Der 62. Eurovision Song Contest fand vom 9. bis zum 13. Mai 2017 im International Exhibition Centre (IEC) in der ukrainischen Hauptstadt Kiew statt. Kiew war damit nach 2005 zum zweiten Mal Ausrichter des Wettbewerbs. Nachdem Jamala mit dem Lied 1944 am 14. Mai 2016 den ESC 2016 in Stockholm (Schweden) gewonnen hat, wurde die ukrainische Rundfunkanstalt Nazionalna Telekompanija Ukrajiny (NTU) mit der Ausrichtung des Eurovision Song Contest beauftragt.
Den Wettbewerb gewann Salvador Sobral für Portugal mit dem Lied Amar pelos dois.
Es war der erste Sieg für Portugal in diesem Wettbewerb nach zuvor 48 Teilnahmen seit 1964, bei denen nur ein sechster Platz aus dem Jahr 1996 als bestes Ergebnis datiert. Kein Land musste so lange auf den ersten Sieg bei diesem Wettbewerb warten. Zuvor hielt Finnland mit 40 Teilnahmen diesen Rekord. Portugal, Bulgarien und Moldau erzielten in diesem Jahr ihr jeweils bestes Ergebnis.
Der deutsche Beitrag, Perfect Life gesungen von Levina, erreichte vor Spanien den vorletzten Platz, nachdem Deutschland in den beiden Vorjahren jeweils den letzten Platz belegt hatte. Österreich erzielte bei der Jury-Wertung 93 Punkte, konnte aber keine Punkte der Publikumswertung erzielen und erreichte damit den 16. Platz. Die Schweiz schied bereits im Halbfinale aus.
Insgesamt 180 Millionen Zuschauer verfolgten den Eurovision Song Contest 2017, 24 Millionen weniger als im Vorjahr, was auf das Fehlen Russlands zurückzuführen ist. In relativen Zahlen hatte das Finale jedoch einen ähnlich hohen Marktanteil wie 2016.
Austragungsort
Am 24. Juni 2016 stellte das ukrainische Fernsehen zusammen mit der ukrainischen Regierung einen Anforderungskatalog an die potenzielle Gastgeberstadt vor: Die austragende Arena sollte Platz für mindestens 7.000, idealerweise aber für 10.000 Zuschauer bieten. Die austragende Arena muss überdacht sein. Ein Pressezentrum für mindestens 1550 Journalisten sollte auf dem Gelände vorhanden sein. Die Gastgeberstadt sollte in der Nähe eines Verkehrsflughafens gelegen sein. Im Umkreis des Austragungsortes müssen genügend Hotels und Hotelzimmer für den Zeitraum der Veranstaltung zur Verfügung stehen. Für diverse Veranstaltungen wie den Empfang und die Verabschiedung und die Verpflegung der Teilnehmerländer sollen mindestens 3000 Personen zur Verfügung stehen. Neben den Veranstaltungen in der Arena soll die austragende Stadt ein kulturelles Programm aufweisen, das die kulturelle Identität mit der Ukraine darstellen soll.
Der Bewerbungsprozess lief in folgenden Phasen ab: 24. Juni bis 8. Juli 2016: Die potenziellen Bewerberstädte hatten die Möglichkeit ihre Bewerbung bis zum 8. Juli 2016 bei der ukrainischen Fernsehanstalt NTU einzureichen. 8. Juli bis 15. Juli 2016: Die Bewerbungen werden von den Verantwortlichen gesichtet und analysiert. 18. Juli bis 22. Juli 2016: Die Bewerberstädte präsentieren den Verantwortlichen ihre Stadt; anschließend übergeben diese drei Bewerbungen an die EBU. 22. Juli bis 1. August 2016: Gemeinsam mit der EBU beurteilen die Verantwortlichen von NTU die Bewerberstädte in Bezug auf ihre Infrastruktur.
Sechs Städte reichten bis zum 8. Juli 2016 eine Bewerbung ein, darunter Charkiw, Cherson, Dnipro, Kiew, Lwiw und Odessa. Im Vorfeld bekundeten auch Irpin, Tscherkassy, Uschhorod und Winnyzja ihr Interesse um eine Austragung.
Am 20. Juli 2016 präsentierten die sechs Städte ihre Bewerbung im Rahmen einer zweistündigen Fernsehsendung des austragenden Sender Nazionalna Telekompanija Ukrajiny. Moderiert wurde die Veranstaltung vom ukrainischen Fernsehmoderator Timur Miroschnytschenko. Zeitgleich wurde die Sendung auf YouTube im Livestream übertragen. Die Sendung wurde vor Zuschauern und Journalisten produziert. Folgende sechs Vertreter waren in der Sendung anwesend und stellten repräsentativ die Bewerbung ihrer Stadt vor:
Dnipro: Borys Filatow (Bürgermeister) Charkiw: Ihor Terechow (Stellvertretender Bürgermeister) Cherson: Wolodymyr Mykolajenko (Bürgermeister) Kiew: Oleksij Resnikow (Stellvertretender Verwaltungschef der Stadt Kiew) Lwiw: Andrij Moskalenko (Stellvertretender Bürgermeister) Odessa: Pawlo Wuhelman (Stellvertretender Bürgermeister)
Am 22. Juli 2016 wurde bekannt gegeben, dass Dnipro, Kiew und Odessa in die nähere Auswahl gekommen waren.
