Klaus Roth (* 1. Dezember 1951 in Darmstadt) ist ein deutscher Sportwissenschaftler, der vor allem durch seine Veröffentlichungen zum motorischen Lernen, zur Differentiellen Motorikforschung (koordinative Fähigkeiten) sowie zum Training im Kindes- und Jugendalter bekannt geworden ist. Durch seine Arbeiten zur motorischen Frühförderung hat er Einfluss auf die Entwicklung von Bewegungsprogrammen für Kindergarten- und Grundschulkinder genommen.
Werdegang Klaus Roth studierte von 1970 bis 1975 in Darmstadt die Fächer Leibeserziehung, Mathematik und Pädagogik. Nach der Abschlussprüfung für das Lehramt an Gymnasien war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sportwissenschaft der Technischen Hochschule Darmstadt und promovierte dort im Jahr 1980 zum Thema „Strukturanalyse koordinativer Fähigkeiten“.
Von 1980 bis 1988 war Klaus Roth als wissenschaftlicher Mitarbeiter, Hochschulassistent und Hochschuldozent am Institut für Sportwissenschaft der Universität Bielefeld tätig. Im Jahr 1987 hat er sich in Bielefeld habilitiert („Taktik im Sportspiel“) und folgte 1989 einem Ruf auf eine Professur für Bewegungs-/Trainingslehre an der Freien Universität Berlin. Ab 1994 war Klaus Roth Professor für Sportwissenschaft an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Von 1994 bis 2004 war er Direktor des Instituts für Sport und Sportwissenschaft, von 2004 bis 2007 Dekan sowie ab 2012 Prodekan der Fakultät für Verhaltens- und Empirische Kulturwissenschaften. Im November 2018 ging er in den Ruhestand.
Wirken Klaus Roth ist Mitbegründer der Sektion Bewegung und Training und der Kommission Sportspiele in der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (DVS). Im Jahr 2018 wurde er mit der Goldenen Ehrennadel der DVS , als Sportförderer des Badischen Sportbundes (BSB) und 2025 mit dem Eintrag in das Goldene Buch des Deutschen Handballbundes (DHB) ausgezeichnet. Er ist alleiniger Initiator und Konzeptgeber der Ballschule Heidelberg, die sich seit 1998 national und international zu einem der größten sportwissenschaftlichen Transferprojekte entwickelt hat.
Mitgliedschaften 1989–1997: Vizepräsident der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (DVS) 1989–1997: Redaktionsmitglied der Zeitschrift Sportpsychologie 1989–1994: DFG-Sondergutachter (Bewegung und Training) 1990–1994: Vorstandsmitglied der Führungs- und Verwaltungsakademie des Deutschen Sports (FVA) 1991–1997: Redaktionsmitglied der Zeitschrift The Journal of Sports Medicine and Physical Fitness 1992–2006: Stellvertretender Vorsitzender der Konferenz sportwissenschaftlicher Hochschuleinrichtungen (KSH) 1994–1998: Mitglied im DSB-Bundesausschuss „Bildung, Gesundheit und Wissenschaft“ 1997–2006: Redaktionsmitglied der Zeitschrift Sportwissenschaft 1997–2015: Mitglied des Kuratoriums zur Vergabe des DOSB-Wissenschaftspreises 1999–2003: Mitglied des Wissenschaftlich-Medizinischen Beirats des Deutschen Sportbundes 2001–2014: Erster Vorsitzender der Ballschule e. V. von 2013 bis 2020: Stellvertretender Vorsitzender der Sportregion Rhein-Neckar e. V. von 2014 bis 2022: Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Deutschen Handballverbands von 2013 bis 2025: Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Deutschen Golfverbands seit 2015: Gesellschafter der gGmbH Vision BewegungsKinder
Publikationen (Auswahl) Strukturanalyse koordinativer Fähigkeiten. Limpert, Bad Homburg 1982. mit K. Willimczik: Bewegungslehre. Rowohlt, Reinbek 1983. mit O. Meijer (Hrsg.): Complex Movement Behaviour: “The” Motor-Action Controversy. North-Holland, Amsterdam 1988. Taktik im Sportspiel. Zum Erklärungswert der Theorie generalisierter motorischer Programme für die Regulation komplexer Bewegungshandlungen. Hofmann, Schorndorf 1989. als Hrsg.: Techniktraining im Spitzensport. Alltagstheorien erfolgreicher Trainer. Strauß, Köln 1996. mit E. J. Hossner (Hrsg.): Sport – Spiel – Forschung: Zwischen Trainerbank und Lehrstuhl. Czwalina, Hamburg 1997. mit T. Pauer und K. Reischle (Hrsg.): Dimensionen und Visionen des Sports. Czwalina, Hamburg 1999. mit K. Willimczik: Bewegungswissenschaft. Rowohlt, Reinbek 1999 mit A. Hohmann und M. Kolb: Handbuch Sportspiel. Hofmann, Schorndorf 2005. mit C. Kröger: Ballschule – ein ABC für Spielanfänger. Hofmann, Schorndorf 2021. mit C. Roth und U. Hegar: Mini-Ballschule 1 & 2. Hofmann, Schorndorf 2021 & 2022. U3-Ballschule. Hofmann, Schorndorf 2022. mit I. Knobloch,M. Schmid und J. Schneider: Ballschule 50plus. Hofmann, Schorndorf 2026.
Weblinks Lebenslauf und Literaturverzeichnis auf der Website der Universität Heidelberg und der Webseite ballschule.online
Einzelnachweise
Kategorie:Sportwissenschaftler Kategorie:Hochschullehrer (Freie Universität Berlin) Kategorie:Hochschullehrer (Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1951 Kategorie:Mann