Money Monster ist ein US-amerikanischer Thriller der Regisseurin Jodie Foster aus dem Jahr 2016. Die Hauptrollen spielen George Clooney, Julia Roberts und Jack O’Connell.

Der Film feierte seine Premiere am 12. Mai 2016 in Cannes (außerhalb des Wettbewerbs) und lief in Deutschland am 26. Mai 2016 in den Kinos an.

Handlung Der Börsenguru Lee Gates moderiert auf dem US-amerikanischen Fernsehsender FNN die boulevardeske Finanzsendung Money Monster mit Börsentipps für Privatanleger. Ein Thema der aktuellen Sendung ist der Absturz der Aktie IBIS Global Capital am Vortag, der die Aktionäre 800 Mio. Dollar gekostet hat. Als Ursache nennt die Firma einen Glitch im Algorithmus ihres automatisierten Handelssystems. Dazu soll Walt Camby als CEO von IBIS in einem Interview Stellung beziehen. Camby sagt allerdings kurzfristig ab, da er sich auf dem Weg zu einem Meeting in Genf befinde.

Kurz nach Sendungsbeginn verschafft sich ein vermeintlicher Paketbote Zutritt zum New Yorker Studio und zwingt Gates vor laufenden Kameras mit vorgehaltener Pistole, eine Sprengstoff-Weste anzulegen. Der finanzunkundige Mann hat sein gesamtes bescheidenes Vermögen verloren, nachdem er eine Erbschaft von 60.000 Dollar komplett in IBIS-Aktien investiert hatte. Der Geiselnehmer verlangt eine Erklärung für den Wertverlust seiner zuvor von Gates als „sicher“ empfohlenen Anlage und droht, ihn zu erschießen und den Sprengstoff zu zünden, falls er keine Antworten erhält.

Das New York City Police Department wird alarmiert und Patty Fenn, die Regisseurin der Sendung, erfährt kurze Zeit später von der Polizei den Namen des Geiselnehmers: Kyle Budwell. Fenn teilt diese Information Gates über dessen drahtlosen Ohrhörer mit, woraufhin Gates versucht, Budwell zu beruhigen. Budwell behauptet, einen Auslöser mit Totmanneinrichtung für die Sprengstoffweste in seiner Hand zu halten. Die Polizei findet heraus, dass der wahrscheinliche Signalempfänger auf der Weste direkt über der Niere Gates’ liegt. Sie beschließt, den Empfänger zu zerschießen, damit Budwell die Weste nicht zünden kann. Eine mögliche, aber eher unwahrscheinliche tödliche Verletzung Gates’ will sie dabei in Kauf nehmen.

Während Gates auf Budwell einredet, kommt eine Liveschaltung zu Diane Lester zustande, die Chief Communications Officer bei IBIS ist. Sie bestätigt Gates gegenüber, dass man Camby nirgends erreichen kann. Budwell gibt sich mit dieser Erklärung nicht zufrieden und droht damit, den Sprengstoff in Gates’ Weste zu zünden. Auch auf das Angebot von Gates und Lester, ihm den verlorenen Geldbetrag zu erstatten, geht er nicht ein. Lester besteht weiterhin darauf, dass der Algorithmus zu kompliziert zum Erklären sei und dass es ein Computerfehler gewesen sei, der die Wertminderung verursacht habe. Als Reaktion darauf schießt Budwell wutentbrannt auf den Monitor, auf dem das Interview mit Lester übertragen wird. Lester ist mit ihrer Erklärung allerdings ebenfalls unzufrieden und spürt den südkoreanischen Programmierer des Algorithmus auf. Sie erfährt, dass der Algorithmus des automatisierten Handelssystems ausschließlich für die parallele Abwicklung einer Vielzahl von Kleintransaktionen in Sekundenbruchteilen programmiert wurde. Somit kann dieses System die fragliche Großtransaktion, bei der ein hoher Kapitalbetrag fest angelegt wurde, gar nicht ausgeführt haben.

Inzwischen hat die Polizei die Freundin von Kyle Budwell gefunden, die von diesem ein Kind erwartet. Die Hoffnung, man könne Budwell beruhigen, wenn er seine Freundin spräche, zerschlägt sich, weil die Freundin ihn während der Liveübertragung wüst als Versager beschimpft, der mit dem fehlgeschlagenen Investment die gemeinsame Zukunft der Familie verspielt habe. Die Polizei muss die Verbindung unterbrechen. Gates bekommt Mitleid mit Budwell und sichert ihm zu, aufzuklären, was die tatsächliche Ursache von IBIS’ Verlust war.