Folgende Städte bewarben sich als Austragungsort: Stadt Austragungsort Kapazität(bei Konzerten) Eigentümer Bemerkungen DniproДніпро DniproEuroArena max. 9.500 Juschmasch Die Bewerbung sieht eine Renovierung sowie die Konstruktion eines Daches vor. Dabei eingebunden ist der Sportkomplex Meteor. Dieser Umbau soll bis März 2017 vollendet sein. KiewКиїв International Exhibition Centre (IEC) max. 10.073 Stadt Kiew Größtes Messegelände in der Ukraine. Für den ESC sollen die Hallen zwei und drei zu einer umgebaut werden. OdessaОдеса Zentralstadion Tschornomorez 10.000–12.000 FK Tschornomorez Odessa Benötigt für die Austragung ein Dach. Ausgeschiedene Bewerbungen CharkiwХарків Metalist-Stadion max. 38.633 Metalist Charkiw Austragungsort der Fußball-Europameisterschaft 2012. Spielstätte des Metalist Charkiw. Hätte für die Austragung ein Dach benötigt. ChersonХерсон Konzerthalle „Juwilejnyj“ 1.600 Die Bewerbung hätte eine Renovierung und eine Erweiterung des Gebäudes vorgesehen. Dieser Umbau hätte sieben bis acht Monate gedauert. LwiwЛьвів Arena Lwiw max. 34.915 Der Konzern „Sportliche Arenen der Ukraine“ Austragungsort der Fußball-Europameisterschaft 2012. Spielstätte von Schachtar Donezk und Metalurh Donezk. Benötigt für die Austragung ein Dach. Unfertige Basketballhalle N. N. Die Halle wurde zur Basketball-Europameisterschaft 2015 geplant, diese wurde der Ukraine allerdings wieder entzogen, sodass im Juli 2016 nur 25 % des Gebäudes fertiggestellt waren.
Weil die Regeln der EBU dies vorsehen, erhielt als erstes NTU den Auftrag der Ausrichtung und nahm diesen auch an. Wegen Jamalas Herkunft von der Krim wurde diskutiert, ob man den Wettbewerb dort austragen solle, die völkerrechtswidrig von Russland annektiert wurde.
In einem Interview mit BBC Ukrainian sagte der ehemalige Intendant des austragenden Fernsehsenders NTU Taras Stezkiw, dass er das Kiewer Olympiastadion, ebenso wie die Bewerberstadt Lwiw für ungeeignet halte, da dieser ein geeigneter Austragungsort fehle.
Am 30. Juni 2016 gab man bekannt, dass die Ukraine keine geeigneten Arenen für eine entsprechende Austragung für den Eurovision Song Contest habe und man noch diskutiere, ob man in der Lage ist, den ESC überhaupt auszutragen.
Für den 9. September 2016, 12 Uhr (MESZ) wurde eine offizielle Pressekonferenz einberufen und Kiew als Austragungsort des Eurovision Song Contest 2017 bekanntgegeben. Im Auswahlgremium entfielen 19 Stimmen auf Kiew und zwei auf Odessa bei einer Enthaltung. Dnipro erhielt keine Stimme.
Format Beim Delegationstreffen wurde der Eurovision Song Contest 2017 ursprünglich auf den 16., 18. und 20. Mai 2017 datiert. Doch auf Anfrage des austragenden Fernsehsenders NTU wurden die beiden Halbfinals auf den 9. und 11. und das Finale auf den 13. Mai 2017 verlegt. Als Grund nannte der Sender den Gedenktag für die Opfer der Deportation der Krimtataren nach Zentralasien.2017: Ukraine broadcaster NTU proposes new dates Die neuen Termine kollidieren jedoch mit den Rückspielen des Halbfinals der UEFA Champions League 2016/17 und UEFA Europa League 2016/17.Eurovision 2017: Preliminary dates moved because of Remembrance Day Die Termine wurden erst mit der Verkündung des Austragungsortes endgültig festgelegt.Search for 2017 Eurovision host city has started
Das Budget für den ESC 2017 soll zwischen acht und 13 Millionen Euro liegen.ESC’17: Ukraine Can Afford To Host The Contest
Live-Shows und Karten mini|Bühne des Eurovision Song Contest 2017 Am 14. Februar 2017 um 19:15 Uhr (MEZ) begann der Kartenverkauf für insgesamt neun Live-Shows, darunter sechs Kostümproben sowie die beiden Halbfinale und das Finale. Der Ticketverkauf sollte ursprünglich schon am 13. Februar 2017 beginnen, doch verzögerte sich der Verkauf auf Grund des Rücktrittes des Produktionsteams. Die Tickets kosten zwischen umgerechnet acht und 500 Euro. Der verantwortliche Ticketpartner ist concert.ua.
