mini|Carll Cneut (2011)

mini|Carll Cneut (2016 beim Kinder- und Jugendprogramm des Internationalen Literaturfestivals Berlin)

Carll Cneut (* 1. August 1969 in Roeselare) ist ein belgischer Illustrator und Schriftsteller. Er illustrierte seit 1996 41 Bilderbücher, Kinderbücher und Jugendbücher, von denen neun auch in deutscher Übersetzung vorliegen. Für sein literarisches Werk wurde er unter anderem mit dem Woutertje Pieterse Prijs (2009), dem Gouden Griffel (2009) und dem Zilveren Penseel Award (2003/2010) ausgezeichnet. Carll Cneut lebt in Gent.

Leben Carll Cneut wurde 1969 in Roeselare an der französisch-belgischen Grenze geboren. Dort verbrachte er auch seine Kindheit mit seinen Eltern und seinen zwei jüngeren Geschwistern. Sein Vater, der ihn schon in jungen Jahren an das Zeichnen heranführte und mit dem er oft Micky-Maus-Figuren malte, starb, als Carll Cneut neun Jahre alt war.http://www.flanderstoday.eu/art/illustrator-carll-cneut-offers-unique-peek-creative-process Danach machte Cneut es sich zur Aufgabe, seinen beiden Schwestern das Zeichnen beizubringen.http://muse.jhu.edu/article/376579

Nachdem Cneut erst Zirkusartist und dann Bäcker werden wollte, entschied er sich, stattdessen Grafikdesign an der Saint-Lucas Arts School in Gent zu studieren, jener Stadt, in der er auch heute noch lebt und arbeitet. Nach Abschluss seines Studiums fing Cneut an, in einer Werbeagentur zu arbeiten, wo er sich hauptsächlich mit Werbekampagnen zu Verpackungen und Lebensmitteln beschäftigte und noch nicht beabsichtigte, einmal Illustrator zu werden. 1996 traf Cneut auf die Schwester seines jetzigen Verlegers De Eenhoorn, die auch in der Werbebranche tätig war. Während sie sich über eine Kampagne unterhielten, fiel ihr eine alte Illustration von Cneut ins Auge und sie schlug vor, dass er einige Illustrationen für ein Kindermagazin ihres Bruders zeichnen sollte. Cneut war zunächst nicht sehr interessiert, doch als er mit dem Verleger in Kontakt kam, entschied er sich dafür, den Job anzunehmen.

Nicht lange nachdem das Magazin mit Cneuts Illustrationen erschienen war, bekam Cneut die erste Anfrage für ein Buch. Varkentjes van Marsepein (übersetzt „Marzipanschweinchen“) war Cneuts Illustrationsdebüt und entstand in Zusammenarbeit mit dem flämischen Autor Geert De Kockere, mit dem Cneut später noch sechs weitere Kinderbücher herausbrachte, wobei es sich hauptsächlich um Kinderbücher in Versform handelte. Erst im Alter von 30 Jahren realisierte Cneut, dass er Vollzeit als Illustrator arbeiten wollte. Das Buch, das Cneut zu dieser Erkenntnis führte, war Willy. In Willy geht es um einen Elefanten, der die verschiedenen Eigenschaften bewundert, die jede Person einzigartig machen. Im Gegensatz zu den ersten drei Büchern, die Cneut illustriert hatte und die alle Lyrikbücher gewesen waren, handelte es sich bei Willy um das erste epische Buch. Cneut sagte in einem Interview, dass Willy das erste Buch war, bei dem er den Beruf des Illustrators richtig verstanden hatte und das ihm außerdem klar machte, was für eine Art Illustrator er in der Zukunft sein wollte.

Ende 2000 arbeitete Cneut Vollzeit als Illustrator, hauptsächlich im Bereich der Kinderliteratur. 2002 hatte er sein Debüt als Autor, als sein Verlag das Buch The Amazing Love Story of Mr Morf herausbrachte, das Cneut geschrieben und auch illustriert hat. Seit 2005 unterrichtet Cneut an der Royal Academy of Fine Arts in Gent. 2015 eröffnete Cneuts die Ausstellung In my Head in Gent, bei der Originalzeichnungen aus Der goldene Käfig und How to draw birds zu sehen waren und die mit über 50.000 Besuchern in sechs Monaten ein voller Erfolg war.http://www.topipittori.it/en/autore/carll-cneut

2016 war er Jurymitglied der Auszeichnung Das außergewöhnliche Buch des Kinder- und Jugendprogramms des Internationalen Literaturfestivals Berlin.

