Steffenberg ist eine verwaltungspolitische Gemeinde im Westen des mittelhessischen Landkreises Marburg-Biedenkopf. Sie besteht aus sechs Ortsteilen, ist nach dem prominentesten Berg auf dem Gemeindegebiet benannt und entstand in den 1970er-Jahren als Großgemeinde im Zuge der Hessischen Gebietsreform (siehe dazu Abschnitt „Gemeindebildung“). Zentraler Ortsteil und Verwaltungssitz ist das Dorf Niedereisenhausen. Die Gemeinde Steffenberg liegt im Westen des Hessischen Hinterlandes und wird gemeinhin als eine von sieben „Hinterlandkommunen“ bezeichnet.

Geografie

Geografische Lage Steffenberg liegt im Gladenbacher Bergland zwischen den Städten Dillenburg (20 km) und Marburg (35 km). Die Höhenlage beträgt etwa 330 bis 550 m ü. NN.

Nachbargemeinden Steffenberg grenzt im Norden an die Gemeinde Breidenbach, im Osten an die Gemeinde Dautphetal, im Süden an die Gemeinden Bad Endbach und Angelburg (alle im Landkreis Marburg-Biedenkopf), sowie im Westen an die Gemeinde Eschenburg (Lahn-Dill-Kreis).

Gemeindegliederung OrtsteilWappenLuftaufnahmeBeschreibungEinwohner -zahlUrkundliche ErstnennungNiedereisenhausenzentriert|54x54px150x150pxNiedereisenhausen ist der größte der sechs Ortsteile Steffenbergs und gleichzeitig politisches und wirtschaftliches Zentrum der Gemeinde. Hier mündet die Gansbach in die Perf. Der Ortsteil ist über die Landesstraße 3042 mit Angelburg im Süden und Dautphetal im Osten verbunden. Die L 3331 führt nach Niederhörlen und Oberdieten und die L 3049 führt nach Quotshausen und Wolzhausen, sowie Obereisenhausen und Bottenhorn.13001103Obereisenhausenzentriert|52x52px150x150pxObereisenhausen liegt an der Perf zwischen Niedereisenhausen und Steinperf. Der Ortsteil ist mit diesen Orten über die L 3049 verbunden.5231103Quotshausenzentriert|54x54px150x150pxQuotshausen ist über die Landesstraße 3049 mit Niedereisenhausen und der Gemeinde Breidenbach verbunden. Außerdem zweigt hier die Kreisstraße 39 nach Silberg und Dautphe ab. Im Ort mündet die Hörle in die Perf.5241381Oberhörlenzentriert|52x52px150x150pxOberhörlen liegt an der Hörle zwischen Niederhörlen und Simmersbach, sowie Hirzenhain. Mit Simmersbach ist der Ort über die K 63 verbunden. Am Ortsausgang verläuft die L 3331 nach Oberdieten und Niederhörlen, sowie Niedereisenhausen. Oberhörlen ist der flächenmäßig größte Ortsteil Steffenbergs.7811327Niederhörlenzentriert|57x57px150x150pxNiederhörlen liegt zwischen Oberdieten, Oberhörlen und Niedereisenhausen an der Landesstraße 3331. Durch den Ortsteil fließt die Hörle.3631382Steinperfzentriert|54x54px150x150pxSteinperf liegt an der L 3049 zwischen Bottenhorn und Obereisenhausen. Der Ort liegt am Nordrand der Bottenhorner Hochflächen und durch den Ort fließt die Perf.8411103

Gemeindebildung Im Zuge der Gebietsreform in Hessen schlossen sich zum 1. April 1972 die bis dahin selbständigen Gemeinden Niedereisenhausen, Obereisenhausen, Niederhörlen und Oberhörlen freiwillig zur Gemeinde Steffenberg zusammen. Der Name wurde nach der prominentesten Erhebung auf dem Gemeindegebiet gewählt. Zuvor, am 16. Dezember 1971, hatte der Kreistag einen freiwilligen Zusammenschluss der oben genannten Gemeinden, sowie Gönnern zu einer Großgemeinde Steffenberg abgelehnt. Gönnern kam später kraft Landesgesetz zur benachbarten Gemeinde Angelburg.

