Als Impfdurchbruch (auch Durchbruchsinfektion () bzw. sekundäres Impfversagen) wird eine symptomatische Infektion bei einem Geimpften bezeichnet, die mittels RT-PCR-Test oder Erregerisolierung diagnostiziert wurde.Wochenbericht RKI In: rki.de
Für Impfdurchbrüche gibt es verschiedene Ursachen. Eine Möglichkeit ist eine Mutation des Pathogens, gegen das geimpft worden ist. Wenn dadurch der Erreger nicht mehr vom Immunsystem erkannt wird, kommt es trotz einer vorangegangenen Impfung oder einer überstandenen Infektion zu einer Erkrankung.H. Blaha: Infektions- und Tropenkrankheiten, Schutzimpfungen. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-642-96426-8, S. 149.
Verwendung der Begriffe: Impfdurchbruch und Impfversagen Die Begriffe Impfdurchbruch und Impfversagen werden im Fachwörterbuch Infektionsschutz (Hrsg.: Robert Koch-Institut) synonym verwendet. In: rki.de
Von einem wahrscheinlichen Impfdurchbruch spricht das Robert Koch-Institut (RKI) bei einer „SARS-CoV-2-Infektion mit klinischer Symptomatik, die bei einer vollständig geimpften Person mittels RT-PCR-Test oder Erregerisolierung diagnostiziert wurde. Ein vollständiger Impfschutz wird angenommen, wenn nach einer abgeschlossenen Impfserie (2 Impfstoffdosen Moderna-, BioNTech- oder AstraZeneca-Vakzine bzw. 1 Impfdosis Janssen-Vakzine) mindestens zwei Wochen vergangen sind.“ Unausgesprochen wird weiter angenommen, dass der Impfschutz noch wirksam ist, was nach mehreren Monaten aber nicht mehr der Fall ist.Schwindender Schutz. Graphik in Der Spiegel Nr. 46 vom 13. November 2021, S. 19
Beispiele Beim Hepatitis-B-Virus sind Mutationen im HBsAg beschrieben, die zu einem Impfdurchbruch führen.W. H. Gerlich: Breakthrough of hepatitis B virus escape mutants after vaccination and virus reactivation. In: J. Clin. Virol. Band 36, Suppl. 1, 2006, S. 18–22. PMID 16831688.K. Tajiri, Y. Shimizu: Unsolved problems and future perspectives of hepatitis B virus vaccination. In: World journal of gastroenterology. Band 21, Nummer 23, Juni 2015, S. 7074–7083, doi:10.3748/wjg.v21.i23.7074. PMID 26109794, . Beim Influenzavirus A ist die Mutationsrate so hoch, dass neutralisierende Antikörper vor allem gegen jeweils einen Stamm wirken.J. Wrammert, K. Smith, J. Miller, W. A. Langley, K. Kokko, C. Larsen, N. Y. Zheng, I. Mays, L. Garman, C. Helms, J. James, G. M. Air, J. D. Capra, R. Ahmed, P. C. Wilson: Rapid cloning of high-affinity human monoclonal antibodies against influenza virus. In: Nature. Band 453, Nummer 7195, Mai 2008, S. 667–671, doi:10.1038/nature06890. PMID 18449194, . Um Impfdurchbrüche zu vermeiden, werden Influenzaimpfstoffe daher jährlich in ihrer Zusammensetzung an die zirkulierenden Virusvarianten des letzten Jahres angepasst. Aufgrund der hohen Mutationsrate sind Impfdurchbrüche – neben der Viruslatenz – eine der Herausforderungen bei der Entwicklung eines HIV-Impfstoffs.J. K. Mann, T. Ndung’u: HIV-1 vaccine immunogen design strategies. In: Virology journal. Band 12, 2015, S. 3, doi:10.1186/s12985-014-0221-0. PMID 25616599, . Nach der COVID-19-Impfung wurden bis April 2021 knapp 6000 Impfdurchbrüche unter 84 Millionen vollständig geimpften US-Amerikanern beobachtet.
Weblinks Alan Niederer: Impfdurchbrüche – viele Diskussionen vernebeln den Blick aufs Wesentliche. NZZ.ch, 24. August 2021 (Kommentar).
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