Als Camby überraschenderweise in New York landet, findet Lester beim heimlichen Durchblättern seines Reisepasses heraus, dass Camby nicht in Genf, sondern in Johannesburg war. Mit dieser Information kontaktieren Fenn und ihr Team zwei isländische Hacker, die sie darauf ansetzen, alles über Cambys Reisen herauszufinden. In der Zwischenzeit hat die Polizei das Studio verdeckt besetzt und fast alle Personen evakuiert. Übrig bleiben nur noch Gates, Budwell und ein Kameramann. Als ein Scharfschütze auf den Empfänger von Gates’ Sprengstoffweste schießt, verfehlt er diesen knapp, da Gates im letzten Moment aufgrund von Fenns Warnung zur Seite springt. Budwell und Gates verlassen das Studio, um Camby zur Rede zu stellen. Begleitet vom Kameramann Lenny und einer großen Menge Polizisten und Schaulustiger gehen sie zu dritt zur Federal Hall, wohin dieser sich zurückgezogen hat. Dabei versucht der Producer von Gates’ Sendung ihm einen Ohrhörer zu geben. Der erschreckte Geiselnehmer schießt diesen daraufhin an, was eine Panik auslöst. An dieser Stelle entscheidet das SWAT-Team, Budwell bei nächster Gelegenheit auszuschalten. Auf dem Weg erzählt Budwell Gates, dass der Empfänger an der Sprengstoffweste nur eine Attrappe sei. Daraufhin bietet Gates ihm an, sich der Polizei zu stellen oder aber das Vorhaben durchzuziehen, wobei er ihn dann unterstützen will. Budwell entscheidet sich für Letzteres und beide halten gegenüber der Öffentlichkeit und der Polizei den Eindruck einer Geiselnahme mit Sprengstoff aufrecht.

In der Federal Hall kann Budwell Camby gerade noch an der Flucht hindern und zwingt nun ihn, die Weste von Gates anzuziehen. Gates verkündet den Zuschauern, dass das angekündigte Interview mit Walt Camby nun doch stattfinden wird. Die isländischen Hacker haben in der Zwischenzeit einiges an Material gesammelt, sodass Gates Camby mit der Wahrheit konfrontiert: Camby war deshalb in Südafrika, weil er dort mit Bestechungsgeldern Minenarbeiter zum Streik angestiftet hatte. Dadurch fiel der Börsenkurs, was IBIS zu einer 800 Millionen-Dollar-Investition in die Mine nutzte. Mit dem Ende des Streiks hätte IBIS einen enormen Profit erzielt, weil der Kurs der Minen-Aktie wieder ansteigen sollte. Der Plan misslang, weil die Minenarbeiter unter Gewerkschaftsführer Moshe Mambo weiter streikten, der Aktienkurs der Mine noch weiter sank und die IBIS-Aktien dadurch massiv an Wert verloren.

Nachdem Budwell Camby dazu gezwungen hat, Reue zu zeigen, wirft er den Auslöser in dessen Richtung, woraufhin er von der Polizei erschossen wird. Die Übertragung der Geiselnahme wird beendet und das normale Fernsehprogramm läuft weiter.

Gates und seine Regisseurin Fenn erholen sich im Krankenhaus, in dem auch ihr Producer auf dem Weg zur Genesung ist, und sehen sich eine Nachrichtensendung an, in der berichtet wird, dass die Börsenaufsicht gegen Camby Ermittlungen wegen internationaler Bestechung aufgenommen hat. Fenn und Gates beginnen sich Gedanken über den Inhalt der nächsten Ausgabe von Money Monster zu machen.

Hintergrund Die Dreharbeiten begannen am 27. Februar 2015 in New York City, nachdem George Clooney seine Dreharbeiten zum ebenfalls 2016 erschienenen Film Hail, Caesar! vollendet hatte. Unter anderem wurde auf der Wall Street und in der Federal Hall gedreht. Für Julia Roberts und George Clooney ist der Film die vierte Zusammenarbeit nach Ocean’s Eleven (2001), Ocean’s 12 (2004) und Geständnisse – Confessions of a Dangerous Mind (2002).

mini|Die Schauspieler Julia Roberts, Dominic West, Caitríona Balfe, die Regisseurin Jodie Foster, der Schauspieler Jack O’Connell, George Clooney und seine Frau Amal Clooney bei der Präsentation des Films bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2016. (V. l. n. r) Der Film feierte am 12. Mai 2016 Premiere bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2016. In den Vereinigten Staaten kam er einen Tag später, am 13. Mai 2016, in die Kinos, in Deutschland am 26. Mai 2016.

Rezeption Deutsche Kritiken Der Film erhielt gemischte Kritiken. So urteilte Carsten Baumgardt von Filmstarts:

Moritz Holfelder vom Bayerischen Rundfunk gibt dem Film 2 von 5 Sternen und urteilt:

Susan Vahabzadeh von der Süddeutschen Zeitung ist von dem Film begeistert und urteilt:

Scott Orlin schließt nach einem Interview mit Jodie Foster:

Carolin Ströbele kritisiert für die Zeit die Inkonsequenz von Fosters Regie:

Anke Leweke kritisiert für Deutschlandradio Kultur die und die Fokussierung auf die Actionszenen:

Barbara Schweizerhof nennt in der epd Film die verspielten Möglichkeiten des für sie durchschnittlichen Films (2 von 5 Sterne):

Cinema hält den Film für „gradlinig und vielschichtig zugleich“ erzählt und vergibt die Höchstwertung (100 %):

Internationale Kritiken A. O. Scott lobt für die New York Times den Spielraum, den Foster ihren Figuren respektive ihren Schauspielern lässt:

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2016 Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Thriller