Als Rettungsschwimmabzeichen (in Österreich RettungsschwimmerabzeichenRettungsschwimmerabzeichen bei der ARGE Österreichisches Wasserrettungswesen abgerufen am 2. September 2017) bezeichnet man ein verliehenes Abzeichen für die Befähigung zur Rettung verunglückter Schwimmer. Rettungsschwimmabzeichen werden in vielen Ländern durch die Wasserrettungsorganisationen vergeben und stellen die Grundausbildung als Rettungsschwimmer dar. Außerdem wird für die Ausübung verschiedener Berufe ein Rettungsschwimmabzeichen verlangt.
Deutschland Das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen (kurz DRSA, auch Rettungsschwimmpass) ist ein durch den Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) oder durch die Wasserwacht im Deutschen Roten Kreuz (DRK) verliehenes Abzeichen für die Befähigung zur Rettung von Menschen, die zu ertrinken drohen. Es wurde ursprünglich bereits vor dem Ersten Weltkrieg von der DLRG entwickelt. Die Stufen Grundschein, Leistungsschein und Lehrschein wurden später in DRSA Bronze, Silber und Gold umbenannt. Die Verleihung erfolgt nach den jeweiligen Prüfungen durch eine Urkunde.
Der ASB, die DLRG und die Wasserwacht haben dieselben Ausbildungsbedingungen für das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen. Die Abzeichen Silber und Gold von ASB, der DLRG und der Wasserwacht sind dabei Abzeichen im Sinne von Ehrenzeichen, da vom Bundespräsidenten anerkannt (siehe für DLRG und Wasserwacht sowie für ASB). Alle Abzeichen können als Aufnäher, als Anstecker, als Großabzeichen oder als Bandschnalle am Zivilanzug getragen werden. An Uniformen wie dem Dienstanzug der Bundeswehr jedoch nur die anerkannten Rettungsschwimmabzeichen in Silber oder Gold.
Als Einstellungsvoraussetzung in den Polizeidienst des Landes Nordrhein-Westfalen wird das DRSA Bronze (oder höher) vorausgesetzt.Polizei Nordrhein-Westfalen: Traumberuf mit guten Karrierechancen, der für viele genau der richtige Fall ist
Deutsches Rettungsschwimmabzeichen Bronze mini|Aufnäher Rettungsschwimmabzeichen Bronze der DLRG mini|Aufnäher Rettungsschwimmabzeichen Bronze der DRK Wasserwacht
Voraussetzungen
Mindestalter 12 Jahre
Prüfungsteile
200 m Schwimmen in höchstens 10 Minuten, davon 100 m in Bauchlage und 100 m in Rückenlage mit Grätschschwung ohne Armtätigkeit 100 m Schwimmen in Kleidung in höchstens 4 Minuten, anschließend im Wasser entkleiden 3 verschiedene Sprünge aus etwa 1 m Höhe 15 m Streckentauchen zweimal Tieftauchen von der Wasseroberfläche, einmal kopfwärts und einmal fußwärts innerhalb 3 Minuten mit zweimaligem Heraufholen eines 5-kg-Tauchrings oder eines gleichartigen Gegenstandes (Wassertiefe 2 bis 3 m) 50 m Transportschwimmen: Schieben oder Ziehen Nachweis der Kenntnisse zur Vermeidung von Umklammerungen sowie Fähigkeiten zur Befreiung aus: Halsumklammerung von hinten Halswürgegriff von hinten 50 m Schleppen mit Kopf- oder Achselschleppgriff und dem Standard-Fesselschleppgriff Kombinierte Übung, die ohne Pause und in der angegebenen Reihenfolge zu erfüllen ist: 20 m Anschwimmen in Bauchlage Abtauchen auf halber Strecke auf 2 bis 3 m Wassertiefe und Heraufholen eines 5-kg-Tauchrings oder eines gleichartigen Gegenstandes, diesen anschließend fallenlassen, Anschwimmen fortsetzen 20 m Schleppen eines Partners Demonstration des Anlandbringens Vorführung der Herz-Lungen-Wiederbelebung Nachweis folgender Kenntnisse (Theoretische Prüfung): Gefahren am und im Wasser Hilfe bei Bade-, Boots- und Eisunfällen (Selbst- und Fremdrettung) Vermeidung von Umklammerungen Atmung und Blutkreislauf Hilfe bei Verletzungen und Ertrinkungsunfällen, Hitze- und Kälteschäden Aufgaben der ausbildenden Wasserrettungsorganisationen
Deutsches Rettungsschwimmabzeichen Silber mini|Aufnäher Rettungsschwimmabzeichen Silber der DLRG mini|Aufnäher Rettungsschwimmabzeichen Silber der DRK Wasserwacht mini|Bandschnalle Rettungsschwimmabzeichen Silber der DRK Wasserwacht
Voraussetzungen
Mindestalter 14 Jahre Nachweis der erfolgreichen Teilnahme an einer Erste-Hilfe-Ausbildung nach den gemeinsamen Grundsätzen der BAGEH, nicht älter als 2 Jahre (teilweise Verbandspezifisch vor Beginn der Prüfung)
Prüfungsteile
