Adam Friedrich Geisler, der Jüngere (auch Geißler oder Geissler) (* 12. Mai 1757 in Rehmsdorf bei Zeitz; † vermutlich um 1800) war ein deutscher (sächsischer) Schriftsteller und Verleger.d-nb.info bzw. Friedrich Raßmann: Literarisches Handwörterbuch der verstorbenen deutschen Dichter und Schriftsteller acht Zeitabschnitten von 1137-1824. Leipzig 1826, S. 446

Ausbildung Von 1772 bis 1774 besuchte Geisler die Fürstenschule Schulpforta und studierte danach Rechtswissenschaft und Kameralwissenschaft an der Universität Leipzig.Heinrich Bittcher: Pförtner Album: Verzeichniß sämmtlicher Lehrer und Schüler der Königl. Preuß. Landesschule Pforta vom Jahre 1543 bis 1843. Leipzig 1843, S. 371

Autor, Herausgeber, Verleger Hauptsächlich in den 1780er Jahren veröffentlichte Geisler sehr viele Werke. Auch viele anonym erschienene wurden ihm zugeschrieben.Das gelehrte Teutschland. Band 2, Lemgo 1796, S. 512ff.

Teilweise werden auch die 1774 in Mitau, heute Jelgava (Lettland) veröffentlichten Romanzen dem damals 17-Jährigen zugetraut.z. B. Christiane Hansen: Transformationen des Phaethon-Mythos in der deutschen Literatur. 2012, S. 379 oder [email protected]; laut Baltische Literaturen in der Goethezeit. Würzburg 2011, S. 209f., hätte es einen „Adam Friedrich Geisler, der Ältere“ gegeben - aber „der Ältere“ war Adams Bruder Johann David Geisler, geb. 29. Dezember 1753, ein Pfarrer in Wittgendorf, siehe Georg Christoph Hamberger, Johann Georg Meusel: Das gelehrte Teutschland, oder Lexikon der jetzt lebenden teutschen Schriftsteller. 1. Nachtrag zur 4. Ausgabe, Lemgo 1786, S. 191; Band 9, 1801, S. 408; Adam Friedrich Geislers, des jüngern, Leben und Karakter Leopolds, Herzogs zu Braunschweig-Lüneburg. 1786, Pränumerantenverzeichnis („Hr. Joh. David Geisler, der ältere, Pastor in Wittgendorf und Dragsdorf im Stifte Zeiz.“)

1781 erschien in Bremen das Lustspiel Die Beiden Wechselbälge, oder Was thut die Einbildung nicht? mit dem Autor „A. F. G - r, dem jüngern“.Werkansicht (SLUB Dresden)

1782/83 veröffentlichte Geisler die erste, aber sehr umstrittene Ausgabe der Gedichte Ludwig Höltys.siehe Wikisource: Ludwig Christoph Heinrich Hölty Im 19. Jahrhundert zeigte sich, dass die Vorwürfe übertrieben waren.Herr Halm trägt vor: „Ueber die Vossische Bearbeitung der Gedichte Höltys“ in: Sitzungsberichte der königl. bayer. Akademie der Wissenschaften. Band 2, 1868, S. 121ff.

In der Buchhandlung der Gelehrten zu Dessau sorgte er für den erfolgreichsten Titel mit: Adam Friedrich Geisler's, des jüngern, Geschichte und Zustand der Königlich-Grosbrittannischen Kriegsmacht zu Wasser und zu Lande von den frühesten Zeiten bis an's Jahr 1784. Nebst einem Abris des lezten amerikan. Krieges...Stephanie Rahmede: Die Buchhandlung der Gelehrten zu Dessau: ein Beitrag zur Schriftstelleremanzipation um 1800. Band 16 von Mainzer Studien zur Buchwissenschaft, Wiesbaden 2008, S. 87 Die „Buchhandlung der Gelehrten“ in Dessau war ein „Selbstverlagsunternehmen für Autoren auf genossenschaftlicher Grundlage, das bis 1788 bestand.“siehe

Das von Geisler herausgegebene Archiv weiblicher Hauptkenntnissez. B. Leipziger Intelligenz-Blatt. 10/1788, S. 75f. (5. rechts) wird als die erste deutsche Frauenzeitschrift für die alltäglichen Probleme („Hausfrauenblatt“) gesehen.Dietmar Strauch, Margarete Rehm: Lexikon Buch - Bibliothek - Neue Medien. 2007, S.185, Artikel „Frauenzeitschrift“; Die deutschsprachige Presse: Ein biographisch-bibliographisches Handbuch. 2005, S. VII rechts

Zeichner Geisler gab auch eine Sammlung von „Ansichten der Stadt Leipzig“ herauszum Teil mit Carl Benjamin Schwarz(e), siehe Benjamin Gottfried Weinart: Versuch einer Litteratur der Sächsischen Geschichte und Staatskunde. Band 1, Dresden/Leipzig 1790, S. 210 – wiederum mit umstrittenem Anteil.siehe auch Johann Heinrich Jugler (?): Leipzig und seine Universität vor hundert Jahren. Nachdruck des Originals von 1879, S. 126ff.; Allgemeines Künstlerlexikon. 2. Teil, 7. Abschnitt, Zürich 1813, S. 1571 (rechts unten), 1572 (links oben) unter „Schwarz, Carl...“ Bilder, unterschrieben mit „Geisler jun.“ werden meist Adam Friedrich Geisler, dem Jüngeren zugeordnet,Erleuchtung der Welt. Sachsen und der Beginn der modernen Wissenschaften. Ausstellungskatalog zu 600 Jahre Universität Leipzig, 2009, S. 68f. in der Objektdatenbank des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig. Abgerufen am 19. Juni 2017. aber auch Christian Gottfried Heinrich Geißler, einem Leipziger Kupferstecher, der zur selben Zeit in Erscheinung trat.z. B. in der Objektdatenbank des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig. Abgerufen am 19. Juni 2017.

Rückzug aus der Öffentlichkeit 1794 hat Geisler einen großen Teil seiner Verlagsrechte nach Prag an Albrecht und Komp. verkauft.Allgemeines Verzeichnis der Bücher, welche in der Frankfurter und Leipziger Ostermesse des 1794 Jahres ... Leipzig 1794, S. 205 Mit Johann Friedrich Ernst Albrecht und dessen Frau Sophie Albrecht hatte er bereits vorher zusammengearbeitet.Dirk Sangmeister: Von Blumenlesen und Geheimbünden. in: Heinrich Bosse, Otto-Heinrich Elias, Thomas Taterka (Hrsg.): Baltische Literaturen in der Goethezeit. Würzburg 2011, S. 411–487, insb. S. 457ff.

Literatur Hilmar Schmuck, Willi Gorzny (Hrsg.): Gesamtverzeichnis des deutschsprachigen Schrifttums (GV) 1700–1900. Band 44. Gat - Gek. München 1982, S. 413 ff. (Sammlung von Drucken, die mit A.F. Geisler verbunden werden; u. a. mit der Bemerkung auf S. 414, dass er 1823 noch lebte)

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