Künstlerische Einflüsse Als Haupteinflüsse auf seinen Stil als Illustrator und Autor nennt Cneut die belgischen Expressionisten Gustave Van de Woestijne, James Ensor und Edgard Tytgat. Andere Einflüsse von Illustratoren waren zum Beispiel Arthur Rackham, Gustave Doré und der Niederländer Anton Pieck, die sich mit den großen Geschichtenerzählern beschäftigten. Cneuts Begeisterung für den amerikanischen Künstler und Illustrator Brad Holland motivierte Cneut dazu, seine Illustrationen mit richtiger Farbe zu malen.

Literarisches Werk Varkentjes van Marsepein Carll Cneuts erstes Bilderbuch “Varkentjes van Marsepein„ wurde am 1. Oktober 1996 beim belgischen Verlag De Eenhoorn in niederländischer Sprache veröffentlicht und umfasst 43 Seiten. Das Buch wurde von Cneut illustriert und der Text von Geert De Kockere verfasst. Es existiert keine deutsche Übersetzung. Das Buch beinhaltet 47 lustige, rhythmische und manchmal ein bisschen absurde Gedichte, die hauptsächlich von der glücklichen Seite des Lebens erzählen. Die Gedichte haben eine magische und geheimnisvolle Atmosphäre, wodurch sie auch bei Erwachsenen beliebt sind.

Hotel Honde-de-bolder Cneuts zweites Bilderbuch/Kinderbuch Hotel Honde-de-bolder erschien am 1. März 1996 beim belgischen Verlag De Eenhoorn in niederländischer Sprache. Der Autor des Buches ist Wim Vromant. Das Buch ist noch nicht in deutscher Übersetzung erschienen. Es erzählt die Geschichte von Lotte und Kasper, die sich einen Hund wünschen. Als ihr Vater ihnen kein Haustier erlaubt, eröffnen die beiden im Urlaub ein Tierhotel. Een straatje zonder eind Cneuts Bilderbuch Een straatje zonder eind wurde am 15. März 1997 beim belgischen Verlag De Eenhoorn in niederländischer Sprache veröffentlicht und umfasst 32 Seiten. Das Buch wurde von Geert De Kockere verfasst und wurde bisher noch nicht ins Deutsche übersetzt. In der Straße ohne Ende wohnen 26 Menschen. Ihre Häuser haben keine Hausnummer, sondern einen Buchstaben. Dieser Buchstabe ist der erste Buchstabe des Namens der Person, die in dem Haus lebt. Das A steht für Anneliesje, B für Belle usw. Auf jeder Seite des Buches lernt der Leser eine neue Figur kennen. So entsteht ein ABC Lernbuch. Das Buch enthält außerdem ein einfaches Adressbuch für Kinder als Computerprogramm.

Koetje in de klaver Das Bilderbuch/Liederbuch Koetje in de klaver wurde am 1. Oktober 1997 beim belgischen Verlag De Eenhoorn in niederländischer Sprache veröffentlicht und umfasst 32 Seiten. Geert De Kockere verfasste das Buch. Das Buch ist noch nicht in deutscher Übersetzung erschienen. Koetje in de klaver beinhaltet 20 gereimte Kinderlieder, sowie Empfehlungen, wie die Lieder am besten gesungen werden können. Zu jedem Lied gibt es farbreiche Illustrationen. Annemie Van Riel komponierte die Musik zu den Reimen. Auf der Rückseite des Buches gibt es die musikalischen Noten für Klavier und Gitarre.

Niel Cneuts Kinderbuch Niel wurde am 1. Oktober 1998 beim belgischen Verlag De Eenhoorn in niederländischer Sprache veröffentlicht. Es umfasst 36 Seiten und wurde von Geert De Kockere verfasst. Das Buch ist noch nicht in deutscher Übersetzung erschienen.

Ik heb een idee Cneuts sechstes Bilderbuch Ik hen een idee wurde am 1. Oktober 1999 beim Verlag De Eenhoorn in niederländischer Sprache veröffentlicht und umfasst 48 Seiten. Der Autor des Buches ist Geert De Kockere. Bisher gibt es keine deutsche Übersetzung. Das Buch beschreibt in poetischen und philosophischen Worten, kombiniert mit verträumten Illustrationen, eine Imagination der Zukunft.