Am 1. Juli 1974 kamen durch Landesgesetz die bis dahin selbstständigen Gemeinden Steinperf und Quotshausen zur neuen Großgemeinde hinzu.

Am 11. Oktober 2015 fand eine Abstimmung über eine Gemeindefusion von Steffenberg und Angelburg statt. Dabei sprach sich eine knappe Mehrheit der Steffenberger (52,7 %) gegen die Fusion aus, wohingegen die Bevölkerung Angelburgs knapp (51,7 %) für den Zusammenschluss votierte. Hinterländer Anzeiger, 11. Oktober 2015; mittelhessen.de; abgerufen am 20. März 2016. Für die 2020er Jahre ist weiterer Versuch, möglicherweise mit einer vorherigen Bildung einer Verwaltungsgemeinschaft nach dem Vorbild von Allendorf (Eder) und Bromskirchen geplant.

Politik

Gemeindevertretung Für die Gemeindevertretung der Gemeinde Steffenberg erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 - 23° Election Manager: Steffenberg 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:

Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 BLS Bürgerliste Steffenberg 24,7 5 38,7 9 39,7 9 44,6 10 38,9 9 40,9 9 26,3 5 37,3 9 37,1 9 35,3 8 38,9 9 32,3 8 22,6 5 23,9 5 23,2 5 20,1 5 22,2 5 26,8 6 KTS Klartext Steffenberg 26,5 6 — — — — — — — — — — Gesamt 100,0 21 100,0 23 100,0 23 100,0 23 100,0 23 100,0 23 Wahlbeteiligung in % 57,4 47,3 63,0 7,0 43,2 52,4

Bürgermeister

Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Gemeindevorstands, dem in der Gemeinde Steffenberg neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Beigeordneter und vier weitere Beigeordnete angehören.Gemeindevorstand Bürgermeister ist seit dem 1. Juni 2016 der parteiunabhängige Gernot Wege. Er wurde als Nachfolger von Peter Pfingst, der nach drei Amtszeiten nicht mehr kandidiert hatte, am 20. März 2016 in einer Stichwahl bei 56,9 Prozent Wahlbeteiligung mit 75,1 Prozent der Stimmen gewählt. Es folgte eine Wiederwahl im Februar 2022.Bürgermeisterwahl am 6. Februar 2022 in Steffenberg (Marburg-Biedenkopf). Hessenschau.de

Amtszeiten der Bürgermeister Hessisches Statistisches Landesamt; Hinweis: für die Ansicht der archivierten Einzelergebnisse ggf. die Endung index.html aus der Webadresse löschen und diese dann neu laden 2016–2028 Gernot WegeGernot Wege: Über mich 1998–2016 Peter PfingstSteffenbergs Bürgermeister geht in dritte Amtszeit. Bild Frankfurt, 7. Februar 2010.

Wappen

Gemeindepartnerschaften Lüsen, Südtirol (Italien) Környe, Ungarn

Sehenswürdigkeiten Siehe Liste der Kulturdenkmäler in Steffenberg

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde Wilhelm Klingelhöffer (1803–1882), in Oberhörlen geborener Richter und Politiker, Abgeordneter der Landstände des Großherzogtums Hessen Werner Link (1934–2023), in Quotshausen geborener Politikwissenschaftler und Hochschullehrer Dieter Becker (* 1963), evangelischer Theologe, Pfarrer und Betriebswirt

Persönlichkeiten mit Bezug zu den Ortsteilen Peter Dickel (1819–1896), baute 1853 die Orgel der evangelischen Kirche in Obereisenhausen Georg Zitzer (1870–1932), Lehrer in Niedereisenhausen, Heimatforscher und -dichter Karl Herbert (1907–1995), evangelischer Pfarrer in Oberhörlen, Mitglied der Bekennenden Kirche

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Gemeindegründung 1972