Die Liste der Kinos in Berlin-Mitte gibt eine Übersicht aller Kinos, die im Berliner Ortsteil Mitte existiert haben oder noch existieren.
Zu den Kinos in den weiteren Ortsteilen des Bezirks Mitte siehe: Liste der Kinos in Berlin-Gesundbrunnen Liste der Kinos in Berlin-Hansaviertel Liste der Kinos in Berlin-Moabit Liste der Kinos in Berlin-Tiergarten Liste der Kinos in Berlin-Wedding
Einleitung Für Mitte sind in den einhundert Jahren Filmgeschichte 91 nachweisbare Kinos genannt. Für die 1910er und 1920er Jahren waren rund sechzig Lichtspieltheater aktiv, für die 2010er Jahre sind es noch 15 auf den zehn Quadratkilometern. Standorte waren bis in die 1940er Jahre Alexanderplatz, Scheunenviertel, Friedrichstraße und Unter den Linden. Die Anfangszeit war dadurch gekennzeichnet, das kinematographische Vorstellungen als Beiprogramm von Cabarett und Varieté waren, wie dieses im Wintergarten an der Friedrichstraße durch die Gebrüder Skladanowsky mit ihren Filmen geschah. Die wohl erste feste Kinostätte Berlins waren die Wilhelmshallen, in denen 1896 ein gesonderter Raum für die lebenden Bilder eingerichtet wurde.Erinnerungen des Filmerklärers Gustav Schönwald in Hänsel, Schmitt: Kinoarchitektur in Berlin 1895–1995. Seite 100. Berlins erste Kinozentrum lag Friedrichstraße / Unter den Linden, wo sich auch die Gesellschaften und Firmen um Erzeugung, Vertrieb und Verkauf ansiedelten. In den 1910er Jahren waren die Filmstätten eine Form der Ablenkung von sozialen und politischen Problemen, die Vorstellungen wurden Bestandteil der Etablissements. Es entstanden im Münz- und Scheunenviertel, dem Rosenthaler Quartier und am Hackeschen Markt die Ladenkinos. Nur mit dem Notwendigsten ausgestattet entstehen die Kintöppe, außenliegende Kasse und Schaubudenelemente häufig mit elektrischem Klavier versehen, werden unrentable Räume zu Profitgruben. In den 1910er Jahren entstehen neben vielen Kintopps auch die ersten größeren Lichtspieltheater, wohl aus Platzmangel allerdings bescheidener als die Filmpaläste wie in Charlottenburg und dem Westen Berlins. Dazu gehören das UT Alexanderplatz, der Admiralspalast, das Bavaria-Haus mit angeschlossenen Restaurationen und Ballsälen. Im Rahmen der Sanierung im Scheunenviertel baute Hans Poelzig 1929 das Babylon. In den 1930er Jahren werden Kinobetriebe im Reichsverband Deutscher Filmtheater zusammengeschlossen, die Nationalsozialisten nahmen darüber Einfluss auf die Programme und die Kinosäle, wie Bio oder Imperial werden für Veranstaltungen angemietet. Bei den Luftangriffen war das Zentrum Berlins besonders stark betroffen, aber knapp ein Drittel der Vorkriegskinos konnten 1945/1946 noch teilweise beschädigt wieder eröffnen. Mit der Lage von Mitte im sowjetischen Sektor werden Camera, Franziskaner und Babylon vom SowFilm beliefert und stehen den russischen Soldaten zur Verfügung, entsprechend den Alliiertenkinos. In Ostberlin wurden sie Kern des VEB Berliner Filmtheater. In Mitte wirkte die Kinokrise mit sinkenden Besucherzahlen stark: es blieben nur Camera und Babylon in die 1990er Jahre bestehen. 1961/1963 kam an der Stalinallee (→ Karl-Marx-Allee) das DEFA-Premierenkino International hinzu. Ergänzt wird das Filmangebot in den Kultureinrichtungen der Ostblockstaaten mit unterschiedlichem Angebot. Mit der politischen Wende gab es seit den 1990er Jahren vielfache Versuche von Filmfreunden und Kinoenthusiasten zur Einrichtung einer neuen Kinoszene.Die vorstehenden Ausführungen entstanden auf Basis der Beschreibung zum Ex-Bezirk Mitte im Buch Kinoarchitektur in Berlin 1895–1995.
Kinoliste Als Ur-Kino wird die erste Vorführung bewegter Bilder von Max Skladanowsky im Wintergarten angesehen, die am 1. November 1895 stattfand. Jedoch war das kein nur für Filmvorführungen dienender Raum und die Aufführungen Teil des Programms, deshalb werten Experten als erstes „richtiges Kino“ das Isolargraph Unter den Linden 21. Diese Einrichtung eröffnete 1896, bestand allerdings nur sehr kurze Zeit.Falko Hennig: Das erste Kino von Berlin. In: Berliner Zeitung, 31. März 2017.
Name/Lage Adresse BestandBerliner Telefonbuch 1941, S. 448 (Buchstabe L: Lichtspieltheater) Beschreibung und ggf. Bild ACUD () Veteranenstraße 21 bis heute 140x140px|rechts|Berlin-ACUD Das Kino befindet sich in der Veteranenstraße gegenüber vom Volkspark am Weinbergsweg. Es entstand 1991 in der Wendezeit im Zusammenhang mit dem ACUDkunsthaus, das auf der autonomen Galerie Acud gründete. Diese hatte sich in dem 1932 von einem jüdischen Molkereibesitzer, gebauten Wohnhaus eingerichtet. Neben den zwei Kinosälen besitzt das Haus vier weitere Bühnen mit Theater und eine Galerie mit Club. Ursprünglich befand sich der Kinosaal in der fünften Etage des Haupthauses.Das gesamte alternative Kulturhaus geriet zur Jahrtausendwende in Schwierigkeiten, als das Haus zunächst im März 2000 an einen Investor verkauft wurde. Nach längerem hin und her konnte das Grundstück in der Veteranenstraße dann doch im Jahr 2001 durch den Acud e. V. erworben werden. Damit war der Weg frei für den Abschluss eines Erbbaurechtsvertrages, der diesen Ort für 50 Jahre kulturellen Zwecken zuordnet. Nach Abschluss dieses Vertrages konnten umfangreiche Sanierungen und Baumaßnahmen erfolgen: Der Kinosaal zog in das zweite Geschoss am Innenhof um. Das Treppenhaus führt in ein großes Foyer, in dem zehn Holzklappsessel aus dem ursprünglichen Kinosaal stehen. Hinter dem Verkaufstresen liegt der Vorführraum des Saals 1 (in dem sich 80 türkise nackenhohe Polsterklappsessel in sechs Reihen befinden). Mit Abschluss der Bauarbeiten für Saal 1 im Jahr 2006 folgte der zweite Saal im vorderen Haus. Im Jahr 2013 drohte erneut eine Insolvenz, während des Notbetriebes wurden aber weiter Kinofilme gezeigt; 2014 wurde der Bestand gesichert.
Die Projektion ist für 16-mm und 35-mm-Film sowie für Dias auf eine 5,2 m × 2,7 m große Leinwand möglich. Das Tonsystem ist Dolby Digital.Saal 1 im ACUD Der Saal 2 ist kompakter mit 32 Plätzen (Kinoklappsessel und einige Freischwinger) und die Technik entspricht der im Saal 1.kinokompendium.de: acud-saal2 Es wird hauptsächlich der junge europäische und deutsche Film gezeigt, hinzu kommen Retrospektiven und Filmentdeckungen. Filme werden überwiegend in Originalversion aufgeführt. Das Kino wird vom Alternativen Kunstverein ACUD e. V. getragen. Es ist zudem Spielort des British Independent Film Festivals.Acud Kino bei berlin.deAcud bei kinokompendium.de Admiralspalast () Friedrichstraße 101/102 –1945 140x140px|rechts|Admiralspalast am Bahnhof Friedrichstraße Postkarte, 1914 140px|rechts|Eintrittskarte Admirals-Kino (ca. 1930) 140px|rechts|Eintrittskarte Admiral-Lichtspiele (ca. 1942 – Wehrmacht) Der Admiralspalast ist ein traditionsreicher Veranstaltungsort in der Friedrichstraße 101/102. Er zählt zu den wenigen erhaltenen großen Vergnügungsstätten vom Anfang des 20. Jahrhunderts in Berlin. 2006 wurde das Theater in dem denkmalgeschützten Gebäude nach umfangreichen Sanierungs- und Umbauarbeiten wiedereröffnet.
Das Gebäude wurde am 20. April 1911 eröffnet und beinhaltete zunächst bis 1922 auch ein Lichtspieltheater. Dieses diente zeitweise als Casino, bis es 1928 erneut als Kino eröffnete. Bis 1945 blieb es in Betrieb. Der Admiralspalast wurde im Zweiten Weltkrieg kaum zerstört, nur das Vorderhaus war in Mitleidenschaft gezogen worden. 1949 wurde das Vorderhaus als Haus der Presse neu eröffnet, während im großen Saal schon 1945 erste Theatervorstellungen stattfanden. Seit 1953 befindet sich im ehemaligen Kino im Vorderhaus das Kabarett Die Distel. Alexandra-Palast () Brunnenstraße 6/7 –ca. 1955 Von 1948 bis um 1955 existierte im Haus Brunnenstraße 6/7 kurzzeitig ein Kino. Der Besitzer Peter Paul Schaffranietz gibt für den Kinosaal 486 Plätze an.Kinodaten aus Kino-Wiki In den Nachkriegsjahren wurden in nutzbaren Gebäuden Ersatzspielstätten für zerstörten Kulturstätten geschaffen, zumal hier die Brunnenstraße im Bereich des U-Bahnhofs lag. Um 1990 war das Haus besetzt und die Bürger wollten wieder ein Kino dort einrichten. Das Projekt scheiterte und ein Supermarkt bezog die Räume im Erdgeschoss.Zur Geschichte des Hauses Brunnenstraße 6/7 Vor dem Zweiten Weltkrieg bestand ein Woolworth-Kaufhaus im Haus 1997 erfolgte die Rückübertragung an die Jewish Claims Conference, die für 4,5 Millionen DM an die Grundstücksverwaltung Gawehn verkaufte.Gebäudeansichten 1970 und 2013 Alfa-Lichtspiele (Filmburg, Milano-Lichtspiele) () Fehrbelliner Straße 82 –1943 Im Haus befindet sich im Erdgeschoss ein Ladeneinbau, das Kino stand vermutlich im Hof. Das Quergebäude von Grundstück 82 schließt an jenes von 83. Das Kino wurde ungefähr von 1919 bis 1943 betrieben. Im Kinoadressbuch 1920 ist als Gründungsjahr 1919 genannt, das Kino von E. Milano (daher Milano-Lichtspiele) verfügte über 350 Plätze bei täglichen Vorstellungen. 1924 hatte Georg Mais das Kino mit 400 Plätzen übernommen und spielte täglich mit zwei Programmwechseln jede Woche. Er nutzte den Namen Filmburg, Film- u. Bühnenschau und übergab den Besitz 1928 an Johannes und Richard Kersten, die als Gründungsjahr 1916 eintragen ließen, sie führten den Namen Filmburg weiter. Unter ihrem Besitz wurde 1932 das Filmtheater mit Klangfilm-Technik für Tonfilm eingerichtet, das Kino war mit 350 Plätzen eingetragen. 1934 wurde Otto Katzmann der Inhaber, ab 1935 firmierte das Kino als Alfa-Lichtspiele. 1937 übernahm Walter Kühn und nannte als Gründungsjahr 1910 in den Unterlagen. Bis zur Schließung wurde letztlich 1939 Moritz Keding der Besitzer des Kinos mit einer Bühne von 12 m × 4 m, 375 Plätzen und täglichen Vorstellungen.Daten aus Kino-Wiki Die Alfa-Lichtspiele sind im Adressbuch 1943 im Gewerbeteil eingetragen. Amor-Lichtspiele (Brunnen-Kino) () Brunnenstraße 155 –1943 Es handelte sich um ein Ladenkino, das 1904 erstmals in der Brunnenstraße 155 eröffnet wurde. Im Kino-Adressbuch sind für die Brunnenstraße 155 die „L. M. Lichtspiele“ mit 200 Plätzen für Dr. Karl Voigt aufgenommen. Die Kinobesitzer wechseln häufig: 1924 Franz Wikowski, 1925 E Hartwig als Name ist Filmpalast eingetragen. Im Laufe des Jahres 1925 übernimmt Hermann Zacher das Kino mit einer Bühne von 2,5 m × 4 m und nannte es Amor-Lichtspiele, als Gründungsjahr ließ er im Kino-Adressbuch 1905 eintragen. 1931 übernahm Friedrich Carl Prinz die Amor-Lichtspiele und rüstete die Einrichtung für Tonfilm um, die Technik stammte von Klangfilm. 1937 war Erich Grafiunder Inhaber und 1938 wechselte der Besitz zu Rudolf Schneider. Als Kino wurde es mit seinen 202 Plätzen um 1942 aufgegeben, im Adressbuch 1943 ist es nicht eingetragen. Auf dem Grundstück Brunnenstraße 154 befand sich das Concordia Varieté Theater, mit den Casino-Lichtspielen (später: Filmtheater Berlin). In den Nachkriegsjahren befand sich in der Brunnenstraße 155 die Eisdiele von Richard Hartmaier, zuvor die Speisewirtschaft von Hermann Lindemann.
(aus: Der Kinematograph 172, 1910) Arkona Filmtheater (Delta-Lichtspiele) () Wolliner Straße 18/19 –2000 Errichtet wurden die Arkonahöfe Ende des 19. Jahrhunderts als Weißbierbrauerei. Das Kino Delta zeigte hier von 1929 bis zum Januar 1961 Filme.Was spielt mein Kino? In: Berliner Zeitung, 6. Januar 1961, S. 10 In den 1990er Jahren wurde 1994 wieder ein Kino – zuerst unter dem Namen Delta, dann im letzten Jahr ab 1999 als Arkona-Kino – eröffnet. Im Jahr 2000 stellte es seinen Betrieb ein.
Die DEFA hatte das 1961 geschlossene Delta-Filmtheater zur internen Vorführung eingekaufter ausländischer Filme genutzt. Der große Saal diente dem Fernsehballett in den 1960er Jahren auch als Trainingsstätte. Das ehemalige Kino wurde 2008 noch als Gastronomie genutzt. Die Arkonahöfe selbst wurden mittlerweile zum A Space, einer Loft-Wohnanlage, umgebaut. Das ehemalige Kino bzw. dessen Foyer dient nun als Showroom der Vermittlung der Räume. Astra-Lichtspiele