Hitlers Rede vor den Oberbefehlshabern am 14. Juni 1941 war eine Ansprache Hitlers vor den Oberbefehlshabern der Wehrmacht und der für das Unternehmen Barbarossa vorgesehenen Heeresgruppen und Armeen. Er gab seine Anweisungen für den Angriff und Vorgehen der WehrmachtMüller, Überschär: Hitlers war in the east, Berghahn books NY, 2002, Seite 104, Zitat: on 14 June 1941 in the chancellery in Berlin Hitler had presented the gathered Wehrmacht commanders with the operational goal for the attack on the SU… und erteilte abschließende Befehle.United states office: Nazi conspiracy and War Crimes, Band 4, US government printing 1946, Seite 807, Zitat: On 9. June 1941 the order of the Fuehrer went out for final reports on Barbarossa to be made in Berlin on 14 June 1941, 8 days before D-Day…

Ort Das Treffen fand in der Reichskanzlei statt. Zur Tarnung wurde die Ankunft der zahlreichen Offiziere auf verschiedene Eingänge verteilt und zeitlich gestaffelt.Ein Dokument über die Regelung der Ankunftszeiten und Benutzung der Eingänge befindet sich als Dokument C-78 in: Internationaler Militärgerichtshof Nürnberg (Hrsg.): Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof (14. November 1945 bis 1. Oktober 1946). Nürnberg 1947, Band 34, S. 308–312. Am Vormittag fanden Vorträge der einzelnen Heeresgruppen- und Armeeführer vor Hitler über die von ihnen geplanten Operationen der ersten Tage des Krieges gegen die Sowjetunion statt. Nach einem Mittagessen im Speisesaal seiner Wohnung hielt Hitler seine etwa einstündige Ansprache.

Teilnehmer Bei der Rede Hitlers waren folgende Teilnehmer anwesend:Walter Warlimont: Im Hauptquartier der deutschen Wehrmacht 1939 bis 1945. Augsburg 1990, Band 1, S. 162 f.

Heer Generalfeldmarschall Walther von Brauchitsch (Oberbefehlshaber des Heeres) Generaloberst Franz Halder (Generalstabschef des Heeres) Generalleutnant Friedrich Paulus (Oberquartiermeister I) Oberst Adolf Heusinger (Chef der Operationsabteilung) Generalfeldmarschall Wilhelm Ritter von Leeb (Heeresgruppe Nord) Generaloberst Ernst Busch (Offizier) (AOK 16) Generaloberst Georg von Küchler (AOK 18) Generaloberst Erich Hoepner (Panzergruppe 4) Generalfeldmarschall Fedor von Bock (Heeresgruppe Mitte) Generalfeldmarschall Günther von Kluge (AOK 4) Generaloberst Adolf Strauß (AOK 9) Generaloberst Heinz Guderian (Panzergruppe 2) Generaloberst Hermann Hoth (Panzergruppe 3)

Kriegsmarine Großadmiral Erich Raeder (Oberbefehlshaber der Marine) Kapitän z.S. Gerhard Wagner (Chef der Operationsabteilung) Vizeadmiral Kurt Fricke (Chef des Stabes der Seekriegsleitung) Kapitän z.S. Erich Schulte Mönting (Adjutant des Ob d M) Generaladmiral Rolf Carls (Marinegruppenkommando Nord) Vizeadmiral Hubert Schmundt (Befehlshaber Ostsee)

Luftwaffe Reichsmarschall Hermann Göring (Oberbefehlshaber der Luftwaffe) Generalfeldmarschall Erhard Milch (Generalinspekteur der Luftwaffe, Stellvertreter Görings) General de. Fl. Hans Jeschonnek (Chef des Generalstabs der Luftwaffe) Generalleutnant Karl-Heinrich Bodenschatz (Chef des Ministeramtes und Verbindungsoffizier) Generalmajor Otto Hoffmann von Waldau (Chef der Operationsabteilung) Generalfeldmarschall Albert Kesselring (Luftflotte 2) Generaloberst Alfred Keller (Luftflotte 1)

OKW Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel (Chef des OKW) General der Artl. Alfred Jodl (Chef des Wehrmachtführungsstabes) Generalmajor Walter Warlimont (Leiter der Abteilung Landesverteidigung im Wehrmachtführungsstab) Major Christian (Adj. Chef WFStab)

Adjutantur der Wehrmacht Oberst d. G. Rudolf Schmundt (Chefadjutant) Kapitän z.S. Karl-Jesko von Puttkamer (Marine) Major Gerhard Engel (Heer) Major Nicolaus von Below (Luftwaffe)

