mini|Nikolaus A. Nessler, Antony Gormley, Bill Woodrow (v. l. n. r.) auf dem Rio Madeira bei Porto Velho, Rondonia, Brasilien, während des Projektes Arte Amazonas, 1992
mini|roofTopGardn_1989, Kratzzeichnung auf Diapositiv, 1989 thumb|HAPPY CRUISING (Hamburg), Acryl auf Polyester (+ Neonlicht), 2018 thumb|DRIVING THE OCEAN TO BOATS auf der "capitalart.international" im Oststern, Frankfurt am Main, 2018 mini|Ausstellung Oktogon II, Installation andere Orte im Museum Wiesbaden, 1990 thumb|LES FLEURS DU MAL II. auf der Luminale, Frankfurt am Main, 2016
Nikolaus Alexander Nessler (* 6. Dezember 1958 in Frankfurt am Main)Nikolaus A. Nessler & Galerie Draheim (Hrsg.): , Katalog zur Ausstellung, Wiesbaden 2010, S. 54, (PDF) ist ein deutscher Künstler, Grafikdesigner, Autor und Kurator. Er lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.
Leben und Werk Nessler studierte von 1978 bis 1986 Kunstgeschichte und Romanistik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und Kunstpädagogik und Romanistik an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. 1986 erlangte er den Master of Arts (M.A.) in Neuerer Philologie und Kunstwissenschaften.
Von 1985 bis 1986 war Nessler Gründungsmitarbeiter der Schirn Kunsthalle Frankfurt unter Christoph Vitali und wirkte an der Realisierung von Ausstellungen und Publikationen, u. a. Die Maler und das Theater im 20. Jahrhundert, Paul Klee und die MusikSchirn Kunsthalle Frankfurt / Cosmopress Genf (Hrsg.): Paul Klee und die Musik, Verfasser: Christoph Vitali, Bettina Zeller, Ingo Begall, Nikolaus A. Nessler, Elisabeth Brockmann, Nicolaische Verlagsbuchhandlung Beuermann GmbH, 1986, ISBN 978-3-87584-181-7 (früher: 3875841816) und Meisterwerke europäischer Malerei 1910-1960 aus dem Solomon R. Guggenheim Museum mit. Er entwarf und produzierte die Kino-Werbespots des Theaters am Turm und der Schirn Kunsthalle Frankfurt.Archiv, Deutsches Filmmuseum
Von 1989 bis 1991 lebte und arbeitete Nessler in Brasilien, wo er zusammen mit Alfons Hug das Projekt Arte Amazonas – ein künstlerischer Beitrag zur Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung – konzipierte und realisierte.Nikolaus A. Nessler - Arte Amazonas, 1992 (Video)Jhon Erik Voese, ”The conference of silence”: the ecological discourse and the works of Nikolaus Nessler in the context of the Arte Amazonas exhibition (1992), MODOS Art Journal, Vol. 7 No. 1, periodicos.sbu.unicamp.br, 8. Februar 2023 Teilnehmer der Workshops in den drei Amazonas-Städten Belém, Manaus und Porto Velho waren u. a. Marina Abramovic, Waltércio Caldas, Mark Dion, Antony Gormley, Alfredo Jaar, Julião Sarmento, Tunga und Bill Woodrow.Carl D. Goerdeler: Tropischer Mythos, magischer Melos, heute. In: Frankfurter Rundschau, Nr. 150, S. 8, 1. Juli 1992Goethe-Institut Brasilia (Hrsg.): Arte Amazonas. Idee, Konzeption, Organisation, Katalog: Alfons Hug, Nikolaus A. Nessler, 1992, ISBN 3-921606-20-9
1993 begann Nessler in Brasilia während des Forum de Artes Visuais mit dem Projekt Depot - Public Warehouse, in dem zum Teil aus Abfall seriell hergestellte Objekte – zu Installationen verdichtet – wie Massenwaren präsentiert wurden. Depot 2 fand 1993 aus Anlass des Steirischen Herbstes im Palais Attems in Graz statt. Zu Depot 3 auf der Art Cologne 1994 waren u. a. Christian Lapie, Peter Rösel und Friedhard Kiekeben Gäste, die ihre Arbeiten im Rahmen von Nesslers Konzept in der Galerie Daeppen zeigten.Amine Haase: Hier und dort ein kleines Museum. In: Kölner Stadt-Anzeiger, Nr. 261, S. 37, 10. November 1994Depot – Public Warehouse, Ausstellungshallenplan/Prospekt der Art Cologne 1994, KölnMesse Es folgten weitere Depot-Installationen, zuletzt 1997 auf Einladung der Marielies-Hess-Stiftung in Frankfurt am Main.
Zwischen 2011 und 2013 stattete Nessler in Frankfurt am Main mehrere Inszenierungen von TeAtrum VII aus: den Sommernachtstraum im Kunstverein Familie Montez, 2011teAtrum 7: Sommernachtstraum, frankfurt.teatrumvii.de, 2011, Drei Mal Leben im Internationalen Theater und Bühnenobjekte für Lucrezia Borgia im Gallus Theater, 2013.
