Karl Winter (* 14. Januar 1900 in Bochum; † 5. Juni 1984 in Düsseldorf) war ein deutscher Zahnarzt und Ärztefunktionär.

Leben Als Sohn eines Zahntechnikers geboren, studierte Winter nach dem Besuch der Oberrealschule in Düsseldorf Zahnmedizin an der Philipps-Universität Marburg. Seit Beginn seines Studiums war er 1918 Mitglied und später Alter Herr der Burschenschaft Sigambria Marburg (ADB),Georg Schwartzer (Hrsg.): Adreßbuch des Allgemeinen Deutschen Burschenbundes. Stand vom 1. August 1919, Max Schlutius, Magdeburg 1919, S. 124 seit 1930 der Burschenschaft Hercynia Marburg, in der die Sigambria aufgegangen war.Willy Nolte (Hrsg.): Burschenschafter-Stammrolle. Verzeichnis der Mitglieder der Deutschen Burschenschaft nach dem Stande vom Sommer-Semester 1934. Berlin 1934, S. 547. 1950 ging die Hercynia schließlich in der Marburger Burschenschaft Rheinfranken auf, der Winter bis zu seinem Tode angehörte.Unsere Toten. In: Burschenschaftliche Blätter, 99. Jg. (1984), H. 7, S. 220. 1920 gehörte Winter dem Studentenkorps Marburg (StuKoMa), einem Zeitfreiwilligenverband unter der Führung Bogislav von Selchows, an und war mit diesem an der Niederschlagung kommunistischer Aufstände in Thüringen im Nachgang des Kapp-Putsches beteiligt.Erich Kuntze-Braack: Sigambria/Hercynia. Ein Stück Rheinfranken-Geschichte. In: Rheinfranken-Zeitung, 45. Jg. (1978), H. 2, S. 29.

Nach seiner Promotion 1924 in KölnDeutsches Ärzteblatt Heft 35 vom 29. August 1984, S. 2506. (Online) ließ er sich 1926 in Düsseldorf als Zahnarzt nieder. Am 1. Februar 1932 trat Winter der NSDAP bei, verließ diese jedoch bereits im Juni 1933 wieder. Er war unter anderem über fünfzig Jahre als Zahnarzt in der Justizvollzugsanstalt Düsseldorf tätig. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er 1953 Gründungspräsident der Zahnärztekammer Nordrhein., Rheinisches Zahnärzteblatt 7–8/2013, S. 350, Zahnärztekammer Nordrhein. Abgerufen am 22. Mai 2016. Er übte dieses Amt bis 1969 aus. Bei seinem Ausscheiden wurde ihm der Titel Ehrenpräsident verliehen. Von 1962 bis 1976 war er Präsident des Bundesverbandes der freien Berufe., Bundesverband der freien Berufe. Abgerufen am 22. Mai 2016. Er war Aufsichtsratsmitglied der Deutschen Apotheker- und Ärztebank, Pharmazeutische Zeitung, Nr. 40, S. 1453 (1966). Abgerufen am 22. Mai 2016., seit 1969 AufsichtsratsvorsitzenderDeutsches Ärzteblatt Heft 3 vom 16. Januar 1975, S. 171. (Online) und später EhrenvorsitzenderDeutsches Ärzteblatt Heft 35 vom 29. August 1984, S. 2506. (Online). Ihm zu Ehren verleiht die Deutsche Apotheker- und Ärztebank die Karl-Winter-Medaille an verdiente Mitglieder der Bank.Personalia, Deutsches Ärzteblatt, 88, Heft 33, 15. August 1991 S. A-2739. Abgerufen am 22. Mai 2016. An den Universitäten Köln, Bonn und Düsseldorf führte er über viele Jahre die Studenten in die Rechts- und Standeskunde ein.Deutsches Ärzteblatt Heft 3 vom 16. Januar 1975, S. 171. (Online)Deutsches Ärzteblatt Heft 3 vom 17. Januar 1970, S. 146. (Online)

Der Mediziner Rolf Schlögell war sein Schwiegersohn.

Ehrungen 1957: Hermann-Euler-Medaille der Deutschen ZahnärzteschaftDeutsches Ärzteblatt Heft 2 vom 10. Januar 1980, S. 95. (Online)Hermann Euler Medaille der DGZMK. 1965: Großes BundesverdienstkreuzDeutsches Ärzteblatt Heft 3 vom 16. Januar 1975, S. 171. (Online) 1969: Goldenes Ehrenzeichen der deutschen ÄrzteschaftDeutsches Ärzteblatt Heft 2 vom 10. Januar 1980, S. 95. (Online)Ärztekammer Nordrhein: Ehrungen. 1969: Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und KieferheilkundeEhrenmitglieder der DGZMK. 1970: Fritz-Linnert-Ehrenzeichen der Bundeszahnärztekammer, Jahresbericht 2014/2015, Bundeszahnärztekammer. Abgerufen am 22. Mai 2016.Deutsches Ärzteblatt Heft 3 vom 16. Januar 1975, S. 171. (Online) 1975: Großes Bundesverdienstkreuz mit SternDeutsches Ärzteblatt Heft 30 vom 24. Juli 1975, S. 2183. (Online) 1976: Ehrennadel der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und KieferheilkundeEhrennadel der DGZMK. 1977: Hartmann-Thieding-Medaille des HartmannbundesDeutsches Ärzteblatt Heft 35 vom 29. August 1984, S. 2506. (Online)Hartmannbund: Hartmann-Thieding-Medaille Ehrennadel der ApothekerschaftDeutsches Ärzteblatt Heft 2 vom 10. Januar 1980, S. 95. (Online)

Veröffentlichungen Ein Beitrag zur Klinik der Zahnanomalien bei Lues Congenita und bei Störungen der Funktion endocriner Drüsen. Köln 1925.

Literatur Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band I: Politiker. Teilband 8: Supplement L–Z. Winter, Heidelberg 2014, ISBN 978-3-8253-6051-1, S. 379.

Einzelnachweise

Kategorie:Ärztefunktionär Kategorie:Person (Zahnärztekammer) Kategorie:Zahnarzt Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Burschenschafter (20. Jahrhundert) Kategorie:Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes mit Stern Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1900 Kategorie:Gestorben 1984 Kategorie:Mann