche in der Auer Vorstadt.
Merkmale dieses Stils sind: die Skelettbauweise unter Verwendung von Gusseisen, die vorherrschende Vertikalität, die spitzbogige Arkatur als Leitmotiv, die Verkleidung der Fassaden mit Terrakotta, der helle, heitere, fast graphische Gesamtcharakter, die unterschiedliche Geschosseinteilung von Schauseite und Innenbau.
Hauptvertreter dieses Stils war Georg Friedrich Christian Bürklein, der ab 1851 mit der Maximilianstraße und dem auf der Isarhöhe malerisch platzierten Maximilianeum wichtige Bauwerke schuf. Aufgrund statischer Probleme durch die Lage des Baues am Isarhochufer wurde allerdings die Fassade des Maximilianeums, die ursprünglich auch im neugotischen Stil der Maximilianstraße geplant war, unter dem Einfluss von Gottfried Semper im Stil der Renaissance mit Rundbögen gestaltet. Auch das neue Zeughaus in München, das ansonsten die Merkmale des Maximilianstils aufweist, entstand ab 1861 im Rundbogenstil.
Bauten im Maximilianstil (Auswahl) miniatur|Das Maximilianeum in München auf einer Postkarte vom Ende des 19. Jahrhunderts 1843–1848: Wittelsbacher Palais in München, entstanden als Kronprinzenpalais 1849–1851: Umbau von Schloss Berg 1852–1874: Pfarrkirche St. Johann Baptist in München-Haidhausen 1853–1856: Frauengebäranstalt in München 1853: Königliche Villa (Berchtesgaden) 1853: Königliche Villa, Roseninsel 1854–1856: Königliche Villa (Regensburg) 1854–1865: Empfangsgebäude der Bahnhöfe Mühlthal, Starnberg, Possenhofen, Feldafing und Tutzing 1856–1864: Gebäude der Regierung von Oberbayern und weitere Bauten der Maximilianstraße in München, wie das Hotel Vier Jahreszeiten und das erste Gebäude des Nationalmuseums. 1857: Wohnhaus Blum in München 1860–1865: Maximilian-II-Kaserne in München 1863: Häuser Ohlmüllerstraße 14 und 16 (Mariahilf-Apotheke) in München 1863–1865: Beamtenreliktenanstalt in München 1866–1886: Heilig-Kreuz-Kirche in München-Giesing 1867–1874: Erster Bauabschnitt des Neuen Rathauses in München, das dann in flandrischer Gotik erweitert wurde.
Literatur August Hahn: Der Maximilianstil in München, Programm und Verwirklichung. München 1982. Winfried Nerdinger (Hg.): Zwischen Glaspalast und Maximilianeum. Architektur in Bayern zur Zeit Maximilians II. 1848-1864. München 1997.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Architekturstil (Historismus) Kategorie:München im 19. Jahrhundert Kategorie:Baustil Kategorie:Maximilian II. Joseph als Namensgeber