Seit 2000 ist Nessler auch als Maler tätig. Stark rhythmisierte ornamentale Fließ-Bilder auf meist großen Formaten bilden eine farbige Gegenwelt zu den Lichtzeichnungen in dunklen Hintergründen und Räumen. Seine größte Arbeit im öffentlichen Raum ist die 2016 entstandene Wandgestaltung der Aufgänge von den S-Bahngleisen 101/102 und 103/104 am Hauptbahnhof Frankfurt am Main.Nicole Nadine Seliger: Kunst im Hauptbahnhof – Visuelle Umarmung für Pendler. In: Journal Frankfurt, 11. April 2017
2021 gründete Nessler das Künstlerkollektiv Schwarm21Jens Wellhöner: Ist das documenta-Kunst oder kann das weg?. In: hessenschau.de, 8. August 2022 (Audio), das am Underground-Programm des ruruHauses Kassel während der documenta fifteen teilnahmVeranstaltung AMAZONIA – Analytischer und poetischer Strukturalismus am 9. August 2022, ruruHaus Underground, ruruhaus.de und dort auch im Pavillon 1 vor dem Hansa-Haus für 100 Tage präsent war.Beitrag documenta fifteen. In: Hessische Lehrerzeitung, Juli 2022, schwarm21.org/presse.html
Nessler initiierte für die Eröffnungsfeier einer Behelfsbrücke am Bahnhof Frankfurt-Griesheim im Juli 2024Bernhard Biener, Ein bisschen wacklig, aber für Griesheim wichtig. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, faz.net, 31. Juli 2024, abgerufen am 16. August 2024 ein „künstlerisches Angebot, bei dem die Brücke als Symbol der Zusammenführung zelebriert“ wird. In seinem „Brückenspiel“ werden Puzzleteile mit Brückenteilen aneinander gesetzt, um „so miteinander ins Gespräch zu kommen und den verbindenden Charakter der Brücke zu symbolisieren.“Holger Vonhof, Neue Ersatzbrücke über die Gleise offiziell eröffnet. In: Frankfurter Neue Presse, fnp.de, 30. Juli 2024, abgerufen am 16. August 2024
Für die Umsetzung seiner Bildwelten verwendet Nessler die unterschiedlichsten Bildträger, Arbeitstechniken und Materialien. Malgründe wie Glas, Leinwand, Polyestergewebe, Zeitungspapier, Wellpappe, Karton, Buchkörper, Böden und Wände werden mit Ölfarbe, Kunstharzlack, Teerkautschuk, Acryl, Tempera, Aquarell, Bleistift oder Phosphor bearbeitet.
Die frühen Dia-Kratzzeichnungen der 1980er und 90er Jahre Die von Nessler entwickelten Dia-Kratzzeichnungen sind mit hunderten von Arbeiten im Format 24 × 36 mm seit Anfang der 1980er Jahre Ausgangspunkt seines vielfältigen Werkes. In der Ausstellung Oktogon II, die 1990 im Wiesbadener Landesmuseum stattfand, zeigte Nessler 360 Dias – die für 360 Tage im Jahr stehen – und sich auf fünf Projektoren in einem endlosen Kreislauf mit immer neuen Kombinationen befanden: „Ein unendliches Koordinatensystem“ – die Diapositive als „Steine des Weltgebäudes“.Dietrich Mahlow: Der Raum, der innere Raum – die Zeit, die äußere Zeit. In: Oktogon II / Nikolaus A. Nessler – andere Orte, Ausstellung und Katalog: Dr. Volker Rattemeyer, Museum Wiesbaden, 1990, ISBN 3-89258-012-X Thema ist nicht die verfließende Zeit, sondern die Vielfalt der räumlichen und gedanklichen Perspektiven, die in der Linie liegen. „Tag für Tag ritzt [Nessler] mit feinem Messer Miniaturen in einen belichteten Filmstreifen, nimmt also eine Art Tagebucheintrag vor […] Es fällt auf, dass kaum einer seiner Kreise geschlossen ist und als von der Welt abgekapseltes Wesen existiert.“Dorothee Baer-Bogenschütz: Nikolaus Nessler. In: Kunst in Frankfurt, Medium Zeichnung, Ausstellungskatalog, herausgegeben von Peter Weiermair, Frankfurter Kunstverein, S. 45, 1992
