mini|Katholische Pfarrkirche St. Peter am Spallerhof mini|Langhaus, Blick zum Altar mini|Langhaus, Blick zur Orgelempore mini|Altarbereich der Werktagskapelle Die römisch-katholische Pfarrkirche Linz-St. Peter steht im Linzer Stadtteil Spallerhof in Oberösterreich. Die dem Patrozinium des hl. Petrus unterstellte Pfarrkirche gehört zum Dekanat Linz-Süd in der Diözese Linz.
Geschichte Erste Kirche in der Zizlau Schon im Jahr 1111 wird im Dorf St. Peter in der Zizlau eine Kirche urkundlich erwähnt. 1147 bis 1149 wurde durch das Stift Sankt Peter (Salzburg) und das Domkapitel der Erzdiözese Salzburg unweit der Mündung der Traun in die Donau eine Kirche erbaut und dem heiligen Petrus geweiht. 1851 wurde St. Peter selbständige Gemeinde, 1863 auch Pfarre. 1915 wurde St. Peter nach Linz eingemeindet.
Nach dem Anschluss Österreichs wurde der ganze Ort inklusive der Kirche abgerissen und dort die Reichswerke Hermann Göring (heute voestalpine) erbaut. Die Bevölkerung von damals 4500 Einwohnern wurde großteils in den neuerbauten Stadtteil Spallerhof umgesiedelt. Am 29. Juni 1939 wurde zum Patrozinium die letzte Messe in St. Peter gefeiert.
Schon 1938 wurden die Gebeine von rund 1600 Verstorbenen vom stillgelegten Pfarrfriedhof von St. Peter in den Friedhof Kleinmünchen umgebettet, da der Friedhof ebenfalls dem Bau der Hermann-Göring-Werke weichen musste. Der Friedhof St. Peter war dabei eigentlich als neuer Stadtfriedhof von Linz vorgesehen gewesen, die Umbettung soll 40.000 Reichsmark verschlungen haben.Maria Karl, Stefan Kurowski: Mit heißen Wünschen, Hermann Göring. Vom Dorf St. Peter in Linz, das Hitlers Plänen für ein Hüttenwerk im Wege stand. 1998, S. 174
Errichtung am Spallerhof Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Spallerhof, ein altes Bauerngut, das zuerst als NSDAP- später als SPÖ-Parteilokal genutzt wurde, von der Diözese erworben und 1958 darin eine Notkirche errichtet. Mit 1. Jänner 1960 wurde die Kirche offiziell zur Pfarre St. Peter erhoben und übernahm als Nachfolgepfarre alle Rechte der ehemaligen Pfarre St. Peter/Zizlau.
Die heutige Kirche in der Wallenbergstraße wurde 1963 bis 1964 nach Plänen von Franz Steininger errichtet und am 6. September 1964 von Bischof Franz Zauner geweiht. Die Glocken wurden 1969 geweiht.
Architektur Kirche und Pfarrhof und Pfarrzentrum sind rechtwinklig um einen Vorplatz gruppiert. Im Winkel beider Baukörper befindet sich ein freistehender hoch aufragender Glockenturm. Die Pfarrkirche ist ein nach Westen orientierter niedriger flach gedeckter Baukubus, nordseitig mit einem niedrigeren flach gedeckten Anbau mit Sakristei und einer Werktagskapelle sowie einer offenen Portalvorhalle.
Die Glasfenster wurden von Alfred Stifter gestaltet, im Altarbereich abstrakt aus 1963 und an der Nordseite Szenen aus dem Leben des hl. Petrus aus 1987, in der Werktagskapelle mit Szenen aus dem Leben Christi aus 1987.
Einrichtung Der Altar, das Taufbecken und das Ambo entstand nach Entwürfen von Franz Steininger. Tabernakel und Osterleuchter schuf Josef Priemetshofer 1963.
Es gibt einen spätgotischen Kruzifix um 1520. Die Figur Maria mit Kind ist aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Zwei Bilder des hl. Petrus und Maria Magdalenas stammen von Jakob Zanusi um 1725/1730 und wurden aus der alten Kirche in Zizlau hierher übertragen.
Den Kreuzweg schuf Georg Lebzelter nach Entwürfen von Alfred Stifter als geätzte Metalltafeln.
Literatur Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Linz 2009. Linzer Außenbereiche zwischen Donau und Traun, Sakralbauten, Pfarrkirche St. Peter am Spallerhof, S. 356.
Weblinks
Webpräsenz der Pfarre Linz-St. Peter
Foto der alten Kirche in St. Peter/Zizlau, Linz Kultur
Einzelnachweise
Kategorie:Pfarrkirche in der Diözese Linz Kategorie:Kirchengebäude in Linz Kategorie:Dekanat Linz-Süd Linz Kategorie:Erbaut in den 1960er Jahren Kategorie:Baudenkmal (Oberösterreich) Kategorie:Kulturdenkmal (Linz) Kategorie:Peterskirche Kategorie:Bauwerk der Moderne in Oberösterreich