Willy Das Bilderbuch Willy wurde am 1. März 1999 beim belgischen Verlag De Eenhoorn in niederländischer Sprache veröffentlicht und umfasst 36 Seiten. Geert De Kockere verfasste das Buch. Es ist noch nicht in deutscher Übersetzung erschienen, ist jedoch unter anderem in Englisch, Französisch und Hindi publiziert worden.https://www.worldcat.org/title/willy/oclc/700729089/editions?editionsView=true&referer=br Das Buch erzählt die Geschichte von dem Elefanten Willy. Willy hat vier riesige Beine und einen Körper, der groß genug für zwei ist. Seine Ohren sind so groß, dass er einen Sturm verursachen kann, wenn er damit wedelt, und mit den Haaren an seinem Schwanz malt er gerne Bilder. Manchmal wird Willy wegen seiner dicken Beinen, den großen Ohren und seinem breiten Hintern geärgert. Aber all das ist egal, als sich herausstellt, dass die Leute Willy genau so lieben, wie er ist.

Willy wurde mit dem Boekenpauw (2000) ausgezeichnet. Willy erhielt ein insgesamt sehr positives Presseecho. Die Kirkus Review schrieb »Readers will be inspired to think of Willy« (Kirkus Review, 5. Juli 2011)https://www.kirkusreviews.com/book-reviews/geert-de-kockere/willy-kockere/ und die Publishers Weekly fügte hinzu »What might otherwise be a “handsome-is-as-handsome-does” moral is launched into new territory by the calm, arm’s-length tone of the narrator and Cneut’s simultaneously ridiculous and dignified paintings.« Publishers Weekly, 27. Juni 2011http://www.publishersweekly.com/978-0-8028-5395-0.

Heksenfee/Hexenfee Carl Cneuts Bilderbuch Heksenfee wurde am 15. März 1999 beim belgischen Verlag De Eenhoorn in niederländischer Sprache veröffentlicht und umfasst 32 Seiten. Die Autorin des Buches ist Brigitte Minne. Die deutsche Übersetzung erschien am 1. Februar 2006 beim Residenz Verlag und umfasst 32 Seiten. Es wurde von Mirjam Pressler übersetzt. Heksenfee ist unter anderem in Deutschland, Frankreich, Spanien, Katalonien, Japan, Korea, Portugal und Brasilien publiziert worden.

Das Buch erzählt die Geschichte von der Fee Rosemary, die, wenn es nach ihrer Mutter geht, immer nett und ordentlich sein soll. Aber Rosemary möchte lieber eine Hexe sein, weil die auch mal ungehobelt und dreckig sein dürfen. Als Rosemary sich mit Hexen anfreundet und anfängt, sich wie eine zu verhalten, will ihre Mutter sie nicht mehr zu Hause sehen. Rosemary ist die Heldin der Geschichte, die ihre Umwelt furchtlos und kritisch sieht und am Ende auch ihre Mutter und die anderen Hexen davon überzeugen kann, dass Feen nicht immer nett und Hexen nicht immer böse sind. Heksenfee wurde mit dem White Raven Award (2000) ausgezeichnet. Das Buch erhielt ein positives Presseecho. Die Zeitung Die Zeit empfiehlt Heksenfee weiter und schreibt: »Dass Hexenfee sich aber unbedingt sehen lassen kann, liegt an den Bildern des international bekannten belgischen Illustrators Carll Cneut.« (Thomas David, 3. August 2006)

Woeste Mie Cneuts neuntes Bilderbuch Woeste Mie wurde am 1. März 2000 beim Verlag De Eenhoorn in niederländischer Sprache veröffentlicht und umfasst 32 Seiten. Das Buch wurde von Geert De Kockere verfasst. Das Buch ist noch nicht in deutscher Übersetzung erschienen. „Woeste Mie“ ist unter anderem in Frankreich publiziert worden.

Das Buch erzählt die Geschichte von der Wilden Winnie (Woeste Mie), die so gerne eine Party will, dass sie sich auf den Tisch setzt und anfängt zu schreien. Ihr Mann kriegt so einen großen Schreck, dass er sich unter dem Tisch versteckt und nicht mehr herauskommt. Er versucht Winnie von ihren Plänen abzubringen aber sie träumt weiter von den tollsten Partys: Partys mit massenhaft Kuchen, Partys mit Pauken und Trompeten, oder am besten: eine Tanzparty. „Woeste Mie“ wurde der Bologna Ragazzi Award Special Mention auf dem Book Fair 2001 zugesprochen.

„Dromen is heel geheimzinnige dingen“ Das Bilderbuch „Dromen is heel geheimzinnige dingen“ wurde 2001 beim belgischen Verlag Villa Kakelbont/NCJ in niederländischer Sprache veröffentlicht und umfasst 40 Seiten. Das Buch ist noch nicht in deutscher Übersetzung erschienen. Es wurde von Annie Beullens, Mik Ghys und Eric Vanthillo verfasst.

Roodgeelzwartwit/Rotgelbschwarzweiß