Inhalt der Rede Hitler hatte bereits am 30. März 1941 eine Rede vor den Oberbefehlshabern gehalten, da der Angriff auf die Sowjetunion ursprünglich im Mai 1941 beginnen sollte; dieser Angriff wurde aber durch den Balkanfeldzug verzögert. Überraschende Lageänderungen erzwangen Umplanungen und die Notwendigkeit, Pläne geheim zu halten.William Young, German diplomatic relations 1871-1945, I-universe Inc., NY 2006, S. 287. Wie sonst allgemein bei Hitlers Reden vor den Militärs üblich, existiert keine Aufzeichnung der Rede. Es gibt einige Erinnerungen und Tagebucheinträge beispielsweise von Franz HalderFranz Halder: Kriegstagebuch. Tägliche Aufzeichnungen des Chefs des Generalstabes des Heeres 1939–1942. Stuttgart 1962, Band 2, S. 455., Fedor von BockKlaus Gerbet (Hrsg.): Generalfeldmarschall Fedor von Bock. Zwischen Pflicht und Verweigerung – Das Kriegstagebuch. München 1995, S. 193., Otto Hoffmann von WaldauBA-MA,, Heinz GuderianHeinz Guderian: Erinnerungen eines Soldaten. Stuttgart 1994, S. 136., Albert KesselringAlbert Kesselring: Soldat bis zum letzten Tag. Bonn 1953, S. 113. sowie Hitlers Adjutant Nicolaus von Below.Nicolaus von Below: Als Hitlers Adjutant 1937–1945. Selent 1999, S. 277. Adolf Heusinger schrieb nach dem Krieg aus der Erinnerung eine längere Darstellung der Rede.Adolf Heusinger: Befehl im Widerstreit. Tübingen und Stuttgart 1950, S. 120 ff.

Hitler verbreitete noch einmal seine bekannten Überlegungen und Pläne; er soll behauptet haben, ein Feldzug gegen die Sowjetunion werde die Ernährungs- und Rohstoffversorgung Deutschlands sichern und England zum Friedensschluss veranlassen; so könne der Krieg gewonnen werden. England werde einsehen, dass die Hilfe der USA zu spät komme, um etwas gegen die deutsche Machtstellung auf dem Kontinent und gegen die Erfolge der deutschen U-Boote und der Luftwaffe gegen die englische Zufuhr ausrichten zu können.Jürgen Förster: Das Unternehmen ‚Barbarossa’ als Eroberungs- und Vernichtungskrieg. In: Militärgeschichtliches Forschungsamt (Hrsg.): Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Band 4. Stuttgart 1983, S. 444. Ian Kershaw, der sich auf die Erinnerungen von Below stützte, betonte, dass Hitler den Krieg als hervorhob. Die Sowjetunion werde hart kämpfen und es seien starke Luftangriffe zu erwarten; der schlimmste Teil werde aber nach sechs Wochen vorüber sein. Jeder Soldat müsse wissen, dass er für die Vernichtung des Bolschewismus kämpfe. Würde der Krieg verloren, werde Europa bolschewisiert.Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. München 2002, S. 508. Nach Bocks Worten äußerte Hitler den Gedanken:

Rezeption in der Forschung Nach Ansicht des Historikers Jürgen Förster wurde die „Legende vom deutschen Präventivkrieg gegen die Sowjetunion“ an diesem 14. Juni 1941 bei seiner „grundlegenden politischen Rede“ vor den Oberbefehlshabern von Heer, Marine und Luftwaffe „geboren“.Jürgen Förster: Resümee. In: Bianka Pietrow-Ennker (Hg.) Präventivkrieg? Der deutsche Angriff auf die Sowjetunion. Fischer Taschenbuch, Frankfurt a. M. 2000, ISBN 3-596-14497-3, S. 208–214, hier S. 209. Dem Historiker Johannes Hürter zufolge wiederholte Hitler hier im Wesentlichen nur, was er schon in seiner Rede vor den Befehlshabern am 30. März 1941 gesagt habe: „Diese Ansprache bestätigte nur das, was die Oberbefehlshaber ohnehin bereits wussten“. Gleichwohl hätten seine Ausführungen der politischen Unterweisung der militärischen Führung gedient. Die Rede sei „ein weiterer Baustein der geistigen Vorbereitung in einen in seinen Zielen und Feindbildern maßlosen Krieg“ gewesen.Johannes Hürter: Hitlers Heerführer. Die deutschen Oberbefehlshaber im Krieg gegen die Sowjetunion 1941/42. R. Oldenbourg, München 2007, ISBN 978-3-486-57982-6, S. 221. Für Jürgen Kilian markiert die fehlende Reaktion der Militärs auf diese Rede den , hier vollzog sich nach Kilian der zwischen namhaften Teilen der Generalität und ihrem .Jürgen Kilian: Wehrmacht und Besatzungsherrschaft im Russischen Nordwesten 1941–1944. Band 75 der Reihe: Krieg in der Geschichte. Hrsg. von Stig Förster, Bernhard R. Kroener, Bernd Wegner, Michael Werner, Paderborn 2012, S. 77.

Siehe auch Ansprache Hitlers vor den Oberbefehlshabern am 22. August 1939 (zum Überfall auf Polen) Ansprache Hitlers vor den Oberbefehlshabern am 23. November 1939 (zum Westfeldzug)

Einzelnachweise

Kategorie:Rede Hitlers Kategorie:Politik (Zweiter Weltkrieg) Kategorie:Deutsch-Sowjetischer Krieg Kategorie:Ereignis 1941