Experimentelle Projektions- und Licht-Installationen Von den Dia-Kratzzeichnungen ausgehend, entwickelte Nessler weitere experimentelle Projektions- und Licht-Installationen mit manuell bearbeiteten Filmstreifen und raum-bildhaft installierten farbigen Glühbirnen, etwa die Expanded Cinema Installationen Nekrovision – Die Fahrt ins Blaue in der Alten Oper, Frankfurt am Main (1984)F. L.: Spuren dagewesenen Lebens. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 3. September 1984Nikolaus A. Nessler – Nekrovision/Die Fahrt ins Blaue, 1984 (Video), Andere Orte, Oktogon II im Museum Wiesbaden (1990)Michael Hierholzer: Raumgreifende Installationen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, S. 49, 27. Juni 1990, Enormous reservoirs of energy im Kunstverein Hasselbach (1998), Freudenhaus im Kunstverein Viernheim (2003) und Terremoto – Beben in Zusammenarbeit mit Christiaan Tonnis (Film), Nico Rocznik (Licht) und Manuel Stein (Sound) im Kunsthaus Wiesbaden (2012).Terremoto – Beben, kunstaspekte.de, 24. März 2012 Mit Licht-Installationen nahm Nessler in den Jahren 2004, 2008, 2014 und 2016 an den Luminalen in Frankfurt am Main teil.Wch: Kunstvolle Bahnstation, In: Journal Frankfurt, 9. Juli 2014DB Presseinformation: , deutsche bahn.com, 11. März 2016
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Einzelausstellungen und Projekte (Auswahl) 1993: Depot 1, Conjunto Nacional, Forum de Artes Visuais, Brasilia 1993: Depot 2, Palais Attems, Steirischer Herbst, Graz, Österreich 1995: Kentaurenraum (Depot), Fredsskulptur 1995, Skagen, Dänemark 1995: The victim is the sacrifice, Fredsskulptur 1995, Fjerritslev, Dänemark 1997: Depot 6, Marielies-Hess-Stiftung, Frankfurt am Main 1998: Enormous reservoirs of energy I, Kunstverein Hasselbach 2003: Immer ist ewig, Kunsthaus Wiesbaden 2003: Roaming in colors, Testbetrieb, (Inter-Art), U-Bahnhof Merianplatz, Frankfurt am Main 2003: Freudenhaus, Kunstverein Viernheim 2004: Flagtrack, Luminale, Altes Polizeipräsidium Frankfurt am Main 2011: Bühnenbild zu Sommernachtstraum, Teatrum VII, Kunstverein Familie Montez, Frankfurt am Main 2013: Lucrezia Borgia, Bühnenobjekte, Teatrum VII, Gallus Theater, Frankfurt am Main 2013: Bühnenbild zu Drei Mal Leben, Teatrum VII, Internationales Theater, Frankfurt am Main 2020: Leuchtfeuer, Kommunale Galerie, Mörfelden-Walldorf 2021: Light in Sight, Heussenstamm-Galerie, Frankfurt am MainNikolaus A. Nessler Light in Sight, heussenstamm.de 2024: Grenzüberschneidungen/Grenzüberschreitungen, Oberlandesgericht Frankfurt am Main
Gruppenausstellungen und Projekte (Auswahl) 1990: Axis, mit Evandro Salles, Galeria Athos Bulcao, Brasilia D.F., Brasilien 1990: Andere Orte, Oktogon II, Museum Wiesbaden 1992: Medium Zeichnung, Frankfurter Kunstverein 1992: Arte Amazonas, Idee und Konzept mit Alfons Hug, Goethe-Institut, Brasilia. Workshop mit 24 internationalen Künstlern mit anschließenden Ausstellungen zur UNO-Umweltkonferenz, Museu de Arte Moderna, Rio de Janeiro und Museu de Arte Brasilia 1993: Klima Global, Staatliche Kunsthalle Berlin, Pentagon, Dresden 1994: Arte Amazonas, Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen 1996: Far Out / Depot 5, Lystasavn Foroya, Torshavn, Faroe Islands 1996: Natur?, Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn 2000: Das Lächeln der Engel, Villa Aichele, Städtische Galerie Lörrach 2004: Off Course, Klingspor-Museum Offenbach 2010: Ab 18, Kunstverein Familie Montez, Frankfurt am Main 2010: Blue Connection, Kunstverein Familie Montez, Frankfurt am MainAndrea Pollmeier: Blickpunkt Brasilien. In: Frankfurter Rundschau, 14. Oktober 2010 2011: Blue Connection 2, mit E.+ R. Dorazio, M. Pauer, G. Vicente und M. Veiga, Galeria Mezanino, Sao Paulo 2011: Blue Connection 3, mit E. + R. Dorazio, M. Pauer, G. Vicente und M. Veiga, MACS - Museu de Arte Contemporanea, Sorocaba 2012: Ende gut, alles gut, Kunstverein Familie Montez, Frankfurt am Main 2012: Expanded Cinema - Terremoto, mit C. Tonnis, N. Rocznik und M. Stein, Kunsthaus Wiesbaden 2013: Wurzeln weit mehr Aufmerksamkeit widmen, Kunstverein Familie Montez, Berlin, Hamburg, Nürnberg, Leipzig, Karlsruhe, Saarbrücken u. a. (Wanderausstellung) 2014: Les Fleurs du Mal, S-Bahnhof Taunusanlage, Luminale, Frankfurt am Main 2016: Les Fleurs du Mal II - Plantation, S-Bahnhof Taunusanlage, Luminale Frankfurt 2018: capitalart.international, OST>STERN Kulturzentrum, Frankfurt 2022: Here We Are, Kunstverein Familie Montez, Frankfurt am Main 2022: Schwarm21, ruruHaus und Pavillon 1 vor dem Hansa-Haus während der documenta fifteen, Kassel