Show Halbfinale 1 Halbfinale 2 Finale Jury-Show Mo. 8. Mai, 21 Uhr Mi. 10. Mai, 21 Uhr Fr. 12. Mai, 21 Uhr Generalprobe Di. 9. Mai, 15 Uhr Do. 11. Mai, 15 Uhr Sa. 13. Mai, 15 Uhr TV-Show Di. 9. Mai, 21 Uhr Do. 11. Mai, 21 Uhr Sa. 13. Mai, 21 Uhr
Nach aktuellen Planungen sind im Austragungsort Plätze für maximal 7.971 Zuschauer geplant. 1.570 sind Stehplätze im Innenraum der Veranstaltungshalle.
Offizielles Album Das offizielle Album beinhaltet die Lieder der 42 teilnehmenden Länder und den zurückgezogenen Titel Russlands. Es wurde in deutschsprachigen Ländern wie folgt veröffentlicht: 21. April 2017 – iTunes- und Google-Play-Store-Veröffentlichung 21. April 2017 – Veröffentlichung auf allen anderen digitalen Plattformen 28. April 2017 – Veröffentlichung als physische CD 23. Juni 2017 – Veröffentlichung als Vinyl-Box
Leitung und Gastgeber Das Organisationskomitee des ESC 2017 bestand aus dem Kulturminister, zwölf weiteren Politikern und dem Chef der austragenden Rundfunkanstalt NTU.ESC’17: Organising Committee for Eurovision 2017 Setup
Am 1. Dezember 2016 wurden Wiktorija Romanowa und Oleksandr Charebin als ausführende Produzenten sowie Stuart Barlow als Show-Produzent bekanntgegeben.Executive Producers for Eurovision 2017 confirmed Sie und weitere zentrale Mitglieder des leitenden Produktionsteams, legten ihr Amt am 10. Februar 2017 nieder. Das Produktionsteam soll ihre Arbeit freiwillig niedergelegt haben, nachdem es im Vorfeld zu Unstimmigkeiten und Verzögerungen in der Planung gekommen sei.
Zum ersten Mal wurde geplant, dass drei Männer den Eurovision Song Contest moderieren sollten und erstmals seit 1956, also dem ersten Contest, wird keine Frau moderieren. Am 27. Februar 2017 wurden Wolodymyr Ostaptschuk, Oleksandr Skitschko und Timur Miroschnytschenko als Gastgeber der Öffentlichkeit vorgestellt.
Motto und Bühnendesign NTU gab am 30. Januar 2017 das offizielle Logo und Motto Celebrate Diversity (dt. „Vielfalt feiern“) bekannt. Das Logo basiert auf einer traditionellen ukrainischen Perlenkette – mit Namen Namysto – die auch als Schutzamulett gilt. Die unterschiedlichen Muster auf den Kugeln des Logos sollen die Vielfalt des Mottos darstellen.
Einen Tag nach der Bekanntgabe des Logos und des Mottos wurde die Bühne vorgestellt, die von Florian Wieder entworfen wurde, der bereits für das Design der ESC-Bühnen in den Jahren 2011, 2012, und 2015 verantwortlich war.eurovoix.com
Eurovision-Emojis Am 30. April 2017 stellten die Verantwortlichen des Eurovision Song Contests in Zusammenarbeit mit dem Kurznachrichtendienst Twitter drei Emojis zum Eurovision Song Contest 2017 vor. Wenn die Nutzer die Hashtags #ESC2017, #Eurovision, #12Points, #douzepoints oder #CelebrateDiversity in ihren Tweets verwenden, erscheint entweder ein Teil des Logos des offiziellen Eurovision Song Contests (Eurovision heart), die Siegertrophäe oder das Logo des diesjährigen Eurovision Song Contests.
Nationale Jurys Die nationalen Jurys vergeben die Hälfte aller Punkte beim Eurovision Song Contest. Dafür werden sich die Mitglieder eines Landes treffen und gemeinsam die Generalprobe der Shows anschauen. Jedes Mitglied erstellt daraufhin, basierend auf Stimme, Komposition und Originalität des Liedes, eine Rangliste aller Beiträge des Abends. Dabei soll dies jeder unabhängig von den anderen tun. Sobald alle Listen fertiggestellt sind, werden sie von der EBU überprüft und in Punkte umgerechnet. + Belgien Land Mitglieder Bekannt als Jean-François Pottier Kevin Cocco Sänger Tiffany Baworowski (Typh Barrow) Sängerin Etienne Baffrey Gründer des Radiosenders Antipode Marie Benmokaddem Sängerin