Die Ode (über aus , wörtlich „[der] Gesang“ oder „[das] Lied“)Ode. Duden, Bibliographisches Institut, 2016. ist ein Lied oder ein Liedtext.

Antike Oden mini|hochkant|Angebliche originale Vertonung einer Ode durch Pindar, in Athanasius Kircher, Musurgia universalis, 1650

In der griechischen Antike wurde ein Gesang, der zu einem begleitenden Musikinstrument vorgetragen wurde, als Ode bezeichnet, auch eine Monodie oder ein Chorlied. Später wurden die Texte manchmal auch rezitiert statt gesungen. Höhepunkte sind die Oden des Pindar, die er auch selbst vertonte.

Der bedeutendste Autor lateinischer Oden war Horaz.

Biblische Oden Um 130 n. Chr. entstanden 142 Gesänge in syrischer Sprache, die als Oden Salomos in einigen biblischen Handschriften erscheinen.

Seit dem 5. Jahrhundert ist eine Sammlung von 14 Oden (Gesängen) aus verschiedenen Büchern des Alten und Neuen Testaments als Anhang in manchen griechischen Psaltern enthalten.

Oden in der Liturgie mini|hochkant|Erste Ode des orthodoxen Kanons, Griechisches Menäon, Venedig, 1552 Neun Oden als hymnische Gesänge bilden die Grundlage für den Kanon in der Liturgie der orthodoxen Kirchen.

Literarische Oden in der Neuzeit

Seit dem 16. Jahrhundert werden in der europäischen Literatur des Humanismus und des Barock besonders erhabene Gedichtformen als Ode bezeichnet, wobei stets Bezug auf antike Oden genommen wurde.

Bekannte Beispiele: Friedrich Gottlieb Klopstock: Oden von Klopstock, 1750, Oden und Elegien, 1771, Oden, 1771 (), Oden und Lieder beym Clavier zu Singen, 1776, Oden zur französischen Revolution, 1790–99 Johann Wolfgang von Goethe: Das Göttliche Friedrich Schiller: An die Freude, 1785 Friedrich Hölderlin: An die Parzen, 1799, Gesang des Deutschen, Lebenslauf, Abendphantasie, Heidelberg John Keats: Ode to a Nightingale (Volltext), 1819, und Ode on a Grecian Urn, 1816 (Volltext) Percy B. Shelley: Ode to the West Wind, 1819 (Volltext) Victor Hugo: Ode sur la mort du duc de Berry, 1829? Adam Mickiewicz Oda do Młodości (Ode an die Jugend) (Volltext (polnisch))

Oden in der Komposition Es entstanden auch Vertonungen von Oden, z. B.: Hans Judenkönig: Maecenas stauis, Diffugere niues und andere Oden in Utilis et compendiaria introductio, 1523Hubert Zanoskar (Hrsg.): Gitarrenspiel alter Meister. Original-Musik des 16. und 17. Jahrhunderts. Band 1. B. Schott’s Söhne, Mainz 1955 (= Edition Schott. Band 4620), S. 8. diverse Cäcilienoden, darunter: Henry Purcell: Welcome to all the pleasures – Ode for St Cecilia’s Day. 1683 Georg Friedrich Händel: Ode for St. Cecilia's Day, 1739 Georg Philipp Telemann: Donner-Ode, Oratorium nach Psalm 8 und 29, 1755/56 Ludwig van Beethoven: Schlusssatz der 9. Sinfonie (auch als Ode an die Freude bezeichnet), nach F. Schillers An die Freude Arnold Schönberg: Ode to Napoleon Buonaparte, 1942

Literatur

Lars Korten: Ode. In: Dieter Burdorf u. a. (Hrsg.): Metzler Lexikon Literatur. Begriffe und Definitionen. 3. Auflage. Stuttgart / Weimar 2007, S. 549–551.

Weblinks

Einzelnachweise

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