400 m Schwimmen in höchstens 15 Minuten, davon 50 m Kraulschwimmen, 150 m Brustschwimmen und 200 m Schwimmen in Rückenlage mit Grätschschwung ohne Armtätigkeit 300 m Schwimmen in Kleidung in höchstens 12 Minuten, anschließend im Wasser entkleiden Sprung aus 3 m Höhe 25 m Streckentauchen dreimal Tieftauchen von der Wasseroberfläche, zweimal kopfwärts und einmal fußwärts innerhalb von 3 Minuten, mit dreimaligem Heraufholen eines 5-kg-Tauchrings oder eines gleichartigen Gegenstandes (Wassertiefe zwischen 3 und 5 m) 50 m Transportschwimmen: Schieben oder Ziehen in höchstens 1:30 Minuten Nachweis der Kenntnisse zur Vermeidung von Umklammerungen sowie Fähigkeiten zur Befreiung aus Halsumklammerung von hinten Halswürgegriff von hinten Handhabung und praktischer Einsatz eines Rettungsgeräts (z. B. Gurtretter, Wurfleine oder Rettungsring) 50 m Schleppen in höchstens 4 Minuten, beide Partner in Kleidung, je eine Hälfte der Strecke mit Kopf- oder Achsel- und einem Fesselschleppgriff (Standard-Fesselschleppgriff oder Seemannsgriff) Kombinierte Übung, die ohne Pause in der angegebenen Reihenfolge zu erfüllen ist: Sprung ins Wasser (Kopf- oder Startsprung) 20 m Anschwimmen in Bauchlage Abtauchen auf 3 bis 5 m Tiefe, Heraufholen eines 5-kg-Tauchrings oder eines gleichartigen Gegenstandes, diesen anschließend fallen lassen Lösen aus einer Umklammerung durch einen Befreiungsgriff 25 m Schleppen Sichern des Geretteten Anlandbringen des Geretteten 3 Minuten Vorführung der Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) Nachweis folgender Kenntnisse (Theoretische Prüfung): Gefahren am und im Wasser Rettungsgeräte Hilfe bei Bade-, Boots- und Eisunfällen (Selbst- und Fremdrettung) Vermeidung von Umklammerungen Atmung und Blutkreislauf Erste Hilfe Rechte und Pflichten bei Hilfeleistungen Aufgaben und Tätigkeiten der ausbildenden Wasserrettungsorganisationen
Deutsches Rettungsschwimmabzeichen Gold mini|Aufnäher Rettungsschwimmabzeichen Gold der DLRG mini|Aufnäher Rettungsschwimmabzeichen Gold der ASB-Wasserrettung
Voraussetzungen
Mindestalter 16 Jahre Besitz des Rettungsschwimmabzeichens Silber Selbsterklärung zum Gesundheitszustand Nachweis der erfolgreichen Teilnahme an einer Erste-Hilfe-Ausbildung nach den gemeinsamen Grundsätzen der BAGEH, nicht älter als 2 Jahre (teilweise Verbandspezifisch vor Beginn der Prüfung)
Prüfungsteile
300 m Flossenschwimmen in höchstens 6 Minuten, davon 250 m in Bauch- oder Seitenlage und 50 m Schleppen, Partner in Kleidung (Achselschleppgriff) 300 m Schwimmen in Kleidung in höchstens 9 Minuten, anschließend im Wasser entkleiden 100 m Schwimmen in höchstens 1:40 Minuten 30 m Streckentauchen, dabei Heraufholen von 10 kleinen Ringen oder Tellern, die auf einer Strecke von 20 m in einer höchstens 2 m breiten Gasse verteilt sind; mindestens 8 Stück aufsammeln Dreimal Tieftauchen in Kleidung innerhalb von 3 Minuten; das erste Mal mit Kopfsprung, anschließend je einmal kopf- und fußwärts von der Wasseroberfläche mit gleichzeitigem Heraufholen von jeweils zwei 5-kg-Tauchringen oder gleichartigen Gegenständen, die etwa 3 m voneinander entfernt liegen (Wassertiefe 3 bis 5 m) 50 m Transportschwimmen, beide Partner in Kleidung: Schieben oder Ziehen in höchstens 1:30 Minuten Nachweis der Kenntnisse zur Vermeidung von Umklammerungen sowie Fähigkeiten zur Befreiung aus Halsumklammerung von hinten Halswürgegriff von hinten Kombinierte Übung (beide Partner in Kleidung), die ohne Pause und in der angegebenen Reihenfolge zu erfüllen ist: 25 m Anschwimmen in höchstens 30 Sekunden Abtauchen 3 bis 5 m tief, Heraufholen eines 5-kg-Tauchrings oder eines gleichartigen Gegenstandes, diesen anschließend fallenlassen Lösen aus einer Umklammerung durch einen Befreiungsgriff 25 m Schleppen in höchstens 60 Sekunden mit Fesselschleppgriff Sichern des Geretteten Anlandbringen des Geretteten 3 Minuten Vorführung der Wiederbelebung Handhabung folgender Rettungsgeräte: Retten mit Rettungsball und Leine oder anderen zum Werfen geeigneten Rettungsgeräte: 12 m Weitwerfen in einen Zielsektor mit einer 3-m-Öffnung, 6 Würfe innerhalb von 5 Minuten, davon 4 Treffer Retten mit einem sonstigen Rettungsgerät Handhabung gebräuchlicher Wiederbelebungsgeräte Nachweis folgender Kenntnisse (Theoretische Prüfung): Gefahren am und im Wasser Rettungsgeräte Hilfe bei Bade-, Boots- und Eisunfällen (Selbst- und Fremdrettung) Vermeidung von Umklammerungen Atmung und Blutkreislauf Erste Hilfe Rechte und Pflichten bei Hilfeleistungen Die Wasserrettungsorganisationen: Organisation, Aufgaben unter besonderer Berücksichtigung des Wasserrettungsdienstes
Junior-Retter und Juniorwasserretter Der Junior-Retter ist eine Qualifikation der DLRG sowie des ASB, der Juniorwasserretter wird von der Wasserwacht angeboten. Beide Abzeichen stellen keine vollwertigen Rettungsschwimmabzeichen dar, arbeiten jedoch inhaltlich in diese Richtung und sollen für Jugendliche der Übergang von den Schwimm- zu den Rettungsschwimmabzeichen sein.
