Amt Krickenbeck, auch genannt Amt Krieckenbeck, Amt Krieckenbeek, Amt Krieckenbeeck oder Amt Kriekenbeek, ist ein historisches Amt im Oberquartier des Herzogtums Geldern. Das Amt lag am Niederrhein an den Flüssen Nette und Niers.

Die Grafschaft Krickenbeck Im Mühlgau bildeten sich mehrere Grafschaften, eine solche war Krickenbeck, benannt nach der Burg Alt Krickenbeck. Diese Grafschaft fiel durch Erbschaft an Graf Adolf I. von der Mark, einen Sohn der Alveradis von Krickenbeck. Im Jahr 1243 verkaufte jener Adolf I. das Krickenbecker Land an Graf Otto II. von Geldern. Die kleine Grafschaft Krickenbeck wurde so in einen Verwaltungsbezirk der Grafschaft Geldern umgewandelt, das Amt Krickenbeck.

Das geldrische Amt Krickenbeck Neben dem Land von Krieckenbeck umfasste das Amt die Herrlichkeit Wankum, Herongen, Grefrath, Leuth und Lobberich. Nicht zum Land Krieckenbeck, wohl aber zum Amt gehörten Venlo und die Exklave Viersen. Venlo wurde nach Erhebung zur Stadt 1343 ein eigenständiger Gerichtsbezirk. Mittelpunkt des Amtes und Sitz des Gerichtes war Hinsbeck.

Das geldrische Amt Erkelenz Der Drossard (Amtmann) des Amtes verwaltete auch in Personalunion das südlich gelegene Amt Erkelenz, eine geldrische Exklave im Herzogtum Jülich. Hierzu gehörten die Herrlichkeit Erkelenz mit einigen umliegenden Dörfern und Brempt, Niederkrüchten, Oberkrüchten und Wegberg. Die vier Orte waren von Erkelenz durch Gebiete des Jülicher Herzogtums und Schwanenberg, das zu Wickrath gehörte, getrennt. Der Drost wurde im Amt Erkelenz durch den Vogt vertreten, der zugleich als landesherrlicher Richter im Schöffengericht in Kriminalprozessen tätig war. Der Vogt zog auch die landesherrlichen Schatzungen ein.Josef Gaspers, Leo Sels: Geschichte der Stadt Erkelenz, Erkelenz 1926, S. 100 f.

Die Drosten van Krieckenbeck Die Drosten verwalteten im Auftrag des geldrischen Herzogs das Amt.

Die folgende Liste ist unvollständig.G. Venner: Venlo's Mozaiek, hoofdstukken uit zeven eeuwen stadsgeschiedenis ISBN 90-71581-06-3

Amtsperiode Name1288 Rutger von Tysse1347 Arnold Spede (von Spee)http://www.lobberich.de/lobberich/geschichte(n)/herrlichkeit-lobberich/05-verwaltung-krickenbeck.htm1348 Henrik der Lange1360 Johan von Broichhausen (Sohn von Wilhelm von Broichhausen, der 1338 die Burg und die Unterherrschaft Wickrath vom geldrischen Herzog erhalten hatte)1352 entlässt Herzog Reinald von Geldern ihn als Amtmann des Amtes Kessel und Horst1364 Johan von Broichhausen1373 Johan von Broichhausen1381–1397 Heinrich van Wickrath1398–1400 Karl von Wyenhorsthttps://www.geldersarchief.nl/1400–1404 Heinrich IV. von der Neersen1406–1420 Johan von Wickrath1420–1429 Wilhelm von Wachtendonk1429–1449 Johan von Wickrath1449 Johan von Wachtendonk1461 Sweer von Warick1465 Heinrich von WickrathStefan Frankewitz: Geldrische Landesburgen vom 13. bis zum Ende des 15. Jahrhunderts, in: Gelre Geldern Gelderland. Geschichte und Kultur des Herzogtums Geldern, Geldern 20011466–1467 Eduard Vogt zu Bell (Herr von Wickrath von 1474 bis 1482)1467?-1471 Johan von Wickrath1471–1486 Reiner von Holthuysen1487–1488 Wilhelm I. von NeuenahrJosef Gaspers, Leo Sels: Geschichte der Stadt Erkelenz, Erkelenz 1926, S. 8, dort erwähnt als Graf von NuwenairGottfried Eckertz (Bearb.): Die Chronik der Stadt Erkelenz. In: Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein 5 (1858), S. 1–89, bes. S. 361492–1496 Johan Bastard von Geldernein „Bastardbruder“ von Herzog Karl, siehe Stefan Frankewitz: Geldrische Landesburgen vom 13. bis zum Ende des 15. Jahrhunderts, in: Gelre Geldern Gelderland. Geschichte und Kultur des Herzogtums Geldern, Geldern 20011496–1501 Andreas von Vischennich genannt BellRechnung des „Andries van Vischennich gen. Bell, wegen uitgaven, gedan an deme bouwe der borch ind onderhaldinge der portzen zo Erclenz“ 1500–1501, im Staatsarchiv zu Arnheim, nach Mitteil, des Herrn Oberlehrers Maeckl, Ilmenau. In: Edmund Renard: Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz VIII, 2: Kreise Erkelenz und Geilenkirchen. S. 541502–1503 Wilhelm van FlymerschemRegionaal Historisch Centrum Limburg (RHCL), Staten van het Overkwartier van Gelre, 1503 februari 5, Toegang 01.001, Inv.nr. 1338 Toegang 01.001, Inv.nr. 501 Archieven.nlAuch Amtmann zu Venlo. Er soll auf der Burg von Erkelenz seinen Wohnsitz nehmen und hier zwölf Leute unterhalten, siehe Stefan Frankewitz: Geldrische Landesburgen vom 13. bis zum Ende des 15. Jahrhunderts, in: Gelre Geldern Gelderland. Geschichte und Kultur des Herzogtums Geldern, Geldern 20011524 Franz Voß von Schwarzenberghttp://www.lobberich.de/lobberich/geschichte(n)/herrlichkeit-lobberich/05-verwaltung-krickenbeck.htm1533 Junker Frans VoßDieter Kastner (Bearbeiter): Die Urkunden des Stadtarchivs Erkelenz – Regesten, Inventare nichtstaatlicher Archive 40, Brauweiler 20011536 Franz Voß von Schwarzenberghttp://www.lobberich.de/lobberich/geschichte(n)/herrlichkeit-lobberich/05-verwaltung-krickenbeck.htmUrkunde 1536, 20. März: Anton Fahne: Die Dynasten, Freiherren und jetzigen Grafen von Bocholtz. Heberle, 1860, S. 110 ().1539 Franz von Stalbergen Rheinisches Archiv- und Museumsamt Archiv Schloss Schönstein – Urkunden1540 Frans von StalbergenHenri Uyttenbroeck: Bijdragen tot de geschiedenis van Venlo, IV: De Straten te Venlo, 19141555–1567 Jan (Johann) van Stalbergen, der Ältere1569–1581 Jan (Joann) von Stalbergen, der Jüngere1581–1586 Johan von Holthuysen (Holthuisen)Landdagsrecessen in http://www.geldersarchief.nl.1605Arnold von Amsteradt, Herr zu Geleen und AmsteradtAnton Fahne: Die Dynasten, Freiherren und jetzigen Grafen von Bocholtz. Heberle, 1860, S. 110 ().1625 Johann Friedrich I von Schaesberg zu Krichenbeckhttps://genealogy.euweb.cz/other/schaesberg1.html1638–1664 Arnold V Wolfgang Graf Huyn von Amstenraedt und GeleenArnold Huyn van Geleen op dbnl1669 Wolfgang Wilhelm von Schaesberg zu KrichenbeckDie Bestallungsurkunde wurde am 12. September 1668 in Brüssel ausgestellt, siehe Leo Petrers: Geschichte des Geschlechts von Schaesberg bis zur Mediatisierung, Kempen 1972, S. 162 ff.http://www.lobberich.de/lobberich/geschichte(n)/herrlichkeit-lobberich/05-verwaltung-krickenbeck.htmInschrift auf dem Schlussstein für die neuerbaute Vorburg über den Toreingang des Südflügels1673 Wolfgang Wilhelm von Schaesberg zu Krichenbeck wird erblicher Amtmann von Krichenbeck und Erkelenz. Bis zum Ende des Ancien Regimes sind seine Nachfahren die Amtmänner von Krickenbeck.Leo Petrers: Geschichte des Geschlechts von Schaesberg bis zur Mediatisierung, Kempen 1972, S. 162 ff. Erkelenz wurde 1714 abgetrennt und fiel an Johann Wilhelm von Jülich und Kurfürst von der Pfalz Johann Friedrich Wilhelm von Schaesberg Johann Wilhelm von Schaesberg August Joseph Maria von Schaesberg

Weblinks Geschichte Krickenbeck, Leuth, Hinsbeck

Quellen

Krickenbeck Kategorie:Nettetal Kategorie:Straelen