Kobsar () ist eine Gedichtsammlung des ukrainischen Lyrikers und Malers Taras Schewtschenko. mini|Buchcover der Erstausgabe von 1840; Zeichnung von Wassili Sternberg mini|Buchillustration von Iwan Jischakewytsch Sie besteht aus acht in ukrainischer Sprache verfassten, vor allem romantischen Gedichten, und ist der erste und berühmteste Gedichtzyklus des ukrainischen Nationaldichters.

Erstveröffentlichung

Die Gedichtsammlung wurde erstmals 1840 von Petr Iwanowitsch Martos (; 1811–etwa 1880) im russischen Sankt Petersburg veröffentlicht,Artikel zum Buch in der online-Enzyklopädie der Ukraine (englisch) abgerufen am 10. Mai 2016 nachdem sich Martos, ein Gutsbesitzer aus Poltawa, im Winter 1839/1840 auf Empfehlung von Karl Brjullow von Schewtschenko in Sankt Petersburg malen ließ, dabei das Manuskript der Gedichtsammlung entdeckte und daraufhin auf eigene Kosten drucken ließ.Alfred Anton Jensen: Taras Schewtschenko. Ein ukrainisches Dichterleben, Adolf Holzhausen, Wien 1916, S. 58. Volltext bei Wikisource.Erinnerungen an Taras Schewtschenko. (russisch) abgerufen am 21. August 2018 mini|Taras Schewtschenko Die acht Gedichte der Erstausgabe waren:

/ Dumka

Bedeutung Das Erscheinen des „Kobsar“ war ein Meilenstein für die ukrainische Kultur und Sprache. Die im frühen 19. Jahrhundert erschienene „Aeneida“ von Iwan Kotljarewskyj galt als der eigentliche Beginn der ukrainischen Literatur, der „Kobsar“ und die nachfolgenden Werke Schewtschenkos rundeten den Prozess ab. auf der Webseite des Schewtschenko-Museums in Toronto, Kanada (englisch) abgerufen am 27. August 2018

„Kobsar“ ist das bis heute meistgelesene und bekannteste Werk Schewtschenkos, mit dem er die moderne ukrainische Literatursprache etablierte.Taras Schewtschenko: Ukrainischer Nationaldichter. In: Ukraine-Nachrichten; abgerufen am 10. Mai 2016 Aufgrund des Buchtitels erhielt Schewtschenko nach dessen Veröffentlichung selbst den Spitznamen „Kobsar“ und auch seine weiteren Dichtungen wurden allgemein als „Kobsar“ bezeichnet und standen, ähnlich dem Kosak Mamaj, symbolisch für die ukrainische nationale und literarische Erneuerung.Umdeutung des »nationalen Heiligtums«. (PDF; 676 kB) In: Ukraine-Analysen, Nr. 81, 26. Oktober 2010, S. 2; abgerufen am 10. Mai 2016 Der Titel des Werkes geht auf die Bezeichnung ukrainischer Minnesänger zurück, die als Kobsar bezeichnet wurden und vorwiegend das Lauteninstrument Kobsa spielten.Rolf Michaelis: Unter den Pappeln von Kiew. In: Die Zeit, Nr. 45/1991

Vertonung Der ukrainische Komponist, Pianist und Dirigent Mykola Lyssenko (1842–1912) schuf in mehr als 80 Werken verschiedener Gattungen, unterschiedlichen Ausmaßes und wechselnder Form die Musik zu „Kobsar“. (PDF) S. 1; abgerufen am 10. Mai 2016

Deutsche Übersetzungen Schon im 19. Jahrhundert wurde der „Kobsar“ von Johann Georg Obrist, V. Umlauff von Frankwell, P. Skobels'kyj, K. Klymkovic, Iwan Franko, J. Virginia (Scheuermann Fould Laengsdorf) ins deutsche übersetzt. Anlässlich des 125. Geburtstages von Taras Schewtschenko beschloss der Kiewer Verlag für Nationale Minderheiten 1939 Schewtschenkos Werk in deutscher Sprache herauszugeben und das vom deutschen Politiker, Schriftsteller und Übersetzer Alfred Kurella gebildete Kollektiv der deutschen antifaschistischen Schriftsteller, bestehend aus den Dichtern und Übersetzern Alfred Kurella, Erich Weinert, Hugo Huppert, Hedda Zinner, Hans Rodenberg, Klara Blum, Erwin Johannes Bach, Franz Leschnitzer und Maximilian Schick, die aus Deutschland in die Sowjetunion emigriert waren, schufen eine neue Nachdichtung fast des gesamten „Kobsar“ in deutscher Sprache, die 1951 mit einem Vorwort von Alexander Deutsch 2-bändig in Moskau im Verlag für deutschsprachige Literatur erschien.A. Pancenko – Α. Kurella als Organisator der Übersetzung des „Kobsar“ (PDF); abgerufen am 10. Mai 2016. 1987 erschien, herausgegeben von Rolf Göbner, in Kiew und Berlin hiervon eine Auswahlausgabe.

Weblinks

Webseite kobzar.info zu Schewtschenko und sein Werk (englisch, ukrainisch, russisch) Sanylo Husar Struk: Kobzar. In: Internet Encyclopedia of Ukraine Taras Schewtschenko – Ausgewählte Werke (PDF; ukrainisch und deutsch) auf kobzar.ua (derzeit nicht verfügbar)

Einzelnachweise

Kategorie:Taras Schewtschenko Kategorie:Literatur (19. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Ukrainisch) Kategorie:Literatur der Romantik Kategorie:Sammlung (Literatur)