Burkersdorf (oberfränkisch: BorgschdoffD. George: Lichtenfels: Der Altlandkreis, S. 17f. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „bǫrgšdǫf“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Küps im oberfränkischen Landkreis Kronach in Bayern.
Geographie Durch das Pfarrdorf fließt der Fabrikgraben, ein linker Zufluss der Rodach, der allerdings in weiten Teilen unter die Erde verlegt wurde. Die Kreisstraße KC 22/LIF 14 führt nach Küps (1,7 km nördlich) bzw. an Emmersheim vorbei nach Reuth (2,5 km südöstlich). Gemeindeverbindungsstraßen verläuft nach Hainweiher (2,3 km südwestlich) und Hain (2 km östlich). Ein Anliegerweg verbindet mit Hinterloh (0,6 km westlich).
Geschichte Der Ort wurde 1154 als „Burchartstorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist Burchard, der Personenname des Siedlungsgründers. Die heutige Form wurde 1482 erstmals bezeugt.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bildete Burkersdorf mit Hinterloh und Löhlein eine Realgemeinde bestehend aus 35 Anwesen (1 Rittergut mit Schloss, 2 Höfe, 11 Sölden, 6 Güter, 2 Gütlein, 8 Tropfhäuser, 2 Häuser, 2 Wirtshäuser, 1 Schmiede). Das Hochgericht übte das Rittergut Unterlangenstadt-Burkersdorf in begrenztem Umfang aus, es hatte ggf. an das bambergische Centamt Weismain auszuliefern. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über sämtliche Anwesen hatte das Rittergut Unterlangenstadt-Burkersdorf.H. Weiß: Lichtenfels-Staffelstein, S. 67.
Mit dem Gemeindeedikt wurde Burkersdorf dem Steuerdistrikt Ebneth zugewiesen. 1811 entstand die Ruralgemeinde Burkersdorf, zu der Ebneth, Emmersheim, Hainweiher, Hainzendorf, Hinterloh, Kirchlein, Löhlein, Pfaffeggetten, Reuth und Vorderloh gehörten. Seit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) gehörten zur Ruralgemeinde Burkersdorf nur noch Emmersheim, Hinterloh, Löhlein und Vorderloh. Die Gemeinde war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Weismain zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Weismain, 1919 in Finanzamt Weismain umbenannt. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit gehörten die meisten Anwesen bis 1835 dem Patrimonialgericht Unterlangenstadt-Burkersdorf an. Ab 1862 gehörte Burkersdorf zum Bezirksamt Lichtenfels, 1939 in Landkreis Lichtenfels umbenannt. Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Weismain, 1879 in das Amtsgericht Weismain umgewandelt, von 1956 bis 1972 war das Amtsgericht Lichtenfels zuständig. Am 1. Januar 1932 übernahm das Finanzamt Lichtenfels die Finanzverwaltung.H. Weiß: Lichtenfels-Staffelstein, S. 149f. 1972 erfolgte der Wechsel zum Landkreis, Amtsgericht und Finanzamt Kronach. Die Gemeinde hatte eine Fläche von 4,451 km².
Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Burkersdorf am 1. Januar 1977 nach Küps eingegliedert.
Früher waren die Einwohner im Bauhandwerk und vor allem im Korbmacherhandwerk beschäftigt. In den 1970er-Jahren gab es in Burkersdorf noch zwei kleinere Betriebe (Werkzeugbau, Korbmöbel), jedoch verdienten damals schon die meisten Burkersdorfer ihren Lebensunterhalt in den Industriebetrieben von Küps und Burgkunstadt (von 143 Erwerbstätigen waren 86 Auspendler).
Von ehemals drei Wirtschaften, dem Förster, der Bayernschanze und der Wirtschaft Ehm, mussten zwei bereits schließen. Das Dorfleben wird vor allem durch Vereine, wie der im Jahr 1898 gegründeten Freiwilligen Feuerwehr und dem Gartenbauverein sowie kirchlichem Engagement bestimmt. Außerdem finden immer wieder Musikveranstaltungen im TECnet-Center, das sich baulich an die ehemalige Geschäftsstelle Burkersdorf der Raiffeisenbank Obermain Nord eG anschließt, statt.http://kunstadt.de/
Ein Feuerwehrhaus und ein Dorfgemeinschaftshaus entstanden im Jahr 2020.
Baudenkmäler In der Bayerischen Denkmalliste sind 7 Baudenkmäler aufgeführt: Evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Marien Pfarrhaus Gasthaus zum Förster Vier Wohn(stall)häuser
Einwohnerentwicklung Gemeinde Burkersdorf Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 298 310 326 348 326 328 352 361 343 348 366 376 383 404 385 386 393 359 326 459 431 427 323 297HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 59 53 61 61 65 63 67 Quelle
Ort Burkersdorf Jahr 1800 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 1998 2007 2021 2024Einwohner 260 281 219 310 316 345 350 402 306 284 260 285 263 223 249Häuser 56 56 56 60 59 62 82 Quelle
Evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Marien mini|St. Marien Das Jahr der Errichtung Marienkirche ist unbekannt. Als ungesicherte Daten der Grundsteinlegung der Chorturmkirche werden 1154 und 1179 genannt. Urkundlich belegt wurde im Jahr 1350 das Gotteshaus und eine Pfarrei in Burkersdorf. Das heutige Erscheinungsbild des Kirchenschiffs als Sandsteinquaderbau mit Satteldach geht auf einen Umbau im Jahre 1706 zurück. Der obere Teil des Kirchturms mit einem Spitzhelm wurde nach einem Brand im Jahr 1834 neu errichtet.http://kirchenportal-landkreis-kronach.de/ev--kirchen/raum-kronach/burkersdorf--st--marien Die Orgel aus dem Jahr 1896 stammt aus der Werkstatt von Johannes Strebel. Der Friedhof befand sich in früheren Zeit innerhalb der die Kirche umgebenden Mauer, heutzutage liegt er am Hang zwischen unterem und oberem Dorf.
Burkersdorf ist als ehemalige ritterschaftlicher Besitz (u. a. der von Redwitz) lutherisch geprägt. Es gehört zur Pfarrei Burkersdorf-Hain, der u. a. Burkersdorf mit Ebneth (mit Schlosskapelle), Hainweiher und Reuth und Hain mit Tiefklein und Weides (religiöses Zentrum mit der Dreifaltigkeitskirche) angehören.http://www.dekanat-kronach-ludwigsstadt.de/burkersdorf-und-hain
Literatur 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Burkersdorf 1898–1998 (Festschrift Chronik Ortsgeschichte)
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Kronach Kategorie:Geographie (Küps) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kronach) Kategorie:Ersterwähnung 1154 Kategorie:Gemeindegründung 1811 Kategorie:Gemeindeauflösung 1976 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)