Junior-Retter mini|Aufnäher Junior-Retter Der Junior-Retter wird von der DLRG und dem ASB angeboten. Voraussetzung ist das Deutsche Jugendschwimmabzeichen in Gold. Mit der Änderung der Prüfungsordnung zum 1. Januar 2010 zählt er nicht mehr zu den Schwimmprüfungen, sondern wird als Vorbereitende Prüfung auf das Rettungsschwimmen geführt.
Voraussetzungen:
Mindestalter 10 Jahre Leistungsstufe Deutsches Jugendschwimmabzeichen Gold
Prüfungteile:
100 Meter Schwimmen ohne Unterbrechung (je 25 m Kraul-, Rückenkraul-, Brust- und Rückenschwimmen mit Grätschschwung) 25 Meter Schleppen (Achselgriff), Selbstrettungsübung (kombinierte Übung in leichter Freizeitbekleidung, die ohne Pause in der angegebenen Reihenfolge zu erfüllen ist): Fußwärts ins Wasser springen, danach Schwebelage einnehmen, 4 Minuten Schweben an der Wasseroberfläche in Rückenlage mit Paddelbewegungen, 6 Minuten langsames Schwimmen, jedoch mindestens viermal die Körperlage wechseln (Bauch-, Rücken-, Seitlage); die Kleidungsstücke im tiefen Wasser ausziehen Fremdrettungsübung (kombinierte Übung, die ohne Pause in der angegebenen Reihenfolge zu erfüllen ist): 15 m in Bauchlage anschwimmen, nach halber Strecke auf ca. 2 Meter Tiefe abtauchen und zwei kleine Tauchringe heraufholen; diese anschließend fallen lassen und das Anschwimmen fortsetzen 15 m Schleppen eines Partners mit Achselschleppgriff Sichern des Geretteten Nachweis folgender Kenntnisse (Theoretische Prüfung): Selbstrettung Fremdrettung elementare "Erste Hilfe"
Juniorwasserretter Der Juniorwasserretter ist ein Jugendausbildungsprogramm in der Wasserwacht, das für Jugendliche ab acht Jahren gemacht worden ist. Die ursprüngliche Idee zum Juniorwasserretter kommt aus der Wasserwacht-Ortsgruppe Regensburg und war zunächst gedacht um Kinder und Jugendliche für die Aufgaben der Wasserwacht und die regelmäßige Teilnahme am Training zu motivieren.
Die Jugendlichen werden in drei Altersstufen mit unterschiedlichen Anforderungen unterteilt.
Ausbildungsinhalte der Stufe 1 (8–10 Jahre):
Juniorhelfer-Kurs Teil 1 und Teil 2 Deutsches Jugendschwimmabzeichen (DJSA) Gold – ab 9 Jahren Erwerb von Kenntnissen über folgende Rettungsmittel: Rettungsball, Rettungsring, Rettungswurfsack, Rettungsboje, Rettungsgurt, Rettungsbrett Knotenkunde: Achtknoten und Kreuzknoten (auch, wann sie verwendet werden) Naturschutz: Tiere und Pflanzen im heimischen Raum Praktische Grundlagen des Rettungsschwimmens (Rettungsschwimm-Wettbewerbe der Wasserwacht z. B. Stufe I) RK-Einführungsseminar (möglichst mit Beiträgen von den Teilnehmern bzw. in Gruppenarbeit o. Ä.) Flossenschwimmen mit Theorie Flossenkunde Schwimmfertigkeiten (Brusttechnik, Rückenbrusttechnik, Bruststart, Einführung in die Kraultechnik)
Ausbildungsinhalte der Stufe 2 (